Jahresrückblick 2012

Jahresrückblick 2012 Titelblatt

Rückblick auf die Veranstaltungen der Heimatfreunde Horchheim im Jahr 2012

LIMES IMPERII ROMANI
Der obergermanisch-Raetische Limes
Vortrag von Markus Meinen


Limes Kleinkastell Pohl Zeichnung Markus Meinen

Limes Kleinkastell Pohl Zeichnung Markus Meinen



Limes Wachturm Pohl Zeichnung Markus Meinen

Limes Wachturm Pohl Zeichnung Markus Meinen

Zu Beginn des Jahres, am 27.01.2012, hält der Historiker und Mitarbeiter der Koblenzer Außenstelle der Landes Archäologie der Generaldirektion Kulturelles Erbe Markus Meinen M. A. einen Vortrag der den obergermanisch-raetischen Limes in Rheinland-Pfalz. Der Vortrag sollte nicht nur auf die kommende Frühjahrsfahrt der Heimatfreunde zum rekonstruierten Limeskastell in Pohl einstimmen, sondern auch das größte Bodendenkmal der Bundesrepublik und unserer Heimat näher bringen. Der Vortrag begann mit der spannenden Forschungsgeschichte der Grenzbefestigung von der Erforschung durch die Reichslimeskommission bis hin zur Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. Danach referierte Markus Meinen anschaulich über die Geschichte des Limes von der Ankunft der Römer, dem Ausbau und dem Leben an der Grenze sowie deren Aufgabe speziell in unserer Region. Anschließend stellte er den Limesverlauf durch Rheinland-Pfalz von dessen Beginn in Rheinbrohl bis Holzhausen a.d.H vor. In dem durchweg bebilderten Vortrag zeigte Markus Meinen den Limes als Bodendenkmal, wie er noch heute zu sehen ist, in Rekonstruktionsbildern, wie er einmal aussah und die touristischen, rekonstruierten Highlights entlang der 75 km durch Rheinland-Pfalz. Markus Meinen, der maßgeblich an der touristischen Erschließung des Limes beteiligt war, konnte nicht nur die Geschichte des obergermanisch-raetischen Limes spannend vermitteln, sondern auch aktuelle Grabungen und deren Ergebnisse vorstellen, So dass der Abend sowohl informativ als auch kurzweilig war und vor allem Spaß machte, den zahlreichen Zuhörern wie auch dem Referenten.
So soll Geschichtsvermittlung sein!

Mitgliederversammlung 2012

Neuwahlen bei den Heimatfreunden Horchheim e.V.

In der Mitgliederversammlung am 27.04.2012 wurde der Gesamtvorstand entlastet.

Im neu gewählten Vorstand sind für drei Jahre tätig:

Jochen Hof 1. Vorsitzender
Peter Baulig stellv. Vorsitzender
Gisbert Dickescheid Schatzmeister
Ingeborg Karbach Schriftführerin

Als Beisitzer wurden gewählt:
Heiner Drumm, Reinhold Flory, Mechthild Hof, Hans-Peter Ludwig, Helmut Mandt, Markus Meinen, Achim Richter, Hans-Josef Schmidt, Günter Willwersch.

Jochen Hof dankte allen Mitgliedern, Freunden und Förderern des Vereins für die engagierte Zusammenarbeit, besonders dem langjährigen Schatzmeister und zweiten Vorsitzenden Helmut Mandt und dem Ehrenvorsitzenden Robert Stoll. Ein ganz persönliches, anrührendes Dankeschön sprach Jochen Hof seiner Frau Mechthild und vielen anderen aus, die ihn während seiner schweren Krankheit und in der langen Genesungszeit mit Sorge, Hoffnung, vielen guten Wünschen und Hilfen begleiteten.


Frühlingsfahrt


Das neu erbaute Kleinkastell am Römischen Limes in Pohl


Wir tauchen in die Römerzeit ins nördliche Germanien ab

Unsere Frühlingsfahrt führte etwa fünfzig Heimatfreunde nach Pohl im Taunus. Wir besuchten das neu erbaute Kleinkastell am Römischen Limes. Zuerst wurden wir über die Strategie der Römer vor fast 2000 Jahren informiert, wie sie ihre Grenzanlagen befestigten und wie sie durch weitestgehende Normierung die ganze damals bekannte Welt unter ihre Herrschaft bringen konnten. Die Sicherung der Grenzen erfolgte durch Wall, Graben und Palisaden, durch Wachttürme, die auf Sichtweite angeordnet waren und zusätzlich durch Kastelle, wie in Pohl. Wir wurden anschließend durch die Kleinkastellanlage geführt, die für etwa 80 römische Soldaten ausgebaut war. Einer unserer Teilnehmer durfte sogar in die „Rüstung“ eines römischen Militionärs schlüpfen. Er sah gar nicht mal so schlecht aus. Vom Wachturm aus hatte man einen herrlichen Blick in die nähere Umgebung. Die Römer hatten für das Kastell Pohl keine schlechte Standortwahl getroffen. Anschließend fuhr uns der Bus in Richtung Nassau zurück, wo wir in Dienethal mit Blick auf die Burg Nassau ein sehr schmackhaftes Abendessen kredenzt bekamen.

Jochen Hof

Liebenswertes Horchheim

Am 25. November 2012 trafen sich etwa 70 Horchheimer im Kolpinghaus bei Kaffee und Kuchen. Heiner Drumm zeigte Bilder aus dem Bilderschatz der Heimatfreunde, die von Robert Stoll und Helmut Mandt fachkundig kommentiert wurden. Die Zuschauer waren begeistert.

Der Frechdachs


Ein Dachs, so ist weithin bekannt,
haust in Höhlen auf dem Land,
ganz anders ist es „Auf der Luh“,
dort stört ein Dachs die nächtlich’ Ruh.
Er grunzt und stöbert, frisst mit Schmatz,
das Futter dort von Hund und Katz,
die sind darüber richtig böse,
vertreiben Grimbart mit Getöse,
doch der, der kommt meist schnell zurück,
versucht erneut sein Beuteglück,
doch Hund und Katze gar nicht faul,
empfangen Grimbart mit Gejaul,
Katz und Hund sind wie von Sinnen,
das nächtlich Spiel kann neu beginnen,
und alle „Auf der Luh“ verstehen prompt,
woher der Name „ Frechdachs „ kommt.

Klaus-Peter Baulig

Herbstfahrt


Regierungsbunker Marienthal


Unsere Herbstfahrt führte uns nach Ahrweiler in den Regierungsbunker. Er war in der Zeit des „Kalten Krieges“ ausgebaut worden und sollte der Bundesregierung nach einem „Atomschlag“ 30 Tage Überleben sichern. Von den ursprünglich 3,5 Kilometern sind etwa 250 Meter als Museum ausgebaut. In zwei Gruppen wurden die etwa 50 Teilnehmer durch die engen Schleusen in den Bunker geführt. Eine bedrückende Atmosphäre machte sich breit, obwohl der Führer sehr objektiv und unvoreingenommen informierte. Der Irrsinn des Bunkerbaus stellte sich bereits zu Beginn der Planungen heraus: die Anlage hätte einer Atombombenexplosion mit der Stärke der Hiroshima-Bombe nicht standgehalten. Trotzdem wurden die Bauarbeiten unter strengster Geheimhaltung aufgenommen und als politisches Prestigeobjekt fortgeführt. Nach der Wiedervereinigung wurde der Bunker zurückgebaut. Trotzdem bleibt beim Besucher ein unangenehmes Gefühl zurück. Abends konnten in Andernach bei einem guten Essen und einem Glas Wein die Eindrücke verarbeitet werden.
Jochen Hof

In Memoriam

Hans Rudolf Perschbach



Am 22. Januar 2012 verstarb der ehemalige Schulleiter der „Joseph-Mendelssohn-Schule“ Hans Rudolf Perschbach im Alter von 77 Jahren. Herr Perschbach stammte aus dem „Dahl“ und studierte nach dem Abitur in Trier Pädagogik. 1979 wurde Hans Rudolf Perschbach zum Schulleiter der Grundschule Horchheim ernannt. Viel Positives kann während seiner „Regierungszeit“ verbucht werden: Der Bau der neuen Sporthalle auf dem Schulhof, die Einrichtung der „Betreuenden Grundschule“, die Einführung der „Vereinfachten Ausgangsschrift“ und vor allem die Namensgebung für die Horchheimer Schule. Hans Rudolf Perschbach hat sich sehr dafür eingesetzt, dass seine Schule ab 1995 den Namen „Joseph-Mendelssohn-Schule“ tragen durfte. Das 150-jährige Schuljubiläum im Jahre 1996 war ein absoluter Höhepunkt.
Auch während seiner Schulleitertätigkeit hat Herr Perschbach die wissenschaftliche Arbeit nicht ruhen lassen: Dreizehn Jahre Junglehrerausbildung, Pflege der Schulchronik, sein Pädagogik-Diplom in 1980 abgeschlossen, die Erforschung der Geschichte der Horchheimer Schule dokumentiert in etlichen, beachtenswerten Artikeln in der Kirmeszeitung. Nach 42 Dienstjahren von denen er 20 an der Joseph-Mendelssohn-Schule in Horchheim als Schulleiter geleistet hat, wurde er 1999 in den Ruhestand versetzt. Herr Perschbach hat sich sehr um die “ Joseph-Mendelssohn-Schule“ verdient gemacht.
Als langjähriges Mitglied in unserem Verein hatte er für die Belange der Heimatfreunde stets ein offenes Ohr. Zu Beginn der Neunziger Jahre, den Anfangsjahren des Vereins, stellte er uns im Keller seiner Schule die Küche mit Nebenraum zur Nutzung zur Verfügung bis wir ins Museum umziehen konnten. Wir erinnern uns dankbar an ihn und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.
Jochen HofAls langjähriges Mitglied in unserem Verein hatte er für die Belange der Heimatfreunde stets ein offenes Ohr. Zu Beginn der Neunziger Jahre, den Anfangsjahren des Vereins, stellte er uns im Keller seiner Schule die Küche mit Nebenraum zur Nutzung zur Verfügung bis wir ins Museum umziehen konnten. Wir erinnern uns dankbar an ihn und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.
Jochen Hof



Rudolf Schumacher


Viel zu früh im Alter von 73 Jahren verstarb unser Horchheimer Mitbürger am 1. Mai 2012.
Wir trauern um einen Menschen, der sich 30 Jahre lang von 1974 bis 2004 als Stadtrat der CDU-Fraktion, seit 1986 bis 2004 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, für die Belange unserer Stadt Koblenz und unseres Stadtteils eingesetzt hat.
Große Verdienste erwarb sich der Oberstleutnant a. D. bei der Verbesserung der Infrastruktur für Soldaten und deren Familien in Koblenz. So war unter anderem der Bau des Horchheimer Soldatenheimes vor allem seinem unermüdlichem Einsatz zu verdanken. Sein politisches Wirken beschränkte sich aber nicht nur auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der Soldaten, vielmehr erweiterte er immer mehr seinen politischen Wirkungskreis: So fungierte er als Sprecher in den Ausschüssen Umwelt, Verkehr und öffentlicher Nahverkehr. Auch die Förderung des Spitzensports, aber auch des Breitensports, war er doch selbst begeisterter Tennisspieler, lag Schumacher sehr am Herzen. Für sein hervorragendes politisches Engagement wurde ihm schon 1982 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Mit Stolz und dankbarer Freude erinnern sich die „Heimatfreunde“ daran, dass Rudolf Schumacher zu den ersten Mitgliedern unsers Vereins zählte. Wir danken ihm für sein stets offenes Ohr bei den Belangen unseres Vereins.
Wir haben einen großartigen Freund und Gönner verloren. So traurig uns sein allzu früher Tod macht, so dankbar erinnern wir uns seiner.
Klaus-Peter Baulig


Gemäldeübergabe an den Heimatverein

Inge Weinheimer/Volkmer hat mit ihrem Aquarell die Herbststimmung im Park eingefangen.
Die mächtige Platane ist schon mehr als zweihundert Jahre alt und so dick, dass sechs Grundschulkinder nötig sind um sie zu umspannen.
Das Bild ziert die Vorderseite unseres Kalenders 2013.
Die Künstlerin hat ihr Werk dem Vorstand zur Präsentation im Museum geschenkt.

Biblische Weinprobe mit Kalle Grundmann


Am 20. Oktober 2012 trafen sich fast 60 Heimatfreundinnen und Heimatfreunde in „Addis“ historischem Weinkeller in Lay zu einer Weinprobe der besonderen Art. Wir verkosteten sieben Weine aus dem Keller von R. Goebel. Addi stellte jeden Wein einzeln vor. Dabei erfuhren wir eine Menge über Grenzen und Möglichkeiten des modernen Weinanbaus und der Weinherstellung.
Kalle Grundmann hatte jeder Probe ein Zitat aus dem „Alten Testament“ der Bibel zugeordnet: „Gott gebe dir viel Korn und Most!“, wobei Brot für alles Lebensnotwendige steht und Wein für Genuss, Spaß, Heilung und Feiern. Erheiternd bis nachdenklich verlief die Zuordnung der biblischen Zitate zum biblischen Kontext im „Alten Testament“. Alles kompetent, und angenehm moderiert von Kalle Grundmann.
Zum Abschluss labte eine Winzerplatte Magen und Hirn.

Ingeborg Karbach


Die unendliche Geschichte


Rad- und Fußweg der Horchheimer Eisenbahnbrücke

Alle sechs Jahre wird der oberstromige Fuß- und Radweg der Eisenbahnbrücke im Rahmen einer vorgeschriebenen Hauptuntersuchung auf seine Sicherheit durch Experten der Stadt Koblenz überprüft. So auch wieder im August dieses Jahres, mit dem Ergebnis, Rad-und Fußweg stehen weiterhin zur Verfügung. Wie geht es aber weiter mit dem Ausbau bzw. der Verbreiterung des Radweges? Ein Teilstück dieses Weges, vom Oberwerth bis zum ersten Brückenpfeiler, wurde bisher generalsaniert und auf eine Breite von 2,50 m ausgebaut. Hierfür sind auch schon Landesmittel geflossen. Diese müssten zurückgezahlt werden, würde die verbleibende und größte Strecke der Rheinüberquerung nicht auf eine Mindestbreite von 2,50 m verbreitert. So besteht also Hoffnung, dass dies geschehen wird. Wann, das steht allerdings in den Sternen. 2013 soll zunächst entschieden werden, ob der unterstromige Fußweg zuerst saniert werden kann, um diesen dann während der Ausbauphase des oberstromigen Weges nützen zu können. Diese Lösung ist aber bei der finanziellen Situation der Stadt eher unwahrscheinlich. Bedauerlicher Weise wird es mit großer Wahrscheinlichkeit so kommen, wie wir es schon einmal erdulden mussten: Vollsperrung des Weges während der Ausbauphase. Allerdings scheint man sich bei den städtischen Behörden noch an die zu Recht wütenden Proteste der Horchheimer Bürger zu erinnern und es wird in Erwägung gezogen, die Bauzeit und damit die Vollsperrung, durch Vorfertigung von Brückenteilen erheblich zu verkürzen. Es besteht also Hoffnung und die stirbt bekanntlich zu guter Letzt!
Klaus-Peter Baulig

Der Jahrerückblick als PDF-Dokument

Heimatfreunde Horchheim Jahresrückblick 2012

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