Eltzer Hof – Die von Eltz

zurück

Den ganzen Burgtorschen Besitz, somit auch den Hof zu Horchheim, erbt die einzige Tochter Anna von dem Burgtor, die am 8. Juli 1532 den Georg, Sohn des Johann von Eltz und der Margarethe von Breitbach, heiratet.
Georg von EItz vergrößert diesen Besitz, der nur aus dem Hofhaus und zwei Weingärten bestand, durch Zukäufe erheblich.
So löst er am 12. November 1556 als Vormund der mit seiner am 31 . Mai 1555 verstorbenen Frau Anna erzeugten Kinder eine Jahrrente, die auf dem Hof zu Horchheim zugunsten der Pfarrei Kirchanger bei Montabaur liegt, an das Stift St. Florin in Koblenz ab.
1561 kauft er für 350 Gulden von Adam von Pfaffendorf, Bürger zu Horchheim, Weingärten, einen Acker und zwei Wiesen in Horchheim.
Georg stirbt 1563. Sein Sohn Anton von Eltz, trierischer Erbmarschall, heiratet am 20. Januar 1563 Amalia, Tochter des Johann von Metternich, Herr zu Vettelhoven. Er erbt die Güter zu Horchheim und setzt die Erwerbspolitik seines Vaters fort.
So erwirbt er nach und nach ein bedeutendes Gut, indem er eine Schuldverschreibung über 150 Gulden des Adam von Pfaffendorf an Dietrich von Machern, Vikar und Präsenzmeister zu St. Florin, aus dem Jahr 1555 ankauft und dadurch die Unterpfände – etliche Weingärten zu Horchheim – erhält, in die er 1563 gerichtlich eingesetzt wird. Im selben Jahr kauft er weiteres Gut von Horchheimer Bürgern an.
Am 12. Juni 1564 erwirbt er von Adam Schwickert und dessen Frau Koene deren Weingärten und am 24. Februar 1566 von Adam von Pfaffendorf eine weitere Reihe von Grundstücken.
Am 28. Juli 1578 erfolgt die Teilung der Eltzschen Güter zwischen Anton von Eltz- trierischem Rat, Amtmann zu Mayen und Monreal, königlich-spanischem Obristen, Marschall der Stifte Trier und Köln – und seinem Bruder Hans Reinhard, dem Begründer der Linie EItz-Uttingen.
Anton erhält den Hof zu Horchheim, was eine erneute Teilung am 2. Juli 1597 bestätigt.
Anton von EItz stirbt 1598 und wird bei den Dominikanern in Koblenz, wo die Eltzer ihre Erbbegräbnisstätte haben, beigesetzt.
Sein Sohn Hans Jakob tauscht 1621 das aus der Burgtorschen Erbschaft stammende Hofhaus zu Horchheim mit Dr. med. Johann Eberhard Palland gegen dessen Weinberg zu Moselweiß.
Das alte Burgtor-Eltzsche Hoftraus gelangt in der Folge von den Erben des Dr. Palland in bürgerliche Hände.
Als Ersatz für dieses getauschte Haus kauft 1622 Hans Jakobs Mutter Margarete von EItz- Tochter des Heinrich von Heddesdorf, die den Anton von EItz nach dem Tode seiner ersten Frau am 21 . November 1579 geheiratet hatte – ein Haus in der Kirchgasse von zwei Horchheimer Bürgern für 250 Gulden.
Dieses Haus in der Kirchgasse scheint im 3O jäihrigen Krieg untergegangen zu sein, da in der zweiten Hälfte des 17 . lahrhunderts eine Erwähnung nicht festzustellen ist.
Der Erbmarschall Hans Jakob von EItz stirbt am 29. August 1645.
Das Gut zu Horchheim, das zu dieser Zeit drei Fuder Wein bringt, fällt, da Hans Jakob kinderlos stirbt, laut Testament vom 30. Juni 1645 an den kaiserlichen Obristen Hans Anton von Eltz-Üttingen, der am 3. September 1671 zu Kempenich stirbt.
Bei der Erbteilung am 6. Oktober 1672 erhält sein Sohn Hans Jakob von Eltz-Üttingen – trierischer Erbmarschall, Rat und Amtmann nt Mayen, Monreal und Kaisersesch, der Begründer der Linie Eltz-Kempenich – den Hof nebst Weinrenten.
Als er am 7 . Mai 1721 stirbt, übertragen bei der Erbteilung am 22. Mai 1721 die in den geistlichen Stand getretenen Brüder ihr Erbe an ihren Bruder Karl Anton Ernst von Eltz, trierischen Erbmarschall und mainzischen GeheimenRat, der am 9. November 1733 den Grafentitel erhält.
Nach dessen Tod am 19. Juli 1736 wird Haupterbe der Sohn Anselm Casimir Franz von Eltz-Kempenich Pfandherr zu Schmidtburg und Kempenich, mainzischer Obristkämmerer, trierischer Erbmarschall, mainzischer und trierischer Geheimer Rat, Oberamtmann zu Oberlahnstein, Mayen, Monreal und Kaisersesch.
Dieser vergrößert den Besitz 1747 erheblich durch den Ankauf des Hauses und der Güter des Geheimen Staatsrats und Weihbischofs Johann Nikolaus von Hontheim. Dabei
handelt es sich um den ehemaligen Printenhof, die spätere “Villa Markana”.

Neben dem stattlichen Haus sind es 18 Wingerte von 73.312 Stock, wovon allein 6.300 Stock um das Haus liegen, sowie 7 Felder und 1 Wiese von 1 Morgen.
Als sein Sohn Hugo Philipp Karl am 6. November 1763 die Sophia Philippina Eva Salentina Walburglis Boos von Waldeck zu Montfort heiratet, versetzt er ihm das schöne Horchheimer Gut – bestehend aus dem alten Eltzschen und dem zugekauften Hontheimschen Besitz – als Heiratsgut.
1766 wird Graf Eltz wegen des vom Rhein arg in Mitleidenschaft gezogenen Uferbereichs, wo Acker und Wiesen weggeschwemmt worden waren, als Anlieger zu den Kosten für die Verkrippung und das Befestigen des Ufers durch Anpflanzen von Weiden herangezogen.
Schon am 12. Apri 1764 hatte eine kurfürstliche Verordnung gefordert, die stark ruinierte Uferböschung wasserbautechnisch wieder instandzusetzen.
Doch schon am 4. Oktober 1770 verkauft EIlz den ganzen Besitz, wahrscheinlich um das erlöste Kaufgeld in die Herrschaft Vukovar in Kroatien zu stecken, für die enorme Summe von 7.000 Reichstalern an Johann Hugo Joseph von Coll – Ritter, trierischer Hof und Regierungsrat bzw. Oberappellationsrat.
Im einzelnen handelt es sich um das freiadelige Haus samt Möbeln, Stallung, Kelterhaus und Zubehör sowie Acker, Wiesen und Weingärten:
zusammen 29 Weingärten von 20.443 Stock; 38 Acker von 18 Morgen sowie 2 Wiesen, bestanden mit 54 Apfel-, 22 Birn- und 14 Nußbäumen.
Dazu kommen noch 4 1/2 Ohm Weinrente aus den Drittelwingerten.

Ansonsten ist der Besitz frei und nur das Hofhaus bzw. der Stall mit 30 Albus und 13 Maß Wein an die von Heddesdorf belastet.
Mit einem Simpelanschlag (- Steuer) von 21 Albus und 3 Hellern ist der Hof zu dieser Zeil einer der größten in Horchheim.
Wahrscheinlich ist das Hofhaus dem 3Ojährigen Krieg zum Opfer gefallen, denn erst seit dem Ankauf des ehemaligen Printenhofs 1747 ist wieder ein Hofhaus nachweisbar.
Fassen wir noch ein mal zusammen:
Der Grundbesitz war zu Zeiten der Burgtorschen Besitzer gering, wurde aber Ende des 16. Jahrhunderts durch die Familie von EItz erheblich vergrößert
und bestand im wesentlichen bis zum Ankauf des Hontheimschen Gutes im Jahr 1747 unverändert fort.

Nach dem kurtrierischen Extraktenbuch vom 22. Juni 1719 setzte sich der Besitz wie folgt zusammen:

In Horchheim 14 Morgen, 1 Rute, 1 Schuh Acker; 39 Ruten, 8 Schuh Wiesen; 8.670 Stock einschließlich der Drittelwingerte.

In Niederlahnstein:
126 Ruten, 6 Schuh Akker; 1128 Stock.

Insgesamt waren das 14 Morger, 127 Ruten, 7 Schuh Acker; 39 Ruten, 8 Schuh Wiese; 9798 Stock.

Der Gesamtertrag belief sich auf etwa 4 1/2 Malter Korn und 1 Fuder Wein.

zurück

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.