Karmeliterhof

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Im Kirmes-Magazin 1991 hat Manfred Gillessen eine ausfühliche Serie ,,Höfe des Adels und des Klerus in Horchheim in kurtrierischer Zeit” begonnen. Im Jahr 1992 berichtet er über den Hof der Karmeliten.

Die Koblenzer Karmeliterkirche nach dem 2. Weltkrieg. Der Orden der unbeschuhten Karmeliter siedelte sich 1654 in Koblenz an. Kirche und Kloster wurden 1687 fertiggestellt; seit 1853 diente das Bauwerk als Garnisonskir- che für die katholische Militärgemeinde. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurden die Reste der Kirche 1954 gesprengt. Foto: Karl Stiebel, Koblenz; Stadtarchiv Koblenz FA 2 Nr. 2308.

Die Koblenzer Karmeliterkirche nach dem 2. Weltkrieg. Der Orden der unbeschuhten Karmeliter siedelte sich 1654 in Koblenz an. Kirche und Kloster wurden 1687 fertiggestellt; seit 1853 diente das Bauwerk als Garnisonskir- che für die katholische Militärgemeinde. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurden die Reste der Kirche 1954 gesprengt. Foto: Karl Stiebel, Koblenz; Stadtarchiv Koblenz FA 2 Nr. 2308.

Der Karmeliterhof gehörte zu den kleineren und bescheideneren Höfen des Ortes.

Seine wechselvolle Geschichte, vor allem im 17.Jahrhundert, ist so interessant, daß die Fortsetzungsreihe mit diesem Hof beginnen .

Frühere Besitzer

Horchheimer Hofmänner

Lage des Hofs

Der Hof selbst lag am Ende des Dorfes Richtung Pfaffendorf gegenüber dem Reiffenberger Hof, dem späteren Mendelssohnstift, auf dem Gelände des heutigen alten Sportplatzes.

Das Hofhaus war 1801 zweistöckig:

der erste Stock in Stein, bestehend aus einem großen Zimmer, einer Küche, einem weiteren Zimmer samt einem Gemüsekeller und einem gewölbten Keller für 10 bis 11 Faß;

der zweite Stock in Fachwerk hatte zwei große Kammern, ein Kämmerchen und zwei Speicher.

An das Haus schloß sich nach dem Hof eine große steinerne Scheuer an sowie ein Stall für 6 Stück Vieh. Dahinter lag der teilweise von einer Mauer umgebene Garten von 8 Ruten 40 Schuh, besetzt mit 7 Obstbäumen.

Der Hof hatte Märkerrecht, d.h. die Eckernmast für Schweine und die Holzberechtigung im Horchheimer Wald bei Bau oder Reparierung der Hofgebäulichkeiten.

An Lasten hatte der Hof 8 Viertel Wein an Kurtrier, 10 Maß Wein wegen des Märkerrechts und einen Gulden wegen des Hoftrauses an die Kellerei Ehrenbreitstein zu zahlen.

Die Weingärten und Feldgüter setzten sich aus den Neuerschen und Eschenfelderschen Teilgütern zusammen und umfaßten in der Horchheimer und Niederlahnsteiner Mark 1719 noch rund 7 1/2 Morgen Ackerland und 10000 Weinstöcke, die 3 1/2 Malter Korn und 1 Fuder Wein Ertrag lieferten.

Zum Hof gehörte außerdem noch eine Wiese von 3/4 Morgen und zwei Buchenhecken in Arzheim.

Die Familie des Bankiers Joseph von Mendelssohn erwirbt schließlich das Hofhaus und den Garten; das Haus wurde um 1820 bei der Anlage des Lustgartens abgebrochen.

Damit war die über vierhundert Jahre dauernde Geschichte des Karmeliterhofs beendet.

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