Ausflug zum Haus der Geschichte in Bonn

Presse

Gemeinsam Geschichte erleben – unter diesem Motto machten sich die Heimatfreunde Horchheim am Samstag, 27. Juni 2026, auf den Weg nach Bonn. Ziel war das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Das Museum an der Museumsmeile in Bonn zeigt die deutsche Geschichte seit 1945 – vom Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg über die deutsche Teilung und Wiedervereinigung bis in die Gegenwart. Dabei stehen nicht nur politische Ereignisse im Mittelpunkt, sondern vor allem die Menschen und ihre persönlichen Erfahrungen. Originale Gegenstände aus dem Alltag, Dokumente, Filme und Zeitzeugenberichte machen Geschichte anschaulich und lebendig.

Mit dem Bus bei sommerlichen Temperaturen nach Bonn

Schon im Vorfeld war klar: Die angekündigten Temperaturen würden den Ausflug zu einer besonderen Herausforderung machen. Bei fast 40 Grad wäre eine Fahrt mit der Bahn sicherlich nicht die angenehmste Lösung gewesen, sodass man froh war, mit dem gecharterten und klimatisierten Bus der Firma Kröber eine gute Alternative gefunden zu haben.

Rund 30 Heimatfreunde trafen sich an der Mendelssohn-Bushaltestelle. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vorsitzende Mechthild Hof und den Vorsitzenden Andreas Weber ging es Richtung Bonn.

Die Fahrt entlang der B 9 bot schöne Ausblicke auf das Rheintal. Vorbei ging es an bekannten Orten wie Andernach mit dem Namedyer Werth und seinem Geysir oder Rolandseck mit dem Arp-Museum – vielleicht auch Anregungen für zukünftige Ausflüge der Heimatfreunde. Trotz der hohen Temperaturen verlief die Fahrt angenehm, und ein kurzer Regenschauer sorgte unterwegs sogar für eine kleine Abkühlung.

Am Haus der Geschichte angekommen, war es nur ein kurzer Fußweg bis zum Eingang. Auch im Museum selbst herrschten angenehme Temperaturen, sodass die Gruppe gut vorbereitet in den Rundgang starten konnte.

Zeitreise durch die Geschichte Deutschlands

Die nächsten drei Stunden verbrachten die Heimatfreunde in der Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte. Deutschland seit 1945“.

Mit dem Aufzug ging es zunächst in das oberste Stockwerk. Von dort führte der Rundgang chronologisch durch die Jahrzehnte – von der Nachkriegszeit über die deutsche Teilung und Wiedervereinigung bis in die Gegenwart.

Viele der gezeigten Objekte erzählen ihre eigenen Geschichten und machen vergangene Zeiten anschaulich. Zu sehen sind unter anderem ein selbst gebautes Fluchtflugzeug, eine Puppenwiege aus der Nachkriegszeit, ein Ford Transit aus dem Leben einer Einwandererfamilie oder ein Baumhaus als Zeichen der Umweltproteste vergangener Jahrzehnte. Auch das originale Grundgesetz von 1949 ist Teil der Ausstellung und erinnert an die Grundlagen unserer heutigen Demokratie.

Besonders interessant war die Verbindung von großen historischen Ereignissen mit den persönlichen Geschichten der Menschen. Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen, vom Alltag in der Bundesrepublik und der DDR, von Veränderungen, Hoffnungen und Herausforderungen. Gerade die Mischung aus Originalobjekten, Filmaufnahmen und interaktiven Stationen machte den Rundgang abwechslungsreich. Jeder konnte sich Zeit nehmen, die Bereiche zu erkunden, die besonders interessierten. Zwischendurch traf man sich immer wieder, tauschte Eindrücke aus oder legte eine Pause in der Cafeteria ein.

Zum Abschluss des Rundgangs blieb besonders die eindrucksvolle Medieninstallation am Eingang in Erinnerung: Unter dem Motto „Du bist Teil der Geschichte“ verbinden sich die Silhouetten der Besucherinnen und Besucher mit historischen Aufnahmen – ein passendes Bild für eine Ausstellung, die den Bezug zwischen Vergangenheit und eigener Lebensgeschichte immer wieder herstellt.

Rückfahrt und Abschluss im Mendelssohnpark

Gegen 17 Uhr traf sich die Gruppe wieder im Foyer des Museums, um die Rückfahrt anzutreten. Beim Verlassen des Gebäudes wurde erneut deutlich, wie heiß es inzwischen geworden war – die Temperaturen lagen bei über 40 Grad. Umso angenehmer war es, wieder im klimatisierten Bus Platz zu nehmen.

Die Rückfahrt nach Horchheim verlief ohne Probleme. Kurz vor der Ankunft bedankten sich Mechthild Hof und Andreas Weber noch einmal herzlich beim Busfahrer. Gleichzeitig wurde auf den geplanten Abschluss des Tages hingewiesen: die Veranstaltung „Vinothek on Tour“ – die mobile Weinbar – im Mendelssohnpark.

Eine kleine Besonderheit am Rande: Der Bus war, wie der Fahrer berichtete, auch beim Eishockey Club Neuwied im Einsatz und fiel daher bei der Ankunft in Horchheim sofort auf.

Zurück an der Mendelssohn-Bushaltestelle durfte ein gemeinsames Gruppenfoto nicht fehlen. Danach ging es für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter in den Mendelssohnpark. Dort warteten kühle Getränke, kleine Speisen und eine angenehme Atmosphäre. Für zusätzliche Erfrischung sorgte ein Wassernebel beziehungsweise Sprinkler im Park.

Ein Ausflug, der in Erinnerung bleibt

In geselliger Runde ließ man den Tag ausklingen und sprach noch einmal über die vielen Eindrücke des Museumsbesuchs. Am Ende waren sich alle einig: Trotz der außergewöhnlichen Hitze war es ein schöner und abwechslungsreicher Ausflug. Die Entscheidung für den klimatisierten Bus erwies sich als genau richtig und wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr positiv aufgenommen. Auch die Rückmeldungen aus der Gruppe zeigten, dass sich die Fahrt gelohnt hatte: „Es war toll – alles richtig gemacht! Vielen Dank noch einmal an Mechthild und Andreas!“ Und eine weitere Rückmeldung brachte es auf den Punkt: „Da schließen wir uns an. Wann fahren wir nochmal, um alles gesehen zu haben?“


Das Haus der Geschichte in Bonn

Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland an der Museumsmeile in Bonn ist ein Museum für deutsche Zeitgeschichte seit 1945. Mit rund 850.000 Besucherinnen und Besuchern jährlich zählt es zu den meistbesuchten Museen in Deutschland. Es gehört zur Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ mit weiteren Standorten in Leipzig und Berlin. Der Eintritt ist frei, der Sitz der Stiftung befindet sich in Bonn.

Die Entstehung des Museums geht auf eine Initiative von Bundeskanzler Helmut Kohl zurück, der bereits 1982 den Auftrag formulierte, eine Sammlung zur Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aufzubauen. In den folgenden Jahren wurden diese Pläne konkretisiert. 1986 begann die Umsetzung mit dem Aufbau einer Sammlung, der Planung der Ausstellung und dem Bau des Museums. 1990 beschloss der Deutsche Bundestag die rechtliche Grundlage für die Stiftung. Die Eröffnung des Hauses erfolgte am 14. Juni 1994 durch Helmut Kohl. Die Leitung der Stiftung lag zunächst viele Jahre bei Hermann Schäfer, später bei Hans Walter Hütter; seit 2022 ist Harald Biermann Präsident.

Die Dauerausstellung zeigt die deutsche Geschichte von 1945 bis in die Gegenwart. Auf rund 4.000 Quadratmetern werden mehr als 7.000 Exponate und zahlreiche Medienstationen präsentiert. Der Rundgang ist chronologisch aufgebaut und verbindet die politische Entwicklung der Bundesrepublik und der DDR mit gesellschaftlichen und alltagsgeschichtlichen Perspektiven.

Im Mittelpunkt steht dabei ein anschaulicher Zugang zur Geschichte. Unter dem Leitgedanken „Geschichte erleben“ werden Originalobjekte, Film- und Tondokumente sowie persönliche Erinnerungen so präsentiert, dass historische Entwicklungen greifbar werden. Neben politischen Ereignissen spielen Alltagskultur und individuelle Lebensgeschichten eine wichtige Rolle und ermöglichen den Dialog zwischen den Generationen. Ergänzend finden im Haus der Geschichte regelmäßig Tagungen und Veranstaltungen statt.

Ein besonderer Aspekt des Standorts ist seine archäologische Geschichte. Bereits bei den Bauarbeiten für das Museum im Jahr 1989 wurde ein gut erhaltener römischer Keller aus dem 2. Jahrhundert nach Christus entdeckt. Weitere Funde im Umfeld des ehemaligen Regierungsviertels, darunter eine Thermenanlage und ein gallo-römischer Umgangstempel, zeigen, dass sich hier bereits in der römischen Zeit eine Siedlungsstruktur entwickelte. Der sogenannte „vicus Bonnensis“ weist auf erste städtische Entwicklungen im Raum Bonn hin.

Der römische Keller ist heute in den Museumsbau integriert und macht die lange historische Kontinuität des Ortes sichtbar – von der römischen Vergangenheit bis in die jüngere deutsche Geschichte.


Weiterführende Informationen:
🎧 Geschichte zum Hören – der Museumspodcast des Hauses der Geschichte
Spannende Einblicke in deutsche Zeitgeschichte und besondere Exponate aus der Sammlung:
https://podcast.hdg.de

📖 Mehr Informationen zum Haus der Geschichte
Hintergründe, Geschichte und weitere Informationen zum Museum:
https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_der_Geschichte

Text & Fotos: Andreas Weber
Gruppenfoto: Mechthild Hof

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