Chor- und Solistenkonzert des Männerchores Koblenz-Horchheim am 25. Januar 2026

von Dr. Dietmar Flach

Chor, Solisten und musikalische Leitung

In seinem diesjährigen Konzert erfreuten der Chor und seine Solisten ihre Hörerschaft mit viel Romantik des 19. Jahrhunderts und mit jüngeren Kompositionen bis in die neuere Zeit hinein. Auch diesmal überzeugte der stimmlich homogene Klangkörper wieder durch abwechslungsreiche Intonation und bruchlose Tempi-Wechsel, durch die der Chorleiter Wassily Kotykov die Sänger souverän führte.

Klassik und Romantik im ersten Teil

Einleitend mit Rudolf Deschs kräftiger „Trösterin Musik“ und Ludwig van Beethovens entsprechendem „Die Himmel rühmen“ konnte das Publikum das dazwischen eingeschobene „Gnädig und barmherzig“ von August Eduard Grell (1800-1896) mit seiner ruhigen und klaren A-capella-Stimmführung voll genießen. Die Solopartie darin sang Andreas Höhler mit seinem ihm eigenen warmen und vollen Bariton.

Frühromantik im zweiten Teil

Der zweite Teil war mit Franz Schuberts „Die Nacht“ und „Der Gondelfahrer“ sowie mit Felix Mendelssohn-Bartholdys „O Täler weit o Höhen“ ganz der Frühromantik gewidmet.

Musik der Neuzeit im dritten Teil

Die Neuzeit kam endlich im dritten Programmteil zur Geltung: mit „Conquest of Paradise“ des griechischen Komponisten Vangelis (1942-2022), mit dem volkstümlichen Trentiner Bergsteigerlied „La Paganella“ von Luigi Pagarelli (1875-1964) und schließlich mit einer Melange von Rock und getragener Ballade aus der Werkstatt der Beatles von John Lennon (1940-1980) und Paul McCartney (Jg. 1942) unter den Titeln „I want to hold your hand“, „Yesterday“ und „She loves you“.

Gesangssolist Nico Wouterse

Die gesanglichen Solopartien des Abends hatte der Bassbariton Nico Wouterse vom Koblenzer Theater übernommen. Über seine kräftige und tragende Stimme erreichte er sein Publikum im ersten Teil mit Guiseppe Verdis „Infelice“ aus der Oper „Ernani“ und mit Jacques Offenbachs „Scintille, diamant“ aus „Hoffmanns Erzählungen“. Aus Musicals der jüngeren Zeit brachte er die „Stars“ aus Claude-Michel Schönbergs (Jg. 1944) „Les Misérables“ und den beliebten Ohrwurm „Wenn ich einmal reich wär‘“ aus „Anatevka“ von Jerry Bock (1928-2010) zu Gehör. Zum Abschluss des Abends ließ er sich vom Chor in dem wunderschönen und weltbekannten Lied „Jerusalem“ von Stephen Adams (1841-1913) in einer Neubearbeitung von Fritz Ihlau (1908-1995) begleiten. Das Publikum dankte ihm seine Darbietungen mit viel Applaus.

Klavierbeiträge von Maria Streltsova

Maria Streltsova endlich – als verlässliche Begleiterin am Klavier dem Chor seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden – begeisterte ihre Hörer wieder als Solistin mit dem perlend einleitenden “Impromptu op.90 Nr. 4“ von Franz Schubert, mit „Petrarcas Sonett 104“ von Franz Liszt und schließlich mit Johannes Brahms‘ „Ungarischem Tanz“. In ihrem virtuosen Spiel kamen quirlige Frische, kräftige Läufe und ruhige Passagen im gegenseitigen Wechsel großartig zur Geltung. Hingerissen haben sie und der Chorleiter Wassily Kotykov ihr Publikum schließlich mit einer vierhändigen Klavierfassung des „Libertango“, einer Schöpfung des argentinischen Komponisten Astor Piazzola (1921-1992). Ihr beider brillantes Spiel löste wahre Begeisterungsstürme aus und verschaffte dem gelungenen Abend seinen passenden Abschluss.

Das Gesangsquartett des Chores

Zu einer tragenden Säule der Horchheimer Chorkonzerte hat sich in den letzten Jahren das aus dem Chor hervorgegangene Gesangsquartett mit Martin Jung (1. Tenor), Thomas Krekeler (2. Tenor), Andreas Höhler (Bariton) und Hajo Ruof (Bass) entwickelt. Mit zwei Schöpfungen aus den letztvergangenen 90er Jahren, mit dem Schlaflied „Lullabye (Goodnight, My Angel)“ von Billy Joel und dem Liebeslied „Frauenname“ aus der Produktion der Band Maybebop rundeten die Vier das Programm des Abends in die Moderne hinein ab. Unter Leitung und humorvoller Moderation von Andreas Höhler überzeugte ihr A-capella-Gesang durch stimmliche Klarheit und eine Ausgewogenheit, die ihresgleichen suchen.

Abschluss und Ehrung

Die musikalische und organisatorische Gestaltung des Abends lag wieder in den bewährten Händen des verdienstvollen Chorleiters Wassily Kotykov und des umsichtigen 1. Vorsitzenden Jopa Schmidt, der die Darbietungen mit seiner informationsreichen und humorvollen Gesamtmoderation begleitete.

Im Anschluss an das Konzert zeichnete Dietmar Weidenfeller, der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes Koblenz, beim gemütlichen Beisammensein im Saal des Turnerheims den Sänger Martin Jung für 50jähriges aktives Singen aus.


Zur Geschichte des Männerchores 1883/1912 Koblenz-Horchheim

Die Ursprünge des Männergesangs in Horchheim reichen bis ins Jahr 1847 zurück. In seiner heutigen Form entstand der Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim am 29. September 1948 als Zusammenschluss mehrerer Gesangvereine, wobei 1883 als Gründungsjahr festgelegt wurde. Der Chor blickt auf zahlreiche musikalische Erfolge, Konzertreisen und Auszeichnungen zurück und steht seit 2013 unter der Leitung von Wassily Kotykov. Der Männerchor zählt derzeit 23 aktive Sänger und freut sich über neue Mitglieder.

Kontakt: Hans Josef Schmidt (1. Vorsitzender) ·
Bächelstraße 7, 56076 Koblenz · Tel. 0261 / 408563 ·
E-Mail: jopa.schmidt@gmail.com

Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim







Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzert des Männerchors 1883/1912 Koblenz-Horchheim

Der Männerchor 1883/1912 Koblenz-Horchheim lädt am Sonntag, dem 25. Januar 2026, um 17 Uhr zu einem Chor-, Solisten- und Instrumentalkonzert in die katholische Pfarrkirche St. Maximin ein.

Unter der Gesamtleitung von Wassiliy Kotykov gestalten der Männerchor, die Pianistin Maria Streltsova sowie der Bassbariton Nico Wouterse vom Stadttheater Koblenz das Konzertprogramm. Zu hören sind unter anderem Werke von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Schubert, Liszt, Brahms und Verdi. Neben Chorbeiträgen wie „Musik, du Trösterin“ von Rudolf Desch, „Die Himmel rühmen“ von Ludwig van Beethoven oder „O Täler weit, o Höhen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy erklingen Solostücke aus Oper und Musical, darunter „Infelice“ aus Ernani von Giuseppe Verdi, „Stars“ aus Les Misérables sowie „Wenn ich einmal reich wär“ aus Anatevka. Maria Streltsova präsentiert Klavierwerke von Franz Schubert, Franz Liszt und Johannes Brahms. Das Quartett ergänzt das Programm unter anderem mit „Lullabye (Goodnight, My Angel)“ von Billy Joel und „Frauenname“ von Maybebop. Im weiteren Verlauf singt der Männerchor unter anderem „Die Nacht“ von Franz Schubert, das Trentiner Bergsteigerlied „La Paganella“ sowie ein Beatles-Medley von John Lennon und Paul McCartney nach Arrangements von Kirby Shaw.

Der Eintritt beträgt 14 Euro für Erwachsene sowie 7 Euro für Schüler und Jugendliche.

Der Kartenvorverkauf läuft über die Telefonnummer 0261 408 563 sowie per E-Mail an jopa.schmidt@gmail.com