Alt-Horchheim in Karten und Fotografien

Pläne, Bilder und Texte der folgenden Seiten sind entnommen aus Alt-Horchheim in Karten und Fotografien von Alois Honsdorf, Koblenz 1996 .

Einleitung

Will man die historische Entwicklung eines Ortes erforschen, ist es naheliegend, zunächst auf Fotografien, Zeichnungen, alte Stiche, Archivalien, schriftliche oder mündliche Überlieferungen zurückzugreifen, um diese Elemente quasi als einzelne Mosaiksteine zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Wertvolle Hinweise auf Besonderheiten des Ortsbildes, seines Gebäudebestandes und seiner äußeren und inneren verkehrsmäßigen Erschließung können im besonderem Maße älteren Karten und Plänen entnommen werden. Dies gilt uneingeschränkt auch für Alt – Horchheim.

Als Vorläufer der heute für vielfältige Zwecke verwendeten amtlichen topographischen Kartenwerke unterschiedlicher Maßstabe konnte im vorliegenden Fall auf folgende ”Historische Karten” zurückgegriffen werden:

Sucht man jedoch nach einer großmaßstäblichen Karte (Maßstäbe 1 :  500 – 1 :  5000), in der Wege, Grundstücke und Gebäude im Detail eingezeichnet sind, so findet man für Horchheim (bisher) nur eine um

  • 1680 angefertigte skizzenhafte Panoramaansicht mit Darstellung der einzelnen, den Koblenzer Jesuiten gehörenden Grundstücke. Das Original dieser handkolorierten Federzeichnung befindet sich im Landeshauptarchiv Koblenz.

Gemarkungs- oder Flurkarten, die auf einer amtlichen Vermessung beruhen und einem gesetzlich geregelten Zweck dienen, gibt es für unser Gebiet erst seit Einführung des Parzellarkatasters, auch Grundsteuerkataster genannt. Mit diesen Parzellarvermessungen wurde nach 1808 in den damals unter französischer Verwaltung stehenden linksrheinischen Gebieten begonnen; sie wurden nach 1817 unter preußischer Verwaltung für die gesamte Rheinprovinz fortgesetzt und bis 1834 abgeschlossen. Alleiniger Zweck dieser Vermessungen war es, eine Grundlage zu schaffen für eine gerechte Erhebung der Grundsteuer.

Für die Gemarkung Horchheim wurden diese Vermessungsarbeiten Im Jahre 1832 durchgeführt. Die aus dieses Vermessung entstandenen Katasterkarten und die dazugehörigen Katasterbücher befinden sich heute im Landeshauptarchiv Koblenz Außenstelle Kobern-Gondorf. Die vermessungstechnischen und kartographischen Ergebnisse der Grundsteuervermessung von 1832 wurden später ersetzt durch eine im Jahre 1877 für die gesamte Gemarkung Horchheim durchgeführte Grundsteuer-Neuvermessung (Fortifikationsplan von 1880).  Die auf der Grundlage dieses Vermessung angefertigten neuen Katasterkarten-Originale (Urkarten) wurden im Zentralarchiv der Katasterverwaltung bei der Regierung Koblenz im Dikasterialgebäude ”Im Vogelsang” aufbewahrt und dort im Zweiten Weltkrieg bei dem Luftangriff am 6. November 1944 zerstört.

Über den Krieg gerettet wurden die nicht im Zentralarchiv, sondern beim Katasteramt Koblenz befindlichen Nadelstichkopien dieses Karten, in die bis etwa 1950 alle Veränderungen im Grundstücksund Gebäudebestand nachgetragen wurden.

Bezüglich des Gebäudebestandes ist anzumerken, dass dieses bis 1953 nur periodisch, d. h. nicht zeitnah, oft auch unvollständig in den Katasterkarten nachgewiesen wurde.

Bedingt durch die sich oft überlagernden Karteneintragungen und die starke Be- und Abnutzung über ca. 70 Jahre war das Lesen dieses Karten teilweise selbst für den Fachmann schwierig. Andererseits war aber nur über sie eine Rekonstruktion der Urkarten des Jahres 1877 möglich. Von dieses Rekonstruktion versprach sich der Autor wertvolle Hinweise um dem interessierten Leser eine ”zeitgemäße” Perspektive ”unseres Dorfes” vermitteln und die städtebauliche Entwicklung des Ortes Horchheim von etwa 1800 bis zur Gegenwart nachvollziehen zu können.

Bei dieser ”Grundstück-Ahnenforschung” sei allen ”Spurensuchern” der erhoffte Erfolg gewünscht.

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