Jesuitenhof Unterhaltung und Größe des Hofs

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Das Hofhaus -heute Haus Müfflingstr. 6- besteht 1685 aus dem Haus und dem daran gelegenen Garten samt Stall, Mistplatz und Kelterhaus.
Auf dem Haus lag ein Zins von einem halben Gulden an die Herren von Altenberg.
685 wird am Haus gebaut, denn laut Kontrakt vom 29. März hatte der Meister Johann Bamberger von Niederlahnstein das Haus vorn mit Latten zu beschlagen und mit Leien bis auf die unterste Kammer sowie das Dach des Kelterhauses und das Dächlein über der Pforte zu beschiefern.
Dafür sollte er 26 Reichstaler, einen Malter Korn und einen halben Taler für Wein  erhalten.
Die Arbeit verzögerte sich aber, so daß die Jesuiten Bamberger und den am Decken beteiligten Meister Johann Georg Braun von Koblenz anmahnten, die Arbeit zubeginnen, da die Kelter im Freien stünde und Schaden trüge.
Als Ende Juni die Arbeit noch nicht aufgenommen war, erfolgt ein Dekret des Amtes Ehrenbreitstein an die beiden Dachdeckermeister bei drei Goldgulden Strafe, mit den Arbeiten zu beginnen.
Zum Bau des neuen Kelterhauses und der Kelter erhielten die Jesuiten aufgrund des Märkerrechts das Bauholz aus dem Horchheimer Wald.
1688 wird das Hofhaus neu gedeckt, 2000 Latten werden im Wald gemacht und das Haus nach der Rheinseite mit Leiensteinen verkleidet.
Außerdem wird der Schornstein geändert und ein neuer Schuppen am Tor aufgeschlagen, wozu vier Bäume aus dem Wald geholt werden.
Als 1689 der Garten hinter dem Haus von Johannes Faust ertauscht wurde, ist der Garten mit einer Mauer umfriedet worden.
1692 verputzt man das Haus aufwendig und pflastert den Hof.
1707, 1711 und 1717 schafft man jeweils einen Baum aus dem Gemeindewald zur Reparierung der Kelter heran.
1722/23 wird erneut am Haus gearbeitet, da es wegen des Bauholzes aus dem Wald mit der Gemeinde zum Streit kommt,
der durch Rechtsspruch des kurfürstlichen Hofgerichts dahingehend beendet wird, daß die Jesuiten das gleiche Recht wie die von Heddesdorf und von Reiffenberg hätten, Bauholz aus dem Wald zu nehmen sowie Schweine eintreiben zu dürfen.
Dafür sollten die Jesuiten der Gemeinde 1 Ohm Wein geben und ihr die Wetten- und Bußgelder zwei Jahre zur Verwendung am Kirchenbau überlassen.

Größe des Hofs

1719 besteht der Hof aus 8 Ackerstücken von rund 5 Morgen, 2 Wiesen von 3 Morgen und 13 Weingärten mit 6911 Stock in Horchheim sowie 1 3/4 Morgen Acker und 8180 Stock in Niederlahnstein.
Der Ertrag in beiden Gemarkungen beläuft sich auf etwa 3 1/2 Malter Frucht, 9 Zentner Heu und 3 Fuder Wein.
Von 1809 bis 1829, als sich der Hof im Besitz des Ehrenbreitsteiner Schulfonds befindet, besteht der Hof aus dem zweistöckigen Wohnhaus Nr . 23 mit Nebenhaus, Scheuer und Stallung von 12 Ruthen 12 Schuh und einem Garten am Haus von 6 Ruthen 8 Schuh.
Er umfaßt rund 8 Morgen Acker, 1 Morgen Wiese und 2 1/ 4 Morgen Rebland allein in Horchheim.
Der Schätzwert beträgt 1070 Gulden an Steuerkapital (Grundsteuer).
Nach vorhergehender Ankündigung in der Koblenzer Lokalpresse wird das Haus nebst Garten 1829 zu Versteigerung angeboten und im gleichen Jahr an den Horchheimer Bürger Johann Erben verkauft.
So gelangt der Hof, nachdem er 1636 aus bäuerlich-bürger-lichen Händen an die Jesuiten gekommen war, nach fast 200 Jahren wieder in bürgerliche Hände.

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