Renovierung Ortsmuseum

Im Keller der Grundschule wurde uns von der Schulverwaltung  die alte Küche als Versammlungs- Sammlungs- und Speicherraum kostenlos überlassen. Rudolf Perschbach, der damalige Schulleiter half uns mit seinen Mitteln wo er nur konnte. Bald hatte die Beisitzerin Petra Fries (geb. Stoll) von der Telekom einen Ausstellungschrank, der wie eine Telefonzelle aussah, erworben. Die ersten Austellungsstücke und alte Fotos konnten nun in der Pausenhalle der Schule präsentiert werden.

Als es sich herumgesprochen hatte, dass es einen Verein im Dorf gibt, der “alten Krempel”  vor der Vernichtung bewahrt, wurde den Heimatfreunden allerlei Altertümchen aus Haushalt, Garten oder aus dem Fotokarton zur Aufbewahrung übergeben.

Der Raum in der Schule wurde bald zu klein.

Ortsmuseum Frontansicht 1992

Ortsmuseum Frontansicht 1992

Im September 1992 bot uns Herr Eilers, der damalige Besitzer vom Haus Alte Heerstraße 14 an, das Haus mietfrei für 20 Jahre zu übernehmen. Er hatte geplant, das Haus abreißen zu lassen, aber allein die Trennung von den Versorgungsleitungen -Wasser, Gas, Strom und Telefon- sollte 5000 DM kosten.

Das war ihm zuviel.

Ortsmuseum Rückfront 1992

Ortsmuseum Rückfront 1992

Für die Heimatfreunde war das stark heruntergekommene Haus eine Herausforderung. Es wurde lange und heiß im Vorstand diskutiert, ob wir die Renovierung des Hauses mit unseren Mitteln überhaupt schultern könnten. Schließlich kamen wir zu der Überzeugung, dass uns in Zukunft ein solches Angebot wohl nie mehr gemacht werden wird.

Wir schlugen zu.

Und wir packten an.

Ortsmuseum Renovierung Wände 1992

Ortsmuseum Renovierung Wände 1992

Die Innenwände wurden bis auf den Putz von Tapete, Farbresten und Zeitungsmakulatur befreit. An einigen Stellen kam hinter der Zeitungsmakulatur von 1961 unter einem sehr dünnen Kalkputz der urspüngliche Ausbau der Gefache mit Haselnussgeflecht, Lehm und Stroh zutage.

Ortsmuseum Renovierung Speicher 1992

Ortsmuseum Renovierung Speicher 1992

Die Fußböden waren, wie bei der letzten Renovierung in den 60er Jahren üblich, mit ochsenblutfarbenem Leinölfirnis gestrichen, später mit Stragula- oder sonstigem Kunststoffbelag überdeckt. Es ist uns gelungen, die ursprüngliche Fichtenholzfarbe wieder freizulegen.

Ortsmuseum Renovierung Keller 1992

Ortsmuseum Renovierung Keller 1992

Die Außenwände sind im Erdgeschoss mit Bruchsteinmauern hochgezogen, das 1. Obergeschoss  ist in Rheinischem Ständerfachwerk konstruiert. Das Landesamt für Denkmalpflege riet uns, das Fachwerk mit atmungsaktivem Putz zu versehen und anschließend mit mineralischer Farbe zu streichen.

Ortsmuseum Renovierung 1992 Toilette

Ortsmuseum Renovierung 1992 Toilette

Wasser- und Stromleitungen wurden neu verlegt, die Fenster vom vergammelten Lack befreit und neu gestrichen, der Speicher wurde, ebenso wie der Keller, entrümpelt und begehbar gemacht. Kurz gesagt, in rund zweieihalbtausend Arbeitsstunden wurde aus der abrissreifen Hütte ein Schmuckstück.

Ortsmuseum Renovierung 1992 Keller Ausbau

Ortsmuseum Renovierung 1992 Keller Ausbau

Als der Chef des Landesamtes für Denkmalpflege, Herr Custodis, zur Besichtigung kam, war sein erster Kommentar: “Hier könnte man ja glatt wieder drin wohnen.”

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