Horchheimer Flurnamen – vom Druckwerk zur Online-Publikation

Horchheimer Flurnamen

zusammengestellt von Alois Honsdorf

Herausgeber
Heimatfreunde Horchheim e. V.
Koblenz-Horchheim 2003 

Alois Honsdorf 4/03

Inhaltsverzeichnis

Einleitung zur digitalen Arbeitsfassung „Horchheimer Flurnamen” von Alois Honsdorf

Die vorliegende Veröffentlichung basiert auf den originalen Word-Dateien von Alois Honsdorf, die im CD-Archiv des ehemaligen Vorsitzenden Jochen Hof überliefert sind. Es handelt sich um die Ausgangsdaten der im Jahr 2003 erschienenen Druckfassung, die für den Satz auf rund 65 DIN-A4-Seiten in lexikonartiger Form eingerichtet waren.

Im Zuge der digitalen Aufbereitung wurde diese seitengebundene Struktur aufgelöst und der Text mithilfe einheitlicher Formatvorlagen neu gegliedert. Das Ziel ist eine digitale Editionsform, in der die Inhalte unabhängig von festen Seitenfolgen erschlossen werden können. Flurnamen, Belegstellen und Quellenangaben sind dadurch gezielt durchsuchbar und in ihrem Zusammenhang auswertbar.

Die vorliegende Fassung stellt eine editorische Arbeitsstufe dar. Sie schafft die Grundlage für eine weiterführende digitale Veröffentlichung, in die perspektivisch auch das zugehörige Kartenwerk sowie zusätzliche Verknüpfungen und Erschließungsfunktionen integriert werden sollen.

Alois Honsdorf, langjähriges Vorstandsmitglied der Heimatfreunde Horchheim, hat mit großer Sorgfalt und auf breiter Quellenbasis ein grundlegendes Werk zur Horchheimer Ortsgeschichte erarbeitet. Für diese Leistung und die damit verbundene Sicherung historischer Überlieferung gilt ihm unser besonderer und herzlicher Dank.

Koblenz-Horchheim, im April 2026

Heimatfreunde Horchheim e.V.


Flurnamen – Allgemeines, Hinweise und Erläuterungen

Flurnamen sind die Namen von Bergen, Tälern, Wäldern, Äckern, Wiesen, Gärten, Weinbergslagen, Wegen und Stegen. Sie sind teilweise über Jahrhunderte von unseren Vorfahren festgehalten und von Generation zu Generation in unsere Zeit weitergegeben worden. Dem Historiker geben sie Auskünfte über die früheste Siedlungsgeschichte unserer Region und verdienen von daher schon größte Beachtung. Da das Alter der Flurnamen oft älter ist als ihre schriftliche Überlieferung, bieten sie dem Sprachforscher (Linguist) wichtiges Material für vergleichende Untersuchungen. Außerdem sind sie von großem Interesse für die Arbeit des Archäologen, sowie des Heimatforschers für das Verständnis und die Deutung seiner Ortsgeschichte.

Flurnamen-Forschung und Flurnamen-Sammlung ist eine interdisziplinäre Arbeit, wobei die Forschung Sache der Linguisten, Historiker und Archäologen ist. Sie besitzen die Kompetenz, Herkunft und Bedeutung der Flurnamen zu interpretieren und über die Gemeinde hinaus in eine größere Region einzuordnen.

Warnen möchte ich gleich zu Beginn vor den „selbsternannten Flurnamenforschern“, die mal kurz „aus der Hüfte heraus“ den „Keitenberg“ zu einem „Keltenberg“ umbenennen. Vorsicht!

Ausgang und Grundlage für die Flurnamenforschung ist die Flurnamen-Sammlung. Diese habe ich im Folgenden für die Gemarkung Horchheim (Koblenz-Horchheim) erstellt, in der Hoffnung, daß sie der Forschung einmal dienlich sein kann.

Erstes Ziel einer gründlichen Arbeit muß sein, möglichst sämtliche Unterlagen aufzufinden und auszuwerten. Dabei gilt: Je älter die Urkunde, um so wahrscheinlicher kann von der Richtigkeit des Namens ausgegangen werden. Mehrfachnennungen und Zurückverfolgung der Flurnamen geben Aufschluß über eventuell entstandene Wort- Um- und -Verbildungen. Ebenso sind für die richtige Deutung eine genaue Kenntnis der Örtlichkeit und des Ortsdialektes notwendig.

Überliefert sind die Flurnamen zunächst insbesondere durch alte Urkunden, Pacht- und Kaufverträge, Grundstücksverzeichnisse (Urbare) der Besitzungen der Klöster und Stifte u.a.. Die Erfassung und Auswertung dieser in den verschiedenen Archiven (Altenberg, Düsseldorf, Köln, Koblenz, Wiesbaden u. a.) aufbewahrten Urkunden wäre eine Lebensaufgabe und für einen Laien nicht zu bewältigen. Für die Zusammenstellung der Horchheimer Flurnamen kam es mir daher sehr zugute, daß ich zurückgreifen konnte auf die veröffentlichten „Lebenswerke“ der Historiker: Wolfgang Jungandreas, Fritz Michel, Hans Mosler, Aloys Schmidt und Johannes Simmert.

Außerdem wurden die Grenzbegangsprotokolle von 1604, 1749, 1818 und 1831, sowie die Übersichtsskizze des Jesuitenbesitzes in Horchheim von 1675 ausgewertet.

Die aus diesen Unterlagen entnommenen Flurnamenangaben sagen jedoch nichts aus über die Grundstücksformen und die Lage der Grundstücke innerhalb des Flurdistriktes und der Gemarkung. Flurnamen, die nicht in unsere Zeit überlebt haben, sind daher nur schwer – wenn überhaupt – karten- oder lagemäßig zuzuordnen bzw. abzugrenzen.

Eine Erfassung (keine Vermessung) aller Acker-, Wiesen- und Weinbergsgrundstücke für die gesamte Gemarkung Horchheim erfolgte erstmals mit der Anlegung der Grund- und Extraktenbücher für das Erzstift Trier in den Jahren 1719/20.

Zweck war die Schaffung einer Grundlage für eine gerechte Verteilung und Erhebung der Grundsteuer. In diesen Grund- und Extraktenbüchern (nicht zu vergleichen mit den heutigen Grundbüchern und ihrer Bedeutung) finden wir erstmals alle zu dieser Zeit gebräuchlichen Flurnamen. Was fehlt, ist eine kartenmäßige Darstellung der Lage und Abgrenzungen der einzelnen Flurnamen-Distrikte.

Von den Franzosen begonnen und von den Preußen fortgeführt, wurden dann Grundsteuervermessungen (Parzellarvermessungen) für sämtliche Gemeinden in den Provinzen Rheinland und Westfalen in den Jahren 1822 bis 1834 durchgeführt und Grundsteuerkataster in Karten und Büchern angelegt, für Horchheim im Jahre 1832. In diesen Karten sind nun auch erstmals die Umgrenzungen der Flurnamen-Distrikte erkennbar.

Schließlich wurde die Grundsteuervermessung von 1832 ersetzt durch eine im Jahre 1877 für die gesamte Gemarkung Horchheim durchgeführte Grundsteuer- Neuvermessung. Diese Vermessung bildet bis heute die Grundlage für das Liegenschaftskataster der Gemarkung Horchheim.

Die von mir zur Flurnamenerfassung ausgewerteten Unterlagen sind in der Übersicht „Literatur- und Quellenangaben“ zusammengestellt.

Ausgang für die Erfassung der Flurnamen und ihre gebietsmäßige Abgrenzung (Gewannengrenzen) sind die Katasterkarten aus dem Jahre 1877. Die hierbei aufgenommenen Flurnamen werden bis in unsere Zeit als Lagebezeichnungen für die Parzellen (heute: Flurstücke) geführt und haben dadurch gewissermaßen amtlichen Charakter bekommen.

Die Flurnamen wurden – soweit dies möglich – den Flurnamen des Katasters zugeordnet, und zwar mit Angabe der urkundlichen Belege für jeden Namen in zeitlicher Anordnung – den jüngsten zuerst, den ältesten zuletzt. Dabei wurden alle Namen buchstabengetreu übernommen, und zwar aus der Erfahrung heraus, daß ein falscher oder geänderter Buchstabe einem Namen einen völlig anderen Sinn geben kann.
Als Beispiele siehe:

Dritteneimer Drittenheimer, Trittenheimer
Grabengasse Grafengasse,
Weidenborn Weitenborn,
Breiteloh Breitele.

Zur Schreibweise in alten Urkunden paßt allgemein ein Satz von Hans Mosler, „daß bei manchem Schreiber die einzige Regel für seine Schreibweise die Regellosigkeit ist“. (Aber es gab ja auch noch keinen Duden, was einiges entschuldigt).

Zur Übernahme der Flurnamen in die ersten Grundsteuerkataster erscheint mir noch wichtig, auf folgendes hinzuweisen: Die Aufgabenstellung bei der Anlage der Grundsteuerkataster war, alle Gemeinden mit sämtlichen Parzellen vollständig zu vermessen, die entsprechenden Flurkarten zu zeichnen, die Flächengrößen aller Parzellen zu berechnen und die Katasterbücher anzulegen. Entsprechendes Fachpersonal zur Bewältigung dieser Arbeiten war kaum vorhanden und mußte auf die Schnelle durch Umschulungsmaßnahmen herangebildet und rekrutiert werden. So wurde z. B. mancher Lehrer zum Geometer oder mancher Maler zum Zeichner. Insgesamt war es eine Mammutaufgabe, deren Bewältigung in der kurzen Zeit heute noch vollen Respekt verdient.

Da kommt nun der Geometer oder Landvermesser X (wie man sie früher nannte) nach Horchheim, um hier die Katastervermessung durchzuführen. Ortsunkundig ist er natürlich auf die Auskünfte der ihm von der Gemeinde beigebenen besonders ortskundigen Horchheimer Bürger angewiesen, u. a. auch zur Benennung der Flurnamen und deren Abgrenzungen. Nun Hand auf’s Herz: wie würden Sie als Alt – Horchheimer den Flurnamen Preuspel dialektfrei benennen, als Preuspel, Preispel, Breusbel, Breisbel oder Bruspyl? Alles ist möglich!

Dieses Beispiel zeigt die Schwierigkeit der Aufnahme der Flurnamen in die Katasterunterlagen und erklärt auch die hier und da aufgefundenen Wort- Um- und -Verbildungen. Die Historie auch nur einzelner Flurnamen zu erfragen, war bei dem Umfang zur Erledigung der vorgenannten Arbeiten unmöglich und ist es heute noch.

Als Beispiel dafür, wie die Flurnamen-Bezeichnungen im Laufe der Zeit geändert (und auch verfälscht) wurden, gibt uns der Bereich von der Grenze Horchheim/Niederlahnstein bis zur heutigen Grafenstraße (früher oberste Grabenstraße und in Grafenstraße verballhornt) und der Emser Straße bis zum Rhein.

In älteren Urkunden wird er benannt:

1235 duabus vineis in superiori KAMERTHE.
1302 Weingarten in Oberkamerte bei der Obergasse.
1719 Weingarten im Cammerts. (Mit CAMARTA bezeichnet man laubenartig angelegte Weingärten, wie man sie z. B. heute noch in Südtirol findet).
1832 An der Grabenstraße.
1877 Am Bahnhof, dann Bahnhofstraße und seit
1937 Von-Eyß-Straße, in Folge der Eingliederung der Gemeinde Horchheim in die Stadt Koblenz.

In einem Flurnamenverzeichnis sind alle gefundenen Flurnamen in alphabetischer Folge für die Gemarkung Horchheim und die an Horchheim angrenzenden Bereiche der Gemarkungen Arzheim, Fachbach, Miellen, Niederlahnstein und Pfaffendorf zusammengestellt. Die heute noch bestehenden Flurnamen sind durch fette Schrift hervorgehoben. Für sie sind Plan-Nummer und Plan-Quadrat angegebenen, die ein schnelles Auffinden in der Kartenübersicht ermöglichen. Umgekehrt findet man über das Numerische Suchverzeichnis Flurname und Planquadrat der Karte. Als Kartengrundlage diente eine Verkleinerung der Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5).

Die in dem Grund- und Extraktenbuch von 1719/20 erfaßten Weinbergslagen sind in einer besonderen Liste mit Anzahl der Rebstöcke und Weinbergsparzellen zusammengestellt, und in einer besonderen Kartenübersicht der DGK5 in ihren Abgrenzungen dargestellt.

Koblenz-Horchheim, im Januar 2003.

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Literatur- und Quellenangaben

Literatur- und Quellenangaben mit den hierzu verwendeten Abkürzungen

Katasteramt Koblenz, Flurkarten der Kataster-Neuvermessung von 1877 der Gemarkungen Horchheim und Pfaffendorf. KNv.1877
Flurkarten der Katastervermessung (Grundsteuervermessung) von 1832 der Gemarkung Horchheim, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 730 Nr. 365. Kv.1832
Grenze des Königreich Preußen zum Herzogtum Nassau, Aussteinungsprotokoll von 1831, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 210/112 42. Grenze KP/HN 1831
Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und Müffling von 1803 – 1820. Müffling 1816/20
Grenzbegangsprotokoll zur Festlegung der Grenze zwischen dem Königreich Preußen zum Herzogtum Nassau von 1818, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 441 Nr. 11241. Grenzbegang KP/HN 1818
Protokoll über den Niederlahnsteiner Grenzbegang von 1749, Stadtarchiv Koblenz, Bestand 655, 10 Nr. 75. NL Grenzbegang 1749
Grund- und Extraktenbuch der Gemarkung Horchheim von 1719/20. Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1 C – 14843. Grund- und Extraktenbuch 1720
Übersichtsskizze und Urbar (Grundstücksverzeichnis) der Weinbergsgrundstücke der Jesuiten in der Gemarkung Horchheim von 1675, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 117 Nr. 448. Jesuiten 1675
Protokoll über den Grenzbegang der Horchheimer Gemarkungsgrenze von 1604, Stadtarchiv Koblenz, Bestand 655, 10 Nr. 75, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1c Nr. 8093, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 112 – XIX a, 5. Horchheimer Grenzbegang 1604
Jungandreas, Wolfgang, Historisches Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellandes, Schriftenreihe zur Trierischen Landesgeschichte und Volkskunde, 1962, Druckerei und Verlag Jakob Lintz KG, Trier. (Belege bis 1500 und älter). Jungandreas
Michel, Fritz, Geschichte der Stadt Niederlahnstein, unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1954 in Geschichte der Stadt Lahnstein von 1982. Michel
Mosler, Hans, Urkundenbuch der Abtei Altenberg, 1. Band, 1138 – 1400, Bonn, Peter Hanstein Verlagsbuchhandlung, 1912, ebenso 2. Band, 1400 – 1803, Düsseldorf, Verlag E D Lintz KG, 1955. Altenberg und Urbar der Abtei Altenberg
Schmidt, Aloys, Quellen zur Geschichte des St. Kastorstiftes in Koblenz, I. Band, Urkunden und Regesten (857 – 1400), Peter Hanstein Verlag GmbH, Bonn, 1953/54, ebenso II. Band, 1401 – 1500, Peter Hanstein Verlag GmbH, Köln-Bonn, 1974. Kastor
Simmert, Johannes, Inventar des Archivs der Kartause St. Beatusberg vor Koblenz, Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz, 1987. Beatus
Flurnamen aus Aufsätzen von Dr. Dietmar Flach und Manfred Gillissen, in Horchheimer Kirmesmagazinen. KM

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Numerisches Suchverzeichnis der Flurnamen

Gemarkung Horchheim

Nr. Flurname Planquadrat
1 Am Bahnhof F/1, 2
2 Am Rhein F/1
3 Zwischen Schmitz- und Grabengasse F/1, 2
4 Zwischen Streichs- und Schmitzgasse F/2
5 In der Streichsgasse F/2
6 An der Kirchgasse F/2
7 Im Oberdorf F/2
8 Auf dem Graben F/2
9 Im Dorf E, F/2
10 Im Unterdorf E, F/2
11 Mendelssohnpark E/2
12 Am Niederweg D, E/2
13 Pfaffendorfer Graben D/2
14 Rotenberg D/2
15 Auf Roterm D/2, 3
16 Im Rotenberg D/2
17 Am Ahrweg D, E/2
18 Im Angelberg D, E/2, 3
18 Angelberg D, E/2, 3
19 Im Pechlerberg E/2, 3
20 Im Haukert E, F/2
21 Die Luh E/2, 3
22 Auf der Luh E/2, 3
23 Auf dem Preuspel E, F/2, 3
24 Im Oberhaukert F/2
25 Beim Weitenborn F/2, 3
26 Auf der Anwelt F/2
27 In der Grube F/2, 3
28 Dritteneimer F/2, 3
29 Im Bungertsfelde F/2, 3
30 Am Bungertspfade F/3
31 Am Bungertswege F/3, 4
32 Am alten Weg F/3, 4
33 Auf Timmetz E, F/3, 4
34 Am Klocksberg E/3
35 Pechlenberg E/3
36 Der Angelberg E/3
37 Niederfeld unterm Weg D, E/3
38 Zu Triesch C, D/3
39 Niederfeld oberm Weg D, E/3
40 In der Heubach D, E/3
41 Auf Heubach E/3, 4
42 Auf der Hart D, E/3, 4
43 Am Mehlersberg D/3, 4
44 Altenbergerkopf C, D/3, 4
45 Auf dem hinter Aarfeld C, D/3, 4
46 Auf dem Aarfelderkopf D/4
47 Vorder Aarfeld D/4, 5
48 Unter der Wachheck D/4, 5
49 Am Arzheimer Weg D/5
50 Auf der Hohl D, E/4, 5
51 In der Bauerswiese D, E/4
52 Auf der Bauerswiese E/4
53 Oben im Keitenberg E/4, 5
54 Im Keitenberg E/3, 4
55 Am Viehweg E/4
56 Auf Sommerich E, F/4
57 In der Dell F/4
58 Lehmkaul F/4
59 Junkerstücker F/4
60 Junge Wald F/4, 5
61 Liedchesberg F, G/5, 6
62 Dornschlenk E, F/5, 6, 7
63 Dornswiese E, F/5, 6
64 Dornsfeld F/5
65 Wingertsberg E, F/4, 5, 6
66 Gebrannteberg D, E/4, 5, 6
67 Gefechte D, E/6, 7
68 Francisfeld D/6
69 Die Pfaffeneck D/6, 7
70 Auf Wirgeswäldchen D, E/7, 8
71 Wittau E/8
72 Wiedauer Heide E, F/6. 7, 8
73 Alte Schaafstall F, G/6, 7
74 Im Thälerberg E, F, G/7, 8, 9
75 Alte Hau E, F, G/8, 9, 10
76 In der Eschheck E/8, 9, 10
77 Am Schafstall D, E/8, 9, 10
78 Pfaffeneck D/8
79 In der Stockwiese D, E/8, 9
80 Am Innerchen D/9, 10
81 An der Zinzreder D/10
82 An der Stockwiese D/9, 10
83 In der langen Wiese C, D/9
84 Im Langeneck C, D/9, 10
85 Am Wintersborn B, C/9, 10
86 Zinzreder C, D/10
87 Im Grasünder C, D/10, 11
88 Am Steinbachsgraben C/10
89 Auf Steinbach C/10, 11
90 An Breitele C/10, 11
91 Breitele B, C/10, 11, 12
92 Auf Breitele A, B/10, 11
93 Beim Großhennrich, Höhrer Hof B/11, 12
94 Kieselborn B, C/11, 12
95 Beim Kieselborn C/11, 12
96 Beim Kaltenborn C, D/11, 12
97 Im Schlag C, D/11, 12
98 Am Klockswäldchen D/11
99 In der Grasende D/11
100 Auf dem Rädchen D/11
101 Am Immansköpfchen D, E/11
102 Oben auf Escherfeld D, E/10, 11
103 Eschheck D, E/10, 11
104 Tongruben auf Escherfeld D, E/10
105 Unten auf Escherfeld E/10
106 An der Bertelsbach E/10
107 In der Bertelsbach E/10, 11
108 Geierskopf E, F/10, 11
109 Am Geierskopf E, F/10, 11

Gemarkung Arzheim

1 Auf der Mönnigswiese C/9
2 Am Wintersborn B, C/9
3 Wintersborn B/9
4 An der Sanerswiese B/9
5 Auf dem Steingarten A, B/9, 10
6 Lützscheid A, B/10, 11
7 Unter Breitel A, B/11, 12

Gemarkung Pfaffendorf

1 Im Plendert C, D/2, 3
2 Untergesetz C, D/3
3 Im Plonzert C, D/3
4 Auf der Haart C/3, 4
5 Auf der Fendel C, D/4
6 Unter der Wachheck C, D/4, 5
7 Die Wachheck C, D/5
8 Auf’m Wachhecker Kopf D/5
9 Auf dem Hausgalgen D/6
10 Auf Hausgalgen D/6, 7
11 Zwischen Frank und Himmelreich D/7
12 Im Hamm D/7, 8
13 Obere Pollstücker D/7, 8
14 Pfaffendorfer Wald C, D/8, 9

Gemarkung Niederlahnstein

1 Mark G/1, 2
2 Mittelgesetz G/2
3 Horchheimer Höll G/2, 3
4 Berg G/3
5 Lag G/4
6 Lichten G/5
7 Schaafstall G/6
8 Buchenrestbaum G/7
9 Buch F, G/8, 9
10 Höhr B, C/12

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Flurnamen der Gemarkung

Horchheim

Aarfeld
ehemaliges Ackerland.
Auf dem Aarfelderkopf, KNv.1877, Flur 14. → Plan Nr. 46, D/4.
Auf dem hinter Aarfeld, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 45, C, D/3, 4.
Vorder Aarfeld, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 47, D/4, 5.
auff Arfeldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auf Ahrfeld, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Abbedahl
im Abbedahl, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten im Appendalle, 1550, Beatus Nr. 759.
Achterloe
Weingarten up der Achterloe, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Ahrweg
ehemaliges Weinbergsgelände.
Am Ahrweg, KNv.1877, Flur 17 u. Kv.1832, Flur XII. → Plan Nr. 17, D, E/2.
Weingarten im Ahrwegell, 1745, Beatus Nr. 1215.
Weingarten im Ahrweg, 1732, Beatus Nr. 1142.
Ahrweg, 16. Weingartenlage mit 36.594 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Arweg, Jesuiten 1675.
Weingarten im Arnweg, 1575, Beatus Nr. 878.
Weingarten in Airwege, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
in Airwege, 1313, Jungandreas u. Kastor Nr. 395.
Weingarten in Arwege, 1302, Jungandreas u. Kastor Nr. 323.
Aicher
1 veltgen im Aicher, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Alte Hau
großer Walddistrikt, der Name schließt auf frühere Waldrodung.
Alte Hau, KNv.1877, Flur 8, 9 u. 10, Kv.1832, Flur IV, Grenze KP/HN 1831 u. Müffling 1816/20. → Plan Nr. 75, E, F, G/8, 9, 10.
Alte Rödern, Grenzbegang KP/HN 1818, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wiese am Altenhauw 1741, Beatus Nr. 1195.
ahm alten Hauw, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Alte Hawe, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Alte Schafstall
s. hierzu Schafstall, Gemarkung Niederlahnstein.
Alte Schaafstall, KNv.1877, Flur 10, Kv.1832, Flur V u. Grenze KP/HN 1831. → Plan Nr. 73, F, G/6, 7.
am alten Schafstall, Müffling 1816/20.
ahm Schaff Stall, Ackerland, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Ehemaliger Flurname: Falgertt oder Falger-Felde.
Altenberger Hof
s. auch Münch– oder Mönchhof.
Gelände um die heutige Luther Kapelle
Altenberger Wiese
auf dem Horchheimer Berge ein Stück (Land) zwischen Bramacker und den Altenberger Wiesen, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Anm.: mit „Altenberger Wiesen“ ist hier wahrscheinlich der Eigentümer und kein Flurname gemeint.
Altenbergerkopf
Altenbergerkopf, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 44, C, D/3, 4.
Der Name deutet auf die Besitzungen des Klosters Altenberg in Horchheim.
Alter Weg
Am alten Weg, KNv.1877, Flur 12 u. Kv.1832, Flur VI. → Plan Nr. 32, F/3, 4.
ahn alten Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten im alten Weg, 1617, Altenberg Bd. 2 S. 498.
Up dem Aldenweg, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Angelberg
Angelberg, KNv.1877, Flur 17 u. Kv.1832, Flur IX u. XII. → Plan Nr. 18, D, E/2, 3.
Der Angelberg, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 36, E/3.
Im Angelberg, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 18, D, E/2, 3.
Angelberg, (Ackerland) ahn den Weingarthen angefangen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Im Angelberg, 18. Weingartenlage mit 7.014 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Anwelt
Anwendt
Auf der Anwelt, KNv.1877, Flur 20. → Plan Nr. 26, F/2.
Anwelt, Kv.1832, Flur X.
in der Anwent genannt, 12. Weingartenlage mit 19.043 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Anwendt, Jesuiten 1675.
Richtiger: Anwendt = Anwand = Geländeanstieg.
Appendalle
s. Abbedahl
Arzheimer Born
s. Wintersborn
Arzheimer Loch
Artzheimer Loch, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Arzheimer Weg
Am Arzheimerweg, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur IIX. → Plan Nr. 49, D/5.
Atz
Franz Atz baute kurz nach 1900 eine damals noch allein stehende burgähnliche Villa auf der Anhöhe der Weitenbornstraße, Ecke Dritteneimerweg (heute: Weitenbornstraße 12). Für den Horchheimer Volksmund war das schnell die „ATZE-BURG“ und die umliegenden Grundstücke wurden auf dem „auf dem Atz“ genannt. Jedoch kein amtlicher Flurname, der – wegen der völligen Bebauung – sicher auch bald in Vergessenheit geraten wird. An dieser Stelle stand früher der Schwarze Hiligen- (Heiligenstock).
s. auch Schwarzer Hiligenstock.
Auwich
Weingarten in der Auwich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bach
(Ober Bach).
s. Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten in der Baich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bächeln
Weingarten im Bechelerberg, 1733, Beatus Nr. 1144.
In Bächlen, 19. Weingartenlage mit 6.751 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Bechelen, Jesuiten 1675.
zo Bechelen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bahnhof
Am Bahnhof, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 1, F/1, 2.
Bauerswiese
Auf der Bauerswiese, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 52, E/4.
In der Bauerswiese, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 51, E/4.
An der Bauerswiese, Kv.1832, Flur VIII.
obig der Bauerß Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Baume
Weingarten am prume Baume, 1540, Beatus Nr. 728.
Beichenberg
auff Beichenberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff Beichenberg von beyden seithen des Weegs, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Feld auf dem Beitzenberg, 1660, Altenberg Bd. 2, Seite, 530.
Bernatzhaus
garden under Bernatz huys, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Bertelsbach
An der Bertelsbach, KNv.1877, Flur 4 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 106, E/10.
In der Bertelsbach, KNv.1877, Flur 4 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 107, E/10, 11.
Bertelsbach, Grenze KP/HN 1831. Grenzbegang KP/HN 1818 u. Horchheimer Grenzbegang 1604.
Acker an der Bertholffsbach, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Bierbrauers Weier
Ahn Bierbrauers Weyer, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Ahn Bierbrauer Weyer langst die Harth, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Bitzer Heid
Bitzer Heid, Jesuiten 1675.
Boitzemerberg
veld hinder Boitzemerberch, und Weingarten hinter Buytzemberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277 u. 282.
Bohr
Weingarten uff der Bohr, 1724, Beatus Nr. 1109.
Born
Weingarten gelegen uff Demneczerheyden, gen. am pueren Born, 1526, Beatus Nr. 687.
Bornsgasse
oben ahm Borngäßigen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
im Burn weeg gen., 13. Weingartenlage mit 3.531 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
im Buren weeg gen., 15. Weingartenlage mit 6.449 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Bronnengäßchen, 1707 und Burnsgäßchen, 1682, M. Gillissen, KM 1995 S. 65.
in dem Bornwege, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bramacker
auf dem Horchheimer Berge ein Stück (Feld) vam Bramacker an bit in dy delle zu der Escherhecken.
Von einem Stück zwischen Bramacker und den Altenberger Wiesen.
Dem Stück Braemacker und der Stockwiesen.
Zwischen Bramacker und Hoenberg.
Braemacker ind Hoenenberg.
alle um 1500 in Altenberg Bd. 2 Nr. 287 u. S. 278/79.
Breispel
s. Preuspel
Breitele
Breitele, KNv.1877, Flur 2 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 91, B, C/10, 11.
An Breitele, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 90, C/10, 11.
Auf Breitele, KNv.1877, Flur 1. → Plan Nr. 92, A, B/10, 11.
Oben im Breitele, Kv.1832, Flur I.
Breitely, Grenze KP/HN 1831.
Auf dem Breitel, Müffling 1816/20.
Breyde Fuhr genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff breiden Lich, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
breiten Lohe, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Land u. Hecke uff breyde Loe und up Breyderloe, um 1500, Altenberg, Bd. 2, Nr. 287und S. 278/79.
Anm.: Im Zusammenhang mit der Schafhaltung spricht Anton Struth in seinem Buch „Erinnerungen aus meinem Leben“ von 1910 auf S. 12 von den Altenredern auf „Preiteln“. Aufgrund der Geländebeschaffenheit (breiter Bergrücken) und der früheren Nutzung, wäre m. E. der richtige Flurname: „Breitelo“oder „Breiteloh.
Brutzenberg
Auff Brutzenberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten hinder Buytzemberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten uff Buczenberg, 1389, Kastor Nr. 1465.
Buhe
Weingarten auf der Buhe, 1732, Beatus Nr. 1142.
Bungert
Bongart, Baumgarten.
Am Bungertspfad, KNv.1877, Flur 12. → Plan Nr. 30, F/3.
Am Bungertsweg, KNv.1877, Flur 12 u. Kv.1832, Flur VI. → Plan Nr. 31, F/3, 4.
Im Bungertsfelde, KNv.1877, Flur 20 u. Kv.1832, Flur X. → Plan Nr. 29, F/2, 3.
Aufm Bungert, Grenze KP/HN 1831.
Bungertsberg, Müffling 1816/20.
Aufm Bungert am Weydenborn, 1725, Michel, S. 450.
Auffm Bongart, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
2 velderen an Burgergraw ind zo Overbongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Uff dem Bongert, 1557, Michel, S. 450.
Weydenveldt zo Oeverbongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
veldt und bongart up dem Bongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277 u. 279.
Burgergraben
1 hecken yn Burgergraben und 2 Felder an Burgergraw ind zo Overbongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277/78.
Butzenberg
Weingarten uff Buczenberg, 1389, Jungandreas.
Cappeller
Ober dem Fluß (?), obig der Capeller Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
obig dem Capeller Feldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Damitzer
s. Timmetz.
Dell
In der Dell, KNv.1877, Flur 12, Kv.1832, Flur VI u. Grenze KP/HN 1831. → Plan Nr. 57, F/4.
In der Dehell, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Demneczerheyden
(Diemytzerheite).
Weingarten an der Dyngbitzerheyden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 278.
Weingarten ane der Diemytzerheyte, 1540, Beatus Nr. 728.
Weingarten uff Demneczerheyden, genannt am Sonnenberge, 1526, Beatus Nr. 687.
Dienneß
s. Timmetz.
Diersteiner Hof
Diersteiner Gasse, heute Collgasse.
Lorenz im Dyerster Hof und seine Ehefrau … Einwohner zu Horchheim verkaufen…, 1522, Beatus Nr. 678.
s. hierzu Manfred Gillissen in KM 2000, S. 37.
Dicke Eiche
Naturdenkmal oberhalb des ehemaligen Hofes „Schmidtenhöhe.
Dymmarß
Weingarten im Dymmarß, 1575, Beatus Nr. 878.
Dingebitze
Weingarten ym Dingbitz, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279 u. 282.
Weingarten in der Dyngebitzen, 1423, Kastor Nr. 1757.
einen Weingarten von 4 man graft in Dingbytzen, 1406, Kastor Nr. 1630.
Dingbitzen, 1406, Jungandreas.
Weingarten in Dyngebitzen, 1403, Kastor Nr. 1595.
in dyn Gebyze, 1395, Jungandreas u. Kastor Nr. 1518.
in Dingebicze, 1392, Jungandreas u. Kastor Nr. 1489.
Weingarten in der Dyngebitzen, 1379. Jungandreas u. Kastor Nr. 1355.
Weingarten in der Dingebiczen, 1374, Jungandreas u. Kastor Nr. 1291.
Weingarten in der Flur Dingebiczen, 1368, Jungandreas u. Kastor Nr. 1188.
Allodialweinberge in der Dingebitze, 1359, Beatus Nr. 144.
Weingarten in Flur genannt Dinginbicze, 1353, Jungandreas u. Kastor Nr. 925.
Weingarten in floro Dynginbizcene, 1271, Jungandreas.
Weingarten in Dingenbiszen, 1261, Gillissen in KM 2000 S. 37.
Dorf
Im Dorf, KNv.1877, Flur19 u. 21. → Plan Nr. 9, E, F/2.
Dornsbach
Verlauf von den Dornswiesen, der Straße im Keitenberg hinunter ‒ früher ein Hohlweg, Viehweg genannt ‒, durch das spätere Nachtigallenwäldchen, bei dem Haus Schmoll (Haus Nr. 54) die heutige Alte Heerstraße und dann zum Römerplatz, entlang der Schulgasse bei Hollers Garten in den Rhein.
Dornschlenk
Dornschlenk, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, FlurV. → Plan Nr. 62, E, F/5, 6, 7.
Dornsfeld
Dornsfeld, KNv.1877, Flur 11. → Plan Nr. 64, F/5.
Dornsfelder, Kv.1832, Flur V.
auff dem Dorn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Dornswiese
Dornswiese, KNv.1877, Flur 11. → Plan Nr. 63, E, F/5, 6.
Dornswiesen, Kv.1832, Flur V.
(Dorn) ober dem Weeg, übers Jahr mähig, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Dreibuchenplatz
Naturdenkmal → D/10.
Driesch
s. auch Triesch.
hecke zom Dreysch und 1 stuck veldz zom Dreysch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Dritteneimer
Dritteneimer, KNv.1877, Flur 20 u. Kv.1832, FlurX. → Plan Nr. 28, F/2, 3.
auff dem drittel Eymer, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Im Dritten Eimer genannt, 26. Weingartenlage mit 9800 Wst, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Drittenämer, Jesuiten 1675.
Weingarten upp dem dritten Emer, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Anm.: die Straße „Dritteneimerweg“ wurde zeitweise irrtümlich Trittenheimer- und Drittenheimerweg genannt. Der Name sagt, daß jeder dritte Eimer Weintrauben an den „Landesherren“ abgegeben werden mußte.
Dumbitz
s. Timmetz
Eilverbitze
Weingarten von 1, 5 mannes grafft in Eylferbytzen, 1406, Kastor Nr. 163o.
in Elnerbitzen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Elferbitzen, 1406, Jungandreas.
Weingarten in Eylfferbiczen, 1389, Jungandreas u. Kastor Nr. 1465.
in Eylverbiczen, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Weingarten in Eylverbicze, 1376, Kastor Nr. 1316 u. Jungandreas.
Eylverbiczen, 1344, Jungandreas.
Weingarten in floro Elverbizcene, 1271, Jungandreas.
Eynhelden
Weingarten in der Eynhelden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282
Elding
Weingarten auf Eldenberg, 1388, Jungandreas.
Escherfeld
Der Name könnte auf Brandrodung deuten, heute Tongrubengelände.
Die Tongruben auf Escherfeld, KNv.1877, Flur 4. → Plan Nr. 104, D, E/10.
Oben auf Escherfeld, KNv.1877, Flur 4. → Plan Nr. 102, D, E/10, 11.
Unten auf Escherfeld, KNv.1877, Flur 4. → Plan Nr. 105, E/10
Escherfeld, Kv.1832, Flur III, Grenze KP/HN 1831 u. Müffling 1816/20.
Eschenfeld, Grenzbegang KP/HN 1818.
Eschenfelder Rödern, Grenzbegang KP/HN 1818.
Wiese auf dem Escherfeld, 1742, Beatus Nr. 1204 u. 1207
auff Escher Feldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
von dem großen Stück (Feld) auf Escherfeld, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Eschheck
Walddistrikt.
Eschheck, KNv.1877, Flur 9 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 103, D, E/10, 11.
In der Eschheck, KNv.1877, Flur 9 u. Kv.1832, Flur IV. → Plan Nr. 76, E/8, 9, 10.
zu der Escherhecken, 1500, Altenberg. Bd. 2 S. 247.
Eselsfuß
Im Eßelßfuß genannt, 23. Weingartenlage mit 16.666 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten am Eselsfoyss, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Falgertt
Falgertt oder Falger Felde, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Heute: Alter Schafstall.
s. hierzu Schaafstall, Gemarkung Niederlahnstein.
Faust Nußbaum
ahn Faust Noßbaum, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Fuchskopf
am Fuchskopf, Müffling 1816/20.
Francisfeld
Francisfeld, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 68, D/6.
Auf Frätziges Feldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Franzigs Feld, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Gäulchen
Gäulchen, Grenzbegang KP/HN 1818.
Geulgen, Niederlahnsteiner Grenzbegang 1749.
auff dem Geulgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Gebrannteberg
Walddistrikt.
Gebrannteberg, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 66, D, E/4, 5, 6.
Gefechte
Walddistrikt.
Gefechte, KNv.1877, Flur 10 u. 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 67, D, E/6, 7.
Geierskopf
Geierskopf, KNv.1877, Flur 9. → Plan Nr. 108, E, F/10, 11.
Am Geierskopf, KNv.1877, Flur 9 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 109, E, F/10, 11.
Geyerskopf, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Gemeinen Weg
ahn gemeinen Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Glockswäldchen
s. Klockswäldchen.
Gyren
1 veltgen up Nederfeld und eyner hegen yn dem Gyren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Graben
heute Mittelstraße.
Auf dem Graben, KNv.1877, Flur 21. → Plan Nr. 8, F/2.
Graben
obere Grabengasse.
s. auch Obergasse (heute Grafenstraße).
An der Grabenstraße, Kv.1832, Flur XI.
auff dem obristen Graben, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Grobengaßen (Grabengasse) genannt, 9. Weingartenlage mit 4.370 Wst, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Graben
an der Schule, neben dem Dornsbach.
auff den understen Graben, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Grabengaß genannt, 6. Weingartenlage mit 6.151 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
ein Hausplätzchen in der Grabengasse, 1644, Altenberg, Bd. 2 S. 519
Haus und Hof in der Grabengasse, 1556, Altenberg, Bd. 2 S. 400.
Graben
heute Collgasse.
unterm Zehend Graben (Garten?), 8. Weingartenlage mit 10.388 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Grasende
In der Grasende, KNv.1877, Flur 3 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 99, D/11.
Grasünder
Im Grasünder, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 87, C, D/10, 11.
Grassünder, Kv.1832, Flur I.
Graue
Weingarten genannt der Graue auf Nydervelt, 1395, Jungandreas u. Kastor Nr. 1518.
Großhennrich
Beim Großhennrich, KNv.1877, Flur 1. → Plan Nr. 93, B/11, 12.
s. hierzu Höhrer Hof.
Grube
In der Grube, KNv.1877, Flur 20. → Plan Nr. 27, F/2.
Weingarten in der Gruben, 1733, Beatus Nr. 1145.
In der Kroft genannt, 25. Weingartenlage mit 14. 435 Wst, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten in der Groben, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten yn der Groben, 1453, Beatus Nr. 445.
Weingarten in Gruven, 1302, Jungandreas u. Kastor Nr. 323.
heute Friedhofsgelände.
Grüne Bank
→ Plan Nr. 58, F/4.
heute Straßenname „An der Grünen Bank“.
An dem schönen Aussichtspunkt in der Nähe zum Wald und der Gemarkung Niederlahnstein wurde von der Familie Mendelssohn, der das Gelände „Im Junkerstück“ gehörte, eine Bank aufgestellt, die im Volksmund schnell den Namen „Grüne Bank“ erhielt. Zur Zeit wird von der Gemeinde Lahnstein unweit von der Gemarkungsgrenze zu Horchheim zwischen Lagweg und Deines-Bruchmüller-Kaserne ein Neubaugebiet mit dem Namen „An der Grünen Bank“ erschlossen.
Günters H. Kelterhaus, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Hart
Auf der Hart, KNv.1877, Flur14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 42, D, E/3, 4.
auf der Harth genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Laag langst die Harth genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
1 hecken an der Hardt, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weidegraben an der Hart, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Haukert
Mit dem Flurnamen Haukert wird das Gebiet benannt, das begrenzt wird durch die Grenze Niederlahnstein / Horchheim, der Mittelstraße (Graben) der Engelsstraße, der Emser Straße, der Bächelstraße, den hinteren Grundstücksgrenzen der Mendelssohnstraße, zurück zur Gemarkungsgrenze Niederlahnstein. Der südliche Teil bis zur Alten Heerstraße war der Oberhaukert, der nördliche Teil der Niederhaukert oder auch Haukert. Es handelt sich um Gärten und Weingärten, in Nachbarschaft zum Ortsbering, die mit der Hacke = Hau bearbeitet wurden, daher der Name. Der größte Teil der Fläche wurde für die Eisenbahnlinie Niederlahnstein – Koblenz in Anspruch genommen.
Haukert
Im Haukert, KNv.1877, Flur 17 u. 19 → Plan Nr. 20, E, F/2
Haukert, Kv.1832, Flur X.
Weingarten in der Hauckeren, hinter der Kirch gelegen, 1587, Beatus Nr. 912.
Weingarten Hauckert, 1531, Beatus Nr. 693.
Weingarten an der Haukern, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten genannt die Häuker auf der Fiegassen, 1431, Kastor Nr. 1858.
Weingarten in der Haukeren, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Niederhaukert
Im Nieder-Hauckert, 21. Weingartenlage mit 35.263 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten in der Niederhauckert, 1742, Beatus Nr. 1202.
Niderhaucker, Jesuiten 1675.
eine Pint Weingarten in der Niederhaukern, 1660, Altenberg. Bd. 2 S. 530
Garten auf dem Graben in der Nederhaukeryn, 1374, Jungandreas u. Kastor Nr. 1291.
Oberhaukert
Im Oberhaukert, KNv.1877, Flur 21. → Plan Nr. 24, F/2.
Oberhaukert, Kv.1832, Flur X u. XI, Grenze KP/HN 1831.
Oberhauker, Grenzbegang KP/HN 1818.
in der obern Hauckert gen., 11. Weingartenlage mit 19.718 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
… ferner in oberen Hauckert genannt, 14. Weingartenlage mit 17.509 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Oberhaucker, Jesuiten 1675.
Weingarten in floro Overhuckere, 1271, Jungandreas.
Haseart
Weingarten in dem Haseart, 1444, Beatus Nr. 426.
Hausgalgen
s. Gemarkung Pfaffendorf.
ahm Hauß Galgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
unter dem Weeg ahm Haußgalgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Hausgalgen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Heiligenhäuschen
(am: Alter Weg / Alte Heerstraße).
Weingarten am Hilligenhuysgen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Heiligenstock
s. Schwarzer Heiligenstock und Atz.
Helden
auf dem Horchheimer Berg von einem Stück (Feld) auf der Helden genannt uff dem Schellensleger“, 1500, Altenberg, Bd. 2 S. 287.
Herrenwies
under der Herrenwieß ahn der Spitz, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Heubach
Weideland.
Auf Heubach, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 41, E/3, 4.
In der Heubach, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 40, D, E/3.
Heubach, Kv.1832, Flur IX.
ahn Heybach, ahm Graben zu anfangend, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
yn Heydbaich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten in Heitbach, 1247, Jungandreas, Altenberg Bd. 1 Nr. 174.
vinea sita in Heitbach, 1247, Altenberg. Bd. 1 S. 130.
Der Heubach verlief von der Quelle in den Heubachswiesen zum Heubachsweg (dem heutigen Niederfelder Weg), die Bächelstraße (zeitweise auch Niederbach genannt) hinunter zum Niederweg (heute Emser Straße), diesen hinunter bis zum Haus Mendelssohn und von dort die Rolsgasse (Wiesenpfad) hinunter zum Rhein.
Hinderswydawe
auf dem Horchheimer Berge von dem großen Stück vur Hinderswydawe
(Weide hinter Wittau ?) unter dem Gemeindewald, 1500, Altenberg. Bd. 2 S. 247.
Hoenberg
auf dem Horchheimer Berge ein Stück (Acker) zwischen Bramacker und Hoenberg, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Braemacker ind Hoenenberch, um 1500, Altenberg Bd. 2 S. 278/79
Hohe Stein
Hohe Stein, Grenzbegang KP/HN 1818, NL Grenzbegang 1749, Grund- u. Extraktenbuch 1720 und Horchheimer Grenzbegang 1604.
Bei dem „Hohen Stein“ handelt es sich um einen Wappengrenzstein von 1561 zur Abmarkung der Gemarkungsgrenze von Niederlahnstein (Auf Buch) und Horchheim (Alte Hau) an dem höchsten Geländepunkt mit 328 Meter über NN. Dieser Grenzstein wurde bei der Abmarkung der nach 1815 entstandenen Staatsgrenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Nassau durch den Haupt-(Grenz)stein Nr. 168 ersetzt. Der Wappengrenzstein von 1561 diente dann der Abmarkung eines anderen Grenzpunktes. Er ist uns bis heute (Jahr 2002) als Grenzpunktabmarkung der rechtlichen Grenze und als Kulturdenkmal erhalten.
s. hierzu A. Honsdorf in KM 1994 u. 1995.
Hohl
Auf der Hohl, KNv.1877, Flur 13 u. 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 50, D, E/4, 5.
ahm hohlen Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff der Hohl, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Höhrer Hof
Plan Nr. 93, B/11, 12.
s. hierzu Flurname „Beim Großhennrich“.
Der landwirtschaftliche Hof mit Gastwirtschaft muß nach den Katasterunterlagen nach 1832 und vor 1877 in der Gemarkung Horchheim gebaut worden sein. Er stand im ungefähren Dreiort der Gemarkungen Arzheim, Niederlahnstein (Enklave Höhr) und Horchheim. Eigentümer des Hofes war zunächst ein Landwirt Namens Großhennrich aus Arzheim. Ihm folgte als Besitzer Mathias Pohren. Der Hof ist am 14.2.1894 abgebrannt (siehe Koblenzer Volkszeitung vom 15.2.1894). Auf der zur Gemarkung Niederlahnstein gehörenden Enklave „Höhr“ muß ein weiterer „Höhrer Hof“ gestanden haben. Der Standort konnte bisher nicht ermittelt werden.
Höll
s. Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten auf der Höllen in der Gemarkung Horchheim, 1771, Beatus Nr. 1312.
Weingarten an der Helden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Honerbaich
1 veldt up der Honerbaich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279.
Hübel
(Hügel).
Weingarten im Hübell gelegen, 1728, Beatus Nr. 1134.
Auf’m Hübel, 3. Weingartenlag, mit 8.410 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Auf’m Hübel, an dem Pat (Pfad) angefangen, 5. Weingartenlage, mit 15.853 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten upme Hoebel, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten up me Hoevel, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279.
Weingarten uf deme Hubel, 1355, Altenberg. Bd. 1 S. 621.
Lage: Eisenbahngelände bei der Horchheimer Eisenbahnbrücke zwischen Rhein und Emser Straße.
Immansköpfchen
Am Immansköpfchen, KNv.1877, Flur 4 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 101, D, E/11.
Imannsköpfchen, Kv.1832, Flur III.
Ehemannskopf, Grenze KP/HN 1831.
Ehmanskopf, Grenzbegang KP/HN 1818.
Innerchen
Am Innerchen, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 80, D/9, 10.
Judenkirchhof
Weingarten im Kammardt zwischen den Jungfrauen von Dierstein unterhalb, und der Kirchgasse oberhalb, und heißt der Juden kirchhoff, 1423, Kastor Nr. 1757.
Lage: zwischen heutiger Schule und Rhein.
Jungfernborn
Auf dem Horchheimer Berge von einem Stück (Feld) unter dem Jungfernborn (Joufferenborn), 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287 u. S. 278/79.
Junge Wald
Walddistrikt.
Junge Wald, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 60, F/4, 5.
Grenze KP/HN 1831. Grenzbegang KP/HN 1818.
Jungen Waldt, NL Grenzbegang 1749, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Junkerstücker
Junkerstücker, Kv. 1877, Flur 12.
Jungerstücke, Kv.1832, Flur VI. → Plan Nr. 59, F/4.
Junkerestück, Grenze KP/HN 1831. Horchheimer Grenzbegang 1604.
(nach dem Protokoll des Grenzbeganges von 1604 ging der Flurname bis an die Gemarkungsgrenze zu Pfaffendorf).
Kaltenborn
Beim Kaltenborn, KNv.1877, Flur 3. → Plan Nr. 96, C, D/11, 12
Kaltenborn, Kv.1832, Flur I. Grenze KP/HN 1831,
Grenzbegang KP/HN 1818, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Am Kaltenborn auf Hehr an der Horchheimer Grenze, 1755, Michel, S. 454.
Kahlenborn, NL Grenzbegang 1749.
Kammert
s. auch Oberkammert.
Im buben Cammerts genannt, in der Rolsgaß angefangen, 5. Weingartenlag mit 11.752 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten im Cammerth, 1587, Beatus Nr. 912.
Weingarten im Kammert, 1557, Beatus Nr. 805.
Weingarten ym Kammert, 1482, Beatus Nr. 575, Kastor Nr. 2246.
Weingarten in den Kamartuenen (?), 1462, Kastor Nr. 2109.
Werner Schale und seine Frau Henne … verkaufen dem Stiftsherrn zu St. Kastor … ihren freieigenen Weingarten … in dem Kamart hinter dem Hause und der Hofraite der Herren von St. Kastor, 1439, Kastor Nr. 1904.
Weingarten im Kamardt zwischen den Jungfrauen von Dierstein
Unterhalb, und der Kirchgasse oberhalb, und heißt der Juden kirchhoff, 1423, Kastor Nr. 1757.
Weingarten den Kamert, 1362, Beatus Nr. 156.
duabus vineis in superiori Kamerthe, um 1235, Jungandreas.
Keitenberg
Im Keitenberg, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 54, E/3, 4.
Oben im Keitenberg, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 53E/4, 5.
Keitenberg, Kv.1832, Flur VII.
auf Keidmerich, Müffling 1816/20.
auff Keidenberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten uff Kippenbergh, 1575, Beatus Nr. 878.
Weingarten zu Kippenburg, 1552, Beatus Nr. 763.
Weingarten zu Kypenberg, 1388, Kastor Nr. 1455 u. Jungandreas.
Kieselborn
Kieselborn, KNv.1877, Flur 1 u. Kv.1832, Flur I, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818 und Müffling 1816/20. → Plan Nr. 94, B, C/11, 12.
Beim Kieselborn, KNv.1877, Flur 3. → Plan Nr. 95, C/11, 12.
in der Kißel Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Kippenburg
s. Keitenberg.
Kirche
Weingarten hinter der Kirche, 1742, Beatus Nr. 1202.
Hofplatz an der Kirche, 1660, Altenberg, Bd. 2 S. 530.
Kirchgasse
An der Kirchgasse, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 6, F/2.
Straße genannt die Kirchgasse, 1368, Jungandreas.
Klocksberg
Am Klocksberg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur IX. → Plan Nr. 34, E/3.
Klocksborn
Klocksborn (im Klockswäldchen), Müffling 1816/20.
Klockswäldchen
Am Klockswäldchen, KNv.1877, Flur 3 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 98, D/11.
Glockswäldchen, Grenze KP/HN 1831.
Glockenwäldchen, Grenzbegang KP/HN 1818.
Klockswieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Krugelin
in Nydirwege bei Krugelin, 1302 u. 1313, Kastor Nr. 323 u. 395.
Kyresgasse
ahn der Kyresgaß genannt, 7. Weingartenlage mit 5.591 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Heute: Heddesdorfstraße
Langen Wiese
In der langen Wiese, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 83, C, D/9.
ahn die langen Wießen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der lange Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Langwiese, Horchheimer Grenzbegang 1604.
hinter der langen Wiese, 1500, Altenberg Bd. 2 S. 247.
Langeneck
Im Langeneck, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 84, C, D/9, 10.
hinter der langen Hecke und uff cleyner Langenhecken, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Lehmkaul
Lehmkaul, KNv.1877, Flur 12. → Plan Nr. 58, F/4.
Lehmkuhle, Kv.1832, Flur VI.
Weingarten in der Leymkullen, zo Sonnenberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Liedches Berg
Liedches Berg, KNv.1877, Flur11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 61, F, G/5, 6.
Lierschett
auf Lierschett, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Luh
Auf der Luh, KNv.1877, Flur 18 u. Kv.1832, Flur X. → Plan Nr. 22, E/2, 3.
Die Luh, KNv.1877, Flur 18. → Plan Nr. 21, E/2, 3.
auf der Loh, Müffling 1816/20.
aff der Luoh, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Ahn Luohpfadt oben ahn Weingarten, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff Luoh under dem Pfad, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Loh, gen. ahn Glockgarten, 22. Weingartenlage mit 20.025 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Loh, Jesuiten 1675, 1660, Altenberg. Bd. 2 S. 530.
Weingarten zu Horchheim uff der Lo, 1552, Beatus Nr. 763.
Weingarten in der Loe, an der Ha(u)kern, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279 u. 282.
Weingarten auf der Lohe, 1493, Altenberg. Bd. 2 S. 238.
Weingarten uff Loe, 1392, Jungandreas u. Kastor Nr. 1489.
Weingarten in Loyn, 1313, Kastor Nr. 395.
Weingarten in Loyn, 1302, Kastor Nr. 323.
Anm.:s. auch Flurname „“ in der Gemarkung Niederlahnstein
Mehlersberg
Am Mehlersberg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 43, D/3, 4.
Meygrebin Deyl
meygrebin deyl (Teil des Maigrafen), 1372, Jungandreas u. Kastor Nr. 1259.
Meineweg
Weingarten uff Buczenberg an den Menewech, 1389, Jungandreas u. Kastor Nr. 1465.
Mendelssohnpark
Mendelssohnpark, KNv.1877, Flur 19. → Plan Nr. 11, E/2.
Michelbach
s. auch Michelsborn.
Michelsbach, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818 und Horchheimer Grenzbegang 1604.
Quelle im Alten Hau, Gemarkung Horchheim, dann Grenzbach zwischen Horchheim und Niederlahnstein, im Unterlauf heutige Ruppertsklamm.
Michelsborn
s. auch Michelbach.Michelborn, Grenzbegang KP/HN 1818, NL Grenzbegang 1749.
beim Michelsborn, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Mittelgesetz
s. auch Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten zu Horchheim im Mittelgesätz, 1746, 1686, Beatus Nr. 1217, 1045.
im Mittelgesetz, um 1500 Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Mollerberg
Mollerberg, Müffling 1816/20.
Muyshen
veld ind Muyshen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Münchgasse
(Mönchgasse)
veld in der Monchsgasse, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Münchhof (Mönchhof)
Altenberger Hof zu Horchheim genannt der Münchhof, 1580, Altenberg. Bd. 2 S. 433/434.
Münchsloch (Mönchsloch)
s. auch Gemarkung Arzheim.
in Münchsloch genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
von der Hecke im Mönchsloch, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Weingarten in Munichstucke (Wingertstück des Mönchs des Klosters Altenberg), 1294, Jungandreas.
Nachtigallenkreutz
Weingarten am Nachtengailcrutz, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg S. 282. (Gemarkung Niederlahnstein ?)
Nachtigallenwäldchen
Der Alte Viehweg von Haus Weinbach (Alte Heerstraße) bis oberhalb der B 42 (ein Hohlweg) wurde zeitweise auch Nachtigallenwäldchen genannt (kein amtlicher Flurname).
Nastbell
auff den uffer zu Nastbell, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Hecke zu Naspen, 1555, Altenberg. Bd. 2 S. 400.
Weingarten zu Naspen, 1522, Beatus Nr. 678.
Weingarten zo Naspen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Niederbach
Niederbach, (heute Bächelstraße), Müffling 1816/20.
Weingarten in der Niderbach, 1742, Beatus Nr. 1207.
Niederfeld
ehemaliges Ackerland.
Niederfeld oberm Weg, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 39, D, E/3.
Niederfeld unterm Weg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur IX. → Plan Nr. 37, D, E/3.
auff Niederfell, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Niederfell, ahn der Becheler Bach ahnfangendt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
up Nederfelt ind Schalckberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
veldt up Nederfelt ind eyner hegen yn dem Gyren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
einen Baumgarten auf Nyderfelt bynnen den Prinden, 1423, Kastor Nr. 1757.
ein Viertel Weingarten mit seinem Gefilde uff Nyderfeld, 1403, Kastor Nr. 1595.
Weingarten auf Nydervelt, 1395, Jungandreas u. Kastor Nr. 1518.
Weingarten und Acker im Neydirvelt, 1358, Jungandreas.
Niederhaukert
s. Haukert
Niederweg
Am Niederweg, KNv.1877, Flur 17 u. Kv.1832, Flur XII. → Plan Nr. 12, D, E/2.
Im Niederweg, 2. Weingartenlage mit 35.069 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Auf’m Niederweg, 4. Weingartenlage mit 3.190 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Niederweg, Jesuiten 1675.
den Niederweg hinab bis auf die Brück am Pfaffendorfer Graben, Horchheimer Grenzbegang 1604.
im Nyderwege, 1392, Jungandreas u. Kastor Nr. 1500.
Weingarten genannt in Niederwege, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Weingarten in Niderwege bei Krugelin, 1302 u. 1313, Kastor Nr. 323 u. 395.
Weingarten in floro Nyderwege, 1271, Jungandreas.
Oberdorf
Im Oberdorf, KNv.1877, Flur 21. → Plan Nr. 7, F/2.
Obergasse (heute Grafenstraße)
s. auch Graben
in Ovirkamirte bei der Ovirgasse (Gasse im Oberdorf), 1313, Jungandreas.
Weingarten in Overkamerte bei der Obergasse, 1302, Jungandreas, Kastor Nr. 323.
Oberhaukert
s. Haukert
Oberhove
Weingarten zu der Oberhoven (obere Hufe), 1388, Jungandreas.
Oberkamert
Im Cammerts genannt, 10. Weingartenlage mit 23.076 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Kammert, Jesuiten 1675.
in Ovirkamirte bei der Overgasse, 1313, Kastor Nr. 395.
in Ovirkamerte, 1313, Kastor Nr. 395.
Weingarten in Overkamerte bei der Quergasse, 1302, Kastor Nr. 323.
Weingarten in Overkamerte, 1302, Kastor Nr. 323.
Obersdingebitze
Weingarten in Obersdingebitzen, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Oylhuyss
… die arme Frau Jutte, die in dem Oylhuyßgin wohnt …
das Oylhuyß, 1376, Jungandreas u. Kastor Nr. 1316.
Pechlerberg
Pechlenberg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur IX. → Plan Nr. 35, E/3.
Im Pechlerberg, KNv.1877, Flur 18. → Plan Nr. 19, E/2, 3.
Pechlerberg, Kv.1832, Flur XII.
Bächler Berg, 20. Weingartenlage mit 6.184 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Pilsbachs Hylgenhuisgen
Weingarten bey Pilsbachs Hylgenhuisgen gelegen, 1549, Beatus Nr. 758.
Pfaffendorfer Graben
Am Pfaffendorfer Graben, KNv.1877, Flur 16. → Plan Nr. 13, D/2.
Pfaffendorfer Graben, Kv.1832, Flur XII. Horchheimer Grenzbegang 1604.
Im Pfaffen Graben, 1. Weingartenlage mit 9.756 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten uffm Pfaffendorfer Graben, 1616, Beatus Nr. 965.
Weingarten im Paffendorper graven, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Eigenweinberg am Pfaffendorfer Graben, 1419, Altenberg. Bd. 2 Nr. 63.
Pfaffendorfer Graben, 1403, Kastor Nr. 1595.
Der Pfaffendorfer Graben bildet die Grenze zwischen den Gemarkungen Horchheim und Pfaffendorf. Im Bereich der heutigen Emser Straße führte eine Brücke über diesen Graben, die von den beiden Gemeinden gemeinsam unterhalten wurde (siehe Horchheimer Grenzbegang von 1604).
Pfaffendorfer Wald
s. Gemarkung. Pfaffendorf
An dem Pfaffendorfer Wald, Kv.1832, Flur II.
Pfaffeneck
Pfaffeneck, KNv.1877, Flur 7 u. Kv.1832, Flur II u. V. → Plan Nr. 78, D/8.
Die Pfaffeneck, KNv.1877, Flur11. → Plan Nr. 69, D/6, 7.
Pfaffer Heck, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Pforte
Unterste oder auch Niederpforte, an der Rolsgasse bei Haus Mendelssohn.
unterste Pforte, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Pforte
oberste Pforte, an der oberen Grabenstraße (heute Grafenstraße).
Haus und Hofreit, gelegen bei der oversten gemeyne Porten, 1446, Beatus Nr. 435.
Postweg
Alter Postweg. Weg von Ehrenbreitstein durch das Mühlental, dem Wintersborner Bachtal, über das Breitele, entlang der Wüstung Höhrer Hof, dem Lahnberger Hof nach Fachbach und weiter nach Bad Ems. Dieser Weg war in römischer Zeit die kürzeste Verbindung vom Kastel Niederberg zum Kastel Ems – Wegzeit ca. 2 Stunden. An diesem Weg – auch Alter Emser Weg genannt – sind zwischen Arzheim und Fachbach Reste mehrerer römischer Siedlungsbauten nachgewiesen. In Fachbach gibt es heute noch eine Straße mit dem Namen „Alter Postweg“. Grenzbegang KP/HN 1818.
Preuspel
Auf dem Preuspel, KNv.1877, Flur 18, 19 u. 20. → Plan Nr. 23, E, F/2, 3.
Preuspel, Kv.1832, Flur X.
auf Preispel, Müffling 1816/20.
In der Preispel, 24. Weingartenlage mit 24.347 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720
Brauspell, Jesuiten 1675.
Weingarten im Breusbel, 1617, Altenberg. Bd. 2 S. 498.
Weingarten auf dem Breispel, 1557, Beatus Nr. 805.
in Bruspil, 1313, Jungandreas.
Weingarten in Bruspyl, 1302 u. 1313, Jungandreas, Kastor Nr. 323 u. 395.
Pueren Born
s. Born
Rädchen
Auf dem Rädchen, Kv. 1877, Flur 3, Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 100, D/11.
Ref
oberste Ref, Jesuiten 1675.
Rhein
Am Rhein, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 2, F/1.
ein Stück Weideland am Rhein, 1644, Altenberg. Bd. 2 S. 519.
Rheinhöll
Weingarten in der Rheinhöll, Gemarkung Horchheim, 1745, Beatus Nr. 1216.
Röder
Röder (unterhalb vom Breitele), Müffling 1816/20.
uff dem Roide, 1500, Altenberg Bd. 2 S. 248.
Roylsberg
Weingarten entgeen dem Roylsberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Rolsgarten
… die kleine Rolsgarten– u. Stockwiese, 1580, Altenberg Bd. 2, S. 434.
Rotenberg
Rotenberg, KNv.1877, Flur 16 u. Kv.1832, Flur XII. → Plan Nr. 14, D/2.
Im Rotenberg, KNv.1877, Flur 16. → Plan Nr. 16, D/2.
Weingarten im Rotterberg, 1745, Beatus Nr. 1216.
Weingarten im Rotherberg, 1742, Beatus Nr. 1204.
Weingarten im Raderberg, 1750 u. 1752, Beatus Nr. 1224, 1230.
Im Rothenberg, 17. Weingartenlage mit 21. 850 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Roterm
Auf Roterm, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 15, D/2, 3.
Roterm, Kv.1832, Flur XII.
Auf der Roterm, Kv.1832, Flur XII.
Röderen, Jesuiten 1675.
Weingarten uff den Roderen, 1522, Beatus Nr. 678, 1392, Jungandreas.
Weingarten an dem Roideren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
1 veldt up der Roderen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten up dem Roideren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279.
Weingarten an der Roderen, 1444, Beatus Nr. 426.
Weingarten auf den Roederen, 1423, Kastor Nr. 1757.
Weingarten uff den Roderen, 1392, Kastor Nr. 1489.
Weingarten auf den Roderen, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
2 Morgen großer Weingarten in den Rodern, 1362, Jungandreas u. Kastor Nr. 1072.
Weingarten an den Roderin, 1355, Gillissen KM 2000 S. 37.
Röthgen
am Röthgen, Horchheimer Grenzbegang 1604 (an der Grenze zur Gemarkung Fachbach).
Ruyde
Zins, den sie im Herbst uff dy Ruyde zu Horchheim zahlen sollen, 1374, Jungandreas.
Auf dem Horchheimer Berge, uff dem Roide, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Ryrstmans Stück
Ryrstmans Stück, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Sand
Weingarten up dem Sande, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Sandgruft
Sand- oder Kiesgrube im Glocksberg, Kv.1832, Flur IX,
Sauberg
Ahm Sauberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Schafstall
Am Schafstall, KNv.1877, Flur 6 u. 7 und Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 77, D, E/8, 9, 10.
Schaafstall, Müffling 1816/20.
Schalkberg
veldt up Schalkberch und
1 Wydenfeld up Schalkenberg, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten an dem Schalsberg, 1355, Gillissen KM 2000 S. 37.
Schellensleger
auf dem Horchheimer Berge, auf der Helden genannt uff dem Schellensleger, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Schemel
s. auch Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten am Schemmel, Gemarkung Horchheim, 1531, Beatus Nr. 695.
Weingarten in dem Schemel, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten in dem Schemil, 1372, Jungandreas u. Kastor Nr. 1259.
Weingarten in me Schemel über dem Schemelwech, 1353, Jungandreas, Kastor Nr. 925.
Schlag
Im Schlag, KNv.1877, Flur 3 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 97, C, D/11, 12.
Wiese hinter dem Schlag, 1500, Altenberg, Bd. 2 S. 247.
von der Wiesen hinder dem Slaich (Schlag), um 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287 u. S. 278/79
Schmidtenhöhe
D/7.
1889 baute der Horchheimer Cyrill Hillesheim einen landwirtschaftlichen Hof mit Gaststätte auf dem von ihm erworbenen Gelände des Arztes Julius Schmidt. Dr. Schmidt war zu dieser Zeit Eigentümer der Villa Markana und besaß die Jagd auf der Horchheimer Höhe, er war der Namensgeber für die „Schmidtenhöhe“. 1963 wurde der Schmidtenhöher Besitz der Familie Hillesheim von der Bundeswehr erworben, sämtliche Gebäude abgerissen und in das Gelände „Standortübungsplatz Schmidtenhöhe“ einbezogen. Dieser Name überlagert nun die auf der Horchheimer Höhe gelegenen alten Flurnamen.
Schmitz- und Grabengasse
Zwischen Schmitz und Grabengasse, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 3, F/1, 2.
Schonendail
Weingarten zu Schonendail, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Schorgen
Weingarten an dem Schorgen, 1457, Beatus Nr. 497.
Schwarzer Hilgenstock
(Heiligenstock)
Schwarzer Hilgenstock, Jesuiten 1675.
Bis etwa 1900 stand am Atz (siehe Atz) ein Bildstock, der in der Jesuitenzeichnung von 1675 sehr schön dargestellt ist und in älteren Urkunden von 1390, 1647, 1802 benannt wird, z. B. „Weingarten im Dritteneimer beim Schwarzen Hiligenstock“.
s. auch Hans Lehnet in 200 Jahre Ortsgeschichte Horchheim S. 167.
Siroter Reusch
Müffling 1816/20.
Sommerich
Auf Sommerich, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 56, E, F/4.
Sommerich, Kv.1832, Flur VII.
obig Sonneberg ahn der Sträuchen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten zu Sonnenberg, 1540, Beatus Nr. 728. 1398,
Weingarten gelegen uff Demneczerheyden, genannt am Sonnenberge, 1526, Beatus Nr. 687.
zo Sonnenberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten zum Sonnenberg, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten zu Sonnenberg, 1398, Jungandreas u. Kastor Nr. 1549.
Steinbach
Auf Steinbach, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 89, C/10, 11.
auff Steinebach, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff Steinbach ahn der ohnner, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Steymelen
Hecke auf Steymelen, 1550, Altenberg. Bd. 2 S. 400.
Weingarten zo Steymelen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Steinbachsgraben
Am Steinbachsgraben, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 88, C/10.
Steinbachsgraben, Kv.1832, Flur I.
Stein
In der Paffendorfer Gerechtigkeit ahn Stein auff die Zuder zu, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Steinborn
Weingarten zu Steynborn, 1457, Beatus Nr. 497.
Steinkaulen
Weingarten in der Steinkuylen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten yn der Steynkulen, 1453, Beatus Nr. 455.
Stockwiese
An der Stockwiese, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 82, D/9, 10.
In der Stockwiese, KNv.1877, Flur 6 u. 7 und Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 79, D, E/8, 9.
Stockwiese, Kv.1832, Flur II, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Stockwieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Stockwiese, 1580, Altenberg. Bd. 2 S. 434.
auf der Stockwiese und von dem Pfaffendorfer Walde bis zur
Stockwiese, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Streichs- und Schmitzgasse
Zwischen Streichs- und Schmitzgasse, Kv. 1877, Flur 22. → Plan Nr. 4, F/2.
Streichsgasse
In der Streichsgasse, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 5, F/2.
Strang
langs den Strang, Horchheimer Grenzbegang 1604, (an der Grenze zur Gemarkung Fachbach).
Strohgasse
(heute Heddesdorfstraße).
in der Stroegassen, 1497, Kastor Nr. 2346.
Tälerberg
Walddistrikt.
Im Thälerberg, KNv.1877, Flur 10 u. Kv.1832, Flur IV, Müffling 1816/20. → Plan Nr. 74, E, F, G/7, 8, 9.
Thälerberg, Grenze KP/HN 1831. Grenzbegang KP/HN 1818.
Timmetz
Auf Timmetz, KNv.1877, Flur 12 u. 13. → Plan Nr. 33, E, F/3, 4.
Timmetz, Kv.1832, Flur VII.
auf Diemerz, Müffling 1816/20.
Im Dumbitz dem Fuhrweg bis ahn den alten Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
In Dienneß genandt der Ahnfang ahn den Weingarten, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Damitzer, Jesuiten 1675.
Triesch
s. auch Driesch
Zu Triesch, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 38, C, D/3.
Zu Drisch, Kv.1832, Flur IX.
Unterdorf
Im Unterdorf, KNv.1877, Flur 19. → Plan Nr. 10, E, F/2.
Viehgasse
danach Römerstraße, seit 1937 Alte Heerstraße.
auf Viehegassen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
uff der Vegassen zu Horchheim im Dorfe, 1403, Kastor Nr. 1595.
Hencze uff der Viegassen, 1389, 1385, Jungandreas u. Kastor Nr. 1433.
Viehweg
Am Viehweg, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 55, E/4.
Viehweeg, Jesuiten 1675.
Wegeverlauf wie Dornsbach.
Wachheck
Unter der Wachheck, KNv.1877, Flur 14. → Plan Nr. 48, D/4, 5.
Weidelbitze
Weingarten gen. in Weidelbiczen, 1389, Jungandreas u. Kastor Nr. 1464.
Weydewiczen, 1388, Kastor Nr. 1455.
Weitenborn
Quelle am Weiten- oder Weidenborn.
Beim Weitenborn, KNv.1877, Flur 20 u. 21. → Plan Nr. 25, F/2, 3.
Im Weitenborn, Kv.1832, Flur X.
Weidenborn, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818.
Weitenborn, NL Grenzbegang 1749.
Auf dem Wende Buren, 27. Weingartenlage mit 3.687 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
up dem Born, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weyrgen
ahm Weyrgen auffm Hübel, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wiedauer Heide
Walddistrikt.
Wiedauer Heide, KNv.1877, Flur 10 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 72, E, F/6, 7, 8.
auf der Wietauer Heide, Müffling 1816/20.
van dem groissen stück vur Hinders Wedauwe unter dem Gemeindewald, um 1500, Altenberg Nr. 287 u. S. 278/79.
Wiesgen
Ahn Wiesgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wingertsberg
Walddistrikt
Wingertsberg, KNv.1877, Flur11, Kv.1832, Flur V, Müffling 1816/20. → Plan Nr. 65, E, F/4, 5, 6.
Wintersborn
Quelle des Wintersborner Baches, Gemarkung Arzheim
Am Wintersborn, KNv.1877, Flur 5 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 85, B, C/9, 10.
Wintersborn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wintersborn oder Artzheimer Born, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Wirgeswäldchen
Auf Wirgeswäldchen, KNv.1877, Flur 7. → Plan Nr. 70, D, E/7, 8.
Wirges Waltgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wierges Wältigen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
ahn Wirges Wäldtigen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wirgeswäldgen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Anm.: Der in der Katasterkarte von 1832, Flur II, angegebene Flurname „Auf Wingerswäldchen“ dürfte falsch sein.
Wittau
Wittau, KNv.1877, Flur 8, Kv.1832, Flur IV. → Plan Nr. 71, E/8.
Wolf
Großer Grenzstein auf der Gemarkungsgrenze Arzheim zu Horchheim beim Breitele, genannt „Wolf“, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Zinsreder
Zinsreder, Kv. 1877, Flur 5 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 86, C, D/10.
An der Zinzreder, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 81, D/10.
Zinsrederweg.
Zuberborn
Zuberborn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Oben ahm Zaberborn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
ahn Zuber Born, Grund- u. Extraktenbuch 1720.

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Arzheim

Breitel
Unter Breitel, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 7, A, B/11, 12.
Lüzscheid
Lützscheid, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 6, A, B/10, 11.
Horchheimer Pfad
Stück Land am Horchheimer Pfade, 1483, Kastor Nr. 2249.
Mönningswiese
(Mönchswiese).
s. auch Gemarkung Horchheim, Münchsloch.
Auf der Mönnigswiese, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 1, C/9.
bei Monydenwyden, 1483, Kastor Nr. 2249.
Sanerswiese
An der Sanerswiese (Sanners- oder Sauerswiese), Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 4, B/9.
Steingarten
Auf dem Steingarten, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 5, A, B/9, 10.
Wintersborn
s. auch Gemarkung Horchheim
Wintersborn, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 3, B/9.
Am Wintersborn, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 2, B, C/9.

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Fachbach

Lahnberg
entlang dem Lahnberg, Horchheimer Grenzbegang 1604.
(„Lahnberg“ ist identisch mit der Lage „Mittelberg“).
Mittelberg
Mittelberg, Kv. 1872, Flur 9, Müffling 1816/20.

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Miellen

Bauernberg
Bauernberg, Kv. 1850, Flur 1, KP/HN 1831, Müffling 1816/20, NL Grenzbegang 1749.
Geierskopf
s. auch Gemarkung Horchheim
Geierskopf, Kv. 1850, Flur 1.

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Niederlahnstein

Altenberg
Weingärten, später Acker und Wiesengelände.
um dem Altenberg am Schemel, 1642,
Allenberg bis an Hünerpfad, 1650,
im Allenberg oder Fallenberg, 1649,
Aldenburg, 1649, 1596,
Aldenberg, 1610, 1555, 1546, 1536,
uff Aldenburge, 1498,
Aldenburg, 1437,
uff Aldenberch an dem pfade, 1430,
uff Aldenberg vor dem Walde, 1408,
uff Aldenberch, 1404, 1371.
alle bei Michel, S. 449.
Aspen
Weingärten.
zu den Aspen vor dem Wald, 1525.
stößt wider den Schemelweg, 1504.
zu den Aspen, 1504, 1511.
in Nassben, 1590, 1497.
alle bei Michel, S. 449.
Bach
in der Bach, Grenzbegang KP/HN 1818. 1725, 1719, 1654, 1650, 1649, Michel, S. 449.
Oberhalb Horchheim die Oberbach, NL Grenzbegang 1749.
Oberbach, Jesuiten 1675.
uff der Bach, Horchheim zu, 1562, Michel, S. 449.
an der Baich, 1437, Michel, S. 449.
Weingarten an der Ovirbach, 1372, Kastor Nr. 1259.
Verlauf vom Weitenborn in der Gemarkung Horchheim, entlang dem Bachweg, heute „Horchheimer Höll“ Straße in der Gemarkung Niederlahnstein (ca. 25 Meter von der Gemarkungsgrenze), den ehemaligen Wiesenpfad hinunter bis zum Rhein.
Berg
Auf’m Berg, Kv.1832, Flur17 u. 18. → Plan Nr. 4, G/3.
Buch
Wiesen.
Auf Buch, Kv.1832, Flur 6. → Plan Nr. 9, F, G/8, 9.
uff Buch genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Buch und Bucherwiesen, Grenze KP/HN 1831.
im Buch, Müffling 1816/20.
An den Buchröder, Grenzbegang KP/HN, 1818.
langs Buch, NL Grenzbegang 1749, Horchheimer Grenzbegang 1604.
daselbst Bucher Wiesen und Hecken, 1723.
1704 werden dort „Waldröder“ an die Bürger ausgeteilt, Michel, S. 450.
Acker uff Boich, stoest weder den gemeynen Walt, 1555, Michel, S. 450.
Buch
Wald.
Buch, KNv. 1873, Flur 25, Grenze KP/HN 1831.
Buchenwaldt, der alte Haw genannt. (in der Gemarkung Niederlahnstein), NL Grenzbegang 1749, Michel, S. 450 u. 452.
Buchenrestbaum
Buchenrestbaum, KNv. 1873, Flur 26, → Plan Nr. 8, G/7.
Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818.
Eckwald
Der Eckwald war die Nordwestecke des Walddistriktes Laach, 1806, Michel, S. 451.
Eckwald, Grenze KP/HN 1831, NL Grenzbegang 1749.
aufm Schemel oder Eckwald, 1740, 1723, Michel, S. 451.
Acker aufm Eckwald, längs das Ufer bis zum Wald, 1725, Michel, S. 451.
Eldenberg
Wiese auff Ellenberg (= Altenberg?) bei dem Eckwald, 1651.
Weingarten uff Eldenberg, 1388, beide bei Michel, S. 451.
Fallgert
uff Falgert Feld, 1650, 1613, 1604, Michel, S. 452 und Horchheimer Grenzbegang 1604.
Heute heißt dieser Distrikt „Aufm Schaafstall“, in der Gemarkung Horchheim „Alter Schafstall“.
Galgen
beim Galgen in Loe, 1557, Michel, S. 455.
Höhr
Enklave der Gemarkung Niederlahnstein.
Auf Hehr, Kv.1832, Flur 19. → Plan Nr. 10, B, C/12.
Höhrer Gütern, Grenzbegang KP/HN 1818.
Höhr, Grenze KP/HN 1831.
auf der Herd, Müffling 1816/20.
Hehr, NL Grenzbegang 1749.
Aufm Höhr in Brückwies, 1723, Michel, S. 453.
aufm Hehr am Kahlen Born, 1723, Michel, S. 453.
Lahnsteiner Hoers, Horchheimer Grenzbegang 1604.
auf Haire, Horchheimer Grenzbegang 1604.
in Herde, 1527, Michel, S. 453.
Um 1688 ließ Kurfürst Joh. Hugo von Orsbeck den größten Teil des dortigen Waldes für die Garnison auf Ehrenbreitstein abholzen, wonach die Gemeinde den Kahlschlag in Äcker und Wiesen umwandelte. Die Winterweide daselbst wurde verpachtet, zuletzt 1787 an die Gemeinde Arenberg.
Hohe Stein
s. auch Gemarkung Horchheim.
Hohe Wald
der Hohe Wald ‒ auch „alte hohe Wald“ genannt, 1455, Michel, S. 453.
s. auch Buch.
Herrenheck
Herrenheck (bei Höhr), Müffling 1816/20.
Horchheimer Höll
In der Horchheimer Höll, Kv.1832, Flur 4. → Plan Nr. 3, G/2, 3.
Hell, Grenze KP/HN 1831.
Weingarten in der Horchheimer Hell, 1749, Beatus Nr. 1223.
Vorderhell, Mittelhell, oberste Hell, Unterhell, Jesuiten 1675.
in der Horchheimer Hell, 1810, 1650, 1649, 1562, Michel, S. 453.
an der Hongergassen und an der Helden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg S. 279
Weingarten an der Helden, 1392, Kastor Nr. 1490.
Der Name „Höll“ kommt aus dem althochdeutschen und ist von Halda, Helda ‒ steiler Hang, Halde, an der Helden abgeleitet.
Lag
Lag, KNv. 1873, Flur 27. → Plan Nr. 5, G/4.
Laag, Grenzbegang KP/HN 1818.
im Lach, Grenze KP/HN 1831.
das Laach, Walddistrikt, 1788, Michel, S. 454.
Löch, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Lichten
Wald.
Lichten, KNv. 1873, Flur 27. Grenzbegang KP/HN 1818, → Plan Nr. 6, G/5.
Grenze KP/HN 1831. NL Grenzbegang 1749.
Auf dem Lichten, Walddistrikt (heute Lichterkopf), 1788, Michel, S. 455.
Licht, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Weingärten, später Äcker ‒ am Rhein beim Horchheimer Weg.
im Leher, 1755, Michel, S. 455.
in Lihe, 1723, Michel, S. 455.
in Lohe, 1650, Michel, S. 455.
in der Loe, 1650, Michel, S. 455.
Weingarten im Lö, 1587, Beatus Nr. 915.
beim Galgen in Loe, 1557, Michel, Seite. 455.
Feld im Loe, 1546, Beatus Nr. 749.
Landstück im Loe, 1531, Beatus Nr. 694.
1 Velde up der Loe, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg S. 279.
im Loe obendige deme Baltz, 1498, Michel, S. 455.
Weingarten im Loe, 1497, Kastor Nr. 2346.
In Loehen 1486, Michel, S. 455.
Baumgarten in Loe, 1456, Kastor Nr. 2060.
Weingarten in Loe, 1456, Kastor Nr. 2060.
Weingarten in Loe, 1598, 1497, 1480, 1379, 1373, 1350, → Michel, S. 455. 1373, 1379, Kastor Nr. 1277. und1357.
Weingarten in Lowe, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Feld genannt in Lowe, 1386, Kastor Nr. 1436.
In der Loe unter dem Belze, 1359, 1354, 1412, → Altenberg Bd. 1 Nr. 821, Michel, S. 455.
Baumgarten in Loe, 1322, Kastor Nr. 1322.
im Loin, 1265, Michel, S. 455.
Weingarten in Lo, 1249, Kastor Nr. 92.
in der Loe, 1359, 1350, 1244, Altenberg. Bd. 1 Nr. 821, 762, 167.
Machert
Weingärten.
Im Machert, Kv.1832, Michel, S. 455.
im Macher, 1806, Michel, S. 455.
am Machertspfad, 1766, Michel, S. 455.
zu dem Macher oder an der Hongergasse, 1555, Michel, S. 455.
Weingarten im Macheren, 1382, 1373, Michel, S. 455, 1373, Kastor Nr. 1277.
im Maycher, 1458, 1364, Michel, S. 455.
im Macher, 1383, Michel, S. 455.
Weingarten in Machere, 1369, Kastor Nr. 1225.
Feld in Flur Maicher, 1350, Altenberg. Bd. 1 S. 602.
im Machere, 1348, Michel, S. 455.
Die Jahrzahlen 1382, 1364, 1348 nennt auch Jungandreas.
Mark
Mark, Kv.1832, Flur 14. → Plan Nr. 1, G/1, 2.
in der Gemark, Müffling 1816/20.
Mittelgesetz
Weingärten, später Äcker. → Plan Nr. 2, G/1, 2
Mittelgesetz, Kv.1832, Flur 14, Grenze KP/HN 1831, Jesuiten 1675.
Weingarten im Mittelgesetze, Mittelgesecze, 1587, 1508, 1453, 1441, → Beatus Nr. 915, 639, 456, 408.
im Mittelgesetz allernächst bei der Bach zu Horchheim“, 1504, 1441, 1385, 1379, 1364, Michel, S. 455.
zu Mittelgesetz an dem Beltze“, 1806, 1649, 1618, 1596, 1537, 1532, 1508, 1453, 1440, 1388, 1385, 1379, Michel, S. 455.
im Mittelgesetz an der Hungergasse, 1723, Michel, S. 455.
Weingarten im Obermittelgesetz, 1473, 1423, Michel, S. 455.
an dem Ouere Mittelgesetz, 1473, Michel, S. 455.
Weingarten in Mittelgesetcze, 1472, Kastor Nr. 2167.
Weingarten yn Mittelgesetze, 1456, Kastor Nr. 2060.
Weingarten in dem Mittelgesetz, 1428, Kastor Nr. 1836.
Weingarten in Mittelgesetze, 1388, Jungandreas, Kastor Nr. 1455.
Weingarten gen. Mittelgesecze, 1386, Kastor Nr. 1435 und1436.
Weingarten in dem Mittelgesetze, 1379, Kastor Nr. 1352.
Weingarten in Mittelgesecze, 1357, Altenberg. Bd. 1 Nr. 804.
Pohl
Pohl, Grenzbegang KP/HN 1818. NL Grenzbegang 1749.
auf der Pohl, 1804,
aufm Poll zum gemeinen Kirschbaum, 1725,
am Schemeler Weg, 1725,
Garten im Schlüssel an der Pohl, 1713,
Wiese uff dem Pull, 1650,
Weingarten uff dem Pfull, 1596, alle aus Michel, S. 457.
Rothlauber
Wald.
Rothlauber, NL Grenzbegang 1749.
Schaafstall
Auf’m Schaafstall, Kv.1832, Flur16. → Plan Nr. 7, G/6.
der Schaafstall genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Alten Schafstall, Grenzbegang KP/HN 1818.
Schaaffstall, Schaaffstaller Feld NL Grenzbegang 1749.
aufm Schaffstall, 1740, 1723, 1682, Michel, S. 458.
1685 wurde für die von der kurfürstlichen Hofkammer als Erben der Herren v. Helfenstein auf Arenberger und Horchheimer Gelände betriebene Schäferei auf Niederlahnsteiner Gelände ein 60 Schuh langer und 40 Schuh breiter Schafstall erbaut. 1741 durch Sturm zerstört. Vordem hieß dieser Distrikt „Fallgert Feld“, s. Fallgert.
Schemel
Schemel, Grenzbegang KP/HN 1818. Grenze KP/HN 1831.
Auf dem Schemel, Müffling 1816/20.
im Schemel zwischen den beider Schemeler Wegen, 1725, 1511, Michel, S. 458.
Wiese im Schemel, 1658, Michel, S. 458.
Feld im Schemell, 1656, Michel, S. 458.
im Schemel, 1651, Michel, S. 458.
stößt auf beide Schemelwege, 1511, Michel, S. 458.
uff dem Schemel uff der Mauren, 1509, Michel, S. 458:
uff und an dem Schemel, 1532, 1505, 1497, 1486, 1483, 1457, Michel, S. 458.
Weingarten uff dem Schemmel, 1497, Kastor Nr. 2346.
Weg an dem Schemell, 1472, Kastor Nr. 2167.
Weingarten in dem Schemel, 1457, Beatus Nr. 497.
Weingarten an dem Schemelweg, 1428, Kastor Nr. 1836.
der große und kleine Schiemel, 1387, Michel, S. 458.
Weingarten am Schemilwege, 1364, Michel, S. 458. Kastor Nr. 1106.
Weingarten am Schemilwege, 1364, Jungandreas.
ein Stück Land an dem Scheymel, 1355, Gillissen KM 2000 S. 37
Wiesenpfad
Weingarten am Wiesenpfad, 1723, Michel, S. 459.
Wiesenpfad, Grenze KP/HN 1831. NL Grenzbegang 1749.
Wiesenpatt, Jesuiten 1675.

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Pfaffendorf

Fendel
Auf der Fendel, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 5, C, D/4.
Frank und Himmelreich
Zwischen Frank und Himmelreich, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 11, D/7.
Haart
Auf der Haart, KNv.1877, Flur 6. → Plan Nr. 4, C/3, 4.
auf Hart, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Hamm
Im Hamm, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 12, D/7, 8.
auf Hamme, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Hausgalgen
Auf Hausgalgen, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 10, D/6, 7.
Auf dem Hausgalgen, KNv.1877, Flur 3. → Plan Nr. 9, D/6.
Am Haußgalgen zur Pfaffendorfer seithen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Hausgalgen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Pfaffendorfer Wald
Pfaffendorfer Wald, KNv.1877, Flur 1, Müffling 1816/20. → Plan Nr. 14, C, D/8, 9.
Plendert
Im Plendert, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 1, C, D/2, 3.
Weingarten an dem Plenthere und dem wenyngen Plenthere, 1377, Jungandreas.
Weingarten im Plenter, 1358, Jungandreas.
Plonzert
Im Plonzert, KNv.1877, Flur 6. → Plan Nr. 3, C, D/3.
in dem Plonczarte, 1377, Jungandreas.
Weingarten in dem Plunczarte, 1363, Jungandreas, Kastor Nr. 1092.
vineam… iacentem apud villam Paffindorp que Plunzart, 1276, Jungandreas.
Pollstücker
Obere Pollstücker, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 13, D/7, 8.
Untergesetz
Untergesetz, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 2, C, D/3.
Weingarten an dem nyderen Gesetze, 1377, Jungandreas.
Weingarten in dem nyderen Gesetze, 1366, Jungandreas, Kastor Nr. 1151.
Weingarten im Nydergesetze, 1358, Jungandreas.
Wachheck
Auf’m Wachhecker Kopf, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 8, D/5.
Die Wachheck, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 7, C, D/5.
Unter der Wachheck, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 6, C, D/4, 5.

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Kartenübersicht der Flurnamen, 2 Blätter

folgt.

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Weinbergslagen der Gemarkung Horchheim nach dem Grund- und Extraktenbuch von 1719/20

Lage Nr. Lagebezeichnung Anzahl der Stöcke Parzellen
1 Im Pfaffen(dorfer) Graben 9.756 21
2 Im Niederweg 35.069 75
3 Auff’m Hübel 8.410 26
4 Niederweg 3.190 9
5 Auf’m Hübel, an dem Pat (Pfad) angefangen 15.853 41
5a Im buben Cammert, in der Rolßgaß angefangen 11.752 11
6 In der Graben Gaß 6.151 11
7 An der Kyres Gaß 5.591 8
8 Unterm Zehend Graben 10.388 12
9 In der Gro(a)ben Gaße 4.370 11
10 Im Cammerth (Oberkamert 1302) 23.076 24
11 In der ober Hauckert 19.718 51
12 In der Anwent 19.043 45
13 Im Burn Weg (Bornsweg) 3.531 7
14 In oberen Hauckert 17.509 58
15 Im Buren Weg (Bornsweg) 6.449 9
16 Ahrweg 36.594 91
17 Im Rothenberg 21.850 57
18 Am Angel Berg 7.014 20
19 In Bächlen 6.751 10
20 Bächler Berg 6.184 11
21 Im Nieder Hauckert 35.263 65
22 Loh, an Glockgarten 20.025 48
23 Im Eßelßfuß 16.666 30
24 In der Preispel 24.347 59
25 In der Kroft (Grube) 14.435 37
26 Im Dritten Eimer 9.800 35
27 Auf dem Wende Buren (Weidenborn) 3.687 11
    ___________________  
    402.465 893

Siehe hierzu Kartenübersicht der Weinbergslagen.

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Kartenübersicht der Weinbergslagen von Horchheim im Jahre 1719

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Älteste Flurnamen und Urkunden der Gemarkung Horchheim

1133 Kloster Altenberg gegründet (siehe Dr. Prößler in Weinbau am Mittelrhein)
1191 Urkunde darüber, daß ein gewisser GOTTSCHALK der Abtei Altenberg ein Darlehen von 300 Mark gegeben hat und als Dank dafür u. a. eine Rente von 4 Fudern besseren Weines aus dem Hofe zu Horchheim als Lehen erhalten habe. Das heißt, daß die Altenberger bereits größere Besitzungen in Horchheim gehabt haben müssen und es einen ausgedehnten Weinbau gab.
1210 Dezember 17. Papst Innocenz III. bestätigt der Abtei Altenberg ihre Besitzungen, namentlich … die Weinberge in Lahnstein, die Höfe zu … Bacherach, Rhens und Horchheim.
1214 März 7. Papst Innocenz III. bestätigt das Privileg, das Erzbischof Dietrich von Trier der Kirche zu Horchheim betreffs der Taufen und Leichenbegräbnisse verliehen hat. (zu 1191, 1210 und 1214 siehe Mosler, Altenberg)
1235 duabus vineis in superiori Kamerthe
1247 vinea sita in Heitbach
1271 Dynginbizcene
1271 Eylfferbizen
1271 Weingarten in Floro Nyderwege
1271 Weingarten in Floro Overhuckere
1294 Weingarten in Munichstucke (Wingertstück des Mönch)
1302 Ahrweg
1302 in Gruven (Grube) – (heute älterer Teil des Friedhofes)
1302 in Nydirwege bei Krugelin
1302 Weingarten in Loyn
1302 Weingarten in Overkamerte bei der Overgasse
1302 Weingarten in Bruspyl
1302 Weingarten in Overkamerte
1355 uf dem Hübel (gibt es auch in Niederlahnstein)
1358 Weingarten und Acker im Neydirvelt
1362 in den Rodern
1372 meygrebin deyl (Teil des Maigrafen)
1374 Garten auf dem Graben in der Nederhaukeryn
1388 an der Hart
1388 in der Haukeren

angrenzende Flurnamen der Nachbargemarkungen

1244 in der Loe (Niederlahnstein)
1276 Weingarten im Plunzert (Pfaffendorf)
1372 Weingarten an der Ovirbach (Niederlahnstein)
1387 Weingarten in der Hungergasse

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Worterläuterungen

Beeth Abgabe
Bitze umzäumte Wiese, umfriedete Baumwiese
Born Wasserquelle, Brunnen
Bungert Bongart, Baumgarten
Camarta Weinlaube, Weinlaubenspalier
Elding Nach dem Rheinischen Wörterbuch bezeichnet der Eldi(n)g, Ellich, Elg einen Hohlweg, der von der Talsohle auf die Hochebene führt bzw. einen schmalen Fußweg, meist durch Weinberge, der dem Fahrweg gegenüber abkürzt
Gebück Waldstreifen, Grenzhang
Hart allgemein verbreiteter Distriktname für Berg, Wald, Trift, Weide, bewaldeter Hang
Höll Name kommt nicht von der Hölle sondern althochdeutsch von Halda, helda = steiler Hang, Halde, an der Helden
Hübel Hügel, kleine Geländeerhöhung
Lachbaum = Grenzbaum mit Lachen = mit Grenzzeichen versehener Baum
Loh Gebüsch, Wald
Lohe pflanzlicher Gerbstoff (Gerberlohe), zerbröckelt oder zermalene
  Rinde (besonders von Eichen)
Mal Grenzstein, Grenzzeichen
manwerc Mannwerk, Maß für Weinberge, etwa 1 Morgen
Reis ris, Gebüsch
Rech Böschung
Röder roden, Waldröder, rod
Schellenberg Weideland
Strut Struot, Buschwald, Sumpfwald
Unner undern Mittag
Gemarkung 1. im allgemeinen Sprachgebrauch Feld, Wald, Flur
  2. Katasterbezirk, der eine zusammenhängende Gruppe von Flurstücken (Parzellen) umfaßt, er wird im allgemeinen zur Numerierung der Flurstücke in Fluren unterteilt. Eine oder mehrere Gemarkungen decken sich mit dem Gebiet einer Gemeinde.
Flur 1. im allgemeinen Sprachgebrauch die außerhalb einer Ortschaft liegende Landfläche.
  2. Numerierungsbezirk für eine Gruppe von Flurstücken innerhalb einer Gemarkung.
Regesten = sachinhaltliche Urkundenauszüge mit Angabe der Datierung und des Ortes

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Downloads

Horchheim und seine Grenzen

Der Beitrag von Alois Honsdorf, erschienen 1993 im Horchheimer Kirmes-Magazin, behandelt die historischen Grenzen der Gemarkung Horchheim und deren Entwicklung im regionalen Zusammenhang. Auf Grundlage von Grenzbeschreibungen, Katasterunterlagen und Karten wird der Verlauf der Horchheimer Gemarkung sowie ihre Veränderungen im Bereich von Rhein und Lahn nachvollziehbar dargestellt.
Während die Flurnamensammlung einzelne Lagebezeichnungen dokumentiert, richtet sich der Blick hier auf die übergeordneten räumlichen Strukturen und ihre historische Entwicklung. Der Beitrag ergänzt die Flurnamenarbeit damit um eine eigenständige siedlungs- und grenzgeschichtliche Perspektive.

Horchheimer Flurnamen

Der Beitrag von Dr. Dietmar Flach erschien 2003 in der Horchheimer Kirmeszeitung anlässlich der Veröffentlichung der Flurnamensammlung von Alois Honsdorf. Er stellt das damals neu erschienene Werk vor und hebt dessen Bedeutung für die Erforschung der Horchheimer Ortsgeschichte hervor.

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Digitale Kartenangebote des Landes Rheinland-Pfalz

Für historisch Interessierte bietet das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz ein umfangreiches, frei zugängliches Angebot aktueller und historischer Kartenwerke. Diese ermöglichen einen anschaulichen Zugang zur Landschafts- und Landesentwicklung.

Zentrale Grundlage ist die Digitale Topografische Karte 1:5000 (DTK5), das maßstabsstärkste amtliche topografische Kartenwerk. Sie zeigt die Erdoberfläche sehr detailreich und kombiniert Siedlungen, Verkehrsnetze, Gewässer, Vegetation, Geländeformen sowie administrative Grenzen in einer Darstellung. Damit bildet sie ein wichtiges Bindeglied zwischen der Liegenschaftskarte und den kleinmaßstäbigen topografischen Karten. Sie eignet sich besonders für eine sehr genaue räumliche Orientierung und Analyse.

Über das frei zugängliche Portal maps.rlp.de stehen zudem zahlreiche weitere Geobasisdaten zur Verfügung, darunter aktuelle Luftbilder, topografische Karten und Katasterinformationen. Der Viewer bietet vielfältige Funktionen wie Messwerkzeuge, Koordinatenabfragen, Routing sowie Druck- und Zeichenfunktionen und ist damit sowohl für private als auch für fachliche Anwendungen geeignet.

Für die historische Betrachtung sind besonders die im Open-Data-Angebot bereitgestellten historischen Kartenwerke interessant. Dazu zählen die preußischen Uraufnahmeblätter (1843–1878) im Maßstab 1:25.000 sowie weitere historische topografische Kartenreihen, die die Landschaft in früheren Zuständen dokumentieren. Auch die Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803–1820) gehört zu diesen wertvollen Zeitzeugnissen. Sie ermöglichen es, Landschaftsveränderungen über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen.

Zeitreise durch die Kartenwerke

Einen besonders anschaulichen Einstieg in die Welt historischer Karten bietet der Viewer „Landschaft im Wandel“ des Landesamtes für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz. Er ermöglicht den direkten Vergleich historischer Karten im Maßstab 1:25.000 mit älteren Ausgaben der Topographischen Karte (TK 25) sowie mit heutigen Karten und Luftbildern.

Der Viewer ist unter folgendem Link zu finden: https://lvermgeo.rlp.de/geodaten-geoshop/viewer

So wird die Entwicklung der Landschaft über verschiedene Zeitstufen hinweg unmittelbar sichtbar und lässt sich wie auf einer „Zeitreise“ nachvollziehen. Die Broschüre „Eine Reise in die Vergangenheit mit historischen Karten“ bietet ergänzend dazu eine verständliche Einführung in die Nutzung dieses Angebots und vermittelt zugleich den kulturhistorischen Wert der historischen Kartenwerke.

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Chor- und Solistenkonzert des Männerchores Koblenz-Horchheim am 25. Januar 2026

von Dr. Dietmar Flach

Chor, Solisten und musikalische Leitung

In seinem diesjährigen Konzert erfreuten der Chor und seine Solisten ihre Hörerschaft mit viel Romantik des 19. Jahrhunderts und mit jüngeren Kompositionen bis in die neuere Zeit hinein. Auch diesmal überzeugte der stimmlich homogene Klangkörper wieder durch abwechslungsreiche Intonation und bruchlose Tempi-Wechsel, durch die der Chorleiter Wassily Kotykov die Sänger souverän führte.

Klassik und Romantik im ersten Teil

Einleitend mit Rudolf Deschs kräftiger „Trösterin Musik“ und Ludwig van Beethovens entsprechendem „Die Himmel rühmen“ konnte das Publikum das dazwischen eingeschobene „Gnädig und barmherzig“ von August Eduard Grell (1800-1896) mit seiner ruhigen und klaren A-capella-Stimmführung voll genießen. Die Solopartie darin sang Andreas Höhler mit seinem ihm eigenen warmen und vollen Bariton.

Frühromantik im zweiten Teil

Der zweite Teil war mit Franz Schuberts „Die Nacht“ und „Der Gondelfahrer“ sowie mit Felix Mendelssohn-Bartholdys „O Täler weit o Höhen“ ganz der Frühromantik gewidmet.

Musik der Neuzeit im dritten Teil

Die Neuzeit kam endlich im dritten Programmteil zur Geltung: mit „Conquest of Paradise“ des griechischen Komponisten Vangelis (1942-2022), mit dem volkstümlichen Trentiner Bergsteigerlied „La Paganella“ von Luigi Pagarelli (1875-1964) und schließlich mit einer Melange von Rock und getragener Ballade aus der Werkstatt der Beatles von John Lennon (1940-1980) und Paul McCartney (Jg. 1942) unter den Titeln „I want to hold your hand“, „Yesterday“ und „She loves you“.

Gesangssolist Nico Wouterse

Die gesanglichen Solopartien des Abends hatte der Bassbariton Nico Wouterse vom Koblenzer Theater übernommen. Über seine kräftige und tragende Stimme erreichte er sein Publikum im ersten Teil mit Guiseppe Verdis „Infelice“ aus der Oper „Ernani“ und mit Jacques Offenbachs „Scintille, diamant“ aus „Hoffmanns Erzählungen“. Aus Musicals der jüngeren Zeit brachte er die „Stars“ aus Claude-Michel Schönbergs (Jg. 1944) „Les Misérables“ und den beliebten Ohrwurm „Wenn ich einmal reich wär‘“ aus „Anatevka“ von Jerry Bock (1928-2010) zu Gehör. Zum Abschluss des Abends ließ er sich vom Chor in dem wunderschönen und weltbekannten Lied „Jerusalem“ von Stephen Adams (1841-1913) in einer Neubearbeitung von Fritz Ihlau (1908-1995) begleiten. Das Publikum dankte ihm seine Darbietungen mit viel Applaus.

Klavierbeiträge von Maria Streltsova

Maria Streltsova endlich – als verlässliche Begleiterin am Klavier dem Chor seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden – begeisterte ihre Hörer wieder als Solistin mit dem perlend einleitenden “Impromptu op.90 Nr. 4“ von Franz Schubert, mit „Petrarcas Sonett 104“ von Franz Liszt und schließlich mit Johannes Brahms‘ „Ungarischem Tanz“. In ihrem virtuosen Spiel kamen quirlige Frische, kräftige Läufe und ruhige Passagen im gegenseitigen Wechsel großartig zur Geltung. Hingerissen haben sie und der Chorleiter Wassily Kotykov ihr Publikum schließlich mit einer vierhändigen Klavierfassung des „Libertango“, einer Schöpfung des argentinischen Komponisten Astor Piazzola (1921-1992). Ihr beider brillantes Spiel löste wahre Begeisterungsstürme aus und verschaffte dem gelungenen Abend seinen passenden Abschluss.

Das Gesangsquartett des Chores

Zu einer tragenden Säule der Horchheimer Chorkonzerte hat sich in den letzten Jahren das aus dem Chor hervorgegangene Gesangsquartett mit Martin Jung (1. Tenor), Thomas Krekeler (2. Tenor), Andreas Höhler (Bariton) und Hajo Ruof (Bass) entwickelt. Mit zwei Schöpfungen aus den letztvergangenen 90er Jahren, mit dem Schlaflied „Lullabye (Goodnight, My Angel)“ von Billy Joel und dem Liebeslied „Frauenname“ aus der Produktion der Band Maybebop rundeten die Vier das Programm des Abends in die Moderne hinein ab. Unter Leitung und humorvoller Moderation von Andreas Höhler überzeugte ihr A-capella-Gesang durch stimmliche Klarheit und eine Ausgewogenheit, die ihresgleichen suchen.

Abschluss und Ehrung

Die musikalische und organisatorische Gestaltung des Abends lag wieder in den bewährten Händen des verdienstvollen Chorleiters Wassily Kotykov und des umsichtigen 1. Vorsitzenden Jopa Schmidt, der die Darbietungen mit seiner informationsreichen und humorvollen Gesamtmoderation begleitete.

Im Anschluss an das Konzert zeichnete Dietmar Weidenfeller, der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes Koblenz, beim gemütlichen Beisammensein im Saal des Turnerheims den Sänger Martin Jung für 50jähriges aktives Singen aus.


Zur Geschichte des Männerchores 1883/1912 Koblenz-Horchheim

Die Ursprünge des Männergesangs in Horchheim reichen bis ins Jahr 1847 zurück. In seiner heutigen Form entstand der Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim am 29. September 1948 als Zusammenschluss mehrerer Gesangvereine, wobei 1883 als Gründungsjahr festgelegt wurde. Der Chor blickt auf zahlreiche musikalische Erfolge, Konzertreisen und Auszeichnungen zurück und steht seit 2013 unter der Leitung von Wassily Kotykov. Der Männerchor zählt derzeit 23 aktive Sänger und freut sich über neue Mitglieder.

Kontakt: Hans Josef Schmidt (1. Vorsitzender) ·
Bächelstraße 7, 56076 Koblenz · Tel. 0261 / 408563 ·
E-Mail: jopa.schmidt@gmail.com

Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim







Schule in Horchheim 1932

Entnommen aus: Gerhard Caspers – SPUR DURCH DIE ZEIT – Erinnerungen I – Frühe Jahre

SCHULE IN HORCHHEIM

Im Frühjahr 1932 erzählte ich jedem, der es hören wollte, voller Stolz, ich käme an Ostern in die Schule. Ich freute mich wirklich. Als es so weit war, und ich eines morgens auf dem Schulhof stand, fühlte ich mich etwas beklommen. Ich hielt Vaters Hand so fest, daß die Ruhe, die von ihm ausging, langsam auf mein heftig klopfendes Herz einwirkte. Ich begann wahrzunehmen, was um mich her vorging.

Eine solche Beklommenheit hatte ich kurz zuvor erfahren, als ich ins Krankenhaus mußte. Unser Hausarzt, Dr. Walter Holler hatte zu einer Mandeloperation geraten, weil ich häufiger Beschwerden damit hatte. „Du fehlst sonst zu oft in der Schule“, tröstete er mich, Auf der Fahrt in seinem Auto nach Niederlahnstein, Vater fuhr mit, beeindruckte mich das seltene Erlebnis des Autofahrens zwar sehr, aber die Angst vor dem Ungewissen blieb unangenehm als Druck in meiner Brust. Ich weiß nicht mehr, wie es dann weiterging. Beim Erwachen aus der Narkose sah ich Vater neben meinem Bett sitzen. Ich klagte über Schmerzen im Hals. Er streichelte mich und sagte, ich müsse das aushalten, es werde schon am Abend besser sein. Dann erzählte er mir, daß das Mädchen im Bett daneben „den Bauch aufgeschnitten bekam“ wegen einer Blinddarmoperation.

Das Kind, wenig älter als ich, war auch Horchheimerin. Den Namen habe ich vergessen. Nach dem Krieg trat sie in den Orden der Armen Dienstmägde Jesu Christi in Dernbach ein. Hier muß ich eine kleine lustige Erinnerung einfügen. Irgendwann nach dem „Ewigen Gelübde“ dieses Mädchens unterhielten sich, bei einer Veranstaltung der Pfarrei, einige „fromme“ Frauen in übertriebener Ehrfurcht über die „ehrwürdige Schwester“. Auf die von mir bejahte Frage, ob ich sie kenne, wurde dann nach dem woher geforscht. „Mit der habe ich schon geschlafen“, sagte ich. Die Damen fielen fast in Ohnmacht. Sie beruhigten sich aber, als ich nachschob, es sei auf der Kinderstation des Krankenhauses gewesen.

Aus diesem bisher einzigen Krankenhausaufenthalt blieb ein für mich damals befremdliches Geschehen bei mir haften. Es war am dritten Tag, an dem ich nach Hause entlassen werden sollte. Auf Geheiß der Stationsschwester verließ ich das Bett, um mich anzukleiden. Als ich die Schlafanzughose gerade ausziehen wollte, stürzte die Schwester mit dem schrillen Aufschrei: „Nicht doch, nicht doch“ auf mich zu, um mir ein Handtuch um die Hüften zu schlingen. Vorwurfsvoll und strengen Blickes fragte sie, ob ich mich denn gar nicht schäme. Ich verstand überhaupt nicht. Sie zog mir unter dem Handtuch, das ihr Seelenheil und die Moral der anderen Kinder im Krankenzimmer schützen sollte, die Hose herunter. Dann folgte mit komplizierter Fummelei das Anziehen der Unterhose. Erst dann nahm sie das blöde Tuch weg. Ich durfte mich anziehen. Kurz darauf holten mich Eltern und Geschwister aus diesem manichäischen Irrenhaus ab. Daheim war Nacktheit so natürlich, daß es mir überhaupt nicht auffiel. In den Augen dieser Nonne war das sicher ein Sündenpfuhl.


Ich fing meine Gedanken wieder ein, betrachtete das Schulgebäude. Ich weiß nicht, ob es wegen des Schulbeginns oder aus einem anderen Anlaß beflaggt war. Eine schwarz-weiß-rote Fahne, für mich die deutsche, und die schwarz-weiße Preußens flatterten lustig im Wind. Die erstgenannten Farben kannte ich gut. Ich hatte sie schon oft bei den verschiedensten Gelegenheiten an unserem und an anderen Häusern gesehen. Auch die preußische war mir in Koblenz, der Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz, nicht unbekannt geblieben. Einmal hatte ich in der Stadt eine Fahne gesehen, die mir unbekannt war. Sie war schwarz-rot-gold gestreift. Auf meine Frage, welchem Land die gehöre, erhielt ich Vaters Auskunft, das sei die offizielle Staatsflagge. Das machte sie mir nicht vertrauter. So ging es sicher auch den meisten Bürgern. „Die Republik (…) besitzt keine Nationalflagge, sondern nur eine durch behördliche Verfügungen und gesetzliche Bestimmungen eingeführte und bewachte Musterschutzmarke. Dieses (…) Symbol wird daher unserem Volke immer innerlich fremd bleiben.“ So hatte Hitler gespottet, (Mein Kampf, Seite 640). Leider hatte er, was das „innerlich fremd bleiben“ anging, nur sehr recht.

Ganz gleich, ob aus staatlichem Anlaß, oder weil Kirmes oder Fronleichnam, es wurde damals schwarz-weiß-rot geflaggt. Noch am Tag meiner Erstkommunion 1935 wehte die Fahne des Deutschen Kaiserreiches nicht nur von dem Mast im Vorgarten meines bürgerlichen Elternhauses. Auch die Häuser, in denen Jungen und Mädchen wohnten, die mit mir zusammen in der Klasse waren und den gleichen Festtag begingen, zeigten diese Farben. Es machte keinen Unterschied, ob die Väter dieser Kameraden Eisenbahner, Handwerker, Arbeiter, Akademiker oder Bauern waren. Dem kindlichen Verstehen noch gar nicht erkennbar, ereignete sich hier Geschichte in einer Richtung, die nach dem Untergang der Weimarer Republik manchen fragen ließ, warum sie so wenig Eingang fand in die Herzen der Menschen. Der erste Schultag war schon ein Lehrstück.


Zurück auf den Schulhof und zum dreiflügeligen Bruchsteinbauwerk, das die Gemeinde mit einer an der Außenwand angebrachten Tafel „Unseren Kindern“ widmete. Zwei Flügel beherbergten die acht klassige katholische Volksschule, einer die zweiklassige evangelische. An einem Fenster des Klassenraumes des achten Schuljahrganges hing außen eine kleine Glocke. An diesem Tag hörte ich zum ersten Mal ihr Gebimmel. Während sich die bis dahin auf dem Hof herumtobenden Kinder und die Eltern mit den Schulneulingen in Richtung auf die Klassenzimmer in Bewegung setzten, betrachtete ich mit Bewunderung den „großen“ Jungen, der oben am Fenster im ersten Stock die wichtige Funktion des Glöckners ausüben durfte.

Im Raum des ersten Schuljahres, Erdgeschoß rechts, herrschte ein fürchterliches Gedränge. Kein Wunder, denn die Klasse bestand aus siebenundzwanzig Jungen und einunddreißig Mädchen. Dazu kamen noch viele Eltern. Vor lauter Erwachsenen um mich herum konnte ich, außer ein paar unbekannten Kindern, denen es ebenso ging, nichts sehen. Ich hörte eine männliche Stimme, die die Namen der Kinder aufrief. Es war der Schulleiter, Rektor Diesler. Er war zum Nachfolger des pensionierten Alban Holl ernannt worden. Mit gespitzten Ohren paßte ich auf, um meinen Namen ja nicht zu verpassen. Was hörte ich? „Gertrud Caspers“. Das war ich nicht. Ich hatte keine Zeit zum Überlegen. Da hörte ich Vaters Einwand: „Nicht Gertrud, Gerhard“. Ohne mich in Augenschein zu nehmen, wurde ich durch den Rektor als Junge anerkannt. Ich fand in der zweiten Bankreihe an der Fensterseite meinen Platz.


An die Tafel hatte die Klassenlehrerin, Fräulein Albers, mit bunter Kreide ein Osterhasenbild gemalt. Es beeindruckte mich so, daß ich es aus der Erinnerung nachzumalen versuchte, als wieder Ostern war und wir dazu ein Bild malen sollten. Die Lehrerin, sie wurde am Ende des Schuljahres an eine andere Schule versetzt, blieb mir als lieb und mütterlich in Erinnerung. Im Lauf des Vormittags wurde jedes Kind draußen auf dem Schulhof fotografiert, den Ranzen auf dem Rücken, eine Tafel in den Händen, auf die jemand geschrieben hatte: Mein erstes Schuljahr 1932. In der Klasse wurden wir alle zusammen im Bild festgehalten. Ich besitze noch eine weitere Aufnahme von diesem denkwürdigen Tag. Vater machte sie, als ich Hand in Hand mit Dorchen Brühl, einem Nachbarskind, vor dem Elternhaus eintraf.

Es gefiel mir ganz gut in der Schule, wenn auch mein unglückliches Gesicht auf dem oben erwähnten Einzelbild anderes auszusagen scheint. Den jüngeren Schwestern gegenüber hatte ich wohl ein deutliches Überlegenheitsgefühl. Trotzdem fand ich es nett, wenn meine Schwester Brigitte, damals wie heute voll liebevoller Zuneigung zu ihrem Bruder, mir manchmal auf dem Heimweg ein Stück entgegenkam. Sie wollte meinen Schulranzen tragen. Das Abholen war sicher Liebe, das Ranzentragen unbewußte eigene Aufwertung für das kleine Mädchen, das sich dann zwischen den anderen Kindern „schon groß“ vorkam. Einmal habe ich ihr in der Straßenbahn, zur Freude aller Fahrgäste, einen Vortrag gehalten. Wir kamen mit den Eltern aus Koblenz. Im Wagen saß, als wir einstiegen, meine Lehrerin. Da neben ihr ein Platz frei war, setzte ich mich zu ihr. Brigitte saß etwas weiter weg, so daß ich mich ihr, etwas lauter sprechend, zuwandte: „Du, das hier ist meine Lehrerin. Du hast noch keine, bist noch zu klein. Nächstes Jahr bist du größer, dann darfst du auch in die Schule und bekommst eine Lehrerin. Nach einer kurzen Pause sagte ich: „Aber so nett wie meine ist die nicht!“ Die Leute lachten. Meine aufsteigende Verlegenheit klang gleich wieder ab, weil Fräulein Albers mir im rechten Augenblick lachend und verständnisvoll über den Kopf streichelte.


Hier muß ich nun über die Erfahrung berichten, die ich [auf Seite 7] bereits erwähnte. Das neue soziale Gebilde, die Schulklasse, gebar aus sich heraus die Auseinandersetzungen um die Freundschaften und Machtpositionen der Kinder untereinander. Dieser Vorgang, den man heute Gruppenprozess nennt, – manche sprechen mit Blick auf den Hühnerhof von Hackordnung und damit unter Vernachlässigung des psychisch-intellektuellen-humanen Aspektes nur vom „machtpolitischen“ Teil des Problems, – sah mich in einer schlechten Ausgangsposition. Ursache hierfür war nicht meine Erziehung, sondern der Umstand, daß es im Umkreis meines Elternhauses keine Jungen meines Alters gab, mit denen ich mich in diese Auseinandersetzungen hätte einüben können. Ich hatte auch wenig Erfahrung in handgreiflichen Kraftproben, wie sie unter Kindern, besonders unter Jungen, zur Entwicklung gehören. Das wäre alles nicht so schlimm gewesen, hätte sich wohl auch im Laufe der Zeit ausgewachsen, wäre da nicht ein Klassenkamerad, Karl Zehe, gewesen. Aus mir unbekannten Gründen begann er nach einigen Wochen in der Schule, mich zu schikanieren, wo er nur konnte. Er prügelte sich mit anderen auch, und er genoß den Ruf, sehr stark zu sein, obwohl er nicht so aussah. Unerfahren, wie ich in solchen Dingen war, aber sicher auch aus Feigheit unterließ ich es, ihm die Grenzen zu zeigen, die er nicht ungestraft überschreiten durfte. Hier spielte sicher auch die zwar gut gemeinte, aber welt- und wirklichkeitsfremde, aus der Harmonievorstellung meiner Mutter geborene Maxime „Kinderchen vertragt euch“ hinein.

Nun ist es Menschen und Mächten mit aggressiver Struktur eigen, Nachgiebigkeit und Feigheit der Gegenseite zum Ausbau der eigenen Position rücksichtslos auszunutzen. So auch Karl Zehe. Er begann, mich in der Pause, dann auf dem Heimweg zu verprügeln, weil ich auf die vorhergehende Stufe des Anrempelns nicht angemessen reagiert hatte. Ich beklagte mich bei meinem Vater. Heimlich hatte ich die Hoffnung, Vater würde dem Karl „Bescheid sagen“, oder dessen Eltern ansprechen. Es kam ganz anders. Vater erklärte mir, daß ich diese Sache selbst durchstehen müsse, im konkreten Fall, ich müsse mich wehren. Außerdem sei es wahrscheinlich, daß Karl seine Position viel mehr der Feigheit der anderen, als eigener Kraft verdanke. Er könne verstehen, daß ich Angst hätte, das sei alleine nicht schlimm. Schlimm sei nur, wenn ich mich davon unterkriegen ließe. Vater schärfte mir ein, ich solle niemanden angreifen, schon gar nicht Schwächere, aber ich solle auch nicht kuschen vor den Drohungen Streitsüchtiger. Es gab noch ein paar taktische Hinweise, eine liebevolle Umarmung und den Schlußsatz: „Du kannst das schaffen!“

Am nächsten Tag stellte Karl mich nach Schulschluß in dem kleinen Verbindungsweg vom Schulhof zum Römerplatz. Als ich ihn sah, war da wieder die Angst. Er griff mir an die Brust, versuchte, mich herumzuschütteln. Da schlug ich zu. Meine Faust traf ihn mitten ins Gesicht. Karl muß so überrascht gewesen sein, daß er für Sekunden regungslos da stand. Er ließ mich nicht los. Da traf ihn mein zweiter Schlag schräg am Kinn. Krachend ging er zu Boden. Ich warf meinen Ranzen weg, stürzte mich auf ihn und schlug auf ihn ein, so lange er sich wehrte. „Aufhören, aufhören“, winselte er. Seine Lippen und Nase bluteten. Kameraden rissen mich hoch, feierten mich als Sieger. Sie hoben meinen Ranzen auf, klopften mir die Kleidung ab. Es war ein Triumph, es war mein Sieg. Mein Sieg über Karl, wichtiger noch, mein Sieg über meine Angst. An diesem Tag habe ich gelernt, daß Angst durch Tapferkeit besiegbar ist. Karl hatte zwei Wochen lang ein blaues Auge, ich in den vier Jahren in der Volksschule keine Schlägerei mehr mit Klassenkameraden. Manche, die mich bisher nicht beachtet hatten, interessierten sich jetzt für mich, spielten mit mir. In kameradschaftlicher Hinsicht verliefen die Volksschuljahre in erfreulicher Harmonie. Wichtig war mir die Erkenntnis, daß Vaters Ratschläge realisierbar waren, Mutters Theorien nicht.


Im zweiten Schuljahr, also ab Ostern 1933, bekamen wir nicht nur ein anderes Klassenzimmer, das links vom Haupteingang gelegene, wir bekamen auch eine neue Lehrerin, Fräulein Therese Hartmann. Sie stammte aus Ehrenbreitstein, aus der Kohlenhandlung gleichen Namens, die ihr Bruder betrieb. Ihr Elternhaus, der ehemalige Junkerhof, steht heute noch an der Charlottenstraße nahe dem ehemaligen Amtsgericht. Fräulein Hartmann war, wie damals wohl die meisten Lehrerinnen, unverheiratet. Ob das statistisch bewiesen ist, weiß ich nicht, ich habe aber in meiner ganzen Schulzeit, sowohl in der Volksschule, als auch im Gymnasium nur unverheiratete Lehrerinnen erlebt. Sie wohnte zusammen mit einer ebenfalls unverheirateten Schwester, die ihr den Haushalt führte, in der Emserstraße, gegenüber dem Mendelssohnpark.

Wenn ich mich dieser Lehrerin erinnere, zu deren Klasse ich vom zweiten bis zum Ende des vierten Schuljahres gehörte, also drei Jahre lang, fällt mir zuerst ein, daß ich sie mit kindlicher Zuneigung verehrte, vielleicht sogar liebte. Meinen Schulkameraden und -kameradinnen ging es, so nehme ich an, zumindest in der Unterstufe ebenso. Das heißt nun nicht, daß immer alles voller Harmonie war. Die Volksschullehrer jener Zeit hatten eine, in diesem Umfang nicht mehr gegebene Möglichkeit, prägend auf die Kinder und den Geist der Klasse einzuwirken. Sie waren ja, in allen Fächern unterrichtend, – nur Religion gab manchmal der Pastor, – Tag für Tag mit „ihren“ Kindern zusammen. Das gab beiden Seiten die Möglichkeit, sich auf einander einzustellen. Selbstverständlich hat eine solche Methode auch bedenkenswerte Schattenseiten. Mir hat jedenfalls diese Vertrautheit ein Schulklima vermittelt, in dem es sich als Kind ohne den heute viel besprochenen Schulstreß glücklich leben ließ. Wie sehr mir diese Vertrautheit behagte, erhellt vielleicht auch daraus, daß ich später, nach dem Übergang auf das Gymnasium, zunächst nichts als so starke Veränderung empfand, als den stündlichen Wechsel der Lehrkräfte.

Zum pädagogischen Handwerkszeug damaliger Lehrer gehörte auch noch der Stock. „Prügelstrafe“, förmlich höre ich den entrüsteten Aufschrei „moderner“ Lehrer. Nun, ich bin auch nicht dafür, den Stock als ultima ratio wieder einzuführen. Mir stellt sich aber die Frage, ob der Psychoterror des Leistungsdrucks, von Lehrern und Eltern gleichermaßen ausgeübt, nicht erheblich schlimmer ist. Ganz selten wurde die schärfste Form angewandt, bei der der Sünder über die Bank gelegt wurde und die Schläge bei „strammgezogener“ Hose auf das Gesäß erhielt. Zwei meiner Kameraden, Heinz Knipp und Willi Noll, hielten hier den Rekord. Es hat ihnen, denke ich, ebenso wenig geschadet wie der weit größeren Schar derer, die Stockschläge „auf die Finger“, das heißt in die geöffnete Handfläche erhielten. Solches ist mir auch mal widerfahren. Leider ist mir nicht erinnerlich, was ich verbrochen hatte. Aber ich weiß noch, wie weh das tat, und daß ich viel zu stolz war, um mir das anmerken zu lassen. Schmerzen beherrschen zu lernen ist doch auch ein Erziehungserfolg. Eine andere Reaktion zeigte ich jedoch, als Fräulein Hartmann mir einmal im Musikunterricht, sie spielte dann auf ihrer Geige, in einem emotionalen Zornesausbruch den Violinbogen über den Kopf schlug. Ich grinste offen und schadenfroh, als der Bogen zerbrach.


Schreiben lernten wir im ersten Schuljahr auf Schiefertafeln. Ich war stolz, daß ich zu den wenigen gehörte, die holzummantelte Griffel besaßen, in der Art wie Bleistifte. Sie waren weicher, ließen sich leichter über die Tafel führen, ohne dabei zu quietschen, ohne Rillen zu hinterlassen, wie es die harten Schiefergriffel taten. Erst im zweiten Jahr begannen die Versuche mit Feder, Federhalter und Tinte. Letztere befand sich in Tintenfässern, die in die Pulte eingelassen waren. Zu Anfang gab es ein mehr oder weniger großes Geschmiere auf dem Papier und den Händen. Bald entdeckten wir, daß sich mit der Tinte herrliche und vielseitige Schweinereien anstellen liegen. Man konnte Kreidestücke hineinstecken und dem sich bildenden blauen Schaum zusehen. Lustig war es auch, Löschblätter einzufärben, Kugeln daraus zu formen und mit den feuchten Geschossen nach Mitschülern zu werfen. Viel schöner jedoch war das alte Spiel, die Zopf enden der Mädchen blau zu färben.

Zum Schreiben gehörte das Fach Schönschreiben, Es war im Stundenplan und im Zeugnis gesondert aufgeführt. Bei dieser, von mir nicht geschätzten Übung, die angeblich besonderen Wert haben sollte, kam es mir einmal in den Sinn, alle Punkte, wie ich glaubte, besonders schön zu machen, indem ich zunächst einen kleinen Kreis zog und diesen dann ausfüllte. Meine Punkte hatten etwa fünf Millimeter Durchmesser. Ich fand sie schön, nicht nur am Schluß des Satzes, auch über dem i machten sie sich gut. Ich erwartete dafür ein besonderes Lob. Als wir die zensierten Arbeiten ein paar Tage später zurückerhielten, war ich sehr enttäuscht. Meine schönen Punkte waren mit roter Tinte durchgestrichen. Das ärgerte mich mehr, als die schlechte Note für die Schrift. Des von der Lehrerin angefügten Satzes wegen habe ich diese Für mindestens einen Tag gehaßt. Sie hatte geschrieben: „Du sollst schön (!!) schreiben, nicht Pferdeäpfel malen!“

Meine gerade erworbenen Schreibkünste nutzte ich, um meinen ersten Beitrag zur Weltliteratur festzuhalten, Mein Gedicht umfaßte nur zwei Zeilen:

Es war einmal ein grüner Mann,
der hatte siebzig Hosen an.

Nach Ostern 1933 kam meine Schwester Brigitte zur Schule. Nur ein Erlebnis blieb aus dieser Zeit des gemeinsamen Besuches der Horchheimer Volksschule in meinem Gedächtnis. Es war in den ersten Wochen des neuen Schuljahres, als nach Anklopfen und dem „Herein“ von Fräulein Hartmann, meine Schwester in unser Klassenzimmer trat, gleich an der Tür sich ihres Auftrages entledigend. An meine Lehrerin gewandt erklärte sie: „Du sollst mir Bilder geben.“ Gemeint war Anschauungsmaterial für das Fach Biblische Geschichte. Es waren auf Karton aufgezogene Bilder im Stil der Nazarener. Brigittes „Du“ gegenüber der Lehrerin empörte mich so, daß ich ihr zurief: „Sie, das heißt Sie“. Fräulein Hartmann beruhigte mich: „Nun laß sie doch, das ist doch nicht schlimm.“ Brigitte erhielt die Bilder. Im Hinausgehen warf sie mir aus den Augenwinkeln einen triumphierenden Blick zu. Das wiederum ärgerte mich so, daß ich zu Hause sofort erzählte, Brigitte habe Fräulein Hartmann geduzt. Petzen war sonst nicht meine Art, ich wollte mich aber für den vernichtenden Blick rächen, der mir die erste Einsicht in das Waffenarsenal des weiblichen Geschlechtes eröffnet hatte. Aus meiner Rache wurde wegen der elterlichen Reaktion, besser wegen deren Nicht-Reaktion, ebenso wenig, wie aus meinem morgendlichen Erziehungsversuch an meiner Schwester. So etwas nennt man Lebenserfahrung.

Eine völlig anders geartete Erfahrung machte ich mit meiner Nase. Sie war damals sehr empfindlich. Schon recht leichte Berührungen führten zu starkem Nasenbluten. Diesen Umstand nutzte ich mit kindlicher Raffinesse, wann immer ich es für gut hielt. Wußte ich auf eine Frage keine Antwort, hatte ich ein Gedicht oder das Große Einmaleins mit Sechzehn nicht gelernt, so genügte ein unauffälliger kurzer Knuff gegen die Nase, um sie bluten zu lassen, während ich mich vom Platz erhob, wie es üblich war, wenn man vom Lehrer namentlich aufgerufen wurde. Weil ich nun, der Blutung wegen, die Antwort nicht geben konnte, wurde ein anderes Kind aufgerufen. Gab dieses die richtige Antwort, war ihm das nützlich, aber auch mir, denn ich konnte meine Wissenslücke schließen, indem ich genau zuhörte.


Aufgabe der Schule ist es auch, staatsbürgerliches Wissen zu vermitteln. Was geschah auf diesem Gebiet? Da ist mir aus den ersten Jahren das Gedenken an Albert Leo Schlageter erinnerlich. Die Franzosen hatten ihn wegen seines gewaltsamen Kampfes gegen die Verkehrsverbindungen der Ruhrbesatzung und gegen die unerfüllbaren Reparationsforderungen, unter denen das Reich wirtschaftlich auszubluten drohte, zum Tod verurteilt und 1923 auf der Golsheimer Heide bei Düsseldorf erschossen. Ein anderer, damals noch junger Anlaß zu historisch-aktuellem Unterricht war der Waffenstillstandstag, dessen Behandlung in dem Satz „Im Felde unbesiegt“ gipfelte. Es wäre für unsere geschichtliche Bildung sehr hilfreich gewesen, hätte man dieses Ereignis nicht einseitig mit der viel besprochenen Dolchstoßlegende gekoppelt. Warum wurde nicht vermittelt, daß 1918 weder die Entente noch die Mittelmächte bereit und fähig waren, den Krieg auf dem Schlachtfeld zu entscheiden? Warum wurde zwar die im Versailler Vertrag dokumentierte Unfähigkeit der Siegermächte, Frieden zu schaffen, dargestellt, nicht aber die positiven Ansätze von Locarno? Des Geburtstages des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wurde gedacht, später das Geburtstages des Führers und besonders das Tages der „Machtübernahme“, des 30. Januar 1933.

Von diesem Jahr an kam in der Schule schrittweise eine psychologisch geschickte und daher sehr wirkungsvolle Propaganda zum Zuge. Hier möchte ich besonders die nationalsozialistischen Filme erwähnen, die uns während der Unterrichtszeit im Horchheimer Kino, im Saalbau Ries, selbstverständlich kostenlos, vorgeführt wurden. Ich habe nur von einem den Titel behalten, er hieß „Hitlerjunge Quex“. Wir waren begeistert von dem jungen Helden. Um die außerordentliche Wirkung zu verstehen, ist heute zu bedenken, daß wir, anders als die mit dem Fernsehen aufgewachsene Generation, keinerlei Medienerfahrung hatten, und demzufolge dem Phänomen Film, ganz abgesehen vom Inhalt, völlig unvorbereitet gegenüberstanden. Die enorme psychische Erregung reagierten wir in der Begeisterung für die im Sinn der Propaganda guten Gestalten ab.


Der veröffentlichte Text stammt aus einem privaten Familienalbum (Braubach, 1987) und befindet sich im Bestand der Sammlung der Heimatfreunde Horchheim e. V.

Die im Original genannten Rechteinhaber konnten trotz Recherche nicht ermittelt werden. Die Veröffentlichung erfolgt aus überwiegendem ortsgeschichtlichem Interesse. Hinweise von Rechteinhabern werden gerne entgegengenommen.




„Liebenswertes Horchheim“ – Wiedersehen auf der Bilderschau 2025

Am Sonntag, den 2. November 2025, luden die Heimatfreunde Horchheim zur Bilderschau „Liebenswertes Horchheim“ in die Schützenhalle ein. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen, um bei Kaffee und Kuchen einen abwechslungsreichen Nachmittag mit aktuellen und historischen Eindrücken aus dem Stadtteil zu erleben.

Nachdem sich die Halle gefüllt hatte und alle Plätze besetzt waren, eröffnete der Vorsitzende Andreas Weber die Veranstaltung mit der Vorstellung des Horchheimer Kalenders für das Jahr 2026. Er dankte Lothar Stein für seine fotografische Arbeit sowie für die Konzeption und Auswahl der Motive. Jürgen Dewald, Hans Josef Schmidt und Andreas Weber steuerten weitere Aufnahmen bei, aus denen die Motive des Kalenders ausgewählt wurden. Der Kalender zeigt ausschließlich aktuelle Ansichten und verzichtet bewusst auf historische Fotografien.

Das Titelmotiv präsentiert einen spätsommerlichen Blick entlang der Mendelssohn-Allee am Rhein in Richtung Königsbacher Brauerei. Weitere Monatsbilder zeigen stimmungsvolle Szenen aus dem Ort – darunter die Abendansicht über der Karthause im Januar, die Orgelrestaurierung in St. Maximin im Februar oder die Tongrube Escherfeld im März. Auch das historische Soldatenbad aus den 1950er Jahren, die Prozession an Christi Himmelfahrt 2015, der Spielmannszug der TuS Horchheim beim Kirmesumzug 2025 und ein Erinnerungsbild an Robert Stoll zum 80. Geburtstag vor der Mendelssohn-Stele sind vertreten. Im Spätsommer rollt eine Dampflokomotive Richtung Niederlahnstein, der Mendelssohnpark zeigt sich im Herbst in kräftigen Farben, und im Dezember beschließt ein verschneiter Blick über den Friedhof am Alten Weg das Jahr.

Das Publikum nahm die Präsentation sehr positiv auf; einige Besucher sicherten sich direkt ein Exemplar des auf 6 Euro bepreisten Kalenders. Mit herzlichem Applaus endete die Vorstellung – ein gelungener Auftakt für den Nachmittag.


Rückblick auf das Ortsmuseum und Spendenaufruf

Im zweiten Programmpunkt erinnerte der Vorsitzende an die Geschichte des Horchheimer Ortsmuseums. Grundlage war eine Präsentation, die bereits 2004 von Jochen Hof zusammengestellt worden war und die Anfänge und Entwicklung des Museums dokumentierte. Gezeigt wurden Aufnahmen aus den frühen Jahren, als das Gebäude in der Alten Heerstraße 14 kurz vor dem Abriss stand, sowie die Fortschritte, die durch das Engagement der Vereinsmitglieder und die Unterstützung zahlreicher Spender möglich wurden.

Besonderes Interesse fanden die historischen Exponate in „Omas gute Stube“, der alte Küchenherd und verschiedene Haushaltsgeräte vergangener Zeiten. Schon damals war das Museum als außerschulischer Lernort in Kooperation mit der Grundschule Horchheim gedacht.

Beisitzer Heiner Drumm berichtete über aktuelle Renovierungsarbeiten, insbesondere in der Museumsküche, für die bereits rund 2.000 Euro an Putzarbeiten angefallen sind. Der Verein ist weiterhin auf Spenden angewiesen, um die laufenden Renovierungen fortzuführen und das Ortsmuseum als kulturelles Herzstück Horchheims zu erhalten. Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.

Ortsmuseum Horchheim 2004 – Bilderschau 2025

Die neue Homepage der Heimatfreunde Horchheim

Im Anschluss wurde die neue Homepage der Heimatfreunde Horchheim vorgestellt. Der Vorsitzende präsentierte den Besucherinnen und Besuchern das modernisierte Design und die erweiterten Funktionen der Vereinsseite.

Die Homepage wurde gemeinsam mit der Agentur Designraketen vollständig überarbeitet. Die barrierefreie Umsetzung entstand mit Unterstützung der Aktion Mensch. Über das Symbol einer roten Figur oben rechts lassen sich Schriftgrößen, Farben und Zeilenabstände individuell anpassen oder Texte vorlesen – ein Angebot, das den aktuellen Barrierefreiheitsstandards entspricht und den Zugang für alle erleichtert.

Neu ist außerdem die Möglichkeit, Vereinsangelegenheiten direkt online zu erledigen. Mitglieder können Adressänderungen oder Spenden digital übermitteln und den Vorstand über ein Formular kontaktieren.

Unter dem Menüpunkt „Aktuelles“ erscheinen regelmäßig Berichte aus dem Vereinsleben, gegliedert in die Themenbereiche Ortsgeschichte, Menschen, Mundart, Zeitzeugen, Projekte und Verein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Zeitzeugeninterviews mit Horchheimer Persönlichkeiten wie Ewald Fischbach, Hännes Huber, Hans Lehnet und Helmut Mandt. Die Gespräche dokumentieren persönliche Erinnerungen und bewahren sie dauerhaft für die Ortsgeschichte.

Mit der neuen barrierefreien Homepage bietet der Verein einen zeitgemäßen Zugang zu Geschichte, Kultur und Vereinsleben in Horchheim.


Vorstellung des Projekts KuLaDig für Horchheim

Ein weiterer Programmpunkt der Bilderschau widmete sich dem Projekt KuLaDig – Kulturlandschaft digital, das historische Zeugnisse der Region digital erfasst und öffentlich zugänglich macht. Für Horchheim steht in diesem Jahr die Familie Mendelssohn im Mittelpunkt.

Das Team der Heimatfreunde führte hierzu umfangreiche Recherchen im Vereinsarchiv durch und sichtete zahlreiche historische Dokumente und Fotografien. Dazu gehören Aufnahmen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, etwa vom Palais Mendelssohn um 1828, dem Musikzimmer der Familie und dem Park hinter dem Gebäude. Besonders interessant ist ein Baum aus dem ehemaligen Park, der bis heute erhalten ist. Auch historische Ansichten der Lindenallee am Rhein wurden dokumentiert. Einige der alten Fotos – darunter Familienbilder von 1859 – wurden von Lothar Stein digital restauriert.

Auf den Spuren der Familie Mendelssohn in Horchheim – Bilderschau 2025

Unterstützung erhält das Team durch Studierende der Universität Koblenz, die moderne Methoden wie Künstliche Intelligenz und Videoanimation nutzen, um die Inhalte anschaulich aufzubereiten. Ein besonderes Highlight des Projekts ist der 360-Grad-Erfahrungsraum, der es ermöglicht, historische Orte und Dokumente interaktiv zu erkunden. So können Besucherinnen und Besucher beispielsweise Briefe der Mendelssohns digital abrufen und sich vorlesen lassen – ein Beitrag zur barrierefreien Vermittlung historischer Quellen.

Das Projekt begann im Mai 2025 mit einem Treffen der Heimatfreunde und des Projektteams im Ortsmuseum. Dabei wurden zentrale Orte Horchheims erarbeitet: der Mendelssohn-Park (ehemals Palais, heute Brauchtumsplatz), die Pfarrkirche St. Maximin als Zentrum der katholischen Tradition und das Romanische Haus als eines der ältesten Gebäude der Stadt Koblenz.

KuLaDig-Horchheim ist Teil eines landesweiten Modellprojekts in Rheinland-Pfalz, an dem insgesamt sechs Kommunen beteiligt sind. Die Präsentation auf der Bilderschau zeigte eindrucksvoll, wie historische Forschung, digitale Technik und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken, um die Geschichte Horchheims lebendig zu vermitteln.


Vortrag über den Horchheimer Tunnel

Nach der Kaffeepause begann der zweite Teil der Veranstaltung mit einem Vortrag von Thomas Hüllen über den Horchheimer Eisenbahntunnel, der in den vergangenen Jahren umfassend saniert wurde.

Der Tunnel wurde 1902 in Betrieb genommen und hatte nach rund 120 Jahren deutliche Alterungsspuren gezeigt. Witterungseinflüsse, Feuchtigkeit und Materialermüdung machten eine grundlegende Erneuerung notwendig. 2021 begannen die Sanierungsarbeiten, die etwa zwei Jahre dauerten. Im Dezember 2023 wurde der Tunnel wieder für den Bahnverkehr freigegeben; die letzten Restarbeiten erfolgten im August 2025. Lediglich die Probleme mit eindringendem Wasser seien noch nicht vollständig behoben, berichtete der Referent, doch auch hierfür werde bereits an einer Lösung gearbeitet.

Im Zuge der Arbeiten wurde der Tunnel geringfügig verlängert – aus welchen Gründen, ließ sich nicht mehr genau feststellen. Auf Luftbildern zeigte sich deutlich der Verlauf unter der Erde mit dem Nordportal auf Horchheimer und dem Südportal auf Pfaffendorfer Seite.

Da nur wenige historische Aufnahmen existieren, illustrierte der Vortragende seinen Beitrag mit einem Gemälde von Alfred Erich Euchler, das den Tunnel mit seinen charakteristischen Nischen zeigt. Das Original befindet sich im Eifelmuseum Mayen, eine Kopie im Ortsmuseum Horchheim. Diese Nischen – teils aus Fels gehauen, teils mit Back- oder Bruchstein ausgemauert – waren noch bis zur Tunnelsanierung vorhanden.

Im Tunnel selbst existierten früher drei Stollen: zwei auf Horchheimer, einer auf Pfaffendorfer Seite. Sie führten jeweils 10 bis 15 Meter in den Berg hinein, waren jedoch frühzeitig zugemauert worden und wurden erst bei der Sanierung wieder geöffnet. Ihr Zweck konnte nicht eindeutig geklärt werden; möglicherweise dienten sie bautechnischen oder militärischen Zwecken.

Eine Zuhörerin erinnerte daran, dass während des Zweiten Weltkriegs viele Menschen im Tunnel Schutz gesucht hätten, während der Bahnverkehr teilweise weiterlief.

Ein dauerhaftes Problem des Bauwerks war das eindringende Wasser, insbesondere in der Tunnelmitte, wo sich früher ein Schornstein oder Lüftungsschacht befand. Dort drang Oberflächenwasser ein und bildete zeitweise eine regelrechte Tropfsteinhöhle. Bei der Sanierung wurde das Wasser nun hinter der Betonschale gesammelt und über ein Edelstahlrohr abgeleitet.

Im Mai 2022 kam es bei den Bauarbeiten zu einem größeren Einsturz in der Nähe des Niederfelder Wegs. Ein zunächst kleines Loch entpuppte sich als 22 Meter tiefer Hohlraum, der schließlich mit rund 15 LKW-Ladungen Beton verfüllt wurde. Dabei wurde auch deutlich, wie die alte Tunnelröhre konstruiert war: innen Backsteinmauerwerk, darüber Bleche und schließlich der Fels. Die neue Röhre erhielt eine Verstärkung aus Stahl und Beton.

Auf historischen Luftaufnahmen aus den 1960er-Jahren waren zudem die Positionen der beiden früheren Lüftungsschächte zu erkennen, von denen einer im Bereich der heutigen Angelbergstraße lag. Beide Schächte sind heute nicht mehr sichtbar und nur noch anhand alter Karten nachweisbar.

Zum Abschluss zeigte der Referent aktuelle Aufnahmen aus dem Tunnelinneren – mit den frisch ausgekleideten Röhren, den neuen Entwässerungssystemen und der modernisierten Beleuchtung. Der Vortrag endete mit dem Hinweis, dass der Horchheimer Tunnel nach über einem Jahrhundert weiterhin ein bedeutendes Stück regionaler Eisenbahngeschichte darstellt und durch die Sanierung nun wieder für viele Jahre gesichert ist.

Der Vortrag von Thomas Hüllen fand großen Beifall und bot den Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen Einblick in Geschichte und Gegenwart dieses technischen Denkmals.


Die Tollkühnen – Geschichte des Horchheimer Möhnenvereins

Ein weiterer Beitrag der Bilderschau widmete sich dem Horchheimer Möhnenverein „Die Tollkühnen“, dessen Geschichte Petra Fries und Christiane Friedrich in einem Rückblick erzählten.

1997 wagten einige couragierte Frauen einen Schritt, der das Dorf prägte: Sie gründeten, streng geheim, den Horchheimer Möhnenverein e.V. „Die Tollkühnen“. Bis dahin waren sie im HCV aktiv, doch sie wollten etwas Eigenes auf die Beine stellen. Im Wohnzimmer von Brigitte Bleyer trafen sich 20 Frauen, gaben sich ein Versprechen – und legten damit den Grundstein für einen Verein, der schnell bekannt und beliebt wurde. Der Name „Die Tollkühnen“ war Programm. „Kühn mussten wir sein, um diesen Schritt zu wagen – und toll sind wir auch“, erklärte die Gründungsobermöhn Resi Meinhardt damals.

Schon im Jahr der Gründung nahmen die Tollkühnen am Kirmesumzug teil, mit einem Nachbau einer Straßenbahn als Wagen. Die erste Sessionseröffnung fand beim Egon in der „Sonnenuhr“ statt – klein, aber stimmungsvoll. Rasch wuchs der Verein, und die Schwerdonnerstagssitzung im Kolpinghaus wurde zum festen Höhepunkt des Horchheimer Sitzungskarnevals. Karten waren früh ausverkauft, und schon in den frühen Morgenstunden bildeten sich Warteschlangen.

Mit Zwiegesprächen, Gesang, Sketchen und dem legendären Männerballett – unter anderem mit Gerhard Meurer, Klaus-Peter Braun, Wilfried Noll und Gisbert Dickescheidt – boten die Tollkühnen ein unterhaltsames Programm, das weit über Horchheim hinaus bekannt wurde. Musikalisch reichte das Spektrum von Louis Armstrong über Modern Talking bis Roy Black und Anita. Kostüme und Bühnenbilder entstanden in liebevoller Eigenarbeit – ob Till Eulenspiegel, tollkühne Flieger oder Hasen im Zylinder.

Doch die Tollkühnen waren nicht nur an Fastnacht aktiv. Zum Jahresprogramm gehörten das Sommerfest am Anglerheim, der Weinstand auf der Kirmes im Mendelssohnpark, Bustouren, das traditionelle „Debbekocheessen“ am 11. November und viele gemeinsame Aktivitäten. Das gesellige Miteinander prägte den Verein ebenso wie der Zusammenhalt hinter den Kulissen – beim Schminken, Backen oder Aufräumen, stets unterstützt von den Männern an Grill und Getränkestand.

Um die Jahrtausendwende erlebte der Verein seine Blütezeit: Über 30 aktive Möhnen und rund 215 Mitglieder machten die Tollkühnen zu einem festen Bestandteil des Horchheimer Vereinslebens. Mehrfach wurde die Gruppe beim Koblenzer Rosenmontagszug ausgezeichnet.

Wie viele Vereine spürten auch die Tollkühnen später den Wandel der Zeit. Nachwuchs blieb aus, und nach fast drei Jahrzehnten beschlossen die Mitglieder, den Verein aufzulösen. Auf der Bilderschau 2025 erinnerten Petra Fries und Christiane Friedrich an diese Jahre, die Feste und die Menschen, die sie geprägt hatten.

„Es waren schöne Zeiten – kann man nicht anders sagen“, resümierte Petra Fries. Die gezeigten Fotos machten deutlich, dass die Tollkühnen mehr waren als ein Karnevalsverein – sie standen für Freundschaft, Lachen und Zusammenhalt. Toll und kühn – so wird man sich in Horchheim an sie erinnern.

Ein gelungener Ausklang

Zum Abschluss der Bilderschau herrschte in der Schützenhalle eine fröhlich-gelöste Stimmung. Bei Kaffee und Kuchen kamen die Horchheimer miteinander ins Gespräch, erzählten Anekdoten aus alten Zeiten und schwelgten gemeinsam in Erinnerungen. Viele nutzten die Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen oder neue Kontakte zu knüpfen.

Auch der Büchertisch der Heimatfreunde zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Gegen eine Spende konnten dort ausgewählte Veröffentlichungen und Materialien aus dem Vereinsbestand erworben werden.

Die Veranstaltung war rundum gelungen und wurde von den Gästen mit großer Begeisterung aufgenommen. Zahlreiche Rückmeldungen zeugten von der positiven Resonanz: „Eine sehr schöne Veranstaltung mit tollen Bildern!“ oder „Tolle Fotos aus alten und neuen Zeiten – ich freue mich auf nächstes Jahr“, lauteten einige der Kommentare.

Ein herzlicher Dank gilt der Schützengesellschaft Koblenz-Horchheim für die Bereitstellung der Halle sowie der Kirmesgesellschaft St. Maximinus für Ton- und Übertragungstechnik. Mit ihrem Einsatz trugen sie maßgeblich zum reibungslosen Ablauf des Nachmittags bei.

So endete die Bilderschau „Liebenswertes Horchheim“ in geselliger Atmosphäre – als lebendige Begegnung mit der Geschichte und dem Gemeinschaftsgefühl des Ortes.


Text © Andreas Weber




Die Straßenbahn in Koblenz und Horchheim – Geschichte und Erinnerungen

Die Anfänge: Pferdebahn in Koblenz (1887–1901)

Koblenz begann vergleichsweise spät mit dem Aufbau eines schienengebundenen Nahverkehrs. Während in anderen deutschen Städten bereits zahlreiche Pferdebahnen verkehrten, war die Garnisons- und Festungsstadt zunächst wenig attraktiv für private Investoren. Erst 1883 entwickelten die Kölner Unternehmer Alexander von Stülpnagel und Wilhelm von Tippelskirch erste Pläne für eine Pferdebahn, die sowohl die Schiffsanlegestellen als auch den Moselbahnhof an die Stadt erschließen sollte. Nach Genehmigung durch den Stadtrat und der Gründung der „Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft“ im September 1886 begannen Anfang 1887 die Bauarbeiten.

Am 25. Mai 1887 eröffnete die erste Linie, die vom Rhein über den Görresplatz bis ans Löhrtor führte und später bis zum Hauptbahnhof verlängert wurde. Bereits im selben Jahr nahm auch die zweite Linie ihren Betrieb auf, zunächst zwischen Görresplatz und Pappel-Rondell, bald bis zum Schützenhof erweitert. In den folgenden Jahren wuchs das Netz weiter, Verbindungen führten nach Laubach, Königsbach, Stolzenfels und schließlich 1897 über die Mosel nach Lützel und Neuendorf. Mit einer Gesamtlänge von 12,13 Kilometern erreichte das Koblenzer Pferdebahnnetz seine größte Ausdehnung.

Die Pferdebahn beförderte Personen in 25 Wagen, darunter einige offene Sommerwagen, und ab 1890 auch Güter, beispielsweise für das Gaswerk und die Königsbacher Brauerei. Am 27. Januar 1901 endete der Betrieb der Pferdebahn, während bereits die ersten elektrischen Straßenbahnlinien verkehrten. Viele der Wagen wurden noch als Beiwagen weitergenutzt, bis sie schrittweise aus dem Verkehr gezogen wurden.

Die Elektrische Straßenbahn und der Ausbau nach Horchheim (1902–1945)

Die Elektrifizierung der Koblenzer Straßenbahn begann 1899 und machte den Nahverkehr schneller, leistungsfähiger und zuverlässiger. Charakteristisch waren die zahlreichen eingleisigen Abschnitte und der Rollenstromabnehmer, der den Strom von der Oberleitung aufnahm. Die Koblenzer Straßenbahn war ein technisches Vorreiterprojekt, das gleichzeitig die Stromversorgung der Stadt mit ausbaute.

Am 1. Mai 1902 wurde Horchheim an das Koblenzer Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Linie 10 verband fortan den Ort Horchheim über Pfaffendorf mit Koblenz und erreichte später Niederlahnstein. Die Strecke führte zunächst über die Pfaffendorfer Brücke, wo ein Umsetzen notwendig war, bevor ab 1905 eine direkte Rampe nach Horchheim genutzt werden konnte. Die Strecke wurde 1933 bis nach Oberlahnstein verlängert, nachdem die neue Lahnbrücke gebaut war. Eine geplante Weiterführung nach Braubach wurde nie umgesetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Gleise, Oberleitungen und Wagenpark stark beschädigt, doch bereits ab April 1945 rollten die Straßenbahnen wieder auf fahrbereiten Strecken.

Vom Rhein zur Lahn: Die Linie 10

Die Planung der Linie 10 begann um die Jahrhundertwende, zunächst von einer Berliner Firma. Nach Übernahme der Genehmigungen durch die Koblenzer Straßenbahngesellschaft wurde die Strecke vom Mainzer Tor über die Pfaffendorfer Brücke nach Horchheim am 5. Mai 1902 eröffnet.

Die Linie 10 fuhr im 10- bis 20-Minuten-Takt und war dank eigener Abschnitte auf separatem Bahnkörper weitgehend störungsfrei. Ausweichstellen ermöglichten den Gegenverkehr auf den eingleisigen Abschnitten, unter anderem an der Pfaffendorfer Schule, am Horchheimer Kloster und bei Niederlahnstein.

Die Linie 10 erfreute sich großer Beliebtheit. Im Sommer kamen offene Wagen zum Einsatz, besonders bei Kindern waren sie beliebt. Die Straßenbahn war für viele Bürger ein unverwechselbarer Bestandteil des Stadtbildes. Das Quietschen der Räder in den Kurven, das Bimmeln der Glocken zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer und die sichtbaren Gleise im Straßenkörper prägten den Alltag. Kinder legten oft ihr Ohr auf die Schienen, um das Herannahen der „Elektrischen“ frühzeitig zu hören.

Für Bahnfreunde hatte die Strecke wegen des parallelen Verlaufs zum Rhein und der teilweise eigenständigen Trasse einen besonderen Reiz. Pro Jahr legten die Wagen auf der Linie über 300.000 Kilometer zurück.

Niedergang der Straßenbahn (1941–1967)

Schon während des Zweiten Weltkriegs kam es zu ersten Kürzungen. 1941 wurde die Strecke Vallendar–Höhr-Grenzhausen eingestellt und durch einen Obus ersetzt – der Beginn der Oberleitungsbus-Ära. Luftangriffe 1944/45 unterbrachen linksrheinisch das Netz, rechtsrheinisch konnte zunächst weitergefahren werden. Nach Kriegsende wurden die wichtigsten Strecken schrittweise reaktiviert.

Ab Mitte der 1950er Jahre begann der endgültige Niedergang. Die Linien wurden sukzessive stillgelegt: 1956 endete der Betrieb auf der Linie 10, die letzten Streckenabschnitte der Innenstadtlinien 1 und 2 blieben bis 1967 erhalten. Am 19. Juli 1967 wurde die Straßenbahn endgültig eingestellt. Der Obusbetrieb überdauerte die Straßenbahn nur um etwa drei Jahre, 1970 wurde auch dieser eingestellt. Seitdem werden die Menschen in Koblenz und Horchheim ausschließlich von Omnibussen befördert.

Erinnerungen in Horchheim

Die Straßenbahn prägte nicht nur das Ortsbild, sondern auch die Erinnerungen vieler Horchheimer. Die Linie 10 führte unterhalb der Eisenbahnbrücke entlang, vorbei am Mendelssohnpark und dem damaligen Sportplatz. Die im Straßenkörper verlegten Schienen, die Ausweichstellen und das charakteristische Geräusch der Wagen machten die „Elektrische“ zu einem festen Bestandteil des Alltags. Mit ihrer Einstellung verschwand nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern auch ein Stück gelebter Ortsgeschichte.

Heute erinnert die Haltestelle „Mendelssohn“ am Mendelssohnpark an diese Vergangenheit. Sie wird von mehreren Buslinien angefahren: Die Linie 6/16 der Koblenzer Verkehrsbetriebe fährt von Moselweiß an der Gülser Brücke bis zur Horchheimer Höhe und hält dabei auch am Mendelssohnpark. Zusätzlich bedienen die Stadtbuslinien 1 und 11 diese Haltestelle. Die Linie 1 verbindet Braubach über Oberlahnstein und Niederlahnstein mit Koblenz, unter anderem am Deutschen Eck und Hauptbahnhof, während die Linie 11 von Oberlahnstein nach Koblenz fährt. So bleibt Horchheim heute zuverlässig an die benachbarten Städte angebunden.

Fahrzeuge der Koblenzer Straßenbahn

Die Koblenzer Straßenbahn verfügte über einen bemerkenswert beständigen und charakteristischen Wagenpark, der über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert blieb. Die Fahrzeuge waren überwiegend Zweiachser mit kurzem Radstand und Laternendach. Die Plattformen der ersten Serien waren zunächst offen, wurden später jedoch verglast, während alle ab 1901 gelieferten Triebwagen von Anfang an halbgeschlossene Plattformen besaßen. Türen waren zunächst mit Gittern und Blechen versehen, später wurden sie durch zweiteilige Falttüren ersetzt. Die Fenstergestaltung variierte je nach Baujahr.

Die Anschaffung der Fahrzeuge erstreckte sich über einen Zeitraum von 1899 bis 1914. Die ältesten Wagen stammten von der Waggonfabrik Carl Weyer, die letzten Neubauwagen wurden zwischen 1912 und 1914 geliefert. Die Wagen waren robust konstruiert und passten sich den örtlichen Gegebenheiten an. Trotz ihres hohen Alters von teils über 60 Jahren verkehrten sie bis zur Stilllegung des Straßenbahnbetriebs 1967 zuverlässig.

Die Triebwagen waren in unterschiedlichen Bauarten verfügbar, darunter Abteilwagen („Verwandlungs-“ oder „Allwetterwagen“) mit drei Querräumen, offene Sommertriebwagen und Wagen mit Längssitzen. Insgesamt hatte die Koblenzer Straßenbahn bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs rund 87 Triebwagen und 21 Beiwagen. Während des Krieges wurden zahlreiche Fahrzeuge beschädigt oder zerstört, doch ein Großteil konnte in den Nachkriegsjahren in der eigenen Werkstatt instand gesetzt werden. Ergänzend wurden 1951 gebrauchte Wagen aus Baden-Baden übernommen.

Die Wagen besaßen ein unverwechselbares äußeres Erscheinungsbild: die Frontverglasung reichte bis unmittelbar unter die Dachkante und war durch dünne senkrechte Stege unterteilt. Über dem Scheinwerfer befand sich ein Steckschild mit Liniennummer und Fahrtziel. Koblenz verwendete als eines der letzten Betriebe in Deutschland Stangenstromabnehmer, die ein charakteristisches zischendes Geräusch erzeugten. Später wurden die Fahrzeuge modernisiert, unter anderem durch Leichtmetallfenster, Sicherheitsglas, Teleskopschiebetüren, Schienenbremsen und Bremsleuchten.

Die Triebwagen waren elfenbeinfarben mit grünem Streifen und trugen zunächst die Aufschrift „Koblenzer Straßenbahn Gesellschaft“, später nur noch die Abkürzung „KEVAG“. Beiwagen waren vor allem auf dem rechtsrheinischen Netz im Einsatz. Sie umfassten offene Sommerwagen, geschlossene Standardwagen und Abteilwagen; die letzten Beiwagen wurden 1954 verschrottet.

Die Flotte war durchweg langlebig: Der Wagen 51 beispielsweise fuhr 65 Jahre lang. Trotz des historischen Wertes der Fahrzeuge wurde leider kein Wagen erhalten; die meisten wurden bis 1967 verschrottet.


Die Obuszeit in Koblenz

Die Einführung des Obusbetriebs bei der KEVAG fiel in eine Phase, in der die Stilllegung von Straßenbahnstrecken politisch unterstützt wurde, um der zunehmenden Individualmotorisierung Raum zu geben. Zudem machte der kriegsbedingte Mangel an Stahl größere Gleiserneuerungen unmöglich. Bereits während der NS-Zeit hatten erste Obusversuche in Mettmann und Idar-Oberstein stattgefunden; 1941 kamen die Betriebe in Gießen, Siegen, Pirmasens und Koblenz hinzu. Ein wesentlicher Vorteil des Oberleitungsomnibusses lag, ähnlich wie bei der Straßenbahn, in der Energieversorgung aus heimischer Kohle. Auch das Problem der Bereifung war durch die Verwendung von synthetischem Gummi (Buna) gelöst.

In Koblenz entschied man sich aufgrund des schlechten Gleiszustandes der Strecke nach Höhr-Grenzhausen für die Umstellung der Linie 11 auf Obusbetrieb. Ziel war die Weiterverwendung der bestehenden Fahrleitungsmaste und des 1934 errichteten Unterwerks Vallendar, ergänzt um ein zusätzliches Gleichrichter-Unterwerk in Höhr-Grenzhausen. Im September 1940 begann die AEG mit dem Umbau der Fahrleitung, während die Straßenbahn noch weiterfuhr. Am 17. Juli 1941 nahm die Obuslinie 11 den Betrieb auf. Erste Wendeschleifen entstanden in Vallendar und Höhr-Grenzhausen, im Oktober 1942 wurde eine Verlängerung bis zu einer neuen Schleife eingefügt. Für die wachsende Zahl an Fahrgästen von 392.000 im ersten Betriebsjahr bis 618.737 im Jahr 1943 wurde außerdem eine Ausweiche in Höhe der Tonwerke eingebaut. Drei Obusanhänger der Bauart Schumann ergänzten den Betrieb.

Die MAN lieferte vier Obusse der „Normgröße I“, ausgestattet von Siemens-Schuckert, mit einer ungewöhnlichen Konstruktion für die Stromabnehmerstangen, die das Umsetzen auf freier Strecke erleichterte. Die Wagen mit einer Länge von 9,35 m boten 44 Fahrgästen Platz und verkürzten die Fahrzeit von 39 auf 28 Minuten. Für die Stromversorgung sorgte das Unterwerk Vallendar (550 kW) sowie das neue Unterwerk Höhr (240 kW).

Die Umstellung weiterer Strecken begann nach 1950. Die Linien 7/8 erhielten 1953 und 1954 Obusbetrieb bis nach Bendorf-Sayn, wodurch das Netz auf 30,2 km anwuchs und die Linienlänge insgesamt 49,4 km erreichte. Bereits 1949 war die Linie 12 mit 2,5 km Länge in Betrieb gegangen. Dabei mussten die ersten Obusse zunächst mit LKW zum Betriebshof geschleppt werden, bis 1950 eine Zufahrtsstrecke über Bahnhof- und Schützenstraße fertiggestellt war. Der Obusbetrieb auf den rechtsrheinischen Abschnitten war häufig durch Hochwasser, Frost und Erdrutsche gestört. Auch die Linien 9 und 10 wurden entsprechend angepasst; die Linie 9 nach Arenberg erhielt 1958 einen neuen Obus und ein Unterwerk in Oberniederberg.

Mit der Erweiterung des Obusnetzes stellten sich Fragen zur Fahrzeugbeschaffung. MAN entwickelte in Zusammenarbeit mit Kässbohrer die Modellreihe MKE, die zwischen 1951 und 1955 von der KEVAG in 17 Exemplaren beschafft wurde. Ab 1958 wurden acht weitere Fahrzeuge von der Kölner Firma Bauer geliefert. Anhänger wurden aus Sicherheitsgründen ab 1960 schrittweise abgeschafft, was die Einführung größerer Fahrzeuge wie Gelenkbusse vorbereitete. Trotz steigender Kapazität war der Obus der Straßenbahn in Geschwindigkeit und Kapazität überlegen: Ein MKE-Bus transportierte 70–80 Fahrgäste mit nur einem Fahrer, während die Straßenbahn für 50 Fahrgäste Fahrer und Schaffner benötigte.

Mit dem Rückgang der Fahrgastzahlen ab 1961 auf 4,1 Millionen und dem Einmannwagenbetrieb ab 1962 begann der schrittweise Ersatz durch Dieselbusse. Zunächst wurde 1968 die Linie 12 auf Dieselbusse umgestellt, 1969 folgte die Linie Vallendar–Höhr-Grenzhausen. Die Linien 7, 8 und 9 blieben bis 1970 im Obusbetrieb, ehe am 1. August 1970 die Linie Ehrenbreitstein–Bendorf-Sayn endgültig auf Dieselbusse umgestellt wurde. Damit endete auch der bundesweit letzte Obus-Anhängereinsatz. Der Abbau der Fahrleitungen begann im Frühjahr 1971 und dauerte mehrere Monate.

Ein letzter Versuch, elektrische Mobilität in Koblenz zu erhalten, erfolgte 1971 mit dem einjährigen Einsatz eines batteriebetriebenen MAN-Elektrobusses. Das Fahrzeug erwies sich jedoch als unpraktisch, da die Batterien nach nur 50 km gewechselt werden mussten. Die Wiederbelebung des elektrischen Nahverkehrs in Koblenz war gescheitert, obwohl die Technologie künftig wieder an Bedeutung gewinnen sollte.


Quellen:

Die „Elektrisch“ an Rhein, Mosel und Lahn
Eine Zeitreise mit Straßenbahn und Obus in und um Koblenz
Autoren: Eckehard Frenz, Rolf Präuner, Wolfgang R. Reimann
© Autorengemeinschaft GbR Frenz und Reimann, Gütersloh 2009
ISBN 978-3-9800158-8-2

Horchheim – 200 Jahre Ortsgeschichte 1800 – 2000
Vom Dorf zum Stadtteil von Koblenz
Autor: Hans Lehnet, Koblenz-Horchheim
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e.V., 2002

Horchheim 1214 – 2014
Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Pfarrei
Redaktion: Hans Josef Schmidt
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei
ISBN: 978-3-00-045925-2


Text: Andreas Weber