Orts­ge­schich­te Horch­heim

5.000 v. Chr.

Aus die­ser Zeit stammt eine Axt, die auf der Horch­hei­mer Höhe gefun­den wur­de.

8./9. Jahr­hun­dert n. Chr.

Grün­dung einer früh­mit­tel­al­ter­li­chen Hof­stel­le in Horch­heim.

1.800–750 v. Chr.

Meh­re­re Sied­lungs­stel­len sind für Horch­heim nach­ge­wie­sen.

2.–4. Jahr­hun­dert n. Chr.

Eine römi­sche Vil­len­an­la­ge mit Bade­trakt und ein römi­scher Guts­hof lie­gen auf Horch­hei­mer Gebiet.

Aus die­ser Zeit stammt eine Axt, die auf der Horch­hei­mer Höhe gefun­den wur­de

Meh­re­re Sied­lungs­stel­len sind für Horch­heim nach­ge­wie­sen.

Eine römi­sche Vil­len­an­la­ge mit Bade­trakt und ein römi­scher Guts­hof lie­gen auf Horch­hei­mer Gebiet.

Orts­ge­schich­te — Chro­nik 800 Jah­re Horch­heim

Hans Josef Schmidt — Ent­nom­men der Fest­schrift “Horch­heim 1214 — 2014”

Geschich­te der Katho­li­schen Pfar­rei St.  Maxi­min und des Stadt­tei­les Koblenz-Horch­heim aus Anlass des 800-jäh­ri­gen Bestehens der Pfar­rei

Her­aus­ge­ber: Hei­mat­freun­de Horch­heim e. V.
in Ver­bin­dung mit dem Orts­ring und der Pfar­rei

Horch­heim Orts­ge­schich­te Chronik.pdf

5.000 v. Chr.: Aus die­ser Zeit stammt eine Axt, die auf der Horch­hei­mer Höhe gefun­den wur­de.

1.800–750 v. Chr.: Meh­re­re Sied­lungs­stel­len sind für Horch­heim nach­ge­wie­sen.

2.–4. Jahr­hun­dert n. Chr.: Eine römi­sche Vil­len­an­la­ge mit Bade­trakt und ein römi­scher Guts­hof lie­gen auf Horch­hei­mer Gebiet.

8./9. Jahr­hun­dert n. Chr.: Grün­dung einer früh­mit­tel­al­ter­li­chen Hof­stel­le in Horch­heim.

1130: Ältes­ter Nach­weis eines Got­tes­hau­ses.

1189: Der Ort wird als Horeg­heym erwähnt.

 1130:  Ältes­ter Nach­weis eines Got­tes­hau­ses.

1189: Der Ort wird als Horeg­heym erwähnt.

1191: Bru­no, künf­ti­ger Erz­bi­schof von Köln, bekun­det, dass ein gewis­ser Gott­schalk die Abtei Alten­berg durch ein Dar­le­hen von 300 Mark aus größ­ter Geld­not befreit hat. Außer­dem belehnt Abt Gozwin den Gott­schalk zur Beloh­nung mit einer Ren­te von vier Fudern bes­se­ren Weins aus dem Hof zu Horch­heim. Die­ser Hof wird spä­ter Mit­tel­punkt des rei­chen Besit­zes des Klos­ters in und um Horch­heim.

1204: In einer Urkun­de des Gene­ral­ka­pi­tels der Prä­mons­tra­ten­ser, die fest­legt, in wel­chen Orten die bei­den Prä­mons­tra­ten­ser­ab­tei­en Rom­mers­dorf und Sayn Güter erwer­ben dür­fen, wird Horch­heim als Pfar­rei erwähnt. Erst 10 Jah­re spä­ter aber wird Horch­heim erst eine im kir­chen­recht­li­chen Sin­ne selb­stän­di­ge Pfar­rei.

Um 1220: Nach dem Liber anna­li­um, dem Güter­ver­zeich­nis des Bis­tums Trier, gehört Horch­heim zum Fis­kal­be­zirk Koblenz.

1222: In einer Urkun­de wird Johann von Horch­heim erwähnt, ein Kon­ver­se im Klos­ter Alten­berg, „so in des Klos­ters Hofe zu Horch­heim“ dien­te.

1256: Am 12. Mai wer­den die Rit­ter Anselm und Wik­her von Horch­heim durch Schieds­spruch ver­pflich­tet, auf die dem Klos­ter Alten­berg durch Eber­hard von Horch­heim über­tra­ge­nen Güter Ver­zicht zu leis­ten.

1282: Ger­hard von Diez geneh­migt, dass Hell­wig und Uda von Horch­heim ihre Güter in Horch­heim der Abtei Alten­berg schen­ken.

1295: In einem Kauf­ver­trag vom 7. Sep­tem­ber zwi­schen der Wit­we des Rit­ters Hen­ry Wyße zu Horch­heim und einem Bür­ger zu Koblenz wird Adolf Print zu Horch­heim als Zeu­ge genannt.

1302: Graf Ger­hard von Diez ver­kauft den Gebrü­dern Her­mann und Hein­rich von Hel­fen­stein die Vog­tei zu Horch­heim mit der Bedin­gung, dass Her­manns Nach­kom­men die für ihre Hälf­te der Vog­tei Lehns­diens­te leis­ten müs­sen.

1333: Am 15. Sep­tem­ber löst Graf Emi­cho von Nas­sau den Zehn­ten zu Horch­heim wie­der ein, wel­cher einst sei­ner an Ger­hard von Schöneck ver­mähl­ten Schwes­ter als Mit­gift ver­schrie­ben und durch deren Toch­ter Mar­ga­re­tha an deren Gemahl, den Gra­fen Sieg­fried von Witt­gen­stein, gekom­men ist.

1336: Die Prä­mons­tra­ten­ser­ab­tei Flor­ef­fe bei Namur ver­erb­pach­tet einen Hof in der Engels­gas­se dem Wäpp­ling Johann von Brei­sig.

1347: Am 20. April fal­len in der Schlacht bei Grenzau – Kur­fürst Bal­du­in von Trier kämpft gegen Graf Rein­hard von Wes­ter­burg – 172 Bür­ger aus Koblenz. Unter den Gefal­le­nen befin­det sich auch ein Hein­rich von Ercke­bach aus Horch­heim.

1388: Am 4. Juni ver­kau­fen der Wäpling Hein­rich von Lay und sei­ne Frau Else, wohn­haft zu Güls, dem St.-Kastor-Stift zu Koblenz zwei Hof­rai­ten und Woh­nun­gen nebst Gar­ten und Wein­gar­ten am obe­ren Ende Horch­heims für 750 schwe­re klei­ne gute Main­zer Gul­den. Der Hof liegt in der ehe­ma­li­gen Kas­tor­stra­ße, der heu­ti­gen Mees­stra­ße.

1405: In einer Urkun­de vom 16. Janu­ar, aus­ge­stellt von Erz­bi­schof Wer­ner von Trier, wird die Johan­nis­kir­che in Nie­der­lahn­stein als „eccle­sia paro­chia­lis“ (Pfarr­kir­che) von Horch­heim erwähnt.

1481: Die Fami­lie der Print von Horch­heim schließt mit dem Gra­fen von Nas­sau einen Ver­trag über den Halb­teil am Röder­zehn­ten zu Horch­heim. Es han­delt sich dabei um gero­de­tes Wald­land, das den Bür­gern gegen Abga­be von einem Zehn­tel der Ern­te über­las­sen wird.

1492: Wil­helm und Erb­mar­schalk Johann von Hel­fen­stein ent­las­sen die Güter, wel­che die Abtei auf dem Jakobs­berg bei Mainz von den Rit­tern von Sel­bach erwor­ben hat, aus der Lehns­ver­bind­lich­keit.

1501: Am 3. März erwirbt Johann von Hel­fen­stein von sei­nem Vet­ter Wil­helm von Hel­fen­stein alle Güter „byn­nen dem dorff in der gemarck und gericht zu Horch­heim, das sein hoch­ge­richt, huiss, hoiff, win­g­ar­ten, ecker, fel­de, wis­sen, was­ser, wei­de“ für 150 Gold­gul­den. Damit ist Johann bis auf ein Vier­tel, das die Bran­den­bur­gi­schen Erben besit­zen, im Allein­be­sitz der Horch­hei­mer Vog­tei.

1582: Durch Ver­mitt­lung Erz­bi­schofs Johann von Schön­berg eini­gen sich die Horch­hei­mer mit den Nie­der­lahn­stei­nern, dass sie für 100 Taler von ihrer Pflicht, zum Bau der Nie­der­lahn­stei­ner Pfarr­kir­che bei­zu­tra­gen, befreit wer­den.

1587: Am 29. Okto­ber ver­kauft Simon Schöne­cker, Pfar­rer in Horch­heim, das alte Pfarr­haus an August Schwei­kert.

1594: Zwei Mit­glie­der der Fami­lie Print von Horch­heim ver­kau­fen ihren Horch­hei­mer Besitz an Georg Hans von Reif­fen­berg. Für einen Betrag von 12.000 Gul­den wech­seln u. a. der Anteil am Hafer­zehn­ten, ein Fuder Wein und Lie­gen­schaf­ten den Besit­zer.

1595: Georg Hans von Reif­fen­berg und Hans Phil­ipp von Hed­des­dorf neh­men Besitz von ihren lan­des- und grund­herr­schaft­li­chen Gerecht­sa­men.

1607: Am 10. Dezem­ber stirbt im Alter von 90 Jah­ren Anna Meser aus Horch­heim, die ers­te Äbtis­sin des Zis­ter­zi­en­se­rin­nen­klos­ters auf dem Nie­der­werth. Ihr Grab­stein ist heu­te noch im Klos­ter­hof auf Nie­der­werth zu sehen.

1710: Am 8. Sep­tem­ber ertrin­ken im Rhein bei Horch­heim 11 Per­so­nen aus Kell auf der Rück­fahrt von einer Wall­fahrt nach Born­ho­fen. Ein Basalt­kreuz in Pfaf­fen­dorf erin­nert heu­te noch dar­an.

1727: Die Fami­lie von Eyß aus Val­len­dar kommt durch die Hei­rat des Johann Mathi­as von Eyß mit einer Toch­ter des Hau­ses von Sole­ma­cher in den Besitz des Burg­hau­ses, wel­ches frü­her im Besitz der Fami­lie von Hed­des­dorf bzw. der Her­ren von Hel­fen­stein war.

1740: Johan­nes Pabst aus Ehren­breit­stein gießt eine wei­te­re Glo­cke für die Kir­che. Die Horch­hei­mer nen­nen sie das „Schul­glö­cken“. Geweiht ist es dem Hl. Fran­zis­kus.

1744: Das Kir­chen­buch stellt die Pro­zes­si­on nach Born­ho­fen als eine alte Gewohn­heit dar. Der dama­li­ge Pas­tor erhält als „Rei­se­geld“ 12 Albus.

1761: Am 16. März wird der Grund­stein für die zu Ehren der Schmerz­haf­ten Mut­ter errich­te­te von Eyß­sche Kapel­le von Pas­tor Karl Ernst Saurborn gelegt. Die Ein­seg­nung durch den Trie­rer Erz­bi­schof erfolgt noch im glei­chen Jahr. Am 29. Sep­tem­ber errich­tet man in die­ser Kapel­le einen Kreuz­weg.

1785: Beim Durch­marsch der kai­ser­li­chen Trup­pen neh­men der Gene­ral­stab und sämt­li­che Trup­pen von Nie­der- und Ober­lahn­stein sowie Horch­heim am 23. Janu­ar an einem Got­tes­dienst in der von Eyß­schen Kapel­le teil.

1803: Durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss vom 25. Febru­ar kommt Horch­heim mit dem Amt Ehren­breit­stein in den Besitz des Fürs­ten Fried­rich Wil­helm von Nas­sau-Weil­burg.

1806: Durch einen Ver­trag vom 30. August wer­den die Gebie­te des Hau­ses Nas­sau-Weil­burg mit denen des Hau­ses Nas­sau-Usin­gen zum Her­zog­tum Nas­sau ver­ei­nigt.

1811: Im „berühm­tes­ten Wein­jahr des Jahr­hun­derts“ fin­det die Lese aus­nahms­wei­se früh statt. In der Kel­ter­zeit sol­len nur weni­ge Män­ner in Horch­heim über die Stra­ße gegan­gen sein, die nicht einen klei­nen oder grö­ße­ren Rausch gehabt hät­ten.

1815: Auf dem Wie­ner Kon­gress wer­den die poli­ti­schen Ver­hält­nis­se in Euro­pa neu geord­net. Durch Tausch­ver­hand­lun­gen mit Nas­sau kommt Horch­heim mit dem Amt Ehren­breit­stein am 31. Mai in preu­ßi­schen Besitz.

1818: Der Regie­rungs­rat Josef Jakob von Coll erwirbt von dem Hol­län­der von Ame­ron­gen das frü­her den Prin­ten von Horch­heim gehö­ren­de Haus, die spä­te­re Vil­la Mar­ka­na.

1819: Am 22. März wird mit dem Abbruch der seit dem 16. August 1817 wegen Bau­fäl­lig­keit geschlos­se­nen alten Kir­che begon­nen. Die Grund­stein­le­gung für die neue Kir­che erfolgt am 29. Mai, dem Fest des Kir­chen­pa­trons St. Maxi­min.

1827: Der Kom­po­nist Felix Men­dels­sohn Bar­thol­dy weilt zum ers­ten Mal als Gast bei sei­nem Onkel im Wein­gut der Fami­lie. In einem Brief an sei­ne Eltern beschreibt er die schö­nen Erleb­nis­se bei der Wein­le­se.

1839: Am 18. Juni wird dem Karl Göbel beim Schro­ten eines Stück­fas­ses Wein aus dem Kel­ler des Herrn von Men­dels­sohn durch Her­ab­rol­len des Fas­ses in den Kel­ler das rech­te Bein zer­schmet­tert. Göbel, ver­hei­ra­tet und Vater von 4 Kin­dern, erliegt am 27. Juni im Koblen­zer Hos­pi­tal sei­nen schwe­ren Ver­let­zun­gen.

1844: Am 29. Juli stürzt der „Horch­hei­mer Turm“ der Johan­nis­kir­che in Nie­der­lahn­stein ein. Der schlan­ke Nord­turm die­ses alten Got­tes­hau­ses war das äuße­re Zei­chen für die zeit­wei­li­ge pfarr­li­che Zuge­hö­rig­keit Horch­heims zur Pfar­rei Nie­der­lahn­stein. Jahr­hun­der­te­lang hat­ten die Horch­hei­mer zur Unter­hal­tung die­ses Turms bei­getra­gen.

1847: Horch­heim freut sich über ein reich­li­ches Obst­jahr. Gan­ze Schiffs­la­dun­gen wer­den am Rhein zum Trans­port nach Frank­furt a. M. ver­la­den. In die­sem Jahr wird auch die Stra­ße von Horch­heim nach Pfaf­fen­dorf umge­baut.

Am 8. Okto­ber befin­det sich „der gelehr­te Freund und wirk­li­che Gehei­me Rath unse­res Königs, Herr Alex­an­der von Hum­boldt, einer der Hero­en der jet­zi­gen Gelehr­ten-Welt“ zu Besuch bei Herrn Pro­fes­sor Men­dels­sohn auf des­sen Gut in Horch­heim.

1848: Am 25. März fin­det „die fei­er­li­che Auf­pflan­zung der deut­schen Natio­nal­fah­ne statt. Wenn auch nicht mit Musik wie hier (Koblenz), so zogen doch sämt­li­che Bür­ger, die Orts­be­hör­de an der Spit­ze, und nach­dem eini­ge Reden über die Bedeu­tung des Fes­tes an sie gehal­ten wor­den, durch das Dorf, wäh­rend des­sen der dort bestehen­de Gesang­ver­ein durch Absin­gung deut­scher Vater­län­di­scher Lie­der das Fest erhöh­te. Die Fah­ne wur­de unter vie­len Vivats und Böl­l­er­sal­ven auf­ge­pflanzt“.

Die zu Beginn des 19. Jahr­hun­derts gegrün­de­te Schä­fe­rei-Genos­sen­schaft muss auf Grund einer Inter­ven­ti­on vie­ler Geg­ner und Fein­de der Schaf­hal­ter auf­ge­löst wer­den. Sämt­li­che Scha­fe – teil­wei­se wur­den im Wald ca. 400 Scha­fe gehal­ten – wer­den ver­kauft. An den 1819 erbau­ten Schaf­stall erin­nert heu­te nur noch ein Distrikt­na­me.

1865: Zwei Dern­ba­cher Schwes­tern bezie­hen eine Vier­zim­mer­woh­nung, die die Fami­lie Men­dels­sohn in ihrem Haus Erben­stra­ße 8 zur Ver­fü­gung gestellt hat, und ver­sor­gen Kran­ke, Kin­der, Wai­sen­kin­der und Arme.

1868: Unter tat­kräf­ti­ger Füh­rung des 1. Vor­sit­zen­den Kil­li­an wird ein Krie­ger­ver­ein gegrün­det, der zeit­wei­se über 200 Mit­glie­der zählt.

1876: Beim Bau der Eisen­bahn­brü­cke Horch­heim-Ober­werth wer­den im Fluss­bett des Rheins zahl­rei­che römi­sche Mün­zen von Augus­tus bis auf Marc Aurel und von Tetri­cus bis auf Arca­di­us gefun­den. Die­ser Fund lässt dar­auf schlie­ßen, dass in römi­scher Zeit eine Rhein­fäh­re von Horch­heim nach dem Ober­werth bestan­den hat.

1884: Johann Bap­tist von Eyß, seit 1875 Gemein­de­vor­ste­her, muss infol­ge fort­ge­schrit­te­nen Alters und Krank­heit sei­nen Dienst auf­ge­ben. Von Eyß hat­te das Amt des Gemein­de­vor­ste­hers bereits von 1863 bis 1869 inne gehabt.

1886: Dechant Chris­ten kauft von dem zur Stif­tung eines Kran­ken- und Armen­hau­ses hin­ter­las­se­nen Ver­mächt­nis der ver­stor­be­nen Frau Leid­ner und von einer Schen­kung der Fami­lie von Men­dels­sohn ein grö­ße­res Haus in der Haupt­stra­ße, heu­te Emser Stra­ße. Das Haus erhält den Namen St.-Josephs-Haus.

1888: Auf Anre­gung des Gemein­de­ver­ord­ne­ten und Prak­ti­schen Arz­tes Dr. Juli­us Schmidt (1817–1899) wird eine Was­ser­lei­tung ange­legt. Dr. Schmidt, Besit­zer der Vil­la Mar­ka­na, stand bei den Horch­hei­mern als Wohl­tä­ter und „einer unse­rer bes­ten Bür­ger“ in hohem Anse­hen.

1902: Am 1. Mai wird Horch­heim an das Netz der Koblen­zer Stra­ßen­bahn­ge­sell­schaft ange­schlos­sen. Der Eisen­bahn­tun­nel nach Pfaf­fen­dorf ist voll­endet und kann am 1. Okto­ber dem Ver­kehr über­ge­ben wer­den.

Das Bank­haus Men­dels­sohn in Ber­lin schenkt das Haus und den gro­ßen Park in Horch­heim der Kai­se­rin, die den Besitz den Kai­sers­wert­her Dia­ko­nis­sen über­eig­net.

1907: Im Herbst wird das alte „Schul- und Rat­haus“, 1572 errich­tet, abge­ris­sen und an des­sen Stel­le ein neu­es Post­ge­bäu­de errich­tet.

1917: Das Jahr beginnt mit einem sehr stren­gen Win­ter. Im Janu­ar wer­den minus 15 Grad gemes­sen. Wegen der stren­gen Käl­te und des Man­gels an Brenn­ma­te­ri­al muss die Schu­le vom 7. bis 18. Febru­ar und 20. bis 26. März geschlos­sen wer­den.

1920: Der letz­te Wein­berg, der den Geschwis­tern Hol­ler gehört, wird aus­ge­hau­en. Das wirk­lich aller­letz­te Fass Rot­wein wird im Kir­meszug 1924 auf einem Wagen mit­ge­führt und nach­her in Ori­gi­nal-Vier­tel­chen zum Aus­schank gege­ben. Horch­heim ver­liert sei­ne jahr­hun­der­te­lang bekann­te Tra­di­ti­on als Wein­ort am Mit­tel­rhein.

1922: Die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de Pfaf­fen­dorf erwirbt den ehe­ma­li­gen Alten­ber­ger Hof und rich­tet in dem zer­fal­len­den Gebäu­de eine Kapel­le ein, die den Namen „Luther­ka­pel­le“ erhält.

1928: Am 7. Okto­ber fin­det ein Rad-Quer­feld­ein­ren­nen statt. Das Ren­nen, das durch Pfaf­fen­dorf und Horch­heim führt, wird anläss­lich des Bezirks­fes­tes des Bun­des Deut­scher Rad­fah­rer durch­ge­führt.

1937: Am 1. Juli wird Horch­heim mit sei­nen 3.312 Ein­woh­nern und den Orten Pfaf­fen­dorf, Ehren­breit­stein, Neu­dorf, Nie­der­berg und Met­ter­nich in die Stadt Koblenz ein­ge­mein­det.

1938: Am 20. Juli beschlag­nah­men die Natio­nal­so­zia­lis­ten das Kol­ping­haus mit allen Ein­rich­tun­gen, Möbeln, Vor­rä­ten und Bar­geld. Das Haus, in den letz­ten Kriegs­ta­gen durch Brand­gra­na­ten zer­stört, geht in den Besitz der Stadt Koblenz über. Erst nach einem Pro­zess wird die Kol­ping­fa­mi­lie wie­der Eigen­tü­mer, der Wie­der­auf­bau ist 1952 been­det.

1944: Nach dem gro­ßen Angriff auf Koblenz am 19. April wer­den Sperr­bal­lons zum Schutz der Horch­hei­mer Brü­cke ein­ge­setzt. Frau­en, Kin­der und alte Leu­te wer­den nach Mit­tel­deutsch­land eva­ku­iert, wäh­rend die Zurück­ge­blie­be­nen im Tun­nel oder in Kel­lern Zuflucht neh­men.

Infol­ge des schwe­ren Bom­ben­an­griffs auf Koblenz am 6. Novem­ber wer­den die Seu­chen­kran­ken der Iso­lier­sta­ti­on des Kran­ken­hau­ses Kem­per­hof in das Men­dels­sohn­haus Horch­heim ver­legt. Die­sem Zweck dient das Haus bis Kriegs­en­de.

1945: Am 29. Janu­ar wer­den beim letz­ten Bom­ben­an­griff auf Koblenz in Horch­heim ca. 20 Häu­ser zer­stört und die Pfarr­kir­che schwer getrof­fen.

Am 9. März wird die Eisen­bahn­brü­cke gesprengt.

1952: Die Kir­chen­sta­tis­tik hält fest: 3.200 Katho­li­ken, 1.450 regel­mä­ßi­ge Kir­chen­be­su­cher; 1.400 Oster­kom­mu­nio­nen; 58.000 Kom­mu­nio­nen im Kir­chen­jahr; 54 Tau­fen; 42 Ster­be­fäl­le; 20 Ehe­schlie­ßun­gen.

1960: Nach voll­kom­me­nem Umbau, der Erwei­te­rung und Moder­ni­sie­rung wird das Kran­ken­haus sei­ner Bestim­mung über­ge­ben.

Im Tur­ner­heim gas­tie­ren die Schwarz­meer-Kosa­ken unter Lei­tung von Ser­gej Hor­ben­ko.

1961: Die neue zwei­glei­si­ge Eisen­bahn­brü­cke wird am 30. April in Betrieb genom­men.

1962: Ein Horch­hei­mer macht Koblenz zur Groß­stadt. Mit der Ein­tra­gung des am 27. Juni gebo­re­nen Ste­fan Rein­hold Zim­mer­mann in das Ein­woh­ner­re­gis­ter der Stadt wird Koblenz an 54. Stel­le in den Kreis der deut­schen Groß­städ­te auf­ge­nom­men.

1964: Ende Mai, Anfang Juni steht ganz Horch­heim Kopf: Die Pfarr­ge­mein­de fei­ert ihr 750-jäh­ri­ges Bestehen in Erin­ne­rung an die Ver­lei­hung des Tauf- und Begräb­nis­rech­tes durch Papst Inno­zenz III. am 7. März 1214.

1966: Am 3. Juli ver­wan­delt ein Wol­ken­bruch die Stra­ßen in ein „Klein-Vene­dig“. Die stür­zen­den Was­ser­mas­sen las­sen Kanal­de­ckel wie Streich­holz­schach­teln durch die Luft wir­beln. In der neu­en Volks­schu­le steht die Flut zwei Meter hoch.

1967: Im Febru­ar wird dem 66-jäh­ri­gen Son­der­schul­rek­tor a. D. Vik­tor Holl in Aner­ken­nung sei­ner päd­ago­gi­schen Ver­diens­te um das schwer erzieh­ba­re und geis­tig behin­der­te Kind das Bun­des­ver­dienst­kreuz ver­lie­hen.

1968: Am 14. Juli wird die neue Bau­stel­le der Christ­li­chen Sied­ler­ver­ei­ni­gung ein­ge­seg­net. Gleich­zei­tig erfolgt der ers­te Spa­ten­stich am Bir­ken­kreuz auf dem Aar­fel­der Kopf.

1969: Die Süd­brü­cke bricht sich Bahn. In der Emser Stra­ße wird eines der ers­ten Häu­ser, das Hotel „Lin­den­hof“ mit Saal­bau „Alham­bra“, abge­ris­sen.

1970: Am 25. März brennt das Men­dels­sohn-Stift. Zurück bleibt nur die halb aus­ge­brann­te Rui­ne eines der schöns­ten und ältes­ten Häu­ser, die dann schließ­lich abge­ris­sen wird.

1971: Am 20. März eröff­net der „Eltern­kreis Pro­gres­si­ver Kin­der­gar­ten Mit­tel­rhein“ im Gebäu­de der Alten Post einen anti­au­to­ri­tä­ren Kin­der­gar­ten. Als Trä­ger fun­giert die Arbei­ter­wohl­fahrt Bezirk Rhein­land-Hes­sen-Nas­sau. Unter Ver­zicht auf „über­flüs­si­ge Ge- und Ver­bo­te sol­len die Kin­der nach ihrem per­sön­li­chen Wil­len geführt und geför­dert wer­den“.

Mit dem Abbruch des Gebäu­de­kom­ple­xes „Vil­la Mar­ka­na“ geht eines der letz­ten gro­ßen his­to­ri­schen Gebäu­de ver­lo­ren. Auf dem Gelän­de wer­den zwei Wohn­blocks mit ins­ge­samt 15 moder­nen 2‑, 3- und 4‑Zimmerwohnungen errich­tet.

1973: Der Zivil­cou­ra­ge eini­ger Bür­ger ist es zu ver­dan­ken, dass das Hei­li­gen­häus­chen in der Alten Heer­stra­ße nicht abge­ris­sen wird. Eine zu die­sem Zweck gebil­de­te Bür­ger­initia­ti­ve erreicht sogar, dass das aus dem 17. Jahr­hun­dert stam­men­de Klein­od mit einer neu­en Schutz­mau­er und Grün­an­la­ge umge­ben wird.

1974: Die „Alte Post“ wird ab April Treff­punkt und Nach­rich­ten­bör­se für Senio­ren. Die Alten­be­geg­nungs­stät­te läuft unter der Regie der Arbei­ter­wohl­fahrt.

1976: Am 25. Sep­tem­ber wird der neu gestal­te­te Men­dels­sohn­park mit einem Park­fest von Ober­bür­ger­meis­ter Wil­li Hör­ter sei­ner Bestim­mung über­ge­ben. Der Park soll eine Stät­te der Begeg­nung und Erho­lung wer­den.

1979: Im Juni wird nach lang­jäh­ri­gem Rin­gen um den Erhalt des Klein­ods das belieb­te Hei­li­gen­häus­chen in der Alten Heer­stra­ße fei­er­lich wie­der ein­ge­weiht.

1980: Die Kir­mes wird zum ers­ten Mal im Men­dels­sohn­park gefei­ert.

1981: Im Juni wird der Aus­sichts­turm am Lich­ter­kopf der Bevöl­ke­rung zugäng­lich gemacht.

Im Sep­tem­ber erhal­ten die Horch­hei­mer end­lich ihre lang ersehn­te Sport­hal­le in der Erben­stra­ße.

1982: Das Fach­werk­haus Emser Stra­ße 341 (neben der heu­ti­gen Römer-Apo­the­ke) wird abge­ris­sen und muss einem Super­markt mit Park­platz wei­chen, soll aber im Frei­licht­mu­se­um Sobern­heim wie­der auf­ge­baut wer­den.

1983: Der Män­ner­chor Horch­heim fei­ert sein 100-jäh­ri­ges Jubi­lä­um.

Die Pfarr­kir­che erhält einen neu­en Altar mit bibli­schen Sze­nen zur The­ma­tik der Eucha­ris­tie­fei­er. Geschaf­fen wur­de das Kunst­werk von Gold­schmie­de­meis­ter und Bild­hau­er Josef Wel­ling, der die Tex­te der Hei­li­gen Schrift in Bil­der und Plas­ti­ken umsetz­te.

1984: Im Sep­tem­ber wird das von Gold­schmie­de­meis­ter und Bild­hau­er Josef Wel­ling gestal­te­te Men­dels­sohn-Bar­thol­dy-Denk­mal der Öffent­lich­keit über­ge­ben.

1988: Im Janu­ar erhitzt die Schlie­ßung des Kran­ken­hau­ses die Gemü­ter. Alle wol­len das ein­zi­ge Kran­ken­haus auf der rech­ten Rhein­sei­te erhal­ten, nur die Main­zer Minis­te­ri­al­bü­ro­kra­tie ist dage­gen. Im Juni steht fest: Das St.-Josef-Krankenhaus muss sei­ne Pfor­ten schlie­ßen.

1987: Im Mai wird nach fast sechs­jäh­ri­gen Bau­ar­bei­ten die neue Orgel ein­ge­weiht. Die Orgel umfasst jetzt 33 Regis­ter, 2.321 Pfei­fen und drei Manua­le.

1991: Im Janu­ar kann die St.-Sebastianus-Bruderschaft auf 500 Jah­re ihres Bestehens zurück­bli­cken.

Im Sep­tem­ber grün­den sich die Hei­mat­freun­de Horch­heim.

Im Okto­ber wird der Koblen­zer Kul­tur­preis an den gebür­ti­gen Horch­hei­mer Pla­kat­künst­ler und Gra­phi­ker Wil­helm Zim­mer­mann ver­lie­hen.

1993: Die Hei­mat­freun­de begin­nen mit der Reno­vie­rung des neu erwor­be­nen Hau­ses in der Alten Heer­stra­ße. Nach 1.500 ehren­amt­li­che geleis­te­ten Stun­den wird das Orts­mu­se­um im Okto­ber der Bevöl­ke­rung zugäng­lich gemacht.

1997: Der BBC Horch­heim steigt in die Regio­nal­li­ga auf und wird Pokal­sie­ger.

2001: Im Janu­ar blickt das Unter­neh­men J. J. Brühl auf 125 Jah­re Fir­men­ge­schich­te zurück.

2002: Mit einem fest­li­chen Hoch­amt im Dezem­ber fei­ert die Kol­ping­fa­mi­lie ihr 125-jäh­ri­ges Bestehen.

2003: Die Kir­mes­ge­sell­schaft kann auf ihr 75-jäh­ri­ges Bestehen zurück­bli­cken.

2014: Die Pfar­rei St. Maxi­min fei­ert ein Jahr lang ihr 800-jäh­ri­ges Bestehen mit zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen. Aus die­sem Anlass erscheint eine von den Hei­mat­freun­den in Ver­bin­dung mit dem Orts­ring und der Pfar­rei her­aus­ge­ge­be­ne Fest­schrift.