Die Straßenbahn in Koblenz und Horchheim – Geschichte und Erinnerungen

Die Anfänge: Pferdebahn in Koblenz (1887–1901)

Koblenz begann vergleichsweise spät mit dem Aufbau eines schienengebundenen Nahverkehrs. Während in anderen deutschen Städten bereits zahlreiche Pferdebahnen verkehrten, war die Garnisons- und Festungsstadt zunächst wenig attraktiv für private Investoren. Erst 1883 entwickelten die Kölner Unternehmer Alexander von Stülpnagel und Wilhelm von Tippelskirch erste Pläne für eine Pferdebahn, die sowohl die Schiffsanlegestellen als auch den Moselbahnhof an die Stadt erschließen sollte. Nach Genehmigung durch den Stadtrat und der Gründung der „Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft“ im September 1886 begannen Anfang 1887 die Bauarbeiten.

Am 25. Mai 1887 eröffnete die erste Linie, die vom Rhein über den Görresplatz bis ans Löhrtor führte und später bis zum Hauptbahnhof verlängert wurde. Bereits im selben Jahr nahm auch die zweite Linie ihren Betrieb auf, zunächst zwischen Görresplatz und Pappel-Rondell, bald bis zum Schützenhof erweitert. In den folgenden Jahren wuchs das Netz weiter, Verbindungen führten nach Laubach, Königsbach, Stolzenfels und schließlich 1897 über die Mosel nach Lützel und Neuendorf. Mit einer Gesamtlänge von 12,13 Kilometern erreichte das Koblenzer Pferdebahnnetz seine größte Ausdehnung.

Die Pferdebahn beförderte Personen in 25 Wagen, darunter einige offene Sommerwagen, und ab 1890 auch Güter, beispielsweise für das Gaswerk und die Königsbacher Brauerei. Am 27. Januar 1901 endete der Betrieb der Pferdebahn, während bereits die ersten elektrischen Straßenbahnlinien verkehrten. Viele der Wagen wurden noch als Beiwagen weitergenutzt, bis sie schrittweise aus dem Verkehr gezogen wurden.

Die Elektrische Straßenbahn und der Ausbau nach Horchheim (1902–1945)

Die Elektrifizierung der Koblenzer Straßenbahn begann 1899 und machte den Nahverkehr schneller, leistungsfähiger und zuverlässiger. Charakteristisch waren die zahlreichen eingleisigen Abschnitte und der Rollenstromabnehmer, der den Strom von der Oberleitung aufnahm. Die Koblenzer Straßenbahn war ein technisches Vorreiterprojekt, das gleichzeitig die Stromversorgung der Stadt mit ausbaute.

Am 1. Mai 1902 wurde Horchheim an das Koblenzer Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Linie 10 verband fortan den Ort Horchheim über Pfaffendorf mit Koblenz und erreichte später Niederlahnstein. Die Strecke führte zunächst über die Pfaffendorfer Brücke, wo ein Umsetzen notwendig war, bevor ab 1905 eine direkte Rampe nach Horchheim genutzt werden konnte. Die Strecke wurde 1933 bis nach Oberlahnstein verlängert, nachdem die neue Lahnbrücke gebaut war. Eine geplante Weiterführung nach Braubach wurde nie umgesetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Gleise, Oberleitungen und Wagenpark stark beschädigt, doch bereits ab April 1945 rollten die Straßenbahnen wieder auf fahrbereiten Strecken.

Vom Rhein zur Lahn: Die Linie 10

Die Planung der Linie 10 begann um die Jahrhundertwende, zunächst von einer Berliner Firma. Nach Übernahme der Genehmigungen durch die Koblenzer Straßenbahngesellschaft wurde die Strecke vom Mainzer Tor über die Pfaffendorfer Brücke nach Horchheim am 5. Mai 1902 eröffnet.

Die Linie 10 fuhr im 10- bis 20-Minuten-Takt und war dank eigener Abschnitte auf separatem Bahnkörper weitgehend störungsfrei. Ausweichstellen ermöglichten den Gegenverkehr auf den eingleisigen Abschnitten, unter anderem an der Pfaffendorfer Schule, am Horchheimer Kloster und bei Niederlahnstein.

Die Linie 10 erfreute sich großer Beliebtheit. Im Sommer kamen offene Wagen zum Einsatz, besonders bei Kindern waren sie beliebt. Die Straßenbahn war für viele Bürger ein unverwechselbarer Bestandteil des Stadtbildes. Das Quietschen der Räder in den Kurven, das Bimmeln der Glocken zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer und die sichtbaren Gleise im Straßenkörper prägten den Alltag. Kinder legten oft ihr Ohr auf die Schienen, um das Herannahen der „Elektrischen“ frühzeitig zu hören.

Für Bahnfreunde hatte die Strecke wegen des parallelen Verlaufs zum Rhein und der teilweise eigenständigen Trasse einen besonderen Reiz. Pro Jahr legten die Wagen auf der Linie über 300.000 Kilometer zurück.

Niedergang der Straßenbahn (1941–1967)

Schon während des Zweiten Weltkriegs kam es zu ersten Kürzungen. 1941 wurde die Strecke Vallendar–Höhr-Grenzhausen eingestellt und durch einen Obus ersetzt – der Beginn der Oberleitungsbus-Ära. Luftangriffe 1944/45 unterbrachen linksrheinisch das Netz, rechtsrheinisch konnte zunächst weitergefahren werden. Nach Kriegsende wurden die wichtigsten Strecken schrittweise reaktiviert.

Ab Mitte der 1950er Jahre begann der endgültige Niedergang. Die Linien wurden sukzessive stillgelegt: 1956 endete der Betrieb auf der Linie 10, die letzten Streckenabschnitte der Innenstadtlinien 1 und 2 blieben bis 1967 erhalten. Am 19. Juli 1967 wurde die Straßenbahn endgültig eingestellt. Der Obusbetrieb überdauerte die Straßenbahn nur um etwa drei Jahre, 1970 wurde auch dieser eingestellt. Seitdem werden die Menschen in Koblenz und Horchheim ausschließlich von Omnibussen befördert.

Erinnerungen in Horchheim

Die Straßenbahn prägte nicht nur das Ortsbild, sondern auch die Erinnerungen vieler Horchheimer. Die Linie 10 führte unterhalb der Eisenbahnbrücke entlang, vorbei am Mendelssohnpark und dem damaligen Sportplatz. Die im Straßenkörper verlegten Schienen, die Ausweichstellen und das charakteristische Geräusch der Wagen machten die „Elektrische“ zu einem festen Bestandteil des Alltags. Mit ihrer Einstellung verschwand nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern auch ein Stück gelebter Ortsgeschichte.

Heute erinnert die Haltestelle „Mendelssohn“ am Mendelssohnpark an diese Vergangenheit. Sie wird von mehreren Buslinien angefahren: Die Linie 6/16 der Koblenzer Verkehrsbetriebe fährt von Moselweiß an der Gülser Brücke bis zur Horchheimer Höhe und hält dabei auch am Mendelssohnpark. Zusätzlich bedienen die Stadtbuslinien 1 und 11 diese Haltestelle. Die Linie 1 verbindet Braubach über Oberlahnstein und Niederlahnstein mit Koblenz, unter anderem am Deutschen Eck und Hauptbahnhof, während die Linie 11 von Oberlahnstein nach Koblenz fährt. So bleibt Horchheim heute zuverlässig an die benachbarten Städte angebunden.

Fahrzeuge der Koblenzer Straßenbahn

Die Koblenzer Straßenbahn verfügte über einen bemerkenswert beständigen und charakteristischen Wagenpark, der über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert blieb. Die Fahrzeuge waren überwiegend Zweiachser mit kurzem Radstand und Laternendach. Die Plattformen der ersten Serien waren zunächst offen, wurden später jedoch verglast, während alle ab 1901 gelieferten Triebwagen von Anfang an halbgeschlossene Plattformen besaßen. Türen waren zunächst mit Gittern und Blechen versehen, später wurden sie durch zweiteilige Falttüren ersetzt. Die Fenstergestaltung variierte je nach Baujahr.

Die Anschaffung der Fahrzeuge erstreckte sich über einen Zeitraum von 1899 bis 1914. Die ältesten Wagen stammten von der Waggonfabrik Carl Weyer, die letzten Neubauwagen wurden zwischen 1912 und 1914 geliefert. Die Wagen waren robust konstruiert und passten sich den örtlichen Gegebenheiten an. Trotz ihres hohen Alters von teils über 60 Jahren verkehrten sie bis zur Stilllegung des Straßenbahnbetriebs 1967 zuverlässig.

Die Triebwagen waren in unterschiedlichen Bauarten verfügbar, darunter Abteilwagen („Verwandlungs-“ oder „Allwetterwagen“) mit drei Querräumen, offene Sommertriebwagen und Wagen mit Längssitzen. Insgesamt hatte die Koblenzer Straßenbahn bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs rund 87 Triebwagen und 21 Beiwagen. Während des Krieges wurden zahlreiche Fahrzeuge beschädigt oder zerstört, doch ein Großteil konnte in den Nachkriegsjahren in der eigenen Werkstatt instand gesetzt werden. Ergänzend wurden 1951 gebrauchte Wagen aus Baden-Baden übernommen.

Die Wagen besaßen ein unverwechselbares äußeres Erscheinungsbild: die Frontverglasung reichte bis unmittelbar unter die Dachkante und war durch dünne senkrechte Stege unterteilt. Über dem Scheinwerfer befand sich ein Steckschild mit Liniennummer und Fahrtziel. Koblenz verwendete als eines der letzten Betriebe in Deutschland Stangenstromabnehmer, die ein charakteristisches zischendes Geräusch erzeugten. Später wurden die Fahrzeuge modernisiert, unter anderem durch Leichtmetallfenster, Sicherheitsglas, Teleskopschiebetüren, Schienenbremsen und Bremsleuchten.

Die Triebwagen waren elfenbeinfarben mit grünem Streifen und trugen zunächst die Aufschrift „Koblenzer Straßenbahn Gesellschaft“, später nur noch die Abkürzung „KEVAG“. Beiwagen waren vor allem auf dem rechtsrheinischen Netz im Einsatz. Sie umfassten offene Sommerwagen, geschlossene Standardwagen und Abteilwagen; die letzten Beiwagen wurden 1954 verschrottet.

Die Flotte war durchweg langlebig: Der Wagen 51 beispielsweise fuhr 65 Jahre lang. Trotz des historischen Wertes der Fahrzeuge wurde leider kein Wagen erhalten; die meisten wurden bis 1967 verschrottet.


Die Obuszeit in Koblenz

Die Einführung des Obusbetriebs bei der KEVAG fiel in eine Phase, in der die Stilllegung von Straßenbahnstrecken politisch unterstützt wurde, um der zunehmenden Individualmotorisierung Raum zu geben. Zudem machte der kriegsbedingte Mangel an Stahl größere Gleiserneuerungen unmöglich. Bereits während der NS-Zeit hatten erste Obusversuche in Mettmann und Idar-Oberstein stattgefunden; 1941 kamen die Betriebe in Gießen, Siegen, Pirmasens und Koblenz hinzu. Ein wesentlicher Vorteil des Oberleitungsomnibusses lag, ähnlich wie bei der Straßenbahn, in der Energieversorgung aus heimischer Kohle. Auch das Problem der Bereifung war durch die Verwendung von synthetischem Gummi (Buna) gelöst.

In Koblenz entschied man sich aufgrund des schlechten Gleiszustandes der Strecke nach Höhr-Grenzhausen für die Umstellung der Linie 11 auf Obusbetrieb. Ziel war die Weiterverwendung der bestehenden Fahrleitungsmaste und des 1934 errichteten Unterwerks Vallendar, ergänzt um ein zusätzliches Gleichrichter-Unterwerk in Höhr-Grenzhausen. Im September 1940 begann die AEG mit dem Umbau der Fahrleitung, während die Straßenbahn noch weiterfuhr. Am 17. Juli 1941 nahm die Obuslinie 11 den Betrieb auf. Erste Wendeschleifen entstanden in Vallendar und Höhr-Grenzhausen, im Oktober 1942 wurde eine Verlängerung bis zu einer neuen Schleife eingefügt. Für die wachsende Zahl an Fahrgästen von 392.000 im ersten Betriebsjahr bis 618.737 im Jahr 1943 wurde außerdem eine Ausweiche in Höhe der Tonwerke eingebaut. Drei Obusanhänger der Bauart Schumann ergänzten den Betrieb.

Die MAN lieferte vier Obusse der „Normgröße I“, ausgestattet von Siemens-Schuckert, mit einer ungewöhnlichen Konstruktion für die Stromabnehmerstangen, die das Umsetzen auf freier Strecke erleichterte. Die Wagen mit einer Länge von 9,35 m boten 44 Fahrgästen Platz und verkürzten die Fahrzeit von 39 auf 28 Minuten. Für die Stromversorgung sorgte das Unterwerk Vallendar (550 kW) sowie das neue Unterwerk Höhr (240 kW).

Die Umstellung weiterer Strecken begann nach 1950. Die Linien 7/8 erhielten 1953 und 1954 Obusbetrieb bis nach Bendorf-Sayn, wodurch das Netz auf 30,2 km anwuchs und die Linienlänge insgesamt 49,4 km erreichte. Bereits 1949 war die Linie 12 mit 2,5 km Länge in Betrieb gegangen. Dabei mussten die ersten Obusse zunächst mit LKW zum Betriebshof geschleppt werden, bis 1950 eine Zufahrtsstrecke über Bahnhof- und Schützenstraße fertiggestellt war. Der Obusbetrieb auf den rechtsrheinischen Abschnitten war häufig durch Hochwasser, Frost und Erdrutsche gestört. Auch die Linien 9 und 10 wurden entsprechend angepasst; die Linie 9 nach Arenberg erhielt 1958 einen neuen Obus und ein Unterwerk in Oberniederberg.

Mit der Erweiterung des Obusnetzes stellten sich Fragen zur Fahrzeugbeschaffung. MAN entwickelte in Zusammenarbeit mit Kässbohrer die Modellreihe MKE, die zwischen 1951 und 1955 von der KEVAG in 17 Exemplaren beschafft wurde. Ab 1958 wurden acht weitere Fahrzeuge von der Kölner Firma Bauer geliefert. Anhänger wurden aus Sicherheitsgründen ab 1960 schrittweise abgeschafft, was die Einführung größerer Fahrzeuge wie Gelenkbusse vorbereitete. Trotz steigender Kapazität war der Obus der Straßenbahn in Geschwindigkeit und Kapazität überlegen: Ein MKE-Bus transportierte 70–80 Fahrgäste mit nur einem Fahrer, während die Straßenbahn für 50 Fahrgäste Fahrer und Schaffner benötigte.

Mit dem Rückgang der Fahrgastzahlen ab 1961 auf 4,1 Millionen und dem Einmannwagenbetrieb ab 1962 begann der schrittweise Ersatz durch Dieselbusse. Zunächst wurde 1968 die Linie 12 auf Dieselbusse umgestellt, 1969 folgte die Linie Vallendar–Höhr-Grenzhausen. Die Linien 7, 8 und 9 blieben bis 1970 im Obusbetrieb, ehe am 1. August 1970 die Linie Ehrenbreitstein–Bendorf-Sayn endgültig auf Dieselbusse umgestellt wurde. Damit endete auch der bundesweit letzte Obus-Anhängereinsatz. Der Abbau der Fahrleitungen begann im Frühjahr 1971 und dauerte mehrere Monate.

Ein letzter Versuch, elektrische Mobilität in Koblenz zu erhalten, erfolgte 1971 mit dem einjährigen Einsatz eines batteriebetriebenen MAN-Elektrobusses. Das Fahrzeug erwies sich jedoch als unpraktisch, da die Batterien nach nur 50 km gewechselt werden mussten. Die Wiederbelebung des elektrischen Nahverkehrs in Koblenz war gescheitert, obwohl die Technologie künftig wieder an Bedeutung gewinnen sollte.


Quellen:

Die „Elektrisch“ an Rhein, Mosel und Lahn
Eine Zeitreise mit Straßenbahn und Obus in und um Koblenz
Autoren: Eckehard Frenz, Rolf Präuner, Wolfgang R. Reimann
© Autorengemeinschaft GbR Frenz und Reimann, Gütersloh 2009
ISBN 978-3-9800158-8-2

Horchheim – 200 Jahre Ortsgeschichte 1800 – 2000
Vom Dorf zum Stadtteil von Koblenz
Autor: Hans Lehnet, Koblenz-Horchheim
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e.V., 2002

Horchheim 1214 – 2014
Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Pfarrei
Redaktion: Hans Josef Schmidt
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei
ISBN: 978-3-00-045925-2


Text: Andreas Weber




Führung durch das Stadtarchiv Koblenz

26. April 2025 | Am letzten Samstag im April unternahmen die Heimatfreunde Horchheim einen spannenden Ausflug in die Koblenzer Altstadt, um das Stadtarchiv Koblenz zu erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich 20 Mitglieder der Heimatfreunde vor der Alten Burg an der Balduinbrücke auf der Koblenzer Moselseite.

Theorie der Archivarbeit Im Magazinbereich Eine spätmittelalterliche Urkunde
Frühe Akten als Schriftgutsammlung Karten von Alt-Koblenz Horchheim in den Archiven

Der Leiter des Archivs, Herr Koelges, begrüßte die Gruppe herzlich und gab einen Überblick über die historische Stätte, in der die Geschichte von Koblenz und Umgebung in alten Urkunden und Schriften lebendig wird. Ein Nachmittag voller aufschlussreicher Einblicke und wertvoller Informationen erwartete die Teilnehmer.

Die Alte Burg

Die Alte Burg in Koblenz, die heute das Stadtarchiv beherbergt, blickt auf eine lange und spannende Geschichte zurück. Ursprünglich wurde sie seit dem 13. Jahrhundert als kurfürstliche Burg errichtet, indem der Wohnturm des Stadtadelsgeschlechts von der Arken integriert wurde. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr die Burg zahlreiche Um- und Anbauten, die die verschiedenen Epochen von der Spätgotik über die Renaissance bis zum Barock widerspiegeln.

Im 14. Jahrhundert diente die Burg den Trierer Erzbischöfen als Zwingburg, um die Stadt und ihre Bürger unter Kontrolle zu halten. Später spielte sie eine Rolle bei der Befestigung der Stadt Koblenz, unter anderem im Zusammenhang mit der Balduinbrücke. Im Laufe der Zeit verlor die Burg ihre militärische Bedeutung und wurde seit dem 19. Jahrhundert vielfältig genutzt, unter anderem als Fabrikgebäude und Sitz öffentlicher Einrichtungen.

Heute ist die Alte Burg nicht nur ein historisches Wahrzeichen von Koblenz, sondern auch ein bedeutendes Kulturdenkmal, das seit 1980 das Stadtarchiv beherbergt.

Nach der kurzen Einführung in die Geschichte der Alten Burg führte uns Herr Koelges ins Innere des Gebäudes, wo wir im ersten Stock im Lesesaal des Stadtarchivs Platz nahmen, um mit dem eigentlichen Vortrag zu beginnen.


Theorie der Archivarbeit

Was ist eigentlich ein Archiv?

Im ersten Teil seines Vortrags beleuchtete Herr Koelges die Grundfrage: „Was ist eigentlich ein Archiv?“ Dabei ging es nicht nur um die fachliche Definition, sondern auch um die Bilder und Vorurteile, die viele mit dem Begriff verbinden. Archive gelten oft als verstaubt, dunkel und abgelegen – Orte, an denen nichts mehr passiert. Mit einem Augenzwinkern berichtete Koelges von einem Kollegen, der das Archiv einst als „Endstation für Versager“ bezeichnete. Doch schnell wurde klar: Diese Vorstellung verkennt völlig, wie wichtig und verantwortungsvoll die Arbeit in einem Archiv ist. Fehler dort können gravierende Folgen haben – sie zeigen sich nur oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten.

Die Ursprünge des Archivwesens

Der Vortrag schlug dann den Bogen vom Privaten zum Institutionellen. Denn tatsächlich führen viele Menschen eine Art Archiv zu Hause: Fotoalben, Urkunden, Verträge oder Erinnerungsstücke. Was auf den ersten Blick banal wirkt, ist im Kern genau das, worum es auch in Archiven geht – nämlich um das strukturierte Aufbewahren von Informationen mit bleibendem Wert. Sei es zur persönlichen Erinnerung oder, viel entscheidender, als Nachweis in rechtlichen Angelegenheiten. Und genau darin liegt der Ursprung des Archivwesens: In früheren Jahrhunderten ging es vorrangig um die dauerhafte Sicherung von Dokumenten, die Rechte belegten – etwa über Besitz, Abgaben oder Herrschaft. Adelige, Städte, Klöster und nicht zuletzt kirchliche Würdenträger wie der Kurfürst-Erzbischof von Trier legten Archive an, um ihre Ansprüche zu sichern. Aus diesen frühen Strukturen entwickelten sich die modernen Archive, wie wir sie heute kennen.

Der Wandel im 19. Jahrhundert: Vom Rechtsnachweis zur Erinnerungskultur

Im 19. Jahrhundert jedoch änderte sich dieser Blickwinkel. Unter dem Einfluss der Geschichtswissenschaften und der Romantik erkannte man zunehmend, dass diese Dokumente auch viel über das gesellschaftliche Leben früherer Zeiten verraten: über politische Machtverhältnisse, Alltagsleben, wirtschaftliche Strukturen oder soziale Beziehungen. So trat zur rechtlichen Funktion ein zweiter, historischer Aspekt hinzu: Archive wurden zu Orten des Erinnerns und Forschens. Herr Koelges machte deutlich, dass ein kommunales Archiv wie das der Stadt Koblenz heute beiden Funktionen gerecht werden muss. Rechtlich vorgeschriebene Unterlagen wie Haushaltspläne oder Stadtratsprotokolle müssen dauerhaft gesichert werden – „für alle Ewigkeit“, auch wenn das realistisch gesehen nie vollständig erreichbar ist. Doch der weitaus größere Teil der öffentlichen Nutzung betrifft heute den historischen Bereich: Forscherinnen, Heimatvereine, Studierende oder Interessierte suchen in Archiven nach Spuren der Vergangenheit. Nach Einschätzung von Herrn Koelges liegt der Anteil der rechtlichen Nutzung bei etwa zehn Prozent, während rund neunzig Prozent auf das historische Interesse entfallen.

Die Archivlandschaft in Koblenz: Stadt, Land und Bund

Anschließend gab Herr Koelges einen Überblick über die Archivlandschaft in Koblenz. Neben dem Stadtarchiv gibt es das Landeshauptarchiv, das für die Landesbehörden im Norden von Rheinland-Pfalz und für die Ministerien in Mainz zuständig ist. Das hat historische Gründe: Nach der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz 1947 war Koblenz für einige Jahre provisorische Landeshauptstadt, bevor die Landesregierung nach Mainz umzog. Das in Koblenz ansässige frühere preußische Staatsarchiv blieb jedoch bestehen und wurde zum Landeshauptarchiv. Auch das Bundesarchiv mit seiner Zentrale auf der Karthause ist in Koblenz angesiedelt und zuständig für die Unterlagen der obersten und sonstiger Bundesbehörden sowie ihrer Vorgängerinstitutionen.

Archive, Bibliotheken, Museen – drei Säulen der kulturellen Überlieferung

Zum Schluss verdeutlichte Herr Koelges den grundlegenden Unterschied zwischen Archiven, Bibliotheken und Museen. Während Bibliotheken gedruckte Werke in großer Zahl sammeln – also Massenware –, verwahren Archive Unikate: originale Dokumente, die es nur einmal gibt. Museen wiederum konzentrieren sich auf dreidimensionale Objekte. Jede dieser Einrichtungen erfüllt dabei eine spezifische Aufgabe in der Bewahrung und Vermittlung von Kultur und Geschichte.


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Im Lesesaal des Stadtarchivs bleibt der Blick der Teilnehmenden an einem eindrucksvollen Gerät hängen – dem Mikrofilm-Lesegerät, das mit seiner sperrigen Technik und nostalgischen Ausstrahlung an die Zeit der Mondlandungen erinnert und zugleich ein Stück Archivgeschichte verkörpert.

Digitalisate und Mikrofilm

In der Debatte um Digitalisate und Mikrofilm steht die langfristige Lesbarkeit und Authentizität von Archivgut im Mittelpunkt. Während Digitalisate eine einfache Verbreitung ermöglichen, können sie das physische Original nicht ersetzen: Nur das Original bewahrt Materialität, Echtheit und Zustandsschäden, die für Forschung und Konservierung wichtig sind. Zudem altern digitale Formate und Speichermedien rasch, sodass Archive kontinuierlich in Migration und Formatpflege investieren müssen. Der Mikrofilm dagegen gilt als besonders beständiges analoges Medium: Unter geeigneten Bedingungen bleibt er chemisch stabil und lesbar, und zum Ablesen genügen eine einfache Lichtquelle und eine Lupe. Auch wenn die Mikrofilm-Industrie zurückgeht und entsprechende Lesegeräte seltener werden, bleibt der Mikrofilm aufgrund seiner Langlebigkeit und einfachen Handhabung ein verlässliches Sicherungsformat.

Die elektronische Akte

Die Einführung der elektronischen Akte in Kommunalverwaltungen soll die Ablage und Wiederauffindbarkeit von Dokumenten deutlich verbessern. Anstelle handschriftlicher Ablagepläne werden Dateien digital erfasst, indexiert und mittels klarer Ordnungsstrukturen verwaltet. Dies verspricht Zeitersparnis, weil Rechercheprozesse entfallen, und minimiert Ausfallrisiken, wenn Zuständige nicht verfügbar sind. Gleichzeitig steht die Stadtverwaltung vor großen Herausforderungen: Ein vollständiger „Roll out“ mit hunderten Mitarbeitenden kann schätzungsweise 10–15 Jahre dauern, da neben technischer Infrastruktur auch Schulungen und Anpassungen rechtlicher Vorgaben notwendig sind. Das Archiv spielt dabei eine Schlüsselrolle, indem es seine Expertise in Ordnungs- und Erschließungssystemen einbringt und so sicherstellt, dass die E-Akte von Anfang an revisions- und aufbewahrungskonform aufgebaut wird.


Nachdem wir diesen Überblick bekommen hatten, ging es weiter in den Magazinbereich des Archivs, wo uns gezeigt wurde, wie die Archivalien gelagert werden. Dabei erklärte Herr Koelges, wie das Gebäude in Bezug auf seine Eignung als Archiv genutzt wird – ein Aspekt, den wir besonders spannend fanden.

Im Magazinbereich

Im Zentrum des Archivs liegt der Magazinbereich, in dem alle wertvollen Unterlagen sicher verwahrt werden. Statt starrer Regale auf engem Raum nutzt man hier ein fahrbares Kompaktregalsystem: Nur ein Gang muss freigezogen werden, um an jede Akte zu gelangen. Gleichzeitig bieten die dicht aneinandergereihten Module Schutz vor Diebstahl, Staub und schädlichem Lichteinfall.

Gleichzeitig entscheidet in einem Magazin das richtige Raumklima über die Haltbarkeit alter Papiere. Eine konstante Temperatur von rund 18 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 bis 55 % verhindern Austrocknen, Schädlingsbefall oder Schimmelbildung – Faktoren, die auf lange Sicht sonst Dokumente beschädigen würden.

Weil die Alte Burg an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, steht ein Umzug ins Kulturforum am Zentralplatz an. Dort entsteht ein vollständig fensterloser, klimatechnisch optimierter Magazinraum mit moderner Lufttechnik und einer schonenden Löschanlage für den Brandschutz.

Diese Verlagerung schafft nicht nur dringend benötigten Platz für die wachsenden Bestände – ein Archiv wächst mit jedem neuen Zugang –, sondern stellt auch sicher, dass Koblenzer Geschichte unter besten Bedingungen für kommende Generationen erhalten bleibt.

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Weniger ist mehr: Wie Archivare auswählen

Der Überlieferungswert von Schriftgut bestimmt, welche Unterlagen dauerhaft ins Archiv übernommen werden. Nach Ablauf der gesetzlich festgelegten Aufbewahrungsfristen muss jede Behörde ihr altes Verwaltungsmaterial dem Archiv anbieten. Dort bewerten Fachleute, welche Dokumente wegen ihrer historischen oder juristischen Bedeutung archivwürdig sind. Meist fließen Faktoren wie der Nachweis von Rechtsansprüchen oder die Aussagekraft für zukünftige Forschungsfragen in die Entscheidung ein.

In der Praxis landen nur etwa zehn bis zwanzig Prozent des angebotenen Schriftguts im Magazin – eine konsequente Auswahl, die das Archiv dauerhaft handhabbar hält. Manchmal geben Behördenmitarbeiter auf Aktendeckeln einen ersten „Bewertungsvorschlag“ ab, zum Beispiel Richter oder Staatsanwälte, doch die abschließende Kompetenz, zu entscheiden, liegt immer bei den Archivaren. Um sicherzustellen, dass keine wichtigen Informationen verloren gehen, arbeiten sie eng mit den Verwaltungskollegen zusammen und klären im Einzelfall, welche Unterlagen langfristig erhalten bleiben müssen.


Nach einer kurzen Pause kehrten wir zurück in den Lesesaal, um im letzten Teil des Vortrags einige ausgewählte Archivalien näher zu betrachten. Herr Koelges präsentierte der Gruppe eine originale mittelalterliche Königsurkunde aus dem Bestand des Stadtarchivs – ein seltenes Unikat, das eindrucksvoll die rechtshistorische Bedeutung solcher Quellen veranschaulichte und den Übergang zur inhaltlichen Erläuterung bildete.

Eine spätmittelalterliche Urkunde

Spätmittelalterliche Urkunden zählen zu den bedeutendsten Quellen der historischen Forschung, da sie offiziell von Königen oder ranghohen Herrschern ausgestellt wurden und rechtliche, politische oder wirtschaftliche Vereinbarungen dokumentieren. Sie belegen unter anderem Privilegien, Stadtrechte und Hoheitsrechte und dienen als unmittelbarer Nachweis mittelalterlicher Rechtsverhältnisse.

Im Stadtarchiv Koblenz werden drei bis vier solcher Königsurkunden aufbewahrt. Jede Urkunde ist ein einzigartiges Unikat, das nicht nur für die lokale Stadtgeschichte, sondern auch für die Strukturen des Heiligen Römischen Reiches essentielle Informationen liefert. Im Vergleich zu größeren Archiven in Köln, Frankfurt oder München fällt der Bestand in Koblenz zahlenmäßig geringer aus, bleibt aber aufgrund seiner Seltenheit und inhaltlichen Bedeutung von hohem Wert.

An der Unterkante der Urkunde von 1302 befindet sich das königliche Siegel, das den Herrscher mit Krone, Reichsapfel und Zepter darstellt. Die lateinische Umschrift „Rex Semper Augustus Albrecht I“ weist ihn eindeutig als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus. Dieses Siegel verlieh dem Dokument offizielle Gültigkeit und vermittelte auch Analphabeten den Rang des Ausstellers.

Dem Original ist eine Transkription (Abschrift) des Urkundentextes beigegeben. Dabei handelt es sich nicht um eine Übersetzung ins Deutsche, sondern um eine Übertragung in die Schrift des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich um die schwer lesbare gotische Urkundenschrift von 1302 für damalige Juristen nutzbar zu machen. Diese Abschrift fungiert seither als „Gebrauchsanweisung“ sowie Sicherungs- und Arbeitskopie neben dem Original und gewährleistet die dauerhafte Lesbarkeit des Dokuments.

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Pergament, Papier und Tinte

Pergament

Pergament ist ein historischer Beschreibstoff, der aus sorgfältig bearbeiteter Tierhaut – meist von Ziegen oder Rindern – gewonnen wird. Die Haut wird zunächst entfettet, enthaart und unter Spannung getrocknet und anschließend geglättet, bis eine dünne, aber widerstandsfähige Schreibfläche entsteht. Anders als Leder, das durch Gerbung haltbar gemacht wird, bleibt Pergament durch diese aufwendige Behandlung besonders flach, fest und chemisch stabil.

Ein Sprichwort wie „Das geht auf keine Kuhhaut“ verweist darauf, dass lange Texte schlicht keinen Platz auf der Fläche des Pergaments hatten, das aus Sparsamkeitsgründen möglichst klein gehalten wurde – Pergament war teuer.

Die besondere chemische Beständigkeit von Pergament macht es zum bevorzugten Material für mittelalterliche Urkunden und wichtige Dokumente: Licht, Luft und Feuchtigkeit greifen es nur langsam an. So sind Urkunden aus dem Jahr 1302 auch heute noch klar lesbar, wenn sie fachgerecht konserviert wurden.

Von Hadern zu Papier

Papier war im Vergleich zu Pergament deutlich günstiger und setzte sich daher ab dem Spätmittelalter immer stärker durch. Doch das Papier jener Zeit hatte mit dem modernen nichts gemein: Es war eine echte Kostbarkeit – hergestellt aus alten Textilien, den sogenannten Hadern. Aus diesem Begriff leitet sich das Schimpfwort Haderlump ab, ursprünglich jemand, der mit Lumpen zu tun hatte. Solche Lumpensammler zogen durchs Land, sammelten ausgediente Kleidung und verkauften sie an Papiermühlen.

Der Papierbrei aus diesen Stoffresten wurde mit einem Sieb geschöpft, gepresst und getrocknet – so entstand das haltbare Hadernpapier, oft auch Büttenpapier genannt. Wenn man es gegen das Licht hält, sieht man eine feine Gitterstruktur – ein Relikt der aufwendigen Handarbeit.

Im 19. Jahrhundert revolutionierte das deutlich billigere Zellulose-Holzschliffpapier die Papierherstellung. Es bestand nicht mehr aus Textilien, sondern aus Holzfasern – allerdings auf Kosten der Haltbarkeit. Viele dieser säurehaltigen Papiere zerfallen heute regelrecht, ein Problem, das auch bei den sogenannten „Umweltschutzpapieren“ der 1980er Jahre auftrat. Bereits in den 1990er Jahren rieten Behörden davon ab, solche Papiere für archivwürdige Dokumente zu verwenden.

Eisengallustinte und der Tintenfraß

Im Gegensatz zu modernen Tinten war die historische Schreibflüssigkeit oft extrem „sauer“. Die sogenannte Eisengallustinte bestand aus einer Mischung aus Eisen, Ruß und Galläpfeln – kleinen, erbsenförmigen Wucherungen auf Eichenblättern, die durch die Eiablage einer Gallwespe entstehen. Die daraus gewonnene Gerbsäure reagierte mit Eisen zu einer tiefschwarzen, sehr haltbaren Tinte – ein Naturprodukt mit erstaunlicher Wirkungsgeschichte.

Doch die Haltbarkeit hatte ihren Preis: Die Tinte griff das Papier chemisch an. Tintenfraß nennt man dieses Phänomen, bei dem die Schrift das Papier regelrecht durchlöchert. In vielen Fällen ist der Text nur noch als Umriss erkennbar – manchmal besser lesbar, wenn man das Blatt gegen das Licht hält.

Tintenfraß ist ein typisches Schadbild in historischen Archiven. Auch im Stadtarchiv Koblenz finden sich betroffene Dokumente, deren Erhalt durch restauratorische Maßnahmen gesichert werden muss.

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Frühe Akten als Schriftgutsammlung

Im Gegensatz zur Urkunde, die meist nur ein Ergebnis festhält, ist eine Akte eine Sammlung verschiedener Schriftstücke. Sie dokumentiert den gesamten Entscheidungsprozess – von der ersten Anfrage über Rechnungen bis zum abschließenden Schreiben. Akten können sich über Jahre erstrecken und zeigen detailliert, wie eine Entscheidung zustande kam.

Ein interessantes Beispiel liefert eine Akte zu den Bauarbeiten am Ochsenturm, einem Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung von Koblenz. Dieser stand dort, wo heute die Mosel-Eisenbahnbrücke verläuft. Der Turm gehörte zur zweiten Stadtmauer, die ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde.

Kurios: Für den Unterhalt dieses Koblenzer Turms war nicht Koblenz, sondern die Stadt Duisburg zuständig. Der Grund: Im hohen Mittelalter schlossen Städte Schutzbündnisse. Um Kosten zu teilen, übernahm jede Stadt einen Teil der Befestigung einer anderen – und erhielt dafür Gegenvorteile wie Zollfreiheit für ihre Kaufleute.

So kam es, dass Koblenzer Handwerker jährlich nach Duisburg reisen mussten, um dort einen „Koblenzer Turm“ zu warten. In Koblenz dagegen nannte man ihn Ochsenturm. Solche historischen Verflechtungen lassen sich heute nur noch durch Akten rekonstruieren – und machen diese zu unschätzbaren Quellen.

Das Kerbholz als mittelalterlicher Schuldschein

„Der hat was auf dem Kerbholz“ – dieser Spruch ist bis heute bekannt, doch kaum jemand weiß noch, woher er stammt. Im Mittelalter war das Kerbholz ein gängiges Mittel zur Schulderfassung, etwa bei Bauvorhaben oder Lieferungen.

Das Prinzip war einfach: Für jede erbrachte Leistung – etwa eine Fuhre Sand zum Bau des Ochsenturms – wurde eine Kerbe in ein Holzstück geritzt. Beide Parteien, z. B. der Stadtbaumeister und der Fuhrmann, hatten je ein passendes Exemplar. Die Kerben mussten bei späterem Abgleich exakt übereinstimmen – so ließ sich Betrug ausschließen.

Waren alle Leistungen erbracht, wurden die Hölzer meist verbrannt – das Schuldverhältnis war damit „ausgelöscht“. Nur selten blieben Kerbhölzer erhalten. In Ausnahmefällen, etwa bei Streitigkeiten, wurden sie vom Stadtbaumeister archiviert – ein Hinweis darauf, dass nicht alles reibungslos verlaufen war.

Heute gelten Kerbhölzer als seltene Funde, meist aus feuchten Boden- oder Latrinenschichten. Doch sie sind eindrucksvolle Zeugnisse eines alltagstauglichen, rechtssicheren Systems – und zeigen, wie pragmatisch man früher mit Schulden umging.

Im Folgenden präsentierte uns Herr Koelges eine Reproduktion eines historischen Stadtplans von Koblenz, der uns einen tieferen Einblick in die städtebauliche Entwicklung der Region ermöglichte.

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Karten von Alt-Koblenz

Karten gehören zu den spannendsten Quellen in Archiven. Sie verbinden Bild und Text und liefern wertvolle Informationen über die städtebauliche und geografische Entwicklung. Besonders im Zusammenspiel mit alten Fotos lassen sich Veränderungen von Straßenverläufen, Gebäuden und Stadtgrenzen nachvollziehen – anschaulicher als mit jeder Akte.

Dilbecker-Plan vom 23. Oktober 1794

Ein herausragendes Beispiel ist der sogenannte Dilbecker-Plan vom 23. Oktober 1794 – dem Tag, an dem französische Revolutionstruppen unter General Marceau in Koblenz einzogen. Der Geometer Johann Peter Dilbecker hielt in seinem Plan die Stadt topografisch exakt fest. Damit ist er nicht nur ein historisches Dokument, sondern ein Schlüsselinstrument zur Verknüpfung von Stadtgeschichte und Stadtbild.
Der Vergleich solcher Karten über Jahrhunderte hinweg erlaubt tiefe Einblicke in die Entwicklung Koblenz’ – und eröffnet zugleich neue Perspektiven auf bekannte Orte.

Koblenz im Jahr 1632 in der Ansicht von Merian

Diese eindrucksvolle Darstellung von Matthäus Merian, einem der bedeutendsten Kupferstecher des 17. Jahrhunderts, zeigt Koblenz während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1632, als schwedische Truppen die Stadt angriffen. Der Ochsenturm, Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung, ist dabei gut erkennbar und markiert ein zentrales Element des Stadtbildes.

Die Ansicht vermittelt nicht nur ein Bild der kriegerischen Auseinandersetzung, sondern auch der topografischen Struktur der Region: Der Verlauf von Rhein und Mosel, die Insel Oberwerth sowie die Stadtteile Pfaffendorf und Horchheim sind deutlich auszumachen. Besonders Horchheim ist hier klar platziert – ein Hinweis auf die frühe Bedeutung dieses Ortsteils im geographischen Zusammenhang.

Merians Kupferstich verbindet historische Dokumentation mit kartographischer Genauigkeit – eine seltene Kombination, die sowohl für die Kriegs- als auch für die Stadtgeschichte von unschätzbarem Wert ist.

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Entwicklung der Stadt und ihrer Befestigungen

Koblenz blickt auf eine lange Geschichte städtischer Entwicklung und Befestigung zurück. Der Ursprung der Stadt liegt in einem römischen Kastell, das im 3. oder 4. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde – in einer Zeit, als das Gebiet am Zusammenfluss von Rhein und Mosel strategisch an Bedeutung gewann. Das Kastell befand sich auf hochwasserfreiem Gelände in der heutigen Nordostecke der Altstadt, im Bereich der Balduinbrücke, Kornpfortstraße und Braugasse.

Neuere archäologische Forschungen zeigen, dass sich vor der östlichen und südlichen Kastellmauer nicht nur römische Soldaten, sondern auch Zivilisten wie Händler, Bauern und Fischer niederließen – unter anderem Angehörige des keltischen Stammes der Treverer. Sie versorgten die Garnison mit Lebensmitteln und Alltagsgütern und prägten damit das frühe städtische Leben.

Im Mittelalter entwickelte sich Koblenz weiter zur befestigten Stadt. Eine Stadtmauer umgab den gewachsenen Siedlungskern, sichtbar etwa am markanten Ochsenturm. Diese Mauern dienten dem Schutz vor Feinden, waren aber zugleich Ausdruck städtischer Macht und Unabhängigkeit.

Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs wurde im 17. Jahrhundert eine barocke Stadtbefestigung errichtet. Moderne Schanzen ergänzten die mittelalterlichen Mauern und sollten die Verteidigungsfähigkeit erhöhen. Doch bereits zu Ende des 18. Jahrhunderts wurde diese Befestigung wieder aufgegeben, als Kurfürst Clemens Wenzeslaus sein Residenzschloss errichten ließ und damit den Grundstein für eine städtebauliche Neuordnung legte.

Mit der Entstehung der Koblenzer Neustadt verschwanden einige barocke Befestigungsanlagen. Straßennamen wie „Neustadt“ erinnern noch heute an diese Zeit des Umbruchs, in der Koblenz den Wandel von der befestigten Stadt zur offenen barocken Residenz vollzog.

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Weinbau und Gärten in Koblenz

Im alten Koblenz spielte der Weinbau eine bedeutende Rolle – sowohl für die Bevölkerung als auch für die Klöster und Nonnen. Ein besonders gutes Beispiel dafür sind die Weißer Nonnen in der Weißer Gasse, die aus einem mittelalterlichen Beginenkonvent hervorgingen. Diese Nonnen betrieben hier kräftig Weinbau, was sie zu einer wichtigen Instanz im wirtschaftlichen Leben Koblenz‘ machte. Ebenso engagierten sich die Dominikaner auf der rechten Seite der Gasse im Weinbau, ihr Kloster wurde im Krieg zerstört.

Die Weißer Nonnen waren bei den Koblenzer Wirten nicht sonderlich beliebt. Sie genossen nämlich ein Privileg, das ihnen ermöglichte, keine Abgaben auf den Wein zu zahlen, den sie erzeugten. Während die Wirte daher Abgaben leisten mussten, konnten die Nonnen ihren Wein günstiger verkaufen. Das führte dazu, dass viele Koblenzer lieber zu den Nonnen gingen, um dort ihren Wein zu kaufen.

In dieser Zeit waren Grünflächen, Gärten und Weinberge in Koblenz weit verbreitet. Besonders im Falle einer Belagerung oder Kriegszeiten waren diese Flächen von großer Bedeutung, da sie den Menschen ermöglichten, sich weiterhin zu ernähren. Es war nicht nur eine praktische Notwendigkeit, sondern auch ein wertvolles Zubrot in Friedenszeiten. Das Anpflanzen von Gemüse oder das Halten von Ziegen hinter den Häusern war für viele Koblenzer von großer Bedeutung.

Im 18. Jahrhundert war die Situation jedoch nicht für alle Handwerker rosig. Besonders die Schuhmacher litten unter einer Überbevölkerung in ihrer Zunft. Bei einer Bevölkerung von etwa 4.000 bis 5.000 Menschen in Koblenz gab es nahezu 100 Schuhmacher, was eine enorme Konkurrenz für die wenigen verfügbaren Aufträge bedeutete. Die Schuster zählten zu den ärmsten Berufsgruppen in der Stadt, während die Metzger und Bäcker aufgrund ihrer Arbeit mit Nahrungsmitteln bessergestellt waren. Der Wohlstand und das tägliche Leben in Koblenz waren somit stark von den wirtschaftlichen Verhältnissen und den sozialen Unterschieden geprägt.

Skelettfunde vom alten Friedhof in Koblenz

Anfang der 1980er Jahre, beim Erdaushub für das heutige Löhr-Center, stieß man auf zahlreiche Skelettfunde in dem Bereich zwischen der Herz-Jesu-Kirche und dem Citybahnhof. Schnell machten wilde Gerüchte die Runde, bis sich schließlich auch die Kriminalpolizei einschaltete und beim Stadtarchiv nachfragte.

Mithilfe alter Karten konnte eindeutig geklärt werden, dass die Skelette von einem historischen Friedhof stammten, der dort seit 1777 existierte. Dieser Friedhof ist im frühen 19. Jahrhundert durch einen neuen ersetzt worden: den heutigen Hauptfriedhof am Abhang der Karthause, am Beatusberg.

Der Umzug auf diesen neuen Friedhof erfolgte auf Anordnung der preußischen Verwaltung. Er war bemerkenswert, weil er als einer der ersten gemischtkonfessionellen Friedhöfe der Region eingerichtet wurde – eine Neuerung, die bei der katholischen Kirche zunächst auf erheblichen Widerstand stieß.

Diese Episode zeigt anschaulich, wie wertvoll historische Karten und Archivunterlagen für die Klärung von Fragen der Stadtgeschichte – und gelegentlich auch bei Kriminalfällen – sein können.

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Horchheim in den Archiven

Für die historische Forschung zu Horchheim ist die Überlieferungslage etwas speziell: Seit 1937 gehört Horchheim offiziell zu Koblenz. Für die Zeit von 1815 bis 1937 ist das Stadtarchiv Koblenz ebenfalls zuständig, da die Bestände der ehemaligen Bürgermeisterei Ehrenbreitstein (zu der Horchheim gehörte) vom Landeshauptarchiv Koblenz an das Stadtarchiv abgegeben wurden.

Für die Zeit vor 1815 (also aus kurtrierischer und nassauischer Zeit) muss man im Landeshauptarchiv Koblenz recherchieren. Dort befinden sich Unterlagen der damals zuständigen Ämter und Behörden.


Dank an den Referenten

Zum Abschluss des sehr informativen und abwechslungsreichen Vortrags bedankte sich der Vorsitzende der Heimatfreunde Horchheim, Andreas Weber, im Namen aller Anwesenden herzlich bei Herrn Koelges. Als kleines Zeichen der Anerkennung überreichte er zwei Flaschen Wein – leider nicht mehr der „Hoschemer Rude“ aus dem Jahrgang 1920, wie scherzhaft bemerkt wurde, aber dennoch eine besondere Aufmerksamkeit. Der Referent freute sich sichtlich über das Präsent und in lockerer Runde klang der gelungene Nachmittag aus.

Ausklang im historischen Weinhaus

Nach dem Vortrag begaben sich die Heimatfreunde in das traditionsreiche „Weinhaus Hubertus“, erbaut im Jahr 1689, wo der Abend in gemütlicher Atmosphäre seinen Ausklang fand. Das Weinhaus-Team sorgte mit herzlicher Gastfreundschaft dafür, dass sich alle rundum wohlfühlten. In der geschichtsträchtigen Umgebung schmeckten die frisch zubereiteten Speisen besonders gut – begleitet von regionalen Weinen aus der Umgebung von Rhein und Mosel sowie einem Glas Trester.

In bester Gesellschaft ließen die Heimatfreunde die zahlreichen Eindrücke Revue passieren, bevor sie sich, bereichert durch neue Erkenntnisse und anregende Gespräche, wieder auf den Heimweg nach Horchheim machten.


Text © Andreas Weber

Hinweis zur Webpräsenz des Stadtarchivs Koblenz

Das Stadtarchiv Koblenz ist das historische Gedächtnis der Stadt und bewahrt schriftliche Zeugnisse aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft. Es stellt diese Quellen der Öffentlichkeit zur Verfügung und unterstützt die historische Forschung, Bildungsarbeit und Gedenkkultur.

➡️ Zur Webseite des Stadtarchivs Koblenz

Hinweis zur Webpräsenz des Landeshauptarchivs Koblenz

Das Landeshauptarchiv Koblenz ist das zentrale Archiv für die Ministerien des Landes Rheinland-Pfalz und zugleich das Regionalarchiv für den Norden des Bundeslandes.

➡️ Zur Webseite des Landeshauptarchivs Koblenz

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Einblicke in das Werk von Anton Nikolaus Franck – Die Ausstellung im Ortsmuseum Horchheim

Mit großem Zuspruch fand im März 2025 im Ortsmuseum Horchheim eine besondere Ausstellung statt: Die Heimatfreunde Horchheim widmeten dem 1985 verstorbenen Maler Anton Nikolaus Franck – bekannt als „Horchheimer Maler“ und „Maler von Alt-Koblenz“ – eine eigene Schau. An vier Sonntagen zog die Präsentation zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und rückte das vielfältige Werk des Künstlers, das tief in der Region verwurzelt ist, in den Fokus.

Francks Schaffen umfasst Blumenstillleben, Landschaften, Porträts und Reiseimpressionen – vor allem aber Szenen aus seiner Heimat an Rhein und Mosel. Seine Bilder bestechen durch eine klare gegenständliche Sprache, harmonische Farbgebung und eine expressive Handschrift, die an van Gogh erinnert – besonders in seinen Sonnenblumenmotiven, die zu seinem Markenzeichen wurden.

Anton Nikolaus Franck hielt mit großer Zuneigung die Landschaften und Szenen des Alltags in seiner Umgebung fest – ein Blick auf die Heimat, geprägt von Sensibilität und handwerklicher Präzision. Neben Werken aus dem Bestand der Heimatfreunde trugen auch zahlreiche Leihgaben engagierter Horchheimer Bürgerinnen und Bürger dazu bei, ein lebendiges und facettenreiches Bild dieses außergewöhnlichen Künstlers zu zeichnen.

Die Ausstellung vereinte rund 70 Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers und bot so einen eindrucksvollen Überblick über sein vielseitiges Œuvre. Der Bogen reichte von frühen Zeichnungen bis hin zu ausdrucksstarken Gemälden und fein abgestimmten Aquarellen, die seine künstlerische Entwicklung und thematische Bandbreite sichtbar machten.

Ein Hinweis auf dem Ausstellungsflyer lautete: „Eintritt frei – nicht barrierefrei“. Die Ausstellungsräume im ersten Obergeschoss des Ortsmuseums waren nur über eine schmale, steile Treppe erreichbar – wie es für ein historisches Gebäude dieser Art typisch ist. Für manche Besucherinnen und Besucher stellte dies eine kleine Herausforderung dar, die jedoch vielfach in Kauf genommen wurde, um die besondere Atmosphäre und die kunstvolle Präsentation im Ortsmuseum zu erleben.

Ein Rundgang durch das Werk von Anton Nikolaus Franck

Heinrich-Fischer-Zimmer

Der Rundgang beginnt im Heinrich-Fischer-Zimmer, das vom Licht der „Sonnenblumen“ erfüllt scheint – einem zentralen Motiv im Werk Anton Nikolaus Francks. Gleich sieben Sonnenblumenbilder hängen dicht beieinander, darunter „Sonnenblumen in brauner Vase“ (1962), „Sonnenblumen in blauer Vase“ (1971) und „Fünf Sonnen im Reigen“ (1972). Die kraftvollen Gelb- und Orangetöne bringen eine warme, fast heitere Atmosphäre in den Raum und zeugen von Francks lebenslanger Faszination für diese „Sonnenkinder“.

Dazwischen leuchten florale Kompositionen wie „Blütenzauber in Gelb“ (1969), „Blumen der Sonne“ (1973) und das poetische „Sonnenlicht in Blüten“ (1975). Diese Werke zeigen: Franck malte Blumen nicht nur als dekoratives Motiv – sie waren für ihn Ausdruck von Lebensfreude, Licht und Farbe.

Ein Kontrast dazu findet sich in den filigranen Stadtansichten: In zarten Aquarellen wie „Koblenzer Schiffsbrücke und Festung Ehrenbreitstein“ (1977), „Rathaus und Schängelbrunnen“ (1976) oder „Horchheimer Eisenbahnbrücke“ (1977) verewigt Franck seine Heimatstadt mit dokumentarischem Blick und künstlerischer Feinfühligkeit.

Landschaft und Architektur verbinden sich in Werken wie „Romanisches Haus in der Emser Straße“ (1964), „Kamp am Rhein bei Boppard“ (1968) oder „Vallendar Hellenstraße“ (1974). Besonders berührend ist die Tuschezeichnung „Schiffsunfall an der Horchheimer Brücke“ von 1921 – eines der frühesten Werke in dieser Ausstellung.

Einen besonderen Platz nahm das Werk „Melkende Nonnen“ (~1924) ein – eine Leihgabe von Marita und Hermann Warnke. Die in Mischtechnik ausgeführte Arbeit (410 x 320 mm) gehört zu den feinsten und detailreichsten Darstellungen Francks. Sie zeigt zwei Nonnen bei der Arbeit auf einem Bauernhof, vertieft in den alltäglichen Vorgang des Melkens. Mit großer Sorgfalt in der Linienführung und liebevoller Beobachtung der Szene gelingt es Franck, einen stillen Moment aus der ländlichen Arbeitswelt einzufangen – ein zugleich ungewöhnliches und berührendes Motiv, das in seiner präzisen Ausführung und kompositorischen Balance zu den herausragenden Stücken der Ausstellung zählt.

Auch Horchheimer Szenen sind reich vertreten: „Meesstraße“ (1972), „Haus in der Heddesdorfstraße“ (1977) oder „Ehemaliges Hotel Holler“ (1977) zeigen eine dörfliche Welt im Wandel. Die „Rotbuche im Mendelssohnpark“ (1972) oder „Platane und Rotbuche“ (1978) lenken den Blick auf die Natur direkt vor der Haustür des Künstlers.

Stillleben wie das „Stillleben mit Blumen in Krugvase“ (1975) oder das lichtdurchflutete „Wohnzimmer im Haus Emser Straße“ (1970) zeigen schließlich Francks Gespür für Innenräume und Atmosphäre – ein Thema, das in „Omas gute Stube“ weitergeführt wird.

Omas gute Stube – „die Gut Stuff“

Der zweite Raum der Ausstellung – „Omas gute Stube“ – vermittelt eine intimere, fast wohnliche Atmosphäre. Hier hängen vor allem kleinere Formate, Porträts und familiäre Szenen. Besonders hervorzuheben ist das Bild „Meesstraße 7 mit Blick auf das Atelier von Maler Franck“ (~1930) – eine stille Hommage an den Ort seines künstlerischen Schaffens.

Die Porträts von seiner Frau Maria Anna Franck geb. Müller (1930) und deren Großvater Nikolaus Mandt (1921 & 1928) zeigen den zeichnerisch versierten Franck, der mit sicherem Strich die Persönlichkeit und Würde seiner Modelle einfängt.

Auch hier dürfen Sonnenblumen nicht fehlen: Werke wie „Zwei Sonnenkinder“ (1975), „Sonnenaugen“ (~1970) oder „Sonnenstern und Physalis“ (1979) setzen den floralen Bogen aus dem ersten Raum fort – diesmal zarter, ruhiger, manchmal fast meditativ.

Daneben finden sich viele Horchheimer Motive, etwa „Mendelssohn-Allee“ (1971), „Maulbeerbaum in der Kirchstraße“ (1969) oder die stimmungsvolle Ansicht „Blick auf die Pfarrkirche St. Maximin aus der Kirchstraße“ (1967 und 1971). Besonders charmant ist das kleine Aquarell „Horchheim Bornsgasse“ von 1940.

Ein Hauch von Mystik durchweht „Winteridylle“ (1924), und in „Koblenz und Ehrenbreitstein“ (1978) oder „Horchheim vom Mendelssohnpark aus gesehen“ (1983) findet der Betrachter wieder zurück in die Weite des Rheinlands.

Kirchenmalerei – ein wenig bekannter Werkbereich

Ein oft übersehener Aspekt seines Werkes ist Francks Beitrag zur Kirchenmalerei. Bereits kurz nach seiner Hochzeit mit der Horchheimerin Maria Müller im Jahr 1921 wurde er mit ersten Ausmalungen in der Pfarrkirche St. Maximin in Koblenz-Horchheim betraut. Er arbeitete dabei eng mit Pastor Zimmermann und dem Bonner Kunstprofessor Willy Stücke zusammen. Trotz der schwierigen Zeit der Inflation unterstützte Franck die umfangreichen Wandmalereien im Chorraum mit großem persönlichen Einsatz – sogar bis hin zur Farbmischung aus eigenen Beständen, als dem Professor die Mittel ausgingen.

Im Ausstellungsheft der Heimatfreunde ist ein schreibmaschinengeschriebenes Zeugnis aus dem Jahr 1939 abgebildet:

Anton Nikolaus Franck – Ein Maler mit Herz und Handwerk

„Die Ausstellung war sehr interessant – ich finde es wunderbar, dass so etwas hier in Horchheim möglich gemacht wurde.“ So lautete eine der vielen positiven Rückmeldungen zur Werkschau von Anton Nikolaus Franck. Viele Besucherinnen und Besucher wünschten sich mehr Zeit, um in Ruhe in die Bilderwelt einzutauchen und die Geschichten hinter den Gemälden zu entdecken. Besonders geschätzt wurden auch die ergänzenden Exponate des Ortsmuseums, die mit großer Liebe zum Detail ausgewählt und präsentiert wurden.

Kunst und Atmosphäre im Einklang

Die Ausstellung „Der Horchheimer Maler – Anton Nikolaus Franck“ überzeugte nicht nur durch die Qualität der gezeigten Werke, sondern auch durch die stimmige Präsentation im liebevoll eingerichteten Ortsmuseum. Die Heimatfreunde Horchheim e.V. haben mit großem Engagement eine Schau realisiert, die dem Publikum einen lebendigen Zugang zum Werk eines regional bedeutsamen Künstlers ermöglichte – zwischen expressiven Blumenstillleben, stillen Stadtansichten und persönlichen Erinnerungsbildern.

Ein Ort der Kunst, der Geschichte und der Begegnung – so zeigte sich das Ortsmuseum Horchheim im Frühjahr 2025.

Ein besonderer Dank gilt der Familie des Künstlers, insbesondere Renate Struth, der Tochter von Anton Nikolaus Franck, sowie seinem Enkel Helge Struth. In mehreren Gesprächen gewährten sie den Heimatfreunden Horchheim wertvolle Einblicke in das Leben und Schaffen des Malers und unterstützten das Ausstellungsprojekt mit großer Offenheit und herzlicher Bereitschaft. Viele persönliche Erinnerungen und Hintergründe konnten so in die Präsentation einfließen und haben der Ausstellung eine besondere Authentizität verliehen.

Im Anschluss an die Ausstellung entstand in den Räumen des Ortsmuseums ein Fotoporträt von Frau Struth, das unser Fotograf Lothar Stein im Rahmen eines eigenen Termins anfertigte – ein stiller und zugleich lebendiger Abschluss dieser gelungenen Hommage an Anton Nikolaus Franck und seine Familie.

Text © Andreas Weber

Ausstellungsansichten


Werkverzeichnis Anton Nikolaus Franck – Der Horchheimer Maler

Im Rahmen der Ausstellung der Heimatfreunde Horchheim im März 2025 wurden 70 ausgewählte Werke des Malers Anton Nikolaus Franck präsentiert. Alle Abbildungen und Inhalte des Werkverzeichnisses sowie ergänzende Arbeiten sind online auf museum-digital Rheinland-Pfalz zugänglich.

Die digitale Sammlung umfasst folgende Themenbereiche:

Alternativ steht ein umfangreiches, 158-seitiges Werkverzeichnis zur Ausstellung als PDF-Datei zum Download bereit. Die Datei enthält die Gemäldereproduktionen von Lothar Stein, Werkbeschreibungen sowie weitere Informationen und ist für die Ansicht im Doppelseitenmodus optimiert, um ein besonders lesefreundliches Layout zu bieten.






Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim

Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzert des Männerchores Koblenz-Horchheim am 26. Januar 2025 in der Pfarrkirche St. Maximin

von Dr. Dietmar Flach

Für sein diesjähriges Konzert zum Jahresauftakt hatte der Chor das Konzertorchester Koblenz zu Gast. Unter Stabführung seines Dirigenten Christoph Engers leitete es den Abend mit einer „Festmusik der Stadt Wien“ von Richard Strauß ein. Im Arrangement für Bläser von Eric Banks stimmte sie damit das Publikum gleich zu Beginn auf volle Klangerlebnisse ein. Die wiederholten sich im 5. Satz der „Sinfonie Nr. 1“ des Niederländers Johan de Meij. Seine anfänglich hervortretende Rhythmik entwickelte eine Dynamik, die auch in die nachfolgend getragenen Passagen hinüber wirkte und den musikalischen Ablauf in gleichmäßigem Fluss hielt. Diese belebende Abwechslung begegnete auch in der folgenden Stückeauswahl wieder, in Karol Svobodas lebhaften „Drei Nüsse(n) für Aschenbrödel“ und Guido Rennerts ruhiger Betrachtung „What a wonderful World“ mit seinem von Falco Sayn einfühlsam gespielten Flügelhornsolo. Für die musikalischen Darbietungen, wie für die jeweils passende Moderation durch Bernhard Meffert, war der begeisterte Applaus des Publikums die unausweichliche Folge.

Maria Streltsova – als Begleiterin am Klavier dem Chor seit vielen Jahren eine verlässliche Stütze – begeisterte vor allem als Solistin am Klavier mit einem „Fantasie-Impromptu“ von Frédéric Chopin und einem weiteren Fantasiestück, dem „Aufschwung“ von Robert Schumann. Hingerissen haben sie und der Chorleiter Wassily Kotykov ihr Publikum mit einer erst vor Konzertbeginn spontan erprobten vierhändigen Improvisation Carioca auf dem Klavier. Sprühender musikalischer Einfallsreichtum, gewürzt mit scherzhaften Einlagen in brillantem Spiel, lösten wahre Begeisterungsstürme aus und trugen zur insgesamt fröhlichen Gesamtstimmung des Abends wesentlich bei.

Der Chor überzeugte auch diesmal wieder durch differenzierte Intonation, die er sich unter Wassily Kotykovs Leitung in den vergangenen Jahren erarbeitet hat. Das zeigte sich schon in den höchst unterschiedlichen Opernchören „O Isis und Osiris“ von Mozart und in Verdis Triumphmarsch aus der Oper „Aida“, aber auch in der übrigen, höchst abwechslungsreich ausgewählten Literatur, so in den geistlichen Gesängen von Knut Nystedt „I will praise thee, o Lord“, in Willy Trapps „Lobt den Herrn der Welt“ nach Henry Purcells „Trumpet Voluntary“, mit Orgel- und Trompetenbegleitung durch Christoph Engers und Marco Leicher, und schließlich in Rudolf Deschs „Herr, lasse mich dabei sein“. Das zeigte sich ebenso in den eher ruhigen Liedern „Im Abendrot“ von Franz Schubert und im „Hochsommerabend“ von Richard Würz. Mit dem „House of the rising sun“ von Bob Dylan und „You’ll never walk alone“ im Arrangement von Richard Rodgers hat sich der Chor jüngerer Literatur aus der Gattung der Songwriter zugewandt und auch darin überzeugen können.

Überzeugt hat auch das aus dem Chor hervorgegangene Gesangsquartett mit Martin Jung (1. Tenor), Thomas Krekeler (2. Tenor), Andreas Höhler (Bariton) und Hajo Ruof (Bass). Mit der schlesischen Volksweise „Vom Schlaraffenland“ und Billy Joels „She’s always a woman to me“ präsentierten die Sänger folkloristische Spielelemente ebenso eindrucksvoll, wie sie stimmlich ausdrucksstark und präzise in der gesanglichen Widergabe voll überzeugten. Ein begeistertes Publikum belohnte ihren Einsatz reichlich mit Beifall.

Die musikalische und organisatorische Gestaltung des Abends lag wieder in den bewährten Händen des Chorleiters Wassily Kotykov und des 1. Vorsitzenden Jopa Schmidt, der die Darbietungen mit seiner informationsreichen und humorvollen Gesamtmoderation begleitete.


Zur Geschichte des Männerchores 1883/1912 Koblenz-Horchheim

von Jopa Schmidt

Die Geschichte des Chores ist eigentlich älter als es die im Vereinsnamen zementierten Jahreszahlen angeben. So wird nämlich am 4. November 1847 die Gründung eines Gesangvereins aus 60 größtenteils erwachsenen Mitgliedern vermeldet, der von Lehrer Becker geleitet wurde. Am 25. März 1848 nahm dieser Gesangverein an der feierlichen „Aufpflanzung der deutschen Nationalfahne“ teil.

100 Jahre später wurde der Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim am 29. September 1948 im Turnerheim als Zusammenschluss aus drei Gesangvereinen gegründet. Bei der Gründungsversammlung setzte man das Jahr 1883 – seit diesem Jahr existierte der „erste weltliche“ Gesangverein in Horchheim – als Gründungsjahr fest, so dass der Chor 1983 sein 100-jähriges Bestehen feiern konnte und seit dieser Zeit auch Träger der Zelter-Plakette ist. Von der Existenz des 1847 gegründeten Gesangvereins wusste man wohl nichts mehr und über die Tatsache, dass der Gesellenchor schon 1877 gegründet worden war, konnte damals kein Konsens erzielt werden.

In den Folgejahren konnte der Chor große gesangliche Erfolge unter seinem Dirigenten Josef Over bei den Wettstreiten in Holzheim (1951), Kelkheim (1953) und Koblenz-Neuendorf (1956) verzeichnen. Höhepunkte in der Vereinsgeschichte waren auch die Teilnahme am Bundessängerfest in Essen (1964) und die Konzertreisen in die französische Partnerstadt Nevers (1965 und 1974), zu den französischen Freunden nach Arras (1967, 1971 und 1978) und in die englische Partnerstadt Norwich (1987). Unvergessen auch der Besuch der Freunde aus Arras in Horchheim (1968, 1972 und 1981).

Seit 1971 stand der Chor unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor ADB Adolf Wirz, Urbar. Während dieser Jahre konnten die Sänger mit ihrem Dirigenten und unter den Vorsitzenden Heinz-Josef Jung und Theo Wollbrink große Erfolge erzielen. Zweimal errang man den Titel eines Meisterchores im Sängerbund Rheinland-Pfalz: 1976 in Siershahn und 1981 in Idar-Oberstein. In diese Zeit fallen auch die Jubiläen des Chores aus Anlass der 90-Jahr-Feier (1973) bzw. des 100jährigen Bestehens (1983). Musikalische Glanzlichter waren die zahlreichen Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzerte. Im Februar 1994 endete nach 23 Jahren die Tätigkeit von Adolf Wirz als Dirigent, ihm folgte am 1. März Viktor Gabedow aus Odessa/Ukraine.

Seit August 2013 ist Wassily Kotykov, geboren in Dnjepropetrovsk/Ukraine, neuer Chorleiter, der in kurzer Zeit positive Akzente setzen konnte. Sein Credo: Man kann auch mit wenigen Sängern gut singen kommt bei den Sängern gut an.

Zurzeit sind wir noch 23 aktive Sänger. Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich gern eingeladen, bei uns mitzumachen.

Kontakt:

Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim
1. Vorsitzender Hans Josef Schmidt
Bächelstr. 7, 56076 Koblenz; 0261-408563; jopa.schmidt@gmail.com


Horchheimer Kirmes Magazin 2008 — 125 Jahre Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim




Rückblick auf die Bilderschau „Liebenswertes Horchheim“

Hoschemer Käs

Am 3. November 2024 luden die Heimatfreunde Horchheim zur traditionellen Bilderschau „Liebenswertes Horchheim“ in die Schützenhalle ein.

Mehr als 60 Gäste nutzten die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen Eindrücke aus der Horchheimer Geschichte und Gegenwart zu erleben.

Die 2. Vorsitzende der Heimatfreunde, Mechthild Hof, begrüßte die Gäste herzlich in der Schützenhalle. Zu Beginn gedachten die Anwesenden des kürzlich verstorbenen Ehrenmitglieds Helmut Mandt, der die Vorbereitung dieses Nachmittags noch tatkräftig unterstützt hatte. Anschließend führte Jopa Schmidt in bekannt guter Manier durch die Veranstaltung.

Präsentiert wurde der neue Heimatfreunde-Kalender 2025 mit stimmungsvollen Aufnahmen aus Horchheim, der vor Ort erhältlich war. Es folgte der Reisebericht von Helmut Mandt mit eindrucksvollen Fotos aus den 50er Jahren von einer Ferienfahrt der Katholischen Jugend. Sein Freund Karl-Walter Fußinger, der damals dabei war, moderierte die Bilderserie von der Zugspitzbesteigung 1954. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die Aufnahmen von Lothar Stein zur 800-Jahr-Feier der Pfarrgemeinde St. Maximin in Horchheim, die einen lebendigen Rückblick auf dieses besondere Ereignis sowie weitere Bilder aus seinem Archiv boten.

Der Nachmittag bot sowohl Gelegenheit zu nostalgischen Rückblicken als auch zu geselligem Austausch. Die Heimatfreunde Horchheim danken allen Gästen für ihre Teilnahme und Unterstützung und freuen sich auf weitere gemeinsame Veranstaltungen.


Kalender 2025

Der Heimatfreunde-Kalender 2025 zeigt in 12 ausgewählten Fotografien das Leben und besondere Momente in Horchheim. Ein besonderer Dank gilt den Fotografen des diesjährigen Kalenders: Lothar Stein, Elvi Ziegler-Mathäy, Herbert Gauls und Jürgen Dewald. Ausgewählt wurden die Motive von Mechthild Hof, Helmut Mandt und Andreas Weber.

Die Titelseite zeigt den Umzug der Horchheimer Kirmes mit einem prächtigen Pferdegespann in der Mendelssohnstraße. Im Januar begrüßt ein Schneemann vor dem Pfarrhaus den Winter, und der Februar erinnert an den Horchheimer Carneval Verein vor 40 Jahren mit einem Bild der Prinzenpaare von 1985.

Der März zeigt das Frühlingserwachen im Mendelssohnpark, während der April den Abriss des historischen Sauder-Hauses dokumentiert, ein Stück Horchheimer Geschichte, das verschwindet. Im Mai startet die Radsaison, und der Juni zeigt die Horchheimer Kirmes mit Schaustellern und Attraktionen.

Der Juli bringt eine Sommeransicht des von-Eyß’schen Palais, im August sieht man das Horchheimer Anglerheim vom Schiff aus, und der September stellt das Tor zur Bao Thanh Pagode dar. Der Oktober zeigt die Mendelssohn-Allee im goldenen Licht des Herbstes, gefolgt von einem Bild des Männerchorkonzerts in der Pfarrkirche St. Maximin im November. Der Dezember endet mit einer Winteridylle, die die verschneite Pfarrkirche St. Maximin zeigt.

Der Kalender war schnell ausverkauft und ist ein beliebtes Sammlerstück für Horchheimer und ihre Freunde.


800-jähriges Jubiläum der Pfarrgemeinde St. Maximin in Horchheim

Lothar Stein, Fotograf aus Horchheim, präsentierte eine Auswahl seiner beeindruckenden Fotografien, die unter anderem Aufnahmen aus der 800-Jahr-Feier der Pfarrgemeinde St. Maximin in Horchheim im Jahr 2014 umfassen. Diese Fotos dokumentieren die vielfältigen Feierlichkeiten dieses besonderen Jubiläums, darunter der Festgottesdienst zur Eröffnung, Konzerte, das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann und das Pfarrfest in der Emser Straße.

Pfarrfest in der Emser Straße

Karneval und Kirmes im Jubiläumsjahr 2014

Weitere Höhepunkte aus dem umfangreichen Fotoarchiv von Lothar Stein waren der farbenfrohe Horchheimer Karnevalsumzug und die festliche Kirmes, die im Jubiläumsjahr der Pfarrei Koblenz-Horchheim für unvergessliche Momente sorgten.

Sankt Martin in Horchheim

Die Bilderschau bot einen lebendigen Rückblick auf die prägenden Ereignisse des Jahres 2014 in Horchheim, darunter auch die stimmungsvollen Momente des traditionellen Sankt-Martins-Umzugs.

Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von der Auswahl der Fotografien, die einen vielfältigen Einblick in die Geschichte und das Leben in Horchheim boten. Einige Besucher entdeckten sich auf den Bildern wieder, was anregende Gespräche und Erinnerungen hervorrief.

Die Veranstaltung fand gegen 17:00 Uhr ihren gelungenen Abschluss. Am Büchertisch konnten die Gäste gegen eine Spende Bücher aus der Sammlung der Heimatfreunde Horchheim erwerben. Die durchweg positive Resonanz unterstrich das große Interesse an den präsentierten Momenten und der lokalen Geschichte.

Andreas Weber