Aus dem Depot ans Licht – Archäologische Funde aus Horchheim

Im Zuge von Sanierungs- und Inventarisierungsarbeiten im Ortsmuseum Horchheim wurde im Herbst 2025 eine umfangreiche Sammlung archäologischer und fossiler Objekte näher in den Blick genommen. Viele dieser Stücke waren bereits seit längerer Zeit im Bestand, ihre genaue Herkunft und wissenschaftliche Einordnung jedoch nur teilweise geklärt. Damit stellte sich die Frage, wie mit dieser Sammlung fachgerecht umzugehen ist.

Dokumentation und Erfassung von Fundstücken im Ortsmuseum Horchheim

Um hier Klarheit zu schaffen, wurde die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, hinzugezogen. Nach einer ersten Sichtung anhand einer Fotodokumentation erklärte sich die Fachbehörde bereit, die Objekte vor Ort zu begutachten.

Der erste Termin fand am 9. Dezember 2025 im Ortsmuseum statt. Dabei wurde die Sammlung gesichtet und eine erste Einordnung vorgenommen. Schnell zeigte sich, dass es sich nicht um eine einheitliche Sammlung handelt, sondern um eine Mischung aus archäologischen Funden und fossilen Objekten, die unterschiedliche fachliche Betrachtungen erfordern.

Ein zweiter Termin am 13. Januar 2026 diente der systematischen Sicherung und Dokumentation. In enger Zusammenarbeit wurden insgesamt 252 Fundstücke erfasst, nummeriert und fotografisch dokumentiert. Die Mitarbeitenden der Landesarchäologie stellten geeignetes Verpackungsmaterial zur Verfügung und unterstützten die fachgerechte Handhabung der teils empfindlichen Objekte.

Im Anschluss erhielten die Beteiligten eine ausführliche Dokumentation mit Bestandsliste, Fotografien und fachlichen Beschreibungen ausgewählter Stücke. Damit liegt erstmals eine verlässliche Grundlage für die weitere Beschäftigung mit der Sammlung vor.

Die Bandbreite der archäologischen Funde ist groß: Sie reicht von der Jungsteinzeit über Bronze- und Eisenzeit bis in das Hochmittelalter. Zu den bestimmten Objekten gehören unter anderem Steinwerkzeuge und Keramik der bandkeramischen Kultur, Gefäße der Urnenfelderzeit und der Hunsrück-Eifel-Kultur sowie hochmittelalterliche Keramik, darunter sogenanntes Protosteinzeug. Auch ein Reibstein, ein sogenannter „Napoleonshut“, aus der Latènezeit zählt zu den Funden.

Details zu den Funden – Tableau I

Details zu den Funden – Tableau II

Ergänzt wird die Sammlung durch Fossilien aus dem Raum Koblenz. Diese stammen aus dem Unterdevon und sind rund 410 Millionen Jahre alt – aus einer Zeit, als sich die Region in einem tropischen Flachmeer befand. Bestimmt werden konnten unter anderem Armfüßer, Trilobitenreste und weitere marine Organismen.

Details zu den Funden – Tableau III

Ein wesentliches Ergebnis der Zusammenarbeit ist die langfristige Sicherung der Funde. Die fossilen Stücke werden künftig im Naturhistorisches Museum Mainz aufbewahrt. Die archäologischen Objekte verbleiben in der Obhut der Landesarchäologie, wo sie fachgerecht gelagert, inventarisiert und für weitere wissenschaftliche Bearbeitung zugänglich gemacht werden.

Für das Ortsmuseum bedeutet dies einen wichtigen Schritt: Die bislang nur teilweise erfassten Objekte sind nun dokumentiert, eingeordnet und gesichert.

Die Heimatfreunde Horchheim danken der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und insbesondere dem Team der Außenstelle Koblenz herzlich für die fachkundige Unterstützung, die sorgfältige Bearbeitung der Sammlung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Details zu den Funden – Tableau IV

Archäologie in Horchheim – ein Blick über das Museum hinaus

Die Vielfalt und die große zeitliche Spannweite dieser Funde sind kein Zufall. Sie spiegeln vielmehr das wider, was sich auch außerhalb des Museums beobachten lässt: Der Raum um Horchheim ist seit sehr langer Zeit genutzt worden.

Die Lage spielt dabei eine entscheidende Rolle. Horchheim liegt am Rhein und zugleich am Übergang zur Horchheimer Höhe, die als Höhenrücken eine natürliche Verbindung in Richtung Westerwald bildet. Gleichzeitig befindet sich hier ein Übergangsbereich zwischen Rhein- und Lahntal. Solche Lagen bündeln Wege – und wo Wege sind, sind über lange Zeiträume hinweg auch Menschen unterwegs.

Archäologische Hinweise belegen eine Nutzung bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Funde aus der Jungsteinzeit stehen neben solchen aus der Hallstatt- und La-Tène-Zeit und zeigen, dass der Raum immer wieder aufgesucht und genutzt wurde.

Das Rheinufer als Fundort

Ein besonders fundreicher Bereich ist das Rheinufer bei Horchheim, vor allem im Bereich von Stromkilometer 588. Hier wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Funde gemacht, die einen weiten zeitlichen Rahmen abdecken.

Den größten Anteil bilden Keramikscherben. Sie sind meist klein und durch die lange Lagerung im Wasser stark abgerundet, lassen sich aber dennoch verschiedenen Epochen zuordnen. Die ältesten Stücke reichen bis an das Ende der Urnenfelderkultur zurück. Hinzu kommen römische Fragmente sowie zahlreiche Scherben aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit.

Besonders häufig sind lehmglasierte Steinzeuge des 14. und 15. Jahrhunderts sowie Westerwälder Steinzeug aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Auch Ofenkacheln, darunter Stücke mit dem sogenannten „Mainzer Rad“, gehören zu den Funden. Daneben finden sich Glasreste, etwa von Waldglasgefäßen, sowie verschiedene Alltagsgegenstände wie Teile von Dreibeingefäßen, Pfannenstiele oder Tonsiebe.

Mit dem 18. und 19. Jahrhundert treten zunehmend industriell gefertigte Produkte auf, etwa Bitterwasserkrüge oder sogenanntes Bildergeschirr. Diese Funde geben Einblick in veränderte Lebensgewohnheiten und Handelsbeziehungen.

Die Zusammensetzung erklärt sich aus der Nutzung des Rheins über viele Jahrhunderte hinweg. Der Fluss diente nicht nur als Verkehrsweg, sondern auch als Entsorgungsort. Gleichzeitig gingen am Ufer und bei der Nutzung immer wieder Gegenstände verloren.

Münzfunde und Fährverbindung

Neben Keramik spielen Münzfunde eine wichtige Rolle. Im Bereich des Rheinufers wurden Stücke aus verschiedenen Zeiten entdeckt, von der römischen Kaiserzeit bis in das 19. Jahrhundert.

Darunter befinden sich römische Kleinkupfermünzen ebenso wie mittelalterliche Silberheller und neuzeitliche Prägungen aus unterschiedlichen Regionen, etwa aus Trier, Köln, Nassau oder den Niederlanden.

Die Fundstelle liegt im Bereich einer früheren Fährverbindung zwischen Horchheim und dem Oberwerth. Diese Verbindung bestand über lange Zeit und wurde intensiv genutzt. Es liegt nahe, dass ein Teil der Münzen beim Übersetzen verloren ging.

Für die römischen Münzen wird darüber hinaus vermutet, dass sie teilweise bewusst als Opfergaben in den Rhein gegeben wurden. Die Häufung jüngerer Münzen könnte wiederum darauf hindeuten, dass dieser Übergang zeitweise genutzt wurde, um offizielle Zollstellen zu umgehen.

Der Eisenbahnbau und ein besonderer Fund

Ein größerer Fund wurde im Jahr 1876 beim Bau der Eisenbahnbrücke zwischen Horchheim und dem Oberwerth gemacht. Bei den Arbeiten kamen zahlreiche Gegenstände zutage, darunter Keramik, Tierknochen, Werkzeuge und Metallobjekte.

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein goldener Armreif, der vermutlich aus der keltischen Zeit stammt. Zeitgenössische Berichte beschreiben ihn als aus mehreren Golddrähten gewundenes Schmuckstück.

Der Armreif wurde wissenschaftlich untersucht und später im Koblenzer Schloss aufbewahrt. In den folgenden Jahrzehnten verliert sich jedoch seine Spur. Nach einem Einbruch in den 1920er Jahren gilt das Stück als verschollen.

Alte Wege und Siedlungsspuren

Auch abseits des Rheins lassen sich archäologische Hinweise finden. Eine wichtige Rolle spielt die heutige Alte Heerstraße, die früher als Viehgasse oder Römerstraße bezeichnet wurde.

Dieser Weg verband den Rhein mit der Höhe und wurde über lange Zeit genutzt. Entlang dieser Strecke wurden Funde aus unterschiedlichen Epochen gemacht, darunter Hinweise auf römische Siedlungen und ein Gräberfeld im Bereich Niederfeld.

Am Geierskopf wurden zudem Reste aus der La-Tène-Zeit entdeckt, die auf eine Befestigung oder Fliehburg hindeuten könnten. Auch Funde wie Werkzeuge und Waffen aus Eisen wurden in diesem Zusammenhang gemacht.

Ein Blick auf das Ganze

Die im Ortsmuseum erfassten und gesicherten Funde stehen damit nicht für sich allein. Sie fügen sich in ein größeres Bild ein, das sich an vielen Stellen in Horchheim nachvollziehen lässt.

Rheinufer, alte Wege, Übergänge und Höhenlagen zeigen zusammen, dass der Raum über sehr lange Zeit hinweg genutzt wurde. Viele Funde sind unscheinbar, lassen sich aber zeitlich einordnen und tragen dazu bei, die Entwicklung des Ortes besser zu verstehen.

So entsteht aus einzelnen Stücken und Beobachtungen nach und nach ein Zusammenhang – und ein Blick auf eine Geschichte, die weit über das hinausreicht, was auf den ersten Blick sichtbar ist.

Text: Andreas Weber


Details zu den Funden

Tableau I

Abb. 1
Konvolut aus mehreren Steinartefakten, darunter Dechsel, Beile und eine Axt
5500–4500 v. Chr.
Die Steinartefakte sind aus unterschiedlichem Felsgestein. Diese wurden grob zurechtgeschlagen, gepikt und glattgeschliffen. Zudem lassen sich Gebrauchsspuren erkennen. Aufgrund der lateralen Konvergenz lassen sie sich in die ältere Jungsteinzeit datieren (bandkeramische/Rössener Kultur).
Fundort: vermutlich Koblenz-Rübenach
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_142–233

Abb. 2
Konvolut an bandkeramischen Scherben und einem Pferdezahn
5000–4000 v. Chr.
Der Pferdezahn vom Unterkiefer eines jungen adulten Pferdes weist starke Verbrennungsspuren auf. Die Keramikscherben stammen von Kugelbechern, sog. Kümpfen, und von mit Knubben bestückten Vorratsgefäßen. Die Knubben dienten als Henkel, an denen die Gefäße wahrscheinlich im Hausinneren aufgehängt waren. Die Keramikfragmente sind mit Spiral- und Winkelbändern verziert, die typisch für die bandkeramische Kultur sind. Die Vertiefungen waren mit einer weißen, kalkhaltigen Substanz aufgefüllt, die in Teilen noch erhalten ist; dies nennt man Inkrustation. Das Konvolut lässt sich in die ältere Jungsteinzeit datieren.
Fundort: vermutlich Koblenz-Rübenach
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_108–141

Abb. 3 a / Abb. 3 b
Konvolut an jungsteinzeitlichen Silexartefakten
5000–4000 v. Chr.
Klingen, Kratzer, Pfeilspitzen und Roteisensteine (Hämatite). Einige Klingen weisen den typischen Glanz auf, der mit Sichelklingen assoziiert und deshalb auch Sichelglanz genannt wird. Die Artefakte bestehen hauptsächlich aus hellgrau-belgischem und Maasfeuerstein. Die Roteisensteine wurden abgerieben und das dabei entstehende rote Pulver als Schminkstoff und Sonnenschutz verwendet. Das Konvolut lässt sich in die ältere Jungsteinzeit datieren und gehört zur bandkeramischen Kultur.
Fundort: vermutlich Koblenz-Rübenach
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_142–233

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Tableau II

Abb. 8
Großgefäß aus der Übergangszeit zwischen der Laufelder Gruppe und der Hunsrück-Eifel-Kultur
7. Jahrhundert v. Chr.
Fragmentiertes Großgefäß mit überglätteter Oberfläche. Unter dem leicht ausbiegenden Rand verläuft eine Verzierung aus Fingertupfen im Halsbereich.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_30

Abb. 9
Töpfe der Hunsrück-Eifel-Kultur
6.–5. Jahrhundert v. Chr.
Zwei fragmentierte Töpfe mit rau belassener Oberfläche und umlaufenden Fingertupfenverzierungen im Schulter- und im ausbiegenden Randbereich. Die Töpfe datieren in die späte Hallstatt- und die frühe Latènezeit, die in unserer Gegend als Hunsrück-Eifel-Kultur vertreten ist.
Fundort: nicht eindeutig feststellbar
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_27

Abb. 10
Reibstein aus der Latènezeit
5.–3. Jahrhundert v. Chr.
Der Reibstein besteht aus weicher Basaltlava. Das Gestein ist durch seine poröse Struktur nicht nur leicht zu bearbeiten, sondern ermöglicht auch ein effektiveres Mahlen von Getreide. Aufgrund seiner Form wird der Reibstein Napoleonshut genannt. Er datiert in die jüngere Eisenzeit (Lt A/B) und lässt sich so in die jüngere Hunsrück-Eifel-Kultur einordnen.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_234

Abb. 11
Hochmittelalterliche Alltagskeramik, sog. Protosteinzeug
13.–14. Jahrhundert n. Chr.
Zwei große Krüge mit den namensgebenden, zur Stabilisierung dienenden Wellenfüßen. Die braunen Gefäße weisen den typischen Kragenrand mit Dreiecksprofil sowie verschieden stark ausgeprägte Drehrillen auf der Gefäßwandung auf.
Der kleine Becher hat einen weniger ausgeprägten Wellenfuß. Aufgrund der charakteristischen Engobe-Bemalung im Schulterbereich ist dieser Becher der Pingsdorfer Keramik zuzuordnen.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_24–26

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Tableau III

Daten zu fotografierten Fossilien aus der ehemaligen Sammlung im Museum Horchheim

Alle diese Fossilien wurden im Raum Koblenz gefunden. Die Tiere lebten vor etwa 410 Millionen Jahren in einem relativ flachen, tropischen Meer. Die Region lag damals nur wenig unterhalb des Äquators.
Die Stücke werden künftig im Naturhistorischen Museum Mainz / Landessammlung für Naturkunde Rheinland-Pfalz aufbewahrt.

E103197, leg. K. Fabiszisky
Armfüßer (Brachiopode), Pachyschizophoria vulvaria
Unterdevon, Ober-Emsium
Eschbachtal bei Waldesch

Gips-Abguss einer Seelilie (Crinoidea), Ctenocrinus rhenanus (Original Slg. W. Mathesius)
Unterdevon, Ober-Emsium
Aspeler Bachtal bei Niederfell

KB102777, leg. K. Fabiszisky 6/1977
Ansammlung von Muschelschalen, u. a. Cornellites sp., Tolmaia sp.
Unterdevon, Ober-Emsium, tiefe Hohenrhein-Schichten
Stadtwald Koblenz, oberes Kleinbornsbachtal („Kühkopf“, BO 5 in Eichele 2014)

AS116295a/-22/4.95, leg. K. Fabiszisky 4/1995
Schwanzschild (Pygidium) eines Dreilappkrebses (Trilobita), cf. Treveropyge sp.
Unterdevon, Ober-Emsium
Aspeler Bachtal bei Niederfell

Ansammlung von Armfüßern, u. a. Euryspirifer paradoxus (oben links) und Iridistrophia (Flabellistrophia) hipponyx (rechts)
Unterdevon, Ober-Emsium
Oberlahnstein, Nähe Kurzentrum

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Tableau IV

Abb. 4 a / Abb. 4 b
Schüssel mit Henkel aus der Urnenfelderzeit
1200–700 v. Chr.
Die flache, weitmündige und leicht geschwungene Schüssel hat einen deutlich abgesetzten Boden. Am Rand ist ein kleiner Henkel angesetzt. Dieser Gefäßtypus tritt in der gesamten Urnenfelderzeit auf und lässt sich aufgrund dessen als Durchläufer bezeichnen.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_37–38

Abb. 5
Schrägrandschüssel aus der Urnenfelderzeit
1200–700 v. Chr.
Die weitmündige und trichterförmige Schüssel weist einen flachen, leicht abgeschrägten Rand auf. Der Boden setzt sich erkennbar ab. Die Schrägrandschüssel datiert in die späte Bronzezeit (Ha/B), die aufgrund der vorherrschenden Bestattungssitten auch Urnenfelderkultur genannt wird.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_31–36

Abb. 6 a / Abb. 6 b
Schrägrandbecher aus der Urnenfelderzeit
9. Jahrhundert v. Chr.
Schrägrandbecher mit geglätteter Oberfläche. Unter dem gekehlten Rand im Halsbereich verläuft eine Kreisaugenverzierung. Im Bauchbereich des spitzbodigen Bechers ist ein Band mit gegensinnig verlaufender doppelliniger Dreiecksmusterung zu erkennen, die nach oben und unten von Riefen eingefasst wird. Der Schrägrandbecher datiert in die späte Bronzezeit (Ha/B), die aufgrund der vorherrschenden Bestattungssitten auch Urnenfelderkultur genannt wird.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_37–38

Abb. 7
Kegelhalsbecher aus der Urnenfelderzeit
9. Jahrhundert v. Chr.
Der kleine bauchige Kegelhalsbecher mit abgeschrägtem Rand und Spitzboden weist Schulterriefen auf. Der Becher datiert in die späte Bronzezeit (Ha/B), die aufgrund der vorherrschenden Bestattungssitten auch Urnenfelderkultur genannt wird.
Fundort: unbekannt
Verbleib: GDKE, Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Koblenz, Inv. Nr. 2026_0005_31–36

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Quellen


„Funde aus trüben Fluten“, Horchheimer Kirmes-Magazin 1979 (Udo Liessem)
„Das Geheimnis um den goldenen Armreif“, Horchheimer Kirmes-Magazin 1982 (Hans Josef Schmidt)
„Der Hobby-Archäologe Manfred Wichmann“, Horchheimer Kirmes-Magazin 1989 (Hans Feldkirchner)
„Vater Rhein spuckt alte Münzen aus“, Horchheimer Kirmes-Magazin 2000 (Helmut Geißler)
„Die Alte Heerstraße – Eine Ortsgeschichte“, Horchheimer Kirmes-Magazin 2010 (Hans Lehnet)

Landschaftsinformationen zur Horchheimer Höhe, Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz / SGD Nord


Tipp:

Mehr zum Leben im Devon-Meer zeigt die Sonderausstellung „Sprechende Steine“ im Rhein-Museum Koblenz.
(10.04.–31.12.2026)

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Horchheimer Flurnamen – vom Druckwerk zur Online-Publikation

Horchheimer Flurnamen

zusammengestellt von Alois Honsdorf

Herausgeber
Heimatfreunde Horchheim e. V.
Koblenz-Horchheim 2003 

Alois Honsdorf 4/03

Inhaltsverzeichnis

Einleitung zur digitalen Arbeitsfassung „Horchheimer Flurnamen” von Alois Honsdorf

Die vorliegende Veröffentlichung basiert auf den originalen Word-Dateien von Alois Honsdorf, die im CD-Archiv des ehemaligen Vorsitzenden Jochen Hof überliefert sind. Es handelt sich um die Ausgangsdaten der im Jahr 2003 erschienenen Druckfassung, die für den Satz auf rund 65 DIN-A4-Seiten in lexikonartiger Form eingerichtet waren.

Im Zuge der digitalen Aufbereitung wurde diese seitengebundene Struktur aufgelöst und der Text mithilfe einheitlicher Formatvorlagen neu gegliedert. Das Ziel ist eine digitale Editionsform, in der die Inhalte unabhängig von festen Seitenfolgen erschlossen werden können. Flurnamen, Belegstellen und Quellenangaben sind dadurch gezielt durchsuchbar und in ihrem Zusammenhang auswertbar.

Die vorliegende Fassung stellt eine editorische Arbeitsstufe dar. Sie schafft die Grundlage für eine weiterführende digitale Veröffentlichung, in die perspektivisch auch das zugehörige Kartenwerk sowie zusätzliche Verknüpfungen und Erschließungsfunktionen integriert werden sollen.

Alois Honsdorf, langjähriges Vorstandsmitglied der Heimatfreunde Horchheim, hat mit großer Sorgfalt und auf breiter Quellenbasis ein grundlegendes Werk zur Horchheimer Ortsgeschichte erarbeitet. Für diese Leistung und die damit verbundene Sicherung historischer Überlieferung gilt ihm unser besonderer und herzlicher Dank.

Koblenz-Horchheim, im April 2026

Heimatfreunde Horchheim e.V.


Flurnamen – Allgemeines, Hinweise und Erläuterungen

Flurnamen sind die Namen von Bergen, Tälern, Wäldern, Äckern, Wiesen, Gärten, Weinbergslagen, Wegen und Stegen. Sie sind teilweise über Jahrhunderte von unseren Vorfahren festgehalten und von Generation zu Generation in unsere Zeit weitergegeben worden. Dem Historiker geben sie Auskünfte über die früheste Siedlungsgeschichte unserer Region und verdienen von daher schon größte Beachtung. Da das Alter der Flurnamen oft älter ist als ihre schriftliche Überlieferung, bieten sie dem Sprachforscher (Linguist) wichtiges Material für vergleichende Untersuchungen. Außerdem sind sie von großem Interesse für die Arbeit des Archäologen, sowie des Heimatforschers für das Verständnis und die Deutung seiner Ortsgeschichte.

Flurnamen-Forschung und Flurnamen-Sammlung ist eine interdisziplinäre Arbeit, wobei die Forschung Sache der Linguisten, Historiker und Archäologen ist. Sie besitzen die Kompetenz, Herkunft und Bedeutung der Flurnamen zu interpretieren und über die Gemeinde hinaus in eine größere Region einzuordnen.

Warnen möchte ich gleich zu Beginn vor den „selbsternannten Flurnamenforschern“, die mal kurz „aus der Hüfte heraus“ den „Keitenberg“ zu einem „Keltenberg“ umbenennen. Vorsicht!

Ausgang und Grundlage für die Flurnamenforschung ist die Flurnamen-Sammlung. Diese habe ich im Folgenden für die Gemarkung Horchheim (Koblenz-Horchheim) erstellt, in der Hoffnung, daß sie der Forschung einmal dienlich sein kann.

Erstes Ziel einer gründlichen Arbeit muß sein, möglichst sämtliche Unterlagen aufzufinden und auszuwerten. Dabei gilt: Je älter die Urkunde, um so wahrscheinlicher kann von der Richtigkeit des Namens ausgegangen werden. Mehrfachnennungen und Zurückverfolgung der Flurnamen geben Aufschluß über eventuell entstandene Wort- Um- und -Verbildungen. Ebenso sind für die richtige Deutung eine genaue Kenntnis der Örtlichkeit und des Ortsdialektes notwendig.

Überliefert sind die Flurnamen zunächst insbesondere durch alte Urkunden, Pacht- und Kaufverträge, Grundstücksverzeichnisse (Urbare) der Besitzungen der Klöster und Stifte u.a.. Die Erfassung und Auswertung dieser in den verschiedenen Archiven (Altenberg, Düsseldorf, Köln, Koblenz, Wiesbaden u. a.) aufbewahrten Urkunden wäre eine Lebensaufgabe und für einen Laien nicht zu bewältigen. Für die Zusammenstellung der Horchheimer Flurnamen kam es mir daher sehr zugute, daß ich zurückgreifen konnte auf die veröffentlichten „Lebenswerke“ der Historiker: Wolfgang Jungandreas, Fritz Michel, Hans Mosler, Aloys Schmidt und Johannes Simmert.

Außerdem wurden die Grenzbegangsprotokolle von 1604, 1749, 1818 und 1831, sowie die Übersichtsskizze des Jesuitenbesitzes in Horchheim von 1675 ausgewertet.

Die aus diesen Unterlagen entnommenen Flurnamenangaben sagen jedoch nichts aus über die Grundstücksformen und die Lage der Grundstücke innerhalb des Flurdistriktes und der Gemarkung. Flurnamen, die nicht in unsere Zeit überlebt haben, sind daher nur schwer – wenn überhaupt – karten- oder lagemäßig zuzuordnen bzw. abzugrenzen.

Eine Erfassung (keine Vermessung) aller Acker-, Wiesen- und Weinbergsgrundstücke für die gesamte Gemarkung Horchheim erfolgte erstmals mit der Anlegung der Grund- und Extraktenbücher für das Erzstift Trier in den Jahren 1719/20.

Zweck war die Schaffung einer Grundlage für eine gerechte Verteilung und Erhebung der Grundsteuer. In diesen Grund- und Extraktenbüchern (nicht zu vergleichen mit den heutigen Grundbüchern und ihrer Bedeutung) finden wir erstmals alle zu dieser Zeit gebräuchlichen Flurnamen. Was fehlt, ist eine kartenmäßige Darstellung der Lage und Abgrenzungen der einzelnen Flurnamen-Distrikte.

Von den Franzosen begonnen und von den Preußen fortgeführt, wurden dann Grundsteuervermessungen (Parzellarvermessungen) für sämtliche Gemeinden in den Provinzen Rheinland und Westfalen in den Jahren 1822 bis 1834 durchgeführt und Grundsteuerkataster in Karten und Büchern angelegt, für Horchheim im Jahre 1832. In diesen Karten sind nun auch erstmals die Umgrenzungen der Flurnamen-Distrikte erkennbar.

Schließlich wurde die Grundsteuervermessung von 1832 ersetzt durch eine im Jahre 1877 für die gesamte Gemarkung Horchheim durchgeführte Grundsteuer- Neuvermessung. Diese Vermessung bildet bis heute die Grundlage für das Liegenschaftskataster der Gemarkung Horchheim.

Die von mir zur Flurnamenerfassung ausgewerteten Unterlagen sind in der Übersicht „Literatur- und Quellenangaben“ zusammengestellt.

Ausgang für die Erfassung der Flurnamen und ihre gebietsmäßige Abgrenzung (Gewannengrenzen) sind die Katasterkarten aus dem Jahre 1877. Die hierbei aufgenommenen Flurnamen werden bis in unsere Zeit als Lagebezeichnungen für die Parzellen (heute: Flurstücke) geführt und haben dadurch gewissermaßen amtlichen Charakter bekommen.

Die Flurnamen wurden – soweit dies möglich – den Flurnamen des Katasters zugeordnet, und zwar mit Angabe der urkundlichen Belege für jeden Namen in zeitlicher Anordnung – den jüngsten zuerst, den ältesten zuletzt. Dabei wurden alle Namen buchstabengetreu übernommen, und zwar aus der Erfahrung heraus, daß ein falscher oder geänderter Buchstabe einem Namen einen völlig anderen Sinn geben kann.
Als Beispiele siehe:

Dritteneimer Drittenheimer, Trittenheimer
Grabengasse Grafengasse,
Weidenborn Weitenborn,
Breiteloh Breitele.

Zur Schreibweise in alten Urkunden paßt allgemein ein Satz von Hans Mosler, „daß bei manchem Schreiber die einzige Regel für seine Schreibweise die Regellosigkeit ist“. (Aber es gab ja auch noch keinen Duden, was einiges entschuldigt).

Zur Übernahme der Flurnamen in die ersten Grundsteuerkataster erscheint mir noch wichtig, auf folgendes hinzuweisen: Die Aufgabenstellung bei der Anlage der Grundsteuerkataster war, alle Gemeinden mit sämtlichen Parzellen vollständig zu vermessen, die entsprechenden Flurkarten zu zeichnen, die Flächengrößen aller Parzellen zu berechnen und die Katasterbücher anzulegen. Entsprechendes Fachpersonal zur Bewältigung dieser Arbeiten war kaum vorhanden und mußte auf die Schnelle durch Umschulungsmaßnahmen herangebildet und rekrutiert werden. So wurde z. B. mancher Lehrer zum Geometer oder mancher Maler zum Zeichner. Insgesamt war es eine Mammutaufgabe, deren Bewältigung in der kurzen Zeit heute noch vollen Respekt verdient.

Da kommt nun der Geometer oder Landvermesser X (wie man sie früher nannte) nach Horchheim, um hier die Katastervermessung durchzuführen. Ortsunkundig ist er natürlich auf die Auskünfte der ihm von der Gemeinde beigebenen besonders ortskundigen Horchheimer Bürger angewiesen, u. a. auch zur Benennung der Flurnamen und deren Abgrenzungen. Nun Hand auf’s Herz: wie würden Sie als Alt – Horchheimer den Flurnamen Preuspel dialektfrei benennen, als Preuspel, Preispel, Breusbel, Breisbel oder Bruspyl? Alles ist möglich!

Dieses Beispiel zeigt die Schwierigkeit der Aufnahme der Flurnamen in die Katasterunterlagen und erklärt auch die hier und da aufgefundenen Wort- Um- und -Verbildungen. Die Historie auch nur einzelner Flurnamen zu erfragen, war bei dem Umfang zur Erledigung der vorgenannten Arbeiten unmöglich und ist es heute noch.

Als Beispiel dafür, wie die Flurnamen-Bezeichnungen im Laufe der Zeit geändert (und auch verfälscht) wurden, gibt uns der Bereich von der Grenze Horchheim/Niederlahnstein bis zur heutigen Grafenstraße (früher oberste Grabenstraße und in Grafenstraße verballhornt) und der Emser Straße bis zum Rhein.

In älteren Urkunden wird er benannt:

1235 duabus vineis in superiori KAMERTHE.
1302 Weingarten in Oberkamerte bei der Obergasse.
1719 Weingarten im Cammerts. (Mit CAMARTA bezeichnet man laubenartig angelegte Weingärten, wie man sie z. B. heute noch in Südtirol findet).
1832 An der Grabenstraße.
1877 Am Bahnhof, dann Bahnhofstraße und seit
1937 Von-Eyß-Straße, in Folge der Eingliederung der Gemeinde Horchheim in die Stadt Koblenz.

In einem Flurnamenverzeichnis sind alle gefundenen Flurnamen in alphabetischer Folge für die Gemarkung Horchheim und die an Horchheim angrenzenden Bereiche der Gemarkungen Arzheim, Fachbach, Miellen, Niederlahnstein und Pfaffendorf zusammengestellt. Die heute noch bestehenden Flurnamen sind durch fette Schrift hervorgehoben. Für sie sind Plan-Nummer und Plan-Quadrat angegebenen, die ein schnelles Auffinden in der Kartenübersicht ermöglichen. Umgekehrt findet man über das Numerische Suchverzeichnis Flurname und Planquadrat der Karte. Als Kartengrundlage diente eine Verkleinerung der Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK5).

Die in dem Grund- und Extraktenbuch von 1719/20 erfaßten Weinbergslagen sind in einer besonderen Liste mit Anzahl der Rebstöcke und Weinbergsparzellen zusammengestellt, und in einer besonderen Kartenübersicht der DGK5 in ihren Abgrenzungen dargestellt.

Koblenz-Horchheim, im Januar 2003.

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Literatur- und Quellenangaben

Literatur- und Quellenangaben mit den hierzu verwendeten Abkürzungen

Katasteramt Koblenz, Flurkarten der Kataster-Neuvermessung von 1877 der Gemarkungen Horchheim und Pfaffendorf. KNv.1877
Flurkarten der Katastervermessung (Grundsteuervermessung) von 1832 der Gemarkung Horchheim, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 730 Nr. 365. Kv.1832
Grenze des Königreich Preußen zum Herzogtum Nassau, Aussteinungsprotokoll von 1831, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 210/112 42. Grenze KP/HN 1831
Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und Müffling von 1803 – 1820. Müffling 1816/20
Grenzbegangsprotokoll zur Festlegung der Grenze zwischen dem Königreich Preußen zum Herzogtum Nassau von 1818, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 441 Nr. 11241. Grenzbegang KP/HN 1818
Protokoll über den Niederlahnsteiner Grenzbegang von 1749, Stadtarchiv Koblenz, Bestand 655, 10 Nr. 75. NL Grenzbegang 1749
Grund- und Extraktenbuch der Gemarkung Horchheim von 1719/20. Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1 C – 14843. Grund- und Extraktenbuch 1720
Übersichtsskizze und Urbar (Grundstücksverzeichnis) der Weinbergsgrundstücke der Jesuiten in der Gemarkung Horchheim von 1675, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 117 Nr. 448. Jesuiten 1675
Protokoll über den Grenzbegang der Horchheimer Gemarkungsgrenze von 1604, Stadtarchiv Koblenz, Bestand 655, 10 Nr. 75, Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 1c Nr. 8093, Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Bestand 112 – XIX a, 5. Horchheimer Grenzbegang 1604
Jungandreas, Wolfgang, Historisches Lexikon der Siedlungs- und Flurnamen des Mosellandes, Schriftenreihe zur Trierischen Landesgeschichte und Volkskunde, 1962, Druckerei und Verlag Jakob Lintz KG, Trier. (Belege bis 1500 und älter). Jungandreas
Michel, Fritz, Geschichte der Stadt Niederlahnstein, unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1954 in Geschichte der Stadt Lahnstein von 1982. Michel
Mosler, Hans, Urkundenbuch der Abtei Altenberg, 1. Band, 1138 – 1400, Bonn, Peter Hanstein Verlagsbuchhandlung, 1912, ebenso 2. Band, 1400 – 1803, Düsseldorf, Verlag E D Lintz KG, 1955. Altenberg und Urbar der Abtei Altenberg
Schmidt, Aloys, Quellen zur Geschichte des St. Kastorstiftes in Koblenz, I. Band, Urkunden und Regesten (857 – 1400), Peter Hanstein Verlag GmbH, Bonn, 1953/54, ebenso II. Band, 1401 – 1500, Peter Hanstein Verlag GmbH, Köln-Bonn, 1974. Kastor
Simmert, Johannes, Inventar des Archivs der Kartause St. Beatusberg vor Koblenz, Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz, 1987. Beatus
Flurnamen aus Aufsätzen von Dr. Dietmar Flach und Manfred Gillissen, in Horchheimer Kirmesmagazinen. KM

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Numerisches Suchverzeichnis der Flurnamen

Gemarkung Horchheim

Nr. Flurname Planquadrat
1 Am Bahnhof F/1, 2
2 Am Rhein F/1
3 Zwischen Schmitz- und Grabengasse F/1, 2
4 Zwischen Streichs- und Schmitzgasse F/2
5 In der Streichsgasse F/2
6 An der Kirchgasse F/2
7 Im Oberdorf F/2
8 Auf dem Graben F/2
9 Im Dorf E, F/2
10 Im Unterdorf E, F/2
11 Mendelssohnpark E/2
12 Am Niederweg D, E/2
13 Pfaffendorfer Graben D/2
14 Rotenberg D/2
15 Auf Roterm D/2, 3
16 Im Rotenberg D/2
17 Am Ahrweg D, E/2
18 Im Angelberg D, E/2, 3
18 Angelberg D, E/2, 3
19 Im Pechlerberg E/2, 3
20 Im Haukert E, F/2
21 Die Luh E/2, 3
22 Auf der Luh E/2, 3
23 Auf dem Preuspel E, F/2, 3
24 Im Oberhaukert F/2
25 Beim Weitenborn F/2, 3
26 Auf der Anwelt F/2
27 In der Grube F/2, 3
28 Dritteneimer F/2, 3
29 Im Bungertsfelde F/2, 3
30 Am Bungertspfade F/3
31 Am Bungertswege F/3, 4
32 Am alten Weg F/3, 4
33 Auf Timmetz E, F/3, 4
34 Am Klocksberg E/3
35 Pechlenberg E/3
36 Der Angelberg E/3
37 Niederfeld unterm Weg D, E/3
38 Zu Triesch C, D/3
39 Niederfeld oberm Weg D, E/3
40 In der Heubach D, E/3
41 Auf Heubach E/3, 4
42 Auf der Hart D, E/3, 4
43 Am Mehlersberg D/3, 4
44 Altenbergerkopf C, D/3, 4
45 Auf dem hinter Aarfeld C, D/3, 4
46 Auf dem Aarfelderkopf D/4
47 Vorder Aarfeld D/4, 5
48 Unter der Wachheck D/4, 5
49 Am Arzheimer Weg D/5
50 Auf der Hohl D, E/4, 5
51 In der Bauerswiese D, E/4
52 Auf der Bauerswiese E/4
53 Oben im Keitenberg E/4, 5
54 Im Keitenberg E/3, 4
55 Am Viehweg E/4
56 Auf Sommerich E, F/4
57 In der Dell F/4
58 Lehmkaul F/4
59 Junkerstücker F/4
60 Junge Wald F/4, 5
61 Liedchesberg F, G/5, 6
62 Dornschlenk E, F/5, 6, 7
63 Dornswiese E, F/5, 6
64 Dornsfeld F/5
65 Wingertsberg E, F/4, 5, 6
66 Gebrannteberg D, E/4, 5, 6
67 Gefechte D, E/6, 7
68 Francisfeld D/6
69 Die Pfaffeneck D/6, 7
70 Auf Wirgeswäldchen D, E/7, 8
71 Wittau E/8
72 Wiedauer Heide E, F/6. 7, 8
73 Alte Schaafstall F, G/6, 7
74 Im Thälerberg E, F, G/7, 8, 9
75 Alte Hau E, F, G/8, 9, 10
76 In der Eschheck E/8, 9, 10
77 Am Schafstall D, E/8, 9, 10
78 Pfaffeneck D/8
79 In der Stockwiese D, E/8, 9
80 Am Innerchen D/9, 10
81 An der Zinzreder D/10
82 An der Stockwiese D/9, 10
83 In der langen Wiese C, D/9
84 Im Langeneck C, D/9, 10
85 Am Wintersborn B, C/9, 10
86 Zinzreder C, D/10
87 Im Grasünder C, D/10, 11
88 Am Steinbachsgraben C/10
89 Auf Steinbach C/10, 11
90 An Breitele C/10, 11
91 Breitele B, C/10, 11, 12
92 Auf Breitele A, B/10, 11
93 Beim Großhennrich, Höhrer Hof B/11, 12
94 Kieselborn B, C/11, 12
95 Beim Kieselborn C/11, 12
96 Beim Kaltenborn C, D/11, 12
97 Im Schlag C, D/11, 12
98 Am Klockswäldchen D/11
99 In der Grasende D/11
100 Auf dem Rädchen D/11
101 Am Immansköpfchen D, E/11
102 Oben auf Escherfeld D, E/10, 11
103 Eschheck D, E/10, 11
104 Tongruben auf Escherfeld D, E/10
105 Unten auf Escherfeld E/10
106 An der Bertelsbach E/10
107 In der Bertelsbach E/10, 11
108 Geierskopf E, F/10, 11
109 Am Geierskopf E, F/10, 11

Gemarkung Arzheim

1 Auf der Mönnigswiese C/9
2 Am Wintersborn B, C/9
3 Wintersborn B/9
4 An der Sanerswiese B/9
5 Auf dem Steingarten A, B/9, 10
6 Lützscheid A, B/10, 11
7 Unter Breitel A, B/11, 12

Gemarkung Pfaffendorf

1 Im Plendert C, D/2, 3
2 Untergesetz C, D/3
3 Im Plonzert C, D/3
4 Auf der Haart C/3, 4
5 Auf der Fendel C, D/4
6 Unter der Wachheck C, D/4, 5
7 Die Wachheck C, D/5
8 Auf’m Wachhecker Kopf D/5
9 Auf dem Hausgalgen D/6
10 Auf Hausgalgen D/6, 7
11 Zwischen Frank und Himmelreich D/7
12 Im Hamm D/7, 8
13 Obere Pollstücker D/7, 8
14 Pfaffendorfer Wald C, D/8, 9

Gemarkung Niederlahnstein

1 Mark G/1, 2
2 Mittelgesetz G/2
3 Horchheimer Höll G/2, 3
4 Berg G/3
5 Lag G/4
6 Lichten G/5
7 Schaafstall G/6
8 Buchenrestbaum G/7
9 Buch F, G/8, 9
10 Höhr B, C/12

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Flurnamen der Gemarkung

Horchheim

Aarfeld
ehemaliges Ackerland.
Auf dem Aarfelderkopf, KNv.1877, Flur 14. → Plan Nr. 46, D/4.
Auf dem hinter Aarfeld, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 45, C, D/3, 4.
Vorder Aarfeld, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 47, D/4, 5.
auff Arfeldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auf Ahrfeld, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Abbedahl
im Abbedahl, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten im Appendalle, 1550, Beatus Nr. 759.
Achterloe
Weingarten up der Achterloe, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Ahrweg
ehemaliges Weinbergsgelände.
Am Ahrweg, KNv.1877, Flur 17 u. Kv.1832, Flur XII. → Plan Nr. 17, D, E/2.
Weingarten im Ahrwegell, 1745, Beatus Nr. 1215.
Weingarten im Ahrweg, 1732, Beatus Nr. 1142.
Ahrweg, 16. Weingartenlage mit 36.594 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Arweg, Jesuiten 1675.
Weingarten im Arnweg, 1575, Beatus Nr. 878.
Weingarten in Airwege, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
in Airwege, 1313, Jungandreas u. Kastor Nr. 395.
Weingarten in Arwege, 1302, Jungandreas u. Kastor Nr. 323.
Aicher
1 veltgen im Aicher, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Alte Hau
großer Walddistrikt, der Name schließt auf frühere Waldrodung.
Alte Hau, KNv.1877, Flur 8, 9 u. 10, Kv.1832, Flur IV, Grenze KP/HN 1831 u. Müffling 1816/20. → Plan Nr. 75, E, F, G/8, 9, 10.
Alte Rödern, Grenzbegang KP/HN 1818, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wiese am Altenhauw 1741, Beatus Nr. 1195.
ahm alten Hauw, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Alte Hawe, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Alte Schafstall
s. hierzu Schafstall, Gemarkung Niederlahnstein.
Alte Schaafstall, KNv.1877, Flur 10, Kv.1832, Flur V u. Grenze KP/HN 1831. → Plan Nr. 73, F, G/6, 7.
am alten Schafstall, Müffling 1816/20.
ahm Schaff Stall, Ackerland, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Ehemaliger Flurname: Falgertt oder Falger-Felde.
Altenberger Hof
s. auch Münch– oder Mönchhof.
Gelände um die heutige Luther Kapelle
Altenberger Wiese
auf dem Horchheimer Berge ein Stück (Land) zwischen Bramacker und den Altenberger Wiesen, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Anm.: mit „Altenberger Wiesen“ ist hier wahrscheinlich der Eigentümer und kein Flurname gemeint.
Altenbergerkopf
Altenbergerkopf, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 44, C, D/3, 4.
Der Name deutet auf die Besitzungen des Klosters Altenberg in Horchheim.
Alter Weg
Am alten Weg, KNv.1877, Flur 12 u. Kv.1832, Flur VI. → Plan Nr. 32, F/3, 4.
ahn alten Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten im alten Weg, 1617, Altenberg Bd. 2 S. 498.
Up dem Aldenweg, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Angelberg
Angelberg, KNv.1877, Flur 17 u. Kv.1832, Flur IX u. XII. → Plan Nr. 18, D, E/2, 3.
Der Angelberg, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 36, E/3.
Im Angelberg, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 18, D, E/2, 3.
Angelberg, (Ackerland) ahn den Weingarthen angefangen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Im Angelberg, 18. Weingartenlage mit 7.014 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Anwelt
Anwendt
Auf der Anwelt, KNv.1877, Flur 20. → Plan Nr. 26, F/2.
Anwelt, Kv.1832, Flur X.
in der Anwent genannt, 12. Weingartenlage mit 19.043 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Anwendt, Jesuiten 1675.
Richtiger: Anwendt = Anwand = Geländeanstieg.
Appendalle
s. Abbedahl
Arzheimer Born
s. Wintersborn
Arzheimer Loch
Artzheimer Loch, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Arzheimer Weg
Am Arzheimerweg, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur IIX. → Plan Nr. 49, D/5.
Atz
Franz Atz baute kurz nach 1900 eine damals noch allein stehende burgähnliche Villa auf der Anhöhe der Weitenbornstraße, Ecke Dritteneimerweg (heute: Weitenbornstraße 12). Für den Horchheimer Volksmund war das schnell die „ATZE-BURG“ und die umliegenden Grundstücke wurden auf dem „auf dem Atz“ genannt. Jedoch kein amtlicher Flurname, der – wegen der völligen Bebauung – sicher auch bald in Vergessenheit geraten wird. An dieser Stelle stand früher der Schwarze Hiligen- (Heiligenstock).
s. auch Schwarzer Hiligenstock.
Auwich
Weingarten in der Auwich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bach
(Ober Bach).
s. Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten in der Baich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bächeln
Weingarten im Bechelerberg, 1733, Beatus Nr. 1144.
In Bächlen, 19. Weingartenlage mit 6.751 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Bechelen, Jesuiten 1675.
zo Bechelen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bahnhof
Am Bahnhof, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 1, F/1, 2.
Bauerswiese
Auf der Bauerswiese, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 52, E/4.
In der Bauerswiese, KNv.1877, Flur 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 51, E/4.
An der Bauerswiese, Kv.1832, Flur VIII.
obig der Bauerß Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Baume
Weingarten am prume Baume, 1540, Beatus Nr. 728.
Beichenberg
auff Beichenberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff Beichenberg von beyden seithen des Weegs, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Feld auf dem Beitzenberg, 1660, Altenberg Bd. 2, Seite, 530.
Bernatzhaus
garden under Bernatz huys, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Bertelsbach
An der Bertelsbach, KNv.1877, Flur 4 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 106, E/10.
In der Bertelsbach, KNv.1877, Flur 4 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 107, E/10, 11.
Bertelsbach, Grenze KP/HN 1831. Grenzbegang KP/HN 1818 u. Horchheimer Grenzbegang 1604.
Acker an der Bertholffsbach, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Bierbrauers Weier
Ahn Bierbrauers Weyer, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Ahn Bierbrauer Weyer langst die Harth, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Bitzer Heid
Bitzer Heid, Jesuiten 1675.
Boitzemerberg
veld hinder Boitzemerberch, und Weingarten hinter Buytzemberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277 u. 282.
Bohr
Weingarten uff der Bohr, 1724, Beatus Nr. 1109.
Born
Weingarten gelegen uff Demneczerheyden, gen. am pueren Born, 1526, Beatus Nr. 687.
Bornsgasse
oben ahm Borngäßigen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
im Burn weeg gen., 13. Weingartenlage mit 3.531 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
im Buren weeg gen., 15. Weingartenlage mit 6.449 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Bronnengäßchen, 1707 und Burnsgäßchen, 1682, M. Gillissen, KM 1995 S. 65.
in dem Bornwege, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Bramacker
auf dem Horchheimer Berge ein Stück (Feld) vam Bramacker an bit in dy delle zu der Escherhecken.
Von einem Stück zwischen Bramacker und den Altenberger Wiesen.
Dem Stück Braemacker und der Stockwiesen.
Zwischen Bramacker und Hoenberg.
Braemacker ind Hoenenberg.
alle um 1500 in Altenberg Bd. 2 Nr. 287 u. S. 278/79.
Breispel
s. Preuspel
Breitele
Breitele, KNv.1877, Flur 2 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 91, B, C/10, 11.
An Breitele, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 90, C/10, 11.
Auf Breitele, KNv.1877, Flur 1. → Plan Nr. 92, A, B/10, 11.
Oben im Breitele, Kv.1832, Flur I.
Breitely, Grenze KP/HN 1831.
Auf dem Breitel, Müffling 1816/20.
Breyde Fuhr genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff breiden Lich, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
breiten Lohe, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Land u. Hecke uff breyde Loe und up Breyderloe, um 1500, Altenberg, Bd. 2, Nr. 287und S. 278/79.
Anm.: Im Zusammenhang mit der Schafhaltung spricht Anton Struth in seinem Buch „Erinnerungen aus meinem Leben“ von 1910 auf S. 12 von den Altenredern auf „Preiteln“. Aufgrund der Geländebeschaffenheit (breiter Bergrücken) und der früheren Nutzung, wäre m. E. der richtige Flurname: „Breitelo“oder „Breiteloh.
Brutzenberg
Auff Brutzenberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten hinder Buytzemberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten uff Buczenberg, 1389, Kastor Nr. 1465.
Buhe
Weingarten auf der Buhe, 1732, Beatus Nr. 1142.
Bungert
Bongart, Baumgarten.
Am Bungertspfad, KNv.1877, Flur 12. → Plan Nr. 30, F/3.
Am Bungertsweg, KNv.1877, Flur 12 u. Kv.1832, Flur VI. → Plan Nr. 31, F/3, 4.
Im Bungertsfelde, KNv.1877, Flur 20 u. Kv.1832, Flur X. → Plan Nr. 29, F/2, 3.
Aufm Bungert, Grenze KP/HN 1831.
Bungertsberg, Müffling 1816/20.
Aufm Bungert am Weydenborn, 1725, Michel, S. 450.
Auffm Bongart, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
2 velderen an Burgergraw ind zo Overbongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Uff dem Bongert, 1557, Michel, S. 450.
Weydenveldt zo Oeverbongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
veldt und bongart up dem Bongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277 u. 279.
Burgergraben
1 hecken yn Burgergraben und 2 Felder an Burgergraw ind zo Overbongart, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277/78.
Butzenberg
Weingarten uff Buczenberg, 1389, Jungandreas.
Cappeller
Ober dem Fluß (?), obig der Capeller Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
obig dem Capeller Feldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Damitzer
s. Timmetz.
Dell
In der Dell, KNv.1877, Flur 12, Kv.1832, Flur VI u. Grenze KP/HN 1831. → Plan Nr. 57, F/4.
In der Dehell, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Demneczerheyden
(Diemytzerheite).
Weingarten an der Dyngbitzerheyden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 278.
Weingarten ane der Diemytzerheyte, 1540, Beatus Nr. 728.
Weingarten uff Demneczerheyden, genannt am Sonnenberge, 1526, Beatus Nr. 687.
Dienneß
s. Timmetz.
Diersteiner Hof
Diersteiner Gasse, heute Collgasse.
Lorenz im Dyerster Hof und seine Ehefrau … Einwohner zu Horchheim verkaufen…, 1522, Beatus Nr. 678.
s. hierzu Manfred Gillissen in KM 2000, S. 37.
Dicke Eiche
Naturdenkmal oberhalb des ehemaligen Hofes „Schmidtenhöhe.
Dymmarß
Weingarten im Dymmarß, 1575, Beatus Nr. 878.
Dingebitze
Weingarten ym Dingbitz, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279 u. 282.
Weingarten in der Dyngebitzen, 1423, Kastor Nr. 1757.
einen Weingarten von 4 man graft in Dingbytzen, 1406, Kastor Nr. 1630.
Dingbitzen, 1406, Jungandreas.
Weingarten in Dyngebitzen, 1403, Kastor Nr. 1595.
in dyn Gebyze, 1395, Jungandreas u. Kastor Nr. 1518.
in Dingebicze, 1392, Jungandreas u. Kastor Nr. 1489.
Weingarten in der Dyngebitzen, 1379. Jungandreas u. Kastor Nr. 1355.
Weingarten in der Dingebiczen, 1374, Jungandreas u. Kastor Nr. 1291.
Weingarten in der Flur Dingebiczen, 1368, Jungandreas u. Kastor Nr. 1188.
Allodialweinberge in der Dingebitze, 1359, Beatus Nr. 144.
Weingarten in Flur genannt Dinginbicze, 1353, Jungandreas u. Kastor Nr. 925.
Weingarten in floro Dynginbizcene, 1271, Jungandreas.
Weingarten in Dingenbiszen, 1261, Gillissen in KM 2000 S. 37.
Dorf
Im Dorf, KNv.1877, Flur19 u. 21. → Plan Nr. 9, E, F/2.
Dornsbach
Verlauf von den Dornswiesen, der Straße im Keitenberg hinunter ‒ früher ein Hohlweg, Viehweg genannt ‒, durch das spätere Nachtigallenwäldchen, bei dem Haus Schmoll (Haus Nr. 54) die heutige Alte Heerstraße und dann zum Römerplatz, entlang der Schulgasse bei Hollers Garten in den Rhein.
Dornschlenk
Dornschlenk, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, FlurV. → Plan Nr. 62, E, F/5, 6, 7.
Dornsfeld
Dornsfeld, KNv.1877, Flur 11. → Plan Nr. 64, F/5.
Dornsfelder, Kv.1832, Flur V.
auff dem Dorn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Dornswiese
Dornswiese, KNv.1877, Flur 11. → Plan Nr. 63, E, F/5, 6.
Dornswiesen, Kv.1832, Flur V.
(Dorn) ober dem Weeg, übers Jahr mähig, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Dreibuchenplatz
Naturdenkmal → D/10.
Driesch
s. auch Triesch.
hecke zom Dreysch und 1 stuck veldz zom Dreysch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Dritteneimer
Dritteneimer, KNv.1877, Flur 20 u. Kv.1832, FlurX. → Plan Nr. 28, F/2, 3.
auff dem drittel Eymer, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Im Dritten Eimer genannt, 26. Weingartenlage mit 9800 Wst, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Drittenämer, Jesuiten 1675.
Weingarten upp dem dritten Emer, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Anm.: die Straße „Dritteneimerweg“ wurde zeitweise irrtümlich Trittenheimer- und Drittenheimerweg genannt. Der Name sagt, daß jeder dritte Eimer Weintrauben an den „Landesherren“ abgegeben werden mußte.
Dumbitz
s. Timmetz
Eilverbitze
Weingarten von 1, 5 mannes grafft in Eylferbytzen, 1406, Kastor Nr. 163o.
in Elnerbitzen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Elferbitzen, 1406, Jungandreas.
Weingarten in Eylfferbiczen, 1389, Jungandreas u. Kastor Nr. 1465.
in Eylverbiczen, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Weingarten in Eylverbicze, 1376, Kastor Nr. 1316 u. Jungandreas.
Eylverbiczen, 1344, Jungandreas.
Weingarten in floro Elverbizcene, 1271, Jungandreas.
Eynhelden
Weingarten in der Eynhelden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282
Elding
Weingarten auf Eldenberg, 1388, Jungandreas.
Escherfeld
Der Name könnte auf Brandrodung deuten, heute Tongrubengelände.
Die Tongruben auf Escherfeld, KNv.1877, Flur 4. → Plan Nr. 104, D, E/10.
Oben auf Escherfeld, KNv.1877, Flur 4. → Plan Nr. 102, D, E/10, 11.
Unten auf Escherfeld, KNv.1877, Flur 4. → Plan Nr. 105, E/10
Escherfeld, Kv.1832, Flur III, Grenze KP/HN 1831 u. Müffling 1816/20.
Eschenfeld, Grenzbegang KP/HN 1818.
Eschenfelder Rödern, Grenzbegang KP/HN 1818.
Wiese auf dem Escherfeld, 1742, Beatus Nr. 1204 u. 1207
auff Escher Feldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
von dem großen Stück (Feld) auf Escherfeld, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Eschheck
Walddistrikt.
Eschheck, KNv.1877, Flur 9 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 103, D, E/10, 11.
In der Eschheck, KNv.1877, Flur 9 u. Kv.1832, Flur IV. → Plan Nr. 76, E/8, 9, 10.
zu der Escherhecken, 1500, Altenberg. Bd. 2 S. 247.
Eselsfuß
Im Eßelßfuß genannt, 23. Weingartenlage mit 16.666 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten am Eselsfoyss, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Falgertt
Falgertt oder Falger Felde, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Heute: Alter Schafstall.
s. hierzu Schaafstall, Gemarkung Niederlahnstein.
Faust Nußbaum
ahn Faust Noßbaum, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Fuchskopf
am Fuchskopf, Müffling 1816/20.
Francisfeld
Francisfeld, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 68, D/6.
Auf Frätziges Feldt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Franzigs Feld, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Gäulchen
Gäulchen, Grenzbegang KP/HN 1818.
Geulgen, Niederlahnsteiner Grenzbegang 1749.
auff dem Geulgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Gebrannteberg
Walddistrikt.
Gebrannteberg, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 66, D, E/4, 5, 6.
Gefechte
Walddistrikt.
Gefechte, KNv.1877, Flur 10 u. 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 67, D, E/6, 7.
Geierskopf
Geierskopf, KNv.1877, Flur 9. → Plan Nr. 108, E, F/10, 11.
Am Geierskopf, KNv.1877, Flur 9 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 109, E, F/10, 11.
Geyerskopf, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Gemeinen Weg
ahn gemeinen Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Glockswäldchen
s. Klockswäldchen.
Gyren
1 veltgen up Nederfeld und eyner hegen yn dem Gyren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Graben
heute Mittelstraße.
Auf dem Graben, KNv.1877, Flur 21. → Plan Nr. 8, F/2.
Graben
obere Grabengasse.
s. auch Obergasse (heute Grafenstraße).
An der Grabenstraße, Kv.1832, Flur XI.
auff dem obristen Graben, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Grobengaßen (Grabengasse) genannt, 9. Weingartenlage mit 4.370 Wst, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Graben
an der Schule, neben dem Dornsbach.
auff den understen Graben, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Grabengaß genannt, 6. Weingartenlage mit 6.151 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
ein Hausplätzchen in der Grabengasse, 1644, Altenberg, Bd. 2 S. 519
Haus und Hof in der Grabengasse, 1556, Altenberg, Bd. 2 S. 400.
Graben
heute Collgasse.
unterm Zehend Graben (Garten?), 8. Weingartenlage mit 10.388 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Grasende
In der Grasende, KNv.1877, Flur 3 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 99, D/11.
Grasünder
Im Grasünder, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 87, C, D/10, 11.
Grassünder, Kv.1832, Flur I.
Graue
Weingarten genannt der Graue auf Nydervelt, 1395, Jungandreas u. Kastor Nr. 1518.
Großhennrich
Beim Großhennrich, KNv.1877, Flur 1. → Plan Nr. 93, B/11, 12.
s. hierzu Höhrer Hof.
Grube
In der Grube, KNv.1877, Flur 20. → Plan Nr. 27, F/2.
Weingarten in der Gruben, 1733, Beatus Nr. 1145.
In der Kroft genannt, 25. Weingartenlage mit 14. 435 Wst, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten in der Groben, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten yn der Groben, 1453, Beatus Nr. 445.
Weingarten in Gruven, 1302, Jungandreas u. Kastor Nr. 323.
heute Friedhofsgelände.
Grüne Bank
→ Plan Nr. 58, F/4.
heute Straßenname „An der Grünen Bank“.
An dem schönen Aussichtspunkt in der Nähe zum Wald und der Gemarkung Niederlahnstein wurde von der Familie Mendelssohn, der das Gelände „Im Junkerstück“ gehörte, eine Bank aufgestellt, die im Volksmund schnell den Namen „Grüne Bank“ erhielt. Zur Zeit wird von der Gemeinde Lahnstein unweit von der Gemarkungsgrenze zu Horchheim zwischen Lagweg und Deines-Bruchmüller-Kaserne ein Neubaugebiet mit dem Namen „An der Grünen Bank“ erschlossen.
Günters H. Kelterhaus, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Hart
Auf der Hart, KNv.1877, Flur14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 42, D, E/3, 4.
auf der Harth genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Laag langst die Harth genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
1 hecken an der Hardt, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weidegraben an der Hart, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Haukert
Mit dem Flurnamen Haukert wird das Gebiet benannt, das begrenzt wird durch die Grenze Niederlahnstein / Horchheim, der Mittelstraße (Graben) der Engelsstraße, der Emser Straße, der Bächelstraße, den hinteren Grundstücksgrenzen der Mendelssohnstraße, zurück zur Gemarkungsgrenze Niederlahnstein. Der südliche Teil bis zur Alten Heerstraße war der Oberhaukert, der nördliche Teil der Niederhaukert oder auch Haukert. Es handelt sich um Gärten und Weingärten, in Nachbarschaft zum Ortsbering, die mit der Hacke = Hau bearbeitet wurden, daher der Name. Der größte Teil der Fläche wurde für die Eisenbahnlinie Niederlahnstein – Koblenz in Anspruch genommen.
Haukert
Im Haukert, KNv.1877, Flur 17 u. 19 → Plan Nr. 20, E, F/2
Haukert, Kv.1832, Flur X.
Weingarten in der Hauckeren, hinter der Kirch gelegen, 1587, Beatus Nr. 912.
Weingarten Hauckert, 1531, Beatus Nr. 693.
Weingarten an der Haukern, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten genannt die Häuker auf der Fiegassen, 1431, Kastor Nr. 1858.
Weingarten in der Haukeren, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Niederhaukert
Im Nieder-Hauckert, 21. Weingartenlage mit 35.263 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten in der Niederhauckert, 1742, Beatus Nr. 1202.
Niderhaucker, Jesuiten 1675.
eine Pint Weingarten in der Niederhaukern, 1660, Altenberg. Bd. 2 S. 530
Garten auf dem Graben in der Nederhaukeryn, 1374, Jungandreas u. Kastor Nr. 1291.
Oberhaukert
Im Oberhaukert, KNv.1877, Flur 21. → Plan Nr. 24, F/2.
Oberhaukert, Kv.1832, Flur X u. XI, Grenze KP/HN 1831.
Oberhauker, Grenzbegang KP/HN 1818.
in der obern Hauckert gen., 11. Weingartenlage mit 19.718 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
… ferner in oberen Hauckert genannt, 14. Weingartenlage mit 17.509 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Oberhaucker, Jesuiten 1675.
Weingarten in floro Overhuckere, 1271, Jungandreas.
Haseart
Weingarten in dem Haseart, 1444, Beatus Nr. 426.
Hausgalgen
s. Gemarkung Pfaffendorf.
ahm Hauß Galgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
unter dem Weeg ahm Haußgalgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Hausgalgen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Heiligenhäuschen
(am: Alter Weg / Alte Heerstraße).
Weingarten am Hilligenhuysgen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Heiligenstock
s. Schwarzer Heiligenstock und Atz.
Helden
auf dem Horchheimer Berg von einem Stück (Feld) auf der Helden genannt uff dem Schellensleger“, 1500, Altenberg, Bd. 2 S. 287.
Herrenwies
under der Herrenwieß ahn der Spitz, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Heubach
Weideland.
Auf Heubach, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 41, E/3, 4.
In der Heubach, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 40, D, E/3.
Heubach, Kv.1832, Flur IX.
ahn Heybach, ahm Graben zu anfangend, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
yn Heydbaich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten in Heitbach, 1247, Jungandreas, Altenberg Bd. 1 Nr. 174.
vinea sita in Heitbach, 1247, Altenberg. Bd. 1 S. 130.
Der Heubach verlief von der Quelle in den Heubachswiesen zum Heubachsweg (dem heutigen Niederfelder Weg), die Bächelstraße (zeitweise auch Niederbach genannt) hinunter zum Niederweg (heute Emser Straße), diesen hinunter bis zum Haus Mendelssohn und von dort die Rolsgasse (Wiesenpfad) hinunter zum Rhein.
Hinderswydawe
auf dem Horchheimer Berge von dem großen Stück vur Hinderswydawe
(Weide hinter Wittau ?) unter dem Gemeindewald, 1500, Altenberg. Bd. 2 S. 247.
Hoenberg
auf dem Horchheimer Berge ein Stück (Acker) zwischen Bramacker und Hoenberg, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Braemacker ind Hoenenberch, um 1500, Altenberg Bd. 2 S. 278/79
Hohe Stein
Hohe Stein, Grenzbegang KP/HN 1818, NL Grenzbegang 1749, Grund- u. Extraktenbuch 1720 und Horchheimer Grenzbegang 1604.
Bei dem „Hohen Stein“ handelt es sich um einen Wappengrenzstein von 1561 zur Abmarkung der Gemarkungsgrenze von Niederlahnstein (Auf Buch) und Horchheim (Alte Hau) an dem höchsten Geländepunkt mit 328 Meter über NN. Dieser Grenzstein wurde bei der Abmarkung der nach 1815 entstandenen Staatsgrenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Nassau durch den Haupt-(Grenz)stein Nr. 168 ersetzt. Der Wappengrenzstein von 1561 diente dann der Abmarkung eines anderen Grenzpunktes. Er ist uns bis heute (Jahr 2002) als Grenzpunktabmarkung der rechtlichen Grenze und als Kulturdenkmal erhalten.
s. hierzu A. Honsdorf in KM 1994 u. 1995.
Hohl
Auf der Hohl, KNv.1877, Flur 13 u. 14 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 50, D, E/4, 5.
ahm hohlen Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff der Hohl, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Höhrer Hof
Plan Nr. 93, B/11, 12.
s. hierzu Flurname „Beim Großhennrich“.
Der landwirtschaftliche Hof mit Gastwirtschaft muß nach den Katasterunterlagen nach 1832 und vor 1877 in der Gemarkung Horchheim gebaut worden sein. Er stand im ungefähren Dreiort der Gemarkungen Arzheim, Niederlahnstein (Enklave Höhr) und Horchheim. Eigentümer des Hofes war zunächst ein Landwirt Namens Großhennrich aus Arzheim. Ihm folgte als Besitzer Mathias Pohren. Der Hof ist am 14.2.1894 abgebrannt (siehe Koblenzer Volkszeitung vom 15.2.1894). Auf der zur Gemarkung Niederlahnstein gehörenden Enklave „Höhr“ muß ein weiterer „Höhrer Hof“ gestanden haben. Der Standort konnte bisher nicht ermittelt werden.
Höll
s. Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten auf der Höllen in der Gemarkung Horchheim, 1771, Beatus Nr. 1312.
Weingarten an der Helden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Honerbaich
1 veldt up der Honerbaich, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279.
Hübel
(Hügel).
Weingarten im Hübell gelegen, 1728, Beatus Nr. 1134.
Auf’m Hübel, 3. Weingartenlag, mit 8.410 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Auf’m Hübel, an dem Pat (Pfad) angefangen, 5. Weingartenlage, mit 15.853 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten upme Hoebel, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten up me Hoevel, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279.
Weingarten uf deme Hubel, 1355, Altenberg. Bd. 1 S. 621.
Lage: Eisenbahngelände bei der Horchheimer Eisenbahnbrücke zwischen Rhein und Emser Straße.
Immansköpfchen
Am Immansköpfchen, KNv.1877, Flur 4 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 101, D, E/11.
Imannsköpfchen, Kv.1832, Flur III.
Ehemannskopf, Grenze KP/HN 1831.
Ehmanskopf, Grenzbegang KP/HN 1818.
Innerchen
Am Innerchen, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 80, D/9, 10.
Judenkirchhof
Weingarten im Kammardt zwischen den Jungfrauen von Dierstein unterhalb, und der Kirchgasse oberhalb, und heißt der Juden kirchhoff, 1423, Kastor Nr. 1757.
Lage: zwischen heutiger Schule und Rhein.
Jungfernborn
Auf dem Horchheimer Berge von einem Stück (Feld) unter dem Jungfernborn (Joufferenborn), 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287 u. S. 278/79.
Junge Wald
Walddistrikt.
Junge Wald, KNv.1877, Flur 11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 60, F/4, 5.
Grenze KP/HN 1831. Grenzbegang KP/HN 1818.
Jungen Waldt, NL Grenzbegang 1749, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Junkerstücker
Junkerstücker, Kv. 1877, Flur 12.
Jungerstücke, Kv.1832, Flur VI. → Plan Nr. 59, F/4.
Junkerestück, Grenze KP/HN 1831. Horchheimer Grenzbegang 1604.
(nach dem Protokoll des Grenzbeganges von 1604 ging der Flurname bis an die Gemarkungsgrenze zu Pfaffendorf).
Kaltenborn
Beim Kaltenborn, KNv.1877, Flur 3. → Plan Nr. 96, C, D/11, 12
Kaltenborn, Kv.1832, Flur I. Grenze KP/HN 1831,
Grenzbegang KP/HN 1818, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Am Kaltenborn auf Hehr an der Horchheimer Grenze, 1755, Michel, S. 454.
Kahlenborn, NL Grenzbegang 1749.
Kammert
s. auch Oberkammert.
Im buben Cammerts genannt, in der Rolsgaß angefangen, 5. Weingartenlag mit 11.752 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten im Cammerth, 1587, Beatus Nr. 912.
Weingarten im Kammert, 1557, Beatus Nr. 805.
Weingarten ym Kammert, 1482, Beatus Nr. 575, Kastor Nr. 2246.
Weingarten in den Kamartuenen (?), 1462, Kastor Nr. 2109.
Werner Schale und seine Frau Henne … verkaufen dem Stiftsherrn zu St. Kastor … ihren freieigenen Weingarten … in dem Kamart hinter dem Hause und der Hofraite der Herren von St. Kastor, 1439, Kastor Nr. 1904.
Weingarten im Kamardt zwischen den Jungfrauen von Dierstein
Unterhalb, und der Kirchgasse oberhalb, und heißt der Juden kirchhoff, 1423, Kastor Nr. 1757.
Weingarten den Kamert, 1362, Beatus Nr. 156.
duabus vineis in superiori Kamerthe, um 1235, Jungandreas.
Keitenberg
Im Keitenberg, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 54, E/3, 4.
Oben im Keitenberg, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 53E/4, 5.
Keitenberg, Kv.1832, Flur VII.
auf Keidmerich, Müffling 1816/20.
auff Keidenberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten uff Kippenbergh, 1575, Beatus Nr. 878.
Weingarten zu Kippenburg, 1552, Beatus Nr. 763.
Weingarten zu Kypenberg, 1388, Kastor Nr. 1455 u. Jungandreas.
Kieselborn
Kieselborn, KNv.1877, Flur 1 u. Kv.1832, Flur I, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818 und Müffling 1816/20. → Plan Nr. 94, B, C/11, 12.
Beim Kieselborn, KNv.1877, Flur 3. → Plan Nr. 95, C/11, 12.
in der Kißel Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Kippenburg
s. Keitenberg.
Kirche
Weingarten hinter der Kirche, 1742, Beatus Nr. 1202.
Hofplatz an der Kirche, 1660, Altenberg, Bd. 2 S. 530.
Kirchgasse
An der Kirchgasse, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 6, F/2.
Straße genannt die Kirchgasse, 1368, Jungandreas.
Klocksberg
Am Klocksberg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur IX. → Plan Nr. 34, E/3.
Klocksborn
Klocksborn (im Klockswäldchen), Müffling 1816/20.
Klockswäldchen
Am Klockswäldchen, KNv.1877, Flur 3 u. Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 98, D/11.
Glockswäldchen, Grenze KP/HN 1831.
Glockenwäldchen, Grenzbegang KP/HN 1818.
Klockswieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Krugelin
in Nydirwege bei Krugelin, 1302 u. 1313, Kastor Nr. 323 u. 395.
Kyresgasse
ahn der Kyresgaß genannt, 7. Weingartenlage mit 5.591 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Heute: Heddesdorfstraße
Langen Wiese
In der langen Wiese, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 83, C, D/9.
ahn die langen Wießen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der lange Wieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Langwiese, Horchheimer Grenzbegang 1604.
hinter der langen Wiese, 1500, Altenberg Bd. 2 S. 247.
Langeneck
Im Langeneck, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 84, C, D/9, 10.
hinter der langen Hecke und uff cleyner Langenhecken, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Lehmkaul
Lehmkaul, KNv.1877, Flur 12. → Plan Nr. 58, F/4.
Lehmkuhle, Kv.1832, Flur VI.
Weingarten in der Leymkullen, zo Sonnenberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Liedches Berg
Liedches Berg, KNv.1877, Flur11 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 61, F, G/5, 6.
Lierschett
auf Lierschett, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Luh
Auf der Luh, KNv.1877, Flur 18 u. Kv.1832, Flur X. → Plan Nr. 22, E/2, 3.
Die Luh, KNv.1877, Flur 18. → Plan Nr. 21, E/2, 3.
auf der Loh, Müffling 1816/20.
aff der Luoh, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Ahn Luohpfadt oben ahn Weingarten, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff Luoh under dem Pfad, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Loh, gen. ahn Glockgarten, 22. Weingartenlage mit 20.025 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
in der Loh, Jesuiten 1675, 1660, Altenberg. Bd. 2 S. 530.
Weingarten zu Horchheim uff der Lo, 1552, Beatus Nr. 763.
Weingarten in der Loe, an der Ha(u)kern, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279 u. 282.
Weingarten auf der Lohe, 1493, Altenberg. Bd. 2 S. 238.
Weingarten uff Loe, 1392, Jungandreas u. Kastor Nr. 1489.
Weingarten in Loyn, 1313, Kastor Nr. 395.
Weingarten in Loyn, 1302, Kastor Nr. 323.
Anm.:s. auch Flurname „“ in der Gemarkung Niederlahnstein
Mehlersberg
Am Mehlersberg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur VIII. → Plan Nr. 43, D/3, 4.
Meygrebin Deyl
meygrebin deyl (Teil des Maigrafen), 1372, Jungandreas u. Kastor Nr. 1259.
Meineweg
Weingarten uff Buczenberg an den Menewech, 1389, Jungandreas u. Kastor Nr. 1465.
Mendelssohnpark
Mendelssohnpark, KNv.1877, Flur 19. → Plan Nr. 11, E/2.
Michelbach
s. auch Michelsborn.
Michelsbach, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818 und Horchheimer Grenzbegang 1604.
Quelle im Alten Hau, Gemarkung Horchheim, dann Grenzbach zwischen Horchheim und Niederlahnstein, im Unterlauf heutige Ruppertsklamm.
Michelsborn
s. auch Michelbach.Michelborn, Grenzbegang KP/HN 1818, NL Grenzbegang 1749.
beim Michelsborn, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Mittelgesetz
s. auch Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten zu Horchheim im Mittelgesätz, 1746, 1686, Beatus Nr. 1217, 1045.
im Mittelgesetz, um 1500 Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Mollerberg
Mollerberg, Müffling 1816/20.
Muyshen
veld ind Muyshen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Münchgasse
(Mönchgasse)
veld in der Monchsgasse, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Münchhof (Mönchhof)
Altenberger Hof zu Horchheim genannt der Münchhof, 1580, Altenberg. Bd. 2 S. 433/434.
Münchsloch (Mönchsloch)
s. auch Gemarkung Arzheim.
in Münchsloch genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
von der Hecke im Mönchsloch, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Weingarten in Munichstucke (Wingertstück des Mönchs des Klosters Altenberg), 1294, Jungandreas.
Nachtigallenkreutz
Weingarten am Nachtengailcrutz, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg S. 282. (Gemarkung Niederlahnstein ?)
Nachtigallenwäldchen
Der Alte Viehweg von Haus Weinbach (Alte Heerstraße) bis oberhalb der B 42 (ein Hohlweg) wurde zeitweise auch Nachtigallenwäldchen genannt (kein amtlicher Flurname).
Nastbell
auff den uffer zu Nastbell, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Hecke zu Naspen, 1555, Altenberg. Bd. 2 S. 400.
Weingarten zu Naspen, 1522, Beatus Nr. 678.
Weingarten zo Naspen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Niederbach
Niederbach, (heute Bächelstraße), Müffling 1816/20.
Weingarten in der Niderbach, 1742, Beatus Nr. 1207.
Niederfeld
ehemaliges Ackerland.
Niederfeld oberm Weg, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 39, D, E/3.
Niederfeld unterm Weg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur IX. → Plan Nr. 37, D, E/3.
auff Niederfell, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Niederfell, ahn der Becheler Bach ahnfangendt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
up Nederfelt ind Schalckberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
veldt up Nederfelt ind eyner hegen yn dem Gyren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
einen Baumgarten auf Nyderfelt bynnen den Prinden, 1423, Kastor Nr. 1757.
ein Viertel Weingarten mit seinem Gefilde uff Nyderfeld, 1403, Kastor Nr. 1595.
Weingarten auf Nydervelt, 1395, Jungandreas u. Kastor Nr. 1518.
Weingarten und Acker im Neydirvelt, 1358, Jungandreas.
Niederhaukert
s. Haukert
Niederweg
Am Niederweg, KNv.1877, Flur 17 u. Kv.1832, Flur XII. → Plan Nr. 12, D, E/2.
Im Niederweg, 2. Weingartenlage mit 35.069 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Auf’m Niederweg, 4. Weingartenlage mit 3.190 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Niederweg, Jesuiten 1675.
den Niederweg hinab bis auf die Brück am Pfaffendorfer Graben, Horchheimer Grenzbegang 1604.
im Nyderwege, 1392, Jungandreas u. Kastor Nr. 1500.
Weingarten genannt in Niederwege, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Weingarten in Niderwege bei Krugelin, 1302 u. 1313, Kastor Nr. 323 u. 395.
Weingarten in floro Nyderwege, 1271, Jungandreas.
Oberdorf
Im Oberdorf, KNv.1877, Flur 21. → Plan Nr. 7, F/2.
Obergasse (heute Grafenstraße)
s. auch Graben
in Ovirkamirte bei der Ovirgasse (Gasse im Oberdorf), 1313, Jungandreas.
Weingarten in Overkamerte bei der Obergasse, 1302, Jungandreas, Kastor Nr. 323.
Oberhaukert
s. Haukert
Oberhove
Weingarten zu der Oberhoven (obere Hufe), 1388, Jungandreas.
Oberkamert
Im Cammerts genannt, 10. Weingartenlage mit 23.076 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Kammert, Jesuiten 1675.
in Ovirkamirte bei der Overgasse, 1313, Kastor Nr. 395.
in Ovirkamerte, 1313, Kastor Nr. 395.
Weingarten in Overkamerte bei der Quergasse, 1302, Kastor Nr. 323.
Weingarten in Overkamerte, 1302, Kastor Nr. 323.
Obersdingebitze
Weingarten in Obersdingebitzen, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Oylhuyss
… die arme Frau Jutte, die in dem Oylhuyßgin wohnt …
das Oylhuyß, 1376, Jungandreas u. Kastor Nr. 1316.
Pechlerberg
Pechlenberg, KNv.1877, Flur 15 u. Kv.1832, Flur IX. → Plan Nr. 35, E/3.
Im Pechlerberg, KNv.1877, Flur 18. → Plan Nr. 19, E/2, 3.
Pechlerberg, Kv.1832, Flur XII.
Bächler Berg, 20. Weingartenlage mit 6.184 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Pilsbachs Hylgenhuisgen
Weingarten bey Pilsbachs Hylgenhuisgen gelegen, 1549, Beatus Nr. 758.
Pfaffendorfer Graben
Am Pfaffendorfer Graben, KNv.1877, Flur 16. → Plan Nr. 13, D/2.
Pfaffendorfer Graben, Kv.1832, Flur XII. Horchheimer Grenzbegang 1604.
Im Pfaffen Graben, 1. Weingartenlage mit 9.756 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten uffm Pfaffendorfer Graben, 1616, Beatus Nr. 965.
Weingarten im Paffendorper graven, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Eigenweinberg am Pfaffendorfer Graben, 1419, Altenberg. Bd. 2 Nr. 63.
Pfaffendorfer Graben, 1403, Kastor Nr. 1595.
Der Pfaffendorfer Graben bildet die Grenze zwischen den Gemarkungen Horchheim und Pfaffendorf. Im Bereich der heutigen Emser Straße führte eine Brücke über diesen Graben, die von den beiden Gemeinden gemeinsam unterhalten wurde (siehe Horchheimer Grenzbegang von 1604).
Pfaffendorfer Wald
s. Gemarkung. Pfaffendorf
An dem Pfaffendorfer Wald, Kv.1832, Flur II.
Pfaffeneck
Pfaffeneck, KNv.1877, Flur 7 u. Kv.1832, Flur II u. V. → Plan Nr. 78, D/8.
Die Pfaffeneck, KNv.1877, Flur11. → Plan Nr. 69, D/6, 7.
Pfaffer Heck, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Pforte
Unterste oder auch Niederpforte, an der Rolsgasse bei Haus Mendelssohn.
unterste Pforte, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Pforte
oberste Pforte, an der oberen Grabenstraße (heute Grafenstraße).
Haus und Hofreit, gelegen bei der oversten gemeyne Porten, 1446, Beatus Nr. 435.
Postweg
Alter Postweg. Weg von Ehrenbreitstein durch das Mühlental, dem Wintersborner Bachtal, über das Breitele, entlang der Wüstung Höhrer Hof, dem Lahnberger Hof nach Fachbach und weiter nach Bad Ems. Dieser Weg war in römischer Zeit die kürzeste Verbindung vom Kastel Niederberg zum Kastel Ems – Wegzeit ca. 2 Stunden. An diesem Weg – auch Alter Emser Weg genannt – sind zwischen Arzheim und Fachbach Reste mehrerer römischer Siedlungsbauten nachgewiesen. In Fachbach gibt es heute noch eine Straße mit dem Namen „Alter Postweg“. Grenzbegang KP/HN 1818.
Preuspel
Auf dem Preuspel, KNv.1877, Flur 18, 19 u. 20. → Plan Nr. 23, E, F/2, 3.
Preuspel, Kv.1832, Flur X.
auf Preispel, Müffling 1816/20.
In der Preispel, 24. Weingartenlage mit 24.347 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720
Brauspell, Jesuiten 1675.
Weingarten im Breusbel, 1617, Altenberg. Bd. 2 S. 498.
Weingarten auf dem Breispel, 1557, Beatus Nr. 805.
in Bruspil, 1313, Jungandreas.
Weingarten in Bruspyl, 1302 u. 1313, Jungandreas, Kastor Nr. 323 u. 395.
Pueren Born
s. Born
Rädchen
Auf dem Rädchen, Kv. 1877, Flur 3, Kv.1832, Flur III. → Plan Nr. 100, D/11.
Ref
oberste Ref, Jesuiten 1675.
Rhein
Am Rhein, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 2, F/1.
ein Stück Weideland am Rhein, 1644, Altenberg. Bd. 2 S. 519.
Rheinhöll
Weingarten in der Rheinhöll, Gemarkung Horchheim, 1745, Beatus Nr. 1216.
Röder
Röder (unterhalb vom Breitele), Müffling 1816/20.
uff dem Roide, 1500, Altenberg Bd. 2 S. 248.
Roylsberg
Weingarten entgeen dem Roylsberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Rolsgarten
… die kleine Rolsgarten– u. Stockwiese, 1580, Altenberg Bd. 2, S. 434.
Rotenberg
Rotenberg, KNv.1877, Flur 16 u. Kv.1832, Flur XII. → Plan Nr. 14, D/2.
Im Rotenberg, KNv.1877, Flur 16. → Plan Nr. 16, D/2.
Weingarten im Rotterberg, 1745, Beatus Nr. 1216.
Weingarten im Rotherberg, 1742, Beatus Nr. 1204.
Weingarten im Raderberg, 1750 u. 1752, Beatus Nr. 1224, 1230.
Im Rothenberg, 17. Weingartenlage mit 21. 850 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Roterm
Auf Roterm, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 15, D/2, 3.
Roterm, Kv.1832, Flur XII.
Auf der Roterm, Kv.1832, Flur XII.
Röderen, Jesuiten 1675.
Weingarten uff den Roderen, 1522, Beatus Nr. 678, 1392, Jungandreas.
Weingarten an dem Roideren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
1 veldt up der Roderen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten up dem Roideren, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 279.
Weingarten an der Roderen, 1444, Beatus Nr. 426.
Weingarten auf den Roederen, 1423, Kastor Nr. 1757.
Weingarten uff den Roderen, 1392, Kastor Nr. 1489.
Weingarten auf den Roderen, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
2 Morgen großer Weingarten in den Rodern, 1362, Jungandreas u. Kastor Nr. 1072.
Weingarten an den Roderin, 1355, Gillissen KM 2000 S. 37.
Röthgen
am Röthgen, Horchheimer Grenzbegang 1604 (an der Grenze zur Gemarkung Fachbach).
Ruyde
Zins, den sie im Herbst uff dy Ruyde zu Horchheim zahlen sollen, 1374, Jungandreas.
Auf dem Horchheimer Berge, uff dem Roide, 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287.
Ryrstmans Stück
Ryrstmans Stück, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Sand
Weingarten up dem Sande, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Sandgruft
Sand- oder Kiesgrube im Glocksberg, Kv.1832, Flur IX,
Sauberg
Ahm Sauberg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Schafstall
Am Schafstall, KNv.1877, Flur 6 u. 7 und Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 77, D, E/8, 9, 10.
Schaafstall, Müffling 1816/20.
Schalkberg
veldt up Schalkberch und
1 Wydenfeld up Schalkenberg, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten an dem Schalsberg, 1355, Gillissen KM 2000 S. 37.
Schellensleger
auf dem Horchheimer Berge, auf der Helden genannt uff dem Schellensleger, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Schemel
s. auch Gemarkung Niederlahnstein.
Weingarten am Schemmel, Gemarkung Horchheim, 1531, Beatus Nr. 695.
Weingarten in dem Schemel, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten in dem Schemil, 1372, Jungandreas u. Kastor Nr. 1259.
Weingarten in me Schemel über dem Schemelwech, 1353, Jungandreas, Kastor Nr. 925.
Schlag
Im Schlag, KNv.1877, Flur 3 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 97, C, D/11, 12.
Wiese hinter dem Schlag, 1500, Altenberg, Bd. 2 S. 247.
von der Wiesen hinder dem Slaich (Schlag), um 1500, Altenberg Bd. 2 Nr. 287 u. S. 278/79
Schmidtenhöhe
D/7.
1889 baute der Horchheimer Cyrill Hillesheim einen landwirtschaftlichen Hof mit Gaststätte auf dem von ihm erworbenen Gelände des Arztes Julius Schmidt. Dr. Schmidt war zu dieser Zeit Eigentümer der Villa Markana und besaß die Jagd auf der Horchheimer Höhe, er war der Namensgeber für die „Schmidtenhöhe“. 1963 wurde der Schmidtenhöher Besitz der Familie Hillesheim von der Bundeswehr erworben, sämtliche Gebäude abgerissen und in das Gelände „Standortübungsplatz Schmidtenhöhe“ einbezogen. Dieser Name überlagert nun die auf der Horchheimer Höhe gelegenen alten Flurnamen.
Schmitz- und Grabengasse
Zwischen Schmitz und Grabengasse, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 3, F/1, 2.
Schonendail
Weingarten zu Schonendail, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Schorgen
Weingarten an dem Schorgen, 1457, Beatus Nr. 497.
Schwarzer Hilgenstock
(Heiligenstock)
Schwarzer Hilgenstock, Jesuiten 1675.
Bis etwa 1900 stand am Atz (siehe Atz) ein Bildstock, der in der Jesuitenzeichnung von 1675 sehr schön dargestellt ist und in älteren Urkunden von 1390, 1647, 1802 benannt wird, z. B. „Weingarten im Dritteneimer beim Schwarzen Hiligenstock“.
s. auch Hans Lehnet in 200 Jahre Ortsgeschichte Horchheim S. 167.
Siroter Reusch
Müffling 1816/20.
Sommerich
Auf Sommerich, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 56, E, F/4.
Sommerich, Kv.1832, Flur VII.
obig Sonneberg ahn der Sträuchen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Weingarten zu Sonnenberg, 1540, Beatus Nr. 728. 1398,
Weingarten gelegen uff Demneczerheyden, genannt am Sonnenberge, 1526, Beatus Nr. 687.
zo Sonnenberch, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten zum Sonnenberg, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Weingarten zu Sonnenberg, 1398, Jungandreas u. Kastor Nr. 1549.
Steinbach
Auf Steinbach, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 89, C/10, 11.
auff Steinebach, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
auff Steinbach ahn der ohnner, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Steymelen
Hecke auf Steymelen, 1550, Altenberg. Bd. 2 S. 400.
Weingarten zo Steymelen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 277.
Steinbachsgraben
Am Steinbachsgraben, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 88, C/10.
Steinbachsgraben, Kv.1832, Flur I.
Stein
In der Paffendorfer Gerechtigkeit ahn Stein auff die Zuder zu, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Steinborn
Weingarten zu Steynborn, 1457, Beatus Nr. 497.
Steinkaulen
Weingarten in der Steinkuylen, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weingarten yn der Steynkulen, 1453, Beatus Nr. 455.
Stockwiese
An der Stockwiese, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 82, D/9, 10.
In der Stockwiese, KNv.1877, Flur 6 u. 7 und Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 79, D, E/8, 9.
Stockwiese, Kv.1832, Flur II, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Stockwieß, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Stockwiese, 1580, Altenberg. Bd. 2 S. 434.
auf der Stockwiese und von dem Pfaffendorfer Walde bis zur
Stockwiese, 1500, Altenberg. Bd. 2 Nr. 287.
Streichs- und Schmitzgasse
Zwischen Streichs- und Schmitzgasse, Kv. 1877, Flur 22. → Plan Nr. 4, F/2.
Streichsgasse
In der Streichsgasse, KNv.1877, Flur 22. → Plan Nr. 5, F/2.
Strang
langs den Strang, Horchheimer Grenzbegang 1604, (an der Grenze zur Gemarkung Fachbach).
Strohgasse
(heute Heddesdorfstraße).
in der Stroegassen, 1497, Kastor Nr. 2346.
Tälerberg
Walddistrikt.
Im Thälerberg, KNv.1877, Flur 10 u. Kv.1832, Flur IV, Müffling 1816/20. → Plan Nr. 74, E, F, G/7, 8, 9.
Thälerberg, Grenze KP/HN 1831. Grenzbegang KP/HN 1818.
Timmetz
Auf Timmetz, KNv.1877, Flur 12 u. 13. → Plan Nr. 33, E, F/3, 4.
Timmetz, Kv.1832, Flur VII.
auf Diemerz, Müffling 1816/20.
Im Dumbitz dem Fuhrweg bis ahn den alten Weeg, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
In Dienneß genandt der Ahnfang ahn den Weingarten, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Damitzer, Jesuiten 1675.
Triesch
s. auch Driesch
Zu Triesch, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 38, C, D/3.
Zu Drisch, Kv.1832, Flur IX.
Unterdorf
Im Unterdorf, KNv.1877, Flur 19. → Plan Nr. 10, E, F/2.
Viehgasse
danach Römerstraße, seit 1937 Alte Heerstraße.
auf Viehegassen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
uff der Vegassen zu Horchheim im Dorfe, 1403, Kastor Nr. 1595.
Hencze uff der Viegassen, 1389, 1385, Jungandreas u. Kastor Nr. 1433.
Viehweg
Am Viehweg, KNv.1877, Flur 13. → Plan Nr. 55, E/4.
Viehweeg, Jesuiten 1675.
Wegeverlauf wie Dornsbach.
Wachheck
Unter der Wachheck, KNv.1877, Flur 14. → Plan Nr. 48, D/4, 5.
Weidelbitze
Weingarten gen. in Weidelbiczen, 1389, Jungandreas u. Kastor Nr. 1464.
Weydewiczen, 1388, Kastor Nr. 1455.
Weitenborn
Quelle am Weiten- oder Weidenborn.
Beim Weitenborn, KNv.1877, Flur 20 u. 21. → Plan Nr. 25, F/2, 3.
Im Weitenborn, Kv.1832, Flur X.
Weidenborn, Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818.
Weitenborn, NL Grenzbegang 1749.
Auf dem Wende Buren, 27. Weingartenlage mit 3.687 Wst., Grund- u. Extraktenbuch 1720.
up dem Born, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg, S. 282.
Weyrgen
ahm Weyrgen auffm Hübel, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wiedauer Heide
Walddistrikt.
Wiedauer Heide, KNv.1877, Flur 10 u. Kv.1832, Flur V. → Plan Nr. 72, E, F/6, 7, 8.
auf der Wietauer Heide, Müffling 1816/20.
van dem groissen stück vur Hinders Wedauwe unter dem Gemeindewald, um 1500, Altenberg Nr. 287 u. S. 278/79.
Wiesgen
Ahn Wiesgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wingertsberg
Walddistrikt
Wingertsberg, KNv.1877, Flur11, Kv.1832, Flur V, Müffling 1816/20. → Plan Nr. 65, E, F/4, 5, 6.
Wintersborn
Quelle des Wintersborner Baches, Gemarkung Arzheim
Am Wintersborn, KNv.1877, Flur 5 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 85, B, C/9, 10.
Wintersborn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wintersborn oder Artzheimer Born, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Wirgeswäldchen
Auf Wirgeswäldchen, KNv.1877, Flur 7. → Plan Nr. 70, D, E/7, 8.
Wirges Waltgen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wierges Wältigen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
ahn Wirges Wäldtigen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Wirgeswäldgen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Anm.: Der in der Katasterkarte von 1832, Flur II, angegebene Flurname „Auf Wingerswäldchen“ dürfte falsch sein.
Wittau
Wittau, KNv.1877, Flur 8, Kv.1832, Flur IV. → Plan Nr. 71, E/8.
Wolf
Großer Grenzstein auf der Gemarkungsgrenze Arzheim zu Horchheim beim Breitele, genannt „Wolf“, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Zinsreder
Zinsreder, Kv. 1877, Flur 5 u. Kv.1832, Flur I. → Plan Nr. 86, C, D/10.
An der Zinzreder, KNv.1877, Flur 6 u. Kv.1832, Flur II. → Plan Nr. 81, D/10.
Zinsrederweg.
Zuberborn
Zuberborn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Oben ahm Zaberborn, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
ahn Zuber Born, Grund- u. Extraktenbuch 1720.

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Arzheim

Breitel
Unter Breitel, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 7, A, B/11, 12.
Lüzscheid
Lützscheid, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 6, A, B/10, 11.
Horchheimer Pfad
Stück Land am Horchheimer Pfade, 1483, Kastor Nr. 2249.
Mönningswiese
(Mönchswiese).
s. auch Gemarkung Horchheim, Münchsloch.
Auf der Mönnigswiese, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 1, C/9.
bei Monydenwyden, 1483, Kastor Nr. 2249.
Sanerswiese
An der Sanerswiese (Sanners- oder Sauerswiese), Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 4, B/9.
Steingarten
Auf dem Steingarten, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 5, A, B/9, 10.
Wintersborn
s. auch Gemarkung Horchheim
Wintersborn, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 3, B/9.
Am Wintersborn, Kv. 1830, Flur 1. → Plan Nr. 2, B, C/9.

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Fachbach

Lahnberg
entlang dem Lahnberg, Horchheimer Grenzbegang 1604.
(„Lahnberg“ ist identisch mit der Lage „Mittelberg“).
Mittelberg
Mittelberg, Kv. 1872, Flur 9, Müffling 1816/20.

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Miellen

Bauernberg
Bauernberg, Kv. 1850, Flur 1, KP/HN 1831, Müffling 1816/20, NL Grenzbegang 1749.
Geierskopf
s. auch Gemarkung Horchheim
Geierskopf, Kv. 1850, Flur 1.

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Niederlahnstein

Altenberg
Weingärten, später Acker und Wiesengelände.
um dem Altenberg am Schemel, 1642,
Allenberg bis an Hünerpfad, 1650,
im Allenberg oder Fallenberg, 1649,
Aldenburg, 1649, 1596,
Aldenberg, 1610, 1555, 1546, 1536,
uff Aldenburge, 1498,
Aldenburg, 1437,
uff Aldenberch an dem pfade, 1430,
uff Aldenberg vor dem Walde, 1408,
uff Aldenberch, 1404, 1371.
alle bei Michel, S. 449.
Aspen
Weingärten.
zu den Aspen vor dem Wald, 1525.
stößt wider den Schemelweg, 1504.
zu den Aspen, 1504, 1511.
in Nassben, 1590, 1497.
alle bei Michel, S. 449.
Bach
in der Bach, Grenzbegang KP/HN 1818. 1725, 1719, 1654, 1650, 1649, Michel, S. 449.
Oberhalb Horchheim die Oberbach, NL Grenzbegang 1749.
Oberbach, Jesuiten 1675.
uff der Bach, Horchheim zu, 1562, Michel, S. 449.
an der Baich, 1437, Michel, S. 449.
Weingarten an der Ovirbach, 1372, Kastor Nr. 1259.
Verlauf vom Weitenborn in der Gemarkung Horchheim, entlang dem Bachweg, heute „Horchheimer Höll“ Straße in der Gemarkung Niederlahnstein (ca. 25 Meter von der Gemarkungsgrenze), den ehemaligen Wiesenpfad hinunter bis zum Rhein.
Berg
Auf’m Berg, Kv.1832, Flur17 u. 18. → Plan Nr. 4, G/3.
Buch
Wiesen.
Auf Buch, Kv.1832, Flur 6. → Plan Nr. 9, F, G/8, 9.
uff Buch genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Buch und Bucherwiesen, Grenze KP/HN 1831.
im Buch, Müffling 1816/20.
An den Buchröder, Grenzbegang KP/HN, 1818.
langs Buch, NL Grenzbegang 1749, Horchheimer Grenzbegang 1604.
daselbst Bucher Wiesen und Hecken, 1723.
1704 werden dort „Waldröder“ an die Bürger ausgeteilt, Michel, S. 450.
Acker uff Boich, stoest weder den gemeynen Walt, 1555, Michel, S. 450.
Buch
Wald.
Buch, KNv. 1873, Flur 25, Grenze KP/HN 1831.
Buchenwaldt, der alte Haw genannt. (in der Gemarkung Niederlahnstein), NL Grenzbegang 1749, Michel, S. 450 u. 452.
Buchenrestbaum
Buchenrestbaum, KNv. 1873, Flur 26, → Plan Nr. 8, G/7.
Grenze KP/HN 1831, Grenzbegang KP/HN 1818.
Eckwald
Der Eckwald war die Nordwestecke des Walddistriktes Laach, 1806, Michel, S. 451.
Eckwald, Grenze KP/HN 1831, NL Grenzbegang 1749.
aufm Schemel oder Eckwald, 1740, 1723, Michel, S. 451.
Acker aufm Eckwald, längs das Ufer bis zum Wald, 1725, Michel, S. 451.
Eldenberg
Wiese auff Ellenberg (= Altenberg?) bei dem Eckwald, 1651.
Weingarten uff Eldenberg, 1388, beide bei Michel, S. 451.
Fallgert
uff Falgert Feld, 1650, 1613, 1604, Michel, S. 452 und Horchheimer Grenzbegang 1604.
Heute heißt dieser Distrikt „Aufm Schaafstall“, in der Gemarkung Horchheim „Alter Schafstall“.
Galgen
beim Galgen in Loe, 1557, Michel, S. 455.
Höhr
Enklave der Gemarkung Niederlahnstein.
Auf Hehr, Kv.1832, Flur 19. → Plan Nr. 10, B, C/12.
Höhrer Gütern, Grenzbegang KP/HN 1818.
Höhr, Grenze KP/HN 1831.
auf der Herd, Müffling 1816/20.
Hehr, NL Grenzbegang 1749.
Aufm Höhr in Brückwies, 1723, Michel, S. 453.
aufm Hehr am Kahlen Born, 1723, Michel, S. 453.
Lahnsteiner Hoers, Horchheimer Grenzbegang 1604.
auf Haire, Horchheimer Grenzbegang 1604.
in Herde, 1527, Michel, S. 453.
Um 1688 ließ Kurfürst Joh. Hugo von Orsbeck den größten Teil des dortigen Waldes für die Garnison auf Ehrenbreitstein abholzen, wonach die Gemeinde den Kahlschlag in Äcker und Wiesen umwandelte. Die Winterweide daselbst wurde verpachtet, zuletzt 1787 an die Gemeinde Arenberg.
Hohe Stein
s. auch Gemarkung Horchheim.
Hohe Wald
der Hohe Wald ‒ auch „alte hohe Wald“ genannt, 1455, Michel, S. 453.
s. auch Buch.
Herrenheck
Herrenheck (bei Höhr), Müffling 1816/20.
Horchheimer Höll
In der Horchheimer Höll, Kv.1832, Flur 4. → Plan Nr. 3, G/2, 3.
Hell, Grenze KP/HN 1831.
Weingarten in der Horchheimer Hell, 1749, Beatus Nr. 1223.
Vorderhell, Mittelhell, oberste Hell, Unterhell, Jesuiten 1675.
in der Horchheimer Hell, 1810, 1650, 1649, 1562, Michel, S. 453.
an der Hongergassen und an der Helden, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg S. 279
Weingarten an der Helden, 1392, Kastor Nr. 1490.
Der Name „Höll“ kommt aus dem althochdeutschen und ist von Halda, Helda ‒ steiler Hang, Halde, an der Helden abgeleitet.
Lag
Lag, KNv. 1873, Flur 27. → Plan Nr. 5, G/4.
Laag, Grenzbegang KP/HN 1818.
im Lach, Grenze KP/HN 1831.
das Laach, Walddistrikt, 1788, Michel, S. 454.
Löch, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Lichten
Wald.
Lichten, KNv. 1873, Flur 27. Grenzbegang KP/HN 1818, → Plan Nr. 6, G/5.
Grenze KP/HN 1831. NL Grenzbegang 1749.
Auf dem Lichten, Walddistrikt (heute Lichterkopf), 1788, Michel, S. 455.
Licht, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Weingärten, später Äcker ‒ am Rhein beim Horchheimer Weg.
im Leher, 1755, Michel, S. 455.
in Lihe, 1723, Michel, S. 455.
in Lohe, 1650, Michel, S. 455.
in der Loe, 1650, Michel, S. 455.
Weingarten im Lö, 1587, Beatus Nr. 915.
beim Galgen in Loe, 1557, Michel, Seite. 455.
Feld im Loe, 1546, Beatus Nr. 749.
Landstück im Loe, 1531, Beatus Nr. 694.
1 Velde up der Loe, um 1500, Urbar der Abtei Altenberg S. 279.
im Loe obendige deme Baltz, 1498, Michel, S. 455.
Weingarten im Loe, 1497, Kastor Nr. 2346.
In Loehen 1486, Michel, S. 455.
Baumgarten in Loe, 1456, Kastor Nr. 2060.
Weingarten in Loe, 1456, Kastor Nr. 2060.
Weingarten in Loe, 1598, 1497, 1480, 1379, 1373, 1350, → Michel, S. 455. 1373, 1379, Kastor Nr. 1277. und1357.
Weingarten in Lowe, 1388, Jungandreas u. Kastor Nr. 1455.
Feld genannt in Lowe, 1386, Kastor Nr. 1436.
In der Loe unter dem Belze, 1359, 1354, 1412, → Altenberg Bd. 1 Nr. 821, Michel, S. 455.
Baumgarten in Loe, 1322, Kastor Nr. 1322.
im Loin, 1265, Michel, S. 455.
Weingarten in Lo, 1249, Kastor Nr. 92.
in der Loe, 1359, 1350, 1244, Altenberg. Bd. 1 Nr. 821, 762, 167.
Machert
Weingärten.
Im Machert, Kv.1832, Michel, S. 455.
im Macher, 1806, Michel, S. 455.
am Machertspfad, 1766, Michel, S. 455.
zu dem Macher oder an der Hongergasse, 1555, Michel, S. 455.
Weingarten im Macheren, 1382, 1373, Michel, S. 455, 1373, Kastor Nr. 1277.
im Maycher, 1458, 1364, Michel, S. 455.
im Macher, 1383, Michel, S. 455.
Weingarten in Machere, 1369, Kastor Nr. 1225.
Feld in Flur Maicher, 1350, Altenberg. Bd. 1 S. 602.
im Machere, 1348, Michel, S. 455.
Die Jahrzahlen 1382, 1364, 1348 nennt auch Jungandreas.
Mark
Mark, Kv.1832, Flur 14. → Plan Nr. 1, G/1, 2.
in der Gemark, Müffling 1816/20.
Mittelgesetz
Weingärten, später Äcker. → Plan Nr. 2, G/1, 2
Mittelgesetz, Kv.1832, Flur 14, Grenze KP/HN 1831, Jesuiten 1675.
Weingarten im Mittelgesetze, Mittelgesecze, 1587, 1508, 1453, 1441, → Beatus Nr. 915, 639, 456, 408.
im Mittelgesetz allernächst bei der Bach zu Horchheim“, 1504, 1441, 1385, 1379, 1364, Michel, S. 455.
zu Mittelgesetz an dem Beltze“, 1806, 1649, 1618, 1596, 1537, 1532, 1508, 1453, 1440, 1388, 1385, 1379, Michel, S. 455.
im Mittelgesetz an der Hungergasse, 1723, Michel, S. 455.
Weingarten im Obermittelgesetz, 1473, 1423, Michel, S. 455.
an dem Ouere Mittelgesetz, 1473, Michel, S. 455.
Weingarten in Mittelgesetcze, 1472, Kastor Nr. 2167.
Weingarten yn Mittelgesetze, 1456, Kastor Nr. 2060.
Weingarten in dem Mittelgesetz, 1428, Kastor Nr. 1836.
Weingarten in Mittelgesetze, 1388, Jungandreas, Kastor Nr. 1455.
Weingarten gen. Mittelgesecze, 1386, Kastor Nr. 1435 und1436.
Weingarten in dem Mittelgesetze, 1379, Kastor Nr. 1352.
Weingarten in Mittelgesecze, 1357, Altenberg. Bd. 1 Nr. 804.
Pohl
Pohl, Grenzbegang KP/HN 1818. NL Grenzbegang 1749.
auf der Pohl, 1804,
aufm Poll zum gemeinen Kirschbaum, 1725,
am Schemeler Weg, 1725,
Garten im Schlüssel an der Pohl, 1713,
Wiese uff dem Pull, 1650,
Weingarten uff dem Pfull, 1596, alle aus Michel, S. 457.
Rothlauber
Wald.
Rothlauber, NL Grenzbegang 1749.
Schaafstall
Auf’m Schaafstall, Kv.1832, Flur16. → Plan Nr. 7, G/6.
der Schaafstall genannt, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Alten Schafstall, Grenzbegang KP/HN 1818.
Schaaffstall, Schaaffstaller Feld NL Grenzbegang 1749.
aufm Schaffstall, 1740, 1723, 1682, Michel, S. 458.
1685 wurde für die von der kurfürstlichen Hofkammer als Erben der Herren v. Helfenstein auf Arenberger und Horchheimer Gelände betriebene Schäferei auf Niederlahnsteiner Gelände ein 60 Schuh langer und 40 Schuh breiter Schafstall erbaut. 1741 durch Sturm zerstört. Vordem hieß dieser Distrikt „Fallgert Feld“, s. Fallgert.
Schemel
Schemel, Grenzbegang KP/HN 1818. Grenze KP/HN 1831.
Auf dem Schemel, Müffling 1816/20.
im Schemel zwischen den beider Schemeler Wegen, 1725, 1511, Michel, S. 458.
Wiese im Schemel, 1658, Michel, S. 458.
Feld im Schemell, 1656, Michel, S. 458.
im Schemel, 1651, Michel, S. 458.
stößt auf beide Schemelwege, 1511, Michel, S. 458.
uff dem Schemel uff der Mauren, 1509, Michel, S. 458:
uff und an dem Schemel, 1532, 1505, 1497, 1486, 1483, 1457, Michel, S. 458.
Weingarten uff dem Schemmel, 1497, Kastor Nr. 2346.
Weg an dem Schemell, 1472, Kastor Nr. 2167.
Weingarten in dem Schemel, 1457, Beatus Nr. 497.
Weingarten an dem Schemelweg, 1428, Kastor Nr. 1836.
der große und kleine Schiemel, 1387, Michel, S. 458.
Weingarten am Schemilwege, 1364, Michel, S. 458. Kastor Nr. 1106.
Weingarten am Schemilwege, 1364, Jungandreas.
ein Stück Land an dem Scheymel, 1355, Gillissen KM 2000 S. 37
Wiesenpfad
Weingarten am Wiesenpfad, 1723, Michel, S. 459.
Wiesenpfad, Grenze KP/HN 1831. NL Grenzbegang 1749.
Wiesenpatt, Jesuiten 1675.

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Pfaffendorf

Fendel
Auf der Fendel, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 5, C, D/4.
Frank und Himmelreich
Zwischen Frank und Himmelreich, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 11, D/7.
Haart
Auf der Haart, KNv.1877, Flur 6. → Plan Nr. 4, C/3, 4.
auf Hart, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Hamm
Im Hamm, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 12, D/7, 8.
auf Hamme, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Hausgalgen
Auf Hausgalgen, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 10, D/6, 7.
Auf dem Hausgalgen, KNv.1877, Flur 3. → Plan Nr. 9, D/6.
Am Haußgalgen zur Pfaffendorfer seithen, Grund- u. Extraktenbuch 1720.
Hausgalgen, Horchheimer Grenzbegang 1604.
Pfaffendorfer Wald
Pfaffendorfer Wald, KNv.1877, Flur 1, Müffling 1816/20. → Plan Nr. 14, C, D/8, 9.
Plendert
Im Plendert, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 1, C, D/2, 3.
Weingarten an dem Plenthere und dem wenyngen Plenthere, 1377, Jungandreas.
Weingarten im Plenter, 1358, Jungandreas.
Plonzert
Im Plonzert, KNv.1877, Flur 6. → Plan Nr. 3, C, D/3.
in dem Plonczarte, 1377, Jungandreas.
Weingarten in dem Plunczarte, 1363, Jungandreas, Kastor Nr. 1092.
vineam… iacentem apud villam Paffindorp que Plunzart, 1276, Jungandreas.
Pollstücker
Obere Pollstücker, KNv.1877, Flur 2. → Plan Nr. 13, D/7, 8.
Untergesetz
Untergesetz, KNv.1877, Flur 15. → Plan Nr. 2, C, D/3.
Weingarten an dem nyderen Gesetze, 1377, Jungandreas.
Weingarten in dem nyderen Gesetze, 1366, Jungandreas, Kastor Nr. 1151.
Weingarten im Nydergesetze, 1358, Jungandreas.
Wachheck
Auf’m Wachhecker Kopf, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 8, D/5.
Die Wachheck, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 7, C, D/5.
Unter der Wachheck, KNv.1877, Flur 5. → Plan Nr. 6, C, D/4, 5.

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Kartenübersicht der Flurnamen, 2 Blätter

folgt.

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Weinbergslagen der Gemarkung Horchheim nach dem Grund- und Extraktenbuch von 1719/20

Lage Nr. Lagebezeichnung Anzahl der Stöcke Parzellen
1 Im Pfaffen(dorfer) Graben 9.756 21
2 Im Niederweg 35.069 75
3 Auff’m Hübel 8.410 26
4 Niederweg 3.190 9
5 Auf’m Hübel, an dem Pat (Pfad) angefangen 15.853 41
5a Im buben Cammert, in der Rolßgaß angefangen 11.752 11
6 In der Graben Gaß 6.151 11
7 An der Kyres Gaß 5.591 8
8 Unterm Zehend Graben 10.388 12
9 In der Gro(a)ben Gaße 4.370 11
10 Im Cammerth (Oberkamert 1302) 23.076 24
11 In der ober Hauckert 19.718 51
12 In der Anwent 19.043 45
13 Im Burn Weg (Bornsweg) 3.531 7
14 In oberen Hauckert 17.509 58
15 Im Buren Weg (Bornsweg) 6.449 9
16 Ahrweg 36.594 91
17 Im Rothenberg 21.850 57
18 Am Angel Berg 7.014 20
19 In Bächlen 6.751 10
20 Bächler Berg 6.184 11
21 Im Nieder Hauckert 35.263 65
22 Loh, an Glockgarten 20.025 48
23 Im Eßelßfuß 16.666 30
24 In der Preispel 24.347 59
25 In der Kroft (Grube) 14.435 37
26 Im Dritten Eimer 9.800 35
27 Auf dem Wende Buren (Weidenborn) 3.687 11
    ___________________  
    402.465 893

Siehe hierzu Kartenübersicht der Weinbergslagen.

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Kartenübersicht der Weinbergslagen von Horchheim im Jahre 1719

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Älteste Flurnamen und Urkunden der Gemarkung Horchheim

1133 Kloster Altenberg gegründet (siehe Dr. Prößler in Weinbau am Mittelrhein)
1191 Urkunde darüber, daß ein gewisser GOTTSCHALK der Abtei Altenberg ein Darlehen von 300 Mark gegeben hat und als Dank dafür u. a. eine Rente von 4 Fudern besseren Weines aus dem Hofe zu Horchheim als Lehen erhalten habe. Das heißt, daß die Altenberger bereits größere Besitzungen in Horchheim gehabt haben müssen und es einen ausgedehnten Weinbau gab.
1210 Dezember 17. Papst Innocenz III. bestätigt der Abtei Altenberg ihre Besitzungen, namentlich … die Weinberge in Lahnstein, die Höfe zu … Bacherach, Rhens und Horchheim.
1214 März 7. Papst Innocenz III. bestätigt das Privileg, das Erzbischof Dietrich von Trier der Kirche zu Horchheim betreffs der Taufen und Leichenbegräbnisse verliehen hat. (zu 1191, 1210 und 1214 siehe Mosler, Altenberg)
1235 duabus vineis in superiori Kamerthe
1247 vinea sita in Heitbach
1271 Dynginbizcene
1271 Eylfferbizen
1271 Weingarten in Floro Nyderwege
1271 Weingarten in Floro Overhuckere
1294 Weingarten in Munichstucke (Wingertstück des Mönch)
1302 Ahrweg
1302 in Gruven (Grube) – (heute älterer Teil des Friedhofes)
1302 in Nydirwege bei Krugelin
1302 Weingarten in Loyn
1302 Weingarten in Overkamerte bei der Overgasse
1302 Weingarten in Bruspyl
1302 Weingarten in Overkamerte
1355 uf dem Hübel (gibt es auch in Niederlahnstein)
1358 Weingarten und Acker im Neydirvelt
1362 in den Rodern
1372 meygrebin deyl (Teil des Maigrafen)
1374 Garten auf dem Graben in der Nederhaukeryn
1388 an der Hart
1388 in der Haukeren

angrenzende Flurnamen der Nachbargemarkungen

1244 in der Loe (Niederlahnstein)
1276 Weingarten im Plunzert (Pfaffendorf)
1372 Weingarten an der Ovirbach (Niederlahnstein)
1387 Weingarten in der Hungergasse

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Worterläuterungen

Beeth Abgabe
Bitze umzäumte Wiese, umfriedete Baumwiese
Born Wasserquelle, Brunnen
Bungert Bongart, Baumgarten
Camarta Weinlaube, Weinlaubenspalier
Elding Nach dem Rheinischen Wörterbuch bezeichnet der Eldi(n)g, Ellich, Elg einen Hohlweg, der von der Talsohle auf die Hochebene führt bzw. einen schmalen Fußweg, meist durch Weinberge, der dem Fahrweg gegenüber abkürzt
Gebück Waldstreifen, Grenzhang
Hart allgemein verbreiteter Distriktname für Berg, Wald, Trift, Weide, bewaldeter Hang
Höll Name kommt nicht von der Hölle sondern althochdeutsch von Halda, helda = steiler Hang, Halde, an der Helden
Hübel Hügel, kleine Geländeerhöhung
Lachbaum = Grenzbaum mit Lachen = mit Grenzzeichen versehener Baum
Loh Gebüsch, Wald
Lohe pflanzlicher Gerbstoff (Gerberlohe), zerbröckelt oder zermalene
  Rinde (besonders von Eichen)
Mal Grenzstein, Grenzzeichen
manwerc Mannwerk, Maß für Weinberge, etwa 1 Morgen
Reis ris, Gebüsch
Rech Böschung
Röder roden, Waldröder, rod
Schellenberg Weideland
Strut Struot, Buschwald, Sumpfwald
Unner undern Mittag
Gemarkung 1. im allgemeinen Sprachgebrauch Feld, Wald, Flur
  2. Katasterbezirk, der eine zusammenhängende Gruppe von Flurstücken (Parzellen) umfaßt, er wird im allgemeinen zur Numerierung der Flurstücke in Fluren unterteilt. Eine oder mehrere Gemarkungen decken sich mit dem Gebiet einer Gemeinde.
Flur 1. im allgemeinen Sprachgebrauch die außerhalb einer Ortschaft liegende Landfläche.
  2. Numerierungsbezirk für eine Gruppe von Flurstücken innerhalb einer Gemarkung.
Regesten = sachinhaltliche Urkundenauszüge mit Angabe der Datierung und des Ortes

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Downloads

Horchheim und seine Grenzen

Der Beitrag von Alois Honsdorf, erschienen 1993 im Horchheimer Kirmes-Magazin, behandelt die historischen Grenzen der Gemarkung Horchheim und deren Entwicklung im regionalen Zusammenhang. Auf Grundlage von Grenzbeschreibungen, Katasterunterlagen und Karten wird der Verlauf der Horchheimer Gemarkung sowie ihre Veränderungen im Bereich von Rhein und Lahn nachvollziehbar dargestellt.
Während die Flurnamensammlung einzelne Lagebezeichnungen dokumentiert, richtet sich der Blick hier auf die übergeordneten räumlichen Strukturen und ihre historische Entwicklung. Der Beitrag ergänzt die Flurnamenarbeit damit um eine eigenständige siedlungs- und grenzgeschichtliche Perspektive.

Horchheimer Flurnamen

Der Beitrag von Dr. Dietmar Flach erschien 2003 in der Horchheimer Kirmeszeitung anlässlich der Veröffentlichung der Flurnamensammlung von Alois Honsdorf. Er stellt das damals neu erschienene Werk vor und hebt dessen Bedeutung für die Erforschung der Horchheimer Ortsgeschichte hervor.

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Digitale Kartenangebote des Landes Rheinland-Pfalz

Für historisch Interessierte bietet das Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz ein umfangreiches, frei zugängliches Angebot aktueller und historischer Kartenwerke. Diese ermöglichen einen anschaulichen Zugang zur Landschafts- und Landesentwicklung.

Zentrale Grundlage ist die Digitale Topografische Karte 1:5000 (DTK5), das maßstabsstärkste amtliche topografische Kartenwerk. Sie zeigt die Erdoberfläche sehr detailreich und kombiniert Siedlungen, Verkehrsnetze, Gewässer, Vegetation, Geländeformen sowie administrative Grenzen in einer Darstellung. Damit bildet sie ein wichtiges Bindeglied zwischen der Liegenschaftskarte und den kleinmaßstäbigen topografischen Karten. Sie eignet sich besonders für eine sehr genaue räumliche Orientierung und Analyse.

Über das frei zugängliche Portal maps.rlp.de stehen zudem zahlreiche weitere Geobasisdaten zur Verfügung, darunter aktuelle Luftbilder, topografische Karten und Katasterinformationen. Der Viewer bietet vielfältige Funktionen wie Messwerkzeuge, Koordinatenabfragen, Routing sowie Druck- und Zeichenfunktionen und ist damit sowohl für private als auch für fachliche Anwendungen geeignet.

Für die historische Betrachtung sind besonders die im Open-Data-Angebot bereitgestellten historischen Kartenwerke interessant. Dazu zählen die preußischen Uraufnahmeblätter (1843–1878) im Maßstab 1:25.000 sowie weitere historische topografische Kartenreihen, die die Landschaft in früheren Zuständen dokumentieren. Auch die Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling (1803–1820) gehört zu diesen wertvollen Zeitzeugnissen. Sie ermöglichen es, Landschaftsveränderungen über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen.

Zeitreise durch die Kartenwerke

Einen besonders anschaulichen Einstieg in die Welt historischer Karten bietet der Viewer „Landschaft im Wandel“ des Landesamtes für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz. Er ermöglicht den direkten Vergleich historischer Karten im Maßstab 1:25.000 mit älteren Ausgaben der Topographischen Karte (TK 25) sowie mit heutigen Karten und Luftbildern.

Der Viewer ist unter folgendem Link zu finden: https://lvermgeo.rlp.de/geodaten-geoshop/viewer

So wird die Entwicklung der Landschaft über verschiedene Zeitstufen hinweg unmittelbar sichtbar und lässt sich wie auf einer „Zeitreise“ nachvollziehen. Die Broschüre „Eine Reise in die Vergangenheit mit historischen Karten“ bietet ergänzend dazu eine verständliche Einführung in die Nutzung dieses Angebots und vermittelt zugleich den kulturhistorischen Wert der historischen Kartenwerke.

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Die Straßenbahn in Koblenz und Horchheim – Geschichte und Erinnerungen

Die Anfänge: Pferdebahn in Koblenz (1887–1901)

Koblenz begann vergleichsweise spät mit dem Aufbau eines schienengebundenen Nahverkehrs. Während in anderen deutschen Städten bereits zahlreiche Pferdebahnen verkehrten, war die Garnisons- und Festungsstadt zunächst wenig attraktiv für private Investoren. Erst 1883 entwickelten die Kölner Unternehmer Alexander von Stülpnagel und Wilhelm von Tippelskirch erste Pläne für eine Pferdebahn, die sowohl die Schiffsanlegestellen als auch den Moselbahnhof an die Stadt erschließen sollte. Nach Genehmigung durch den Stadtrat und der Gründung der „Coblenzer Straßenbahn-Gesellschaft“ im September 1886 begannen Anfang 1887 die Bauarbeiten.

Am 25. Mai 1887 eröffnete die erste Linie, die vom Rhein über den Görresplatz bis ans Löhrtor führte und später bis zum Hauptbahnhof verlängert wurde. Bereits im selben Jahr nahm auch die zweite Linie ihren Betrieb auf, zunächst zwischen Görresplatz und Pappel-Rondell, bald bis zum Schützenhof erweitert. In den folgenden Jahren wuchs das Netz weiter, Verbindungen führten nach Laubach, Königsbach, Stolzenfels und schließlich 1897 über die Mosel nach Lützel und Neuendorf. Mit einer Gesamtlänge von 12,13 Kilometern erreichte das Koblenzer Pferdebahnnetz seine größte Ausdehnung.

Die Pferdebahn beförderte Personen in 25 Wagen, darunter einige offene Sommerwagen, und ab 1890 auch Güter, beispielsweise für das Gaswerk und die Königsbacher Brauerei. Am 27. Januar 1901 endete der Betrieb der Pferdebahn, während bereits die ersten elektrischen Straßenbahnlinien verkehrten. Viele der Wagen wurden noch als Beiwagen weitergenutzt, bis sie schrittweise aus dem Verkehr gezogen wurden.

Die Elektrische Straßenbahn und der Ausbau nach Horchheim (1902–1945)

Die Elektrifizierung der Koblenzer Straßenbahn begann 1899 und machte den Nahverkehr schneller, leistungsfähiger und zuverlässiger. Charakteristisch waren die zahlreichen eingleisigen Abschnitte und der Rollenstromabnehmer, der den Strom von der Oberleitung aufnahm. Die Koblenzer Straßenbahn war ein technisches Vorreiterprojekt, das gleichzeitig die Stromversorgung der Stadt mit ausbaute.

Am 1. Mai 1902 wurde Horchheim an das Koblenzer Straßenbahnnetz angeschlossen. Die Linie 10 verband fortan den Ort Horchheim über Pfaffendorf mit Koblenz und erreichte später Niederlahnstein. Die Strecke führte zunächst über die Pfaffendorfer Brücke, wo ein Umsetzen notwendig war, bevor ab 1905 eine direkte Rampe nach Horchheim genutzt werden konnte. Die Strecke wurde 1933 bis nach Oberlahnstein verlängert, nachdem die neue Lahnbrücke gebaut war. Eine geplante Weiterführung nach Braubach wurde nie umgesetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden Gleise, Oberleitungen und Wagenpark stark beschädigt, doch bereits ab April 1945 rollten die Straßenbahnen wieder auf fahrbereiten Strecken.

Vom Rhein zur Lahn: Die Linie 10

Die Planung der Linie 10 begann um die Jahrhundertwende, zunächst von einer Berliner Firma. Nach Übernahme der Genehmigungen durch die Koblenzer Straßenbahngesellschaft wurde die Strecke vom Mainzer Tor über die Pfaffendorfer Brücke nach Horchheim am 5. Mai 1902 eröffnet.

Die Linie 10 fuhr im 10- bis 20-Minuten-Takt und war dank eigener Abschnitte auf separatem Bahnkörper weitgehend störungsfrei. Ausweichstellen ermöglichten den Gegenverkehr auf den eingleisigen Abschnitten, unter anderem an der Pfaffendorfer Schule, am Horchheimer Kloster und bei Niederlahnstein.

Die Linie 10 erfreute sich großer Beliebtheit. Im Sommer kamen offene Wagen zum Einsatz, besonders bei Kindern waren sie beliebt. Die Straßenbahn war für viele Bürger ein unverwechselbarer Bestandteil des Stadtbildes. Das Quietschen der Räder in den Kurven, das Bimmeln der Glocken zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer und die sichtbaren Gleise im Straßenkörper prägten den Alltag. Kinder legten oft ihr Ohr auf die Schienen, um das Herannahen der „Elektrischen“ frühzeitig zu hören.

Für Bahnfreunde hatte die Strecke wegen des parallelen Verlaufs zum Rhein und der teilweise eigenständigen Trasse einen besonderen Reiz. Pro Jahr legten die Wagen auf der Linie über 300.000 Kilometer zurück.

Niedergang der Straßenbahn (1941–1967)

Schon während des Zweiten Weltkriegs kam es zu ersten Kürzungen. 1941 wurde die Strecke Vallendar–Höhr-Grenzhausen eingestellt und durch einen Obus ersetzt – der Beginn der Oberleitungsbus-Ära. Luftangriffe 1944/45 unterbrachen linksrheinisch das Netz, rechtsrheinisch konnte zunächst weitergefahren werden. Nach Kriegsende wurden die wichtigsten Strecken schrittweise reaktiviert.

Ab Mitte der 1950er Jahre begann der endgültige Niedergang. Die Linien wurden sukzessive stillgelegt: 1956 endete der Betrieb auf der Linie 10, die letzten Streckenabschnitte der Innenstadtlinien 1 und 2 blieben bis 1967 erhalten. Am 19. Juli 1967 wurde die Straßenbahn endgültig eingestellt. Der Obusbetrieb überdauerte die Straßenbahn nur um etwa drei Jahre, 1970 wurde auch dieser eingestellt. Seitdem werden die Menschen in Koblenz und Horchheim ausschließlich von Omnibussen befördert.

Erinnerungen in Horchheim

Die Straßenbahn prägte nicht nur das Ortsbild, sondern auch die Erinnerungen vieler Horchheimer. Die Linie 10 führte unterhalb der Eisenbahnbrücke entlang, vorbei am Mendelssohnpark und dem damaligen Sportplatz. Die im Straßenkörper verlegten Schienen, die Ausweichstellen und das charakteristische Geräusch der Wagen machten die „Elektrische“ zu einem festen Bestandteil des Alltags. Mit ihrer Einstellung verschwand nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern auch ein Stück gelebter Ortsgeschichte.

Heute erinnert die Haltestelle „Mendelssohn“ am Mendelssohnpark an diese Vergangenheit. Sie wird von mehreren Buslinien angefahren: Die Linie 6/16 der Koblenzer Verkehrsbetriebe fährt von Moselweiß an der Gülser Brücke bis zur Horchheimer Höhe und hält dabei auch am Mendelssohnpark. Zusätzlich bedienen die Stadtbuslinien 1 und 11 diese Haltestelle. Die Linie 1 verbindet Braubach über Oberlahnstein und Niederlahnstein mit Koblenz, unter anderem am Deutschen Eck und Hauptbahnhof, während die Linie 11 von Oberlahnstein nach Koblenz fährt. So bleibt Horchheim heute zuverlässig an die benachbarten Städte angebunden.

Fahrzeuge der Koblenzer Straßenbahn

Die Koblenzer Straßenbahn verfügte über einen bemerkenswert beständigen und charakteristischen Wagenpark, der über Jahrzehnte hinweg nahezu unverändert blieb. Die Fahrzeuge waren überwiegend Zweiachser mit kurzem Radstand und Laternendach. Die Plattformen der ersten Serien waren zunächst offen, wurden später jedoch verglast, während alle ab 1901 gelieferten Triebwagen von Anfang an halbgeschlossene Plattformen besaßen. Türen waren zunächst mit Gittern und Blechen versehen, später wurden sie durch zweiteilige Falttüren ersetzt. Die Fenstergestaltung variierte je nach Baujahr.

Die Anschaffung der Fahrzeuge erstreckte sich über einen Zeitraum von 1899 bis 1914. Die ältesten Wagen stammten von der Waggonfabrik Carl Weyer, die letzten Neubauwagen wurden zwischen 1912 und 1914 geliefert. Die Wagen waren robust konstruiert und passten sich den örtlichen Gegebenheiten an. Trotz ihres hohen Alters von teils über 60 Jahren verkehrten sie bis zur Stilllegung des Straßenbahnbetriebs 1967 zuverlässig.

Die Triebwagen waren in unterschiedlichen Bauarten verfügbar, darunter Abteilwagen („Verwandlungs-“ oder „Allwetterwagen“) mit drei Querräumen, offene Sommertriebwagen und Wagen mit Längssitzen. Insgesamt hatte die Koblenzer Straßenbahn bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs rund 87 Triebwagen und 21 Beiwagen. Während des Krieges wurden zahlreiche Fahrzeuge beschädigt oder zerstört, doch ein Großteil konnte in den Nachkriegsjahren in der eigenen Werkstatt instand gesetzt werden. Ergänzend wurden 1951 gebrauchte Wagen aus Baden-Baden übernommen.

Die Wagen besaßen ein unverwechselbares äußeres Erscheinungsbild: die Frontverglasung reichte bis unmittelbar unter die Dachkante und war durch dünne senkrechte Stege unterteilt. Über dem Scheinwerfer befand sich ein Steckschild mit Liniennummer und Fahrtziel. Koblenz verwendete als eines der letzten Betriebe in Deutschland Stangenstromabnehmer, die ein charakteristisches zischendes Geräusch erzeugten. Später wurden die Fahrzeuge modernisiert, unter anderem durch Leichtmetallfenster, Sicherheitsglas, Teleskopschiebetüren, Schienenbremsen und Bremsleuchten.

Die Triebwagen waren elfenbeinfarben mit grünem Streifen und trugen zunächst die Aufschrift „Koblenzer Straßenbahn Gesellschaft“, später nur noch die Abkürzung „KEVAG“. Beiwagen waren vor allem auf dem rechtsrheinischen Netz im Einsatz. Sie umfassten offene Sommerwagen, geschlossene Standardwagen und Abteilwagen; die letzten Beiwagen wurden 1954 verschrottet.

Die Flotte war durchweg langlebig: Der Wagen 51 beispielsweise fuhr 65 Jahre lang. Trotz des historischen Wertes der Fahrzeuge wurde leider kein Wagen erhalten; die meisten wurden bis 1967 verschrottet.


Die Obuszeit in Koblenz

Die Einführung des Obusbetriebs bei der KEVAG fiel in eine Phase, in der die Stilllegung von Straßenbahnstrecken politisch unterstützt wurde, um der zunehmenden Individualmotorisierung Raum zu geben. Zudem machte der kriegsbedingte Mangel an Stahl größere Gleiserneuerungen unmöglich. Bereits während der NS-Zeit hatten erste Obusversuche in Mettmann und Idar-Oberstein stattgefunden; 1941 kamen die Betriebe in Gießen, Siegen, Pirmasens und Koblenz hinzu. Ein wesentlicher Vorteil des Oberleitungsomnibusses lag, ähnlich wie bei der Straßenbahn, in der Energieversorgung aus heimischer Kohle. Auch das Problem der Bereifung war durch die Verwendung von synthetischem Gummi (Buna) gelöst.

In Koblenz entschied man sich aufgrund des schlechten Gleiszustandes der Strecke nach Höhr-Grenzhausen für die Umstellung der Linie 11 auf Obusbetrieb. Ziel war die Weiterverwendung der bestehenden Fahrleitungsmaste und des 1934 errichteten Unterwerks Vallendar, ergänzt um ein zusätzliches Gleichrichter-Unterwerk in Höhr-Grenzhausen. Im September 1940 begann die AEG mit dem Umbau der Fahrleitung, während die Straßenbahn noch weiterfuhr. Am 17. Juli 1941 nahm die Obuslinie 11 den Betrieb auf. Erste Wendeschleifen entstanden in Vallendar und Höhr-Grenzhausen, im Oktober 1942 wurde eine Verlängerung bis zu einer neuen Schleife eingefügt. Für die wachsende Zahl an Fahrgästen von 392.000 im ersten Betriebsjahr bis 618.737 im Jahr 1943 wurde außerdem eine Ausweiche in Höhe der Tonwerke eingebaut. Drei Obusanhänger der Bauart Schumann ergänzten den Betrieb.

Die MAN lieferte vier Obusse der „Normgröße I“, ausgestattet von Siemens-Schuckert, mit einer ungewöhnlichen Konstruktion für die Stromabnehmerstangen, die das Umsetzen auf freier Strecke erleichterte. Die Wagen mit einer Länge von 9,35 m boten 44 Fahrgästen Platz und verkürzten die Fahrzeit von 39 auf 28 Minuten. Für die Stromversorgung sorgte das Unterwerk Vallendar (550 kW) sowie das neue Unterwerk Höhr (240 kW).

Die Umstellung weiterer Strecken begann nach 1950. Die Linien 7/8 erhielten 1953 und 1954 Obusbetrieb bis nach Bendorf-Sayn, wodurch das Netz auf 30,2 km anwuchs und die Linienlänge insgesamt 49,4 km erreichte. Bereits 1949 war die Linie 12 mit 2,5 km Länge in Betrieb gegangen. Dabei mussten die ersten Obusse zunächst mit LKW zum Betriebshof geschleppt werden, bis 1950 eine Zufahrtsstrecke über Bahnhof- und Schützenstraße fertiggestellt war. Der Obusbetrieb auf den rechtsrheinischen Abschnitten war häufig durch Hochwasser, Frost und Erdrutsche gestört. Auch die Linien 9 und 10 wurden entsprechend angepasst; die Linie 9 nach Arenberg erhielt 1958 einen neuen Obus und ein Unterwerk in Oberniederberg.

Mit der Erweiterung des Obusnetzes stellten sich Fragen zur Fahrzeugbeschaffung. MAN entwickelte in Zusammenarbeit mit Kässbohrer die Modellreihe MKE, die zwischen 1951 und 1955 von der KEVAG in 17 Exemplaren beschafft wurde. Ab 1958 wurden acht weitere Fahrzeuge von der Kölner Firma Bauer geliefert. Anhänger wurden aus Sicherheitsgründen ab 1960 schrittweise abgeschafft, was die Einführung größerer Fahrzeuge wie Gelenkbusse vorbereitete. Trotz steigender Kapazität war der Obus der Straßenbahn in Geschwindigkeit und Kapazität überlegen: Ein MKE-Bus transportierte 70–80 Fahrgäste mit nur einem Fahrer, während die Straßenbahn für 50 Fahrgäste Fahrer und Schaffner benötigte.

Mit dem Rückgang der Fahrgastzahlen ab 1961 auf 4,1 Millionen und dem Einmannwagenbetrieb ab 1962 begann der schrittweise Ersatz durch Dieselbusse. Zunächst wurde 1968 die Linie 12 auf Dieselbusse umgestellt, 1969 folgte die Linie Vallendar–Höhr-Grenzhausen. Die Linien 7, 8 und 9 blieben bis 1970 im Obusbetrieb, ehe am 1. August 1970 die Linie Ehrenbreitstein–Bendorf-Sayn endgültig auf Dieselbusse umgestellt wurde. Damit endete auch der bundesweit letzte Obus-Anhängereinsatz. Der Abbau der Fahrleitungen begann im Frühjahr 1971 und dauerte mehrere Monate.

Ein letzter Versuch, elektrische Mobilität in Koblenz zu erhalten, erfolgte 1971 mit dem einjährigen Einsatz eines batteriebetriebenen MAN-Elektrobusses. Das Fahrzeug erwies sich jedoch als unpraktisch, da die Batterien nach nur 50 km gewechselt werden mussten. Die Wiederbelebung des elektrischen Nahverkehrs in Koblenz war gescheitert, obwohl die Technologie künftig wieder an Bedeutung gewinnen sollte.


Quellen:

Die „Elektrisch“ an Rhein, Mosel und Lahn
Eine Zeitreise mit Straßenbahn und Obus in und um Koblenz
Autoren: Eckehard Frenz, Rolf Präuner, Wolfgang R. Reimann
© Autorengemeinschaft GbR Frenz und Reimann, Gütersloh 2009
ISBN 978-3-9800158-8-2

Horchheim – 200 Jahre Ortsgeschichte 1800 – 2000
Vom Dorf zum Stadtteil von Koblenz
Autor: Hans Lehnet, Koblenz-Horchheim
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e.V., 2002

Horchheim 1214 – 2014
Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Pfarrei
Redaktion: Hans Josef Schmidt
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei
ISBN: 978-3-00-045925-2


Text: Andreas Weber




Weinbau und Landwirtschaft in Koblenz-Horchheim

Weinbau im Dorf Horchheim

Horchheim, liebevoll „Hoschem“ genannt, liegt malerisch am rechten Rheinufer zwischen Niederlahnstein und Koblenz-Pfaffendorf. Der sanfte Anstieg zur Horchheimer Höhe, die bis zu 390 Meter hoch ist, bietet nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern auch ideale Bedingungen für den Weinbau.

Der Ortsname mit der Endung „-heim“ deutet auf eine Siedlungsgeschichte zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert hin. Die älteste Kirche, 1130 erbaut, erinnert an die christliche Tradition, die hier seit Jahrhunderten gepflegt wird.

Im Mittelalter war das Dorf eng mit Klöstern und Adelsgeschlechtern verbunden, die hier Besitz hatten und den Weinbau förderten. Horchheim entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum des Weinbaus – eine Tradition, die bis 1920 die Region prägte.

Aus jener Zeit sind nur wenige sichtbare Spuren erhalten geblieben – etwa alte Flurnamen oder vereinzelte Reste von Weinbergsmauern. Doch in den Archiven finden sich zahlreiche Aufzeichnungen, die die Geschichte des Horchheimer Weinbaus in all seinen Höhen und Tiefen dokumentieren.

In seinem Werk über die Siedlungs- und Flurnamen kommt Jungandreas zu dem Schluss, dass der Weinbau in Horchheim die Landwirtschaft deutlich überwog (1962). Prößler ergänzt 2013: „Berühmtestes Weindorf am Rhein im Raum Koblenz schon im Spätmittelalter war Horchheim.“

Horchheims ehemalige Weinlagen

Die Fluren zwischen dem Rhein und der Waldgrenze waren früher fast vollständig dem Weinbau gewidmet. Die überwiegende Nutzung der Horchheimer Flur für Weinstöcke zeigt sich auch in den zahlreichen überlieferten Flurnamen, die bis heute bekannt sind.

In Aufzeichnungen der Jesuiten finden sich Namen wie:

  • Im mittleren Anwend
  • Auf dem Arfeld
  • Im Drytten Eymer
  • Auf der Loh
  • In der Oberhaukert
  • Auf Preyspell
  • Am Schemel
  • Im Wiesenpatt

Auch im Grenzgebiet zu Niederlahnstein, insbesondere in der Lage „In der Hellen“, wurde Wein angebaut. Dieser Bereich, heute als Horchheimer Höll bekannt, verdankt seinen Namen dem mittelhochdeutschen Wort helde oder Halde, was „sanft abfallender Hang“ bedeutet – ein treffender Ausdruck für die topographische Beschaffenheit dieser Lage.

Spuren dieses historischen Weinbaus lassen sich noch heute erkennen: Am Grenzpfad Horchheim-Lahnstein, beginnend beim Aufstieg Weitenborn und entlang des Pfades nach Lahnstein, sind gut erhaltene Weinbergsmauern der ehemaligen Lage „Horchheimer Höll“ zu finden. Weitere Überreste bezeugen den Weinbau in der oberen Bächelstraße sowie am Hang des Pechlerbergs, wo noch heute Weinbergsmauern erhalten geblieben sind.

Der Schwarze Weg

Die nahegelegene Flur unweit der Wendelinuskapelle in Richtung Dorf trägt noch heute den Namen „Feld am schwarz’ Helligen Stock“. Der Weg, der dorthin führte, wurde im Volksmund „Der schwarze Weg“ genannt.

Manfred Gillissen entdeckte in Quellen des Klosters Dyrstein bei Diez bereits für das Jahr 1390 einen Hinweis auf ein Wegekreuz am Eingang des Dritteneimerwegs. Auf der Jesuiten-Flurkarte von 1684 ist an dieser Stelle ebenfalls ein Kreuz verzeichnet. Es wird vermutet, dass dieses Kreuz möglicherweise auch an die Pesttoten des 17. Jahrhunderts erinnerte.

Seit 2012 erinnert eine Keramiktafel an der Ecke Dritteneimerweg/Weitenbornstraße an dieses historische Wegekreuz, den „schwarz Hilligestock“. Die Umsetzung geht auf die Bemühungen der Horchheimer Heimatfreunde, Hans Feldkirchner und die Initiative von Peter Wings zurück.

Die Keramiktafel zeigt neben einem Ausschnitt der Jesuiten-Flurkarte auch drei Weinbütten. Sie verweisen auf die sogenannten Drittelsweinberge, bei denen die Eigentümer jährlich ein Drittel der gelesenen Trauben als Abgabe erhielten.

Hoschemer Rude

Die „Käs“-Skulptur

Am 28. Juni 1998 wurde die „Käs“-Skulptur feierlich eingeweiht. Sie wurde vom Horchheimer Bildhauer und Goldschmied Josef Welling entworfen und vereint die Symbole „Hoschemer Käs“, „Hoschemer Wein“ und „Hoschemer Geselligkeit“.

Um 1900 lebten viele Horchheimer noch vom Weinbau. Um ihre kargen Mahlzeiten im Weinberg etwas aufzuwerten, stellten sie nach einem traditionellen Rezept kleine, weiße Handkäse aus Kuhmilch her. Die Käsekegel wurden mit Kümmel gewürzt und auf der Fensterbank zum Trocknen aufgestellt.

Am Römerplatz – an der Ecke Alte Heerstraße/Emser Straße – gab es damals gleich vier Weinlokale: Puth, Holler, Brühl und Killian. Genau hier wurde die „Käs“-Skulptur aufgestellt.

Die Skulptur zeigt in drei plastischen Motivbildern das Leben in Horchheim zu jener Zeit:

  • Der Weinbau: Winzer und Winzerin besteigen mit Korb und Hacke die steilen Weinberge. Auf der anderen Seite fahren sie mit einem Ochsenkarren die mühevoll geernteten Trauben ein.
  • Die Käseherstellung: Eine Frau steht am Küchentisch, formt den Handkäs‘, setzt ihn in einen Steintopf und stellt ihn zum Trocknen auf die Fensterbank. Gleichzeitig klettern die „Pänz“ (Kinder) an der Mauer hoch und naschen heimlich von der „wohlriechenden“ Köstlichkeit.
  • Die Geselligkeit: Die Horchheimer sitzen vergnügt im Wirtshaus, essen Käs‘ und trinken Wein. Über allem thront auf einem Weinfass „dä Hoschemer Panz“ – eine symbolische Figur. Mit einer Hand hält er sich die Nase zu, während er mit der anderen Hand den guten Käs‘ anbietet.

Landwirtschaft in Horchheim

Über die Viehgasse durch die Hohl zur Horchheimer Höhe

Das Ackerland in Horchheim lag größtenteils auf der Höhe. Hier gedieh vor allem Getreide, das weniger intensive Pflege benötigte als der Wein. Ein Nachteil war die lange Fahrzeit mit den Ochsen oder Fahrkühen. Die Strecke von etwa vier bis sechs Kilometern konnte daher meist nur einmal am Tag bewältigt werden. Die Fahrtzeit dauerte oft zwei bis drei Stunden, doch Eile hatte man nicht. Die Bauern nahmen ihre Mahlzeiten mit und vesperten im Grünen.

Der Weg zur Höhe war nicht befestigt, sondern lediglich mit Kies bedeckt, dessen Oberfläche uneben und schwer zu befahren war. Er führte von der Dorfstraße über die Viehgasse durch die Hohl zu den Feldern auf der Schmidtenhöhe. Der Weg diente nicht nur der Feldarbeit, sondern auch dem Transport von Erntegut, Holz und anderen Feldfrüchten zurück ins Dorf.

Die schwer beladenen Wagen – beladen mit Heu, Getreide, Holz oder anderen Gütern – setzten dem Weg erheblich zu. Wurde die Bremse zu fest angezogen, blockierten die Räder, und die schleifenden Reifen rissen Kerben und Löcher in den Straßenbelag. Dadurch litt die Kiesdecke stark und musste regelmäßig repariert werden. Die Instandsetzung dieser Schäden war Gemeinschaftsarbeit, die vom Ortsvorstand organisiert wurde.

Alte Straßennamen wie Striehgass (Strohgasse), Vehgass (Viehgasse) oder Trift zeugen noch heute von der landwirtschaftlichen Nutzung dieser Wege.

Die Horchheimer Feldflur umfasste insgesamt 905 Morgen:

  • 654 Morgen Ackerland,
  • 100 Morgen Rebland,
  • 151 Morgen Wiesen.

Nach einer Erhebung aus dem Jahr 1719 betrug der Durchschnittsertrag der vier Bodenklassen insgesamt 1.379 Malter und sechs Simmer. Ob zu dieser Zeit bereits Kartoffeln – damals Grundbirnen genannt – angebaut wurden, ist ungewiss. In der Region lassen sich Kartoffeln erst 1754 in Boppard nachweisen.

Arbeit in der Landwirtschaft

Im 19. Jahrhundert bildeten Landwirtschaft und Weinbau die Haupterwerbsquellen der Horchheimer Bevölkerung. Hinzu kamen ländliche Handwerksberufe, die eng mit der Agrarwirtschaft verbunden waren, wie Küfer, Schmiede oder Stellmacher. Weitere Handwerker deckten die alltäglichen Bedürfnisse der Dorfbewohner ab, beispielsweise Schuster, Schneider, Bäcker oder Metzger.

Die Erträge der Landwirtschaft hingen stark vom Wetter ab. Zu viel Sonne ließ den Boden austrocknen, wodurch die Pflanzen vertrockneten. Andererseits erschwerte ein regenreiches Jahr die Heu- und Getreideernte erheblich.

Die Arbeit in der Landwirtschaft war hart. Ein Arbeitstag dauerte von fünf Uhr früh bis abends sieben Uhr, zur Erntezeit sogar noch länger. Männliche Tagelöhner verdienten etwa zehn Silbergroschen, während Frauen nur fünf Silbergroschen erhielten. Zum Vergleich: Ein Brot von vier bis sechs Pfund kostete in normalen Erntejahren zwischen fünf und sieben Silbergroschen. Ein Knecht wurde jährlich mit 22 Talern, einem Paar Schuhen und einem Kittel entlohnt; eine Magd erhielt 18 Taler und ebenfalls ein Paar Schuhe.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging der Getreideanbau offenbar immer mehr zugunsten der Viehhaltung zurück. Ein möglicher Grund dafür war, dass der Getreideanbau zu arbeitsintensiv war.

Anton Struth schrieb 1910 erstaunt:

„Wenn man bedenkt, dass bei dem damaligen Weinbergbestand und dem ausgedehnten Ackerland, besonders auf dem Walde, wo zu der Zeit nicht die Hälfte der Wiesen war, sondern alles fast Ackerland, welches zur Bebauung und Ernte viel mehr Zeit in Anspruch nahm als die Wiesen, so muss man staunen, wie die Arbeiten alle bewältigt werden konnten, besonders da die Frucht, Korn, Weizen, Gerste durch die Sichel geschnitten und nur Hafer gemäht wurde.“

Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Weinbau und der damit verbundene Weinhandel weitgehend zum Erliegen. Dennoch spielten Ackerbau (Getreide, Kartoffeln, Flachs), Obstanbau und Viehhaltung weiterhin eine wichtige Rolle. Bis in die 1960er Jahre blieb die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, auch wenn die Zahl der Haupterwerbsbetriebe zurückging und die Nebenerwerbsbetriebe stetig zunahmen.

Viehzucht

Um 1719 gab es in Horchheim einen Bestand von 125 Stück Großvieh, was für ein Winzerdorf eine beachtliche Zahl war. Auf jedes Stück Großvieh war eine Simpeleabgabe von fünf Pfennigen zu entrichten.

Die Ställe beherbergten tragfähiges und nicht tragfähiges Rindvieh, dazu gehörten Ochsen, Kühe, Jungvieh und Kälber. Die Wiesen auf der Höhe oder auch der Wald dienten als Viehweide.

Die Wiesen lieferten Heu für das Winterfutter. Es konnte nur so viel Vieh eingestallt werden, wie Heu als Winterfutter zur Verfügung stand. Häckselstroh wurde als Beifutter verwendet, jedoch in erster Linie als Einstreu. In Notzeiten durfte auch Waldlaub als Ersatz verwendet werden. Diese Nutzung war jedoch nur mit einer speziellen Erlaubnis des Ortsvorstandes oder des Försters gestattet und wurde nur ungern erteilt, da das Laub als wichtige Grundlage für den Waldboden galt.

Etwa 60 Schweine konnten im Jahr mit einer guten Eckernernte gemästet werden. Diese Zahl dürfte aufgrund von praktischen Erfahrungen festgelegt worden sein, da eine zu hohe Schweinepopulation den Waldaufwuchs schädigte. Wie ihre wilden Verwandten, Wildschweine, wühlten sie den Boden auf der Suche nach Nahrung und verhinderten somit die natürliche Verjüngung des Waldes.

Nach 1815 gewann die Schafhaltung an Bedeutung. Es wurde eine Schäferei-Genossenschaft gegründet. Um 1840 beschäftigte die Genossenschaft einen Schäfer und einen Knecht für rund 400 Tiere, die auf gemeindeeigenen, verpachteten Grundstücken weideten. Doch bereits 1848 wurde die Genossenschaft aufgelöst, und die Gemeinde erwarb den 1819 errichteten Schafstall, der nahe der Gemarkungsgrenze zu Niederlahnstein lag. Der Schafstall wurde 1881 noch einmal instand gesetzt, doch mit dem Niedergang der Schafzucht verfiel er später.

1890 hielten 74 Landwirte insgesamt 162 Kühe. Die Gemeinde stellte zwei Zuchtstiere der Westerwälder Rasse zur Verfügung. Die meisten Bauern besaßen jedoch selten mehr als drei Stück Vieh. Oft war es nur eine einzelne Kuh im Stall.

Horchheimer Wald

Horchheim verfügte über einen ansehnlichen Gemeindewald, in dem Laubholzbestände etwa zwei Drittel der Fläche ausmachen und naturnahe Wälder mit größeren Beständen das Landschaftsbild prägen.

Die Grenzen dieses Waldes wurden mehrfach von Vorstehern und Einwohnern überprüft, um die genaue Lage der Grenzsteine zu bestätigen und im Gedächtnis zu bewahren. Eine solche Überprüfung wurde im Grenzbegangsprotokoll von 1604 erstmals dokumentiert.

Auf Nachfragen der amtlichen Kommission im Jahr 1719 gaben die Taxatoren des Erzstift Trier an, dass es niemandem gestattet war, Laub, Pfähle (für die Weinberge) oder Brandholz aus dem Wald zu entnehmen.

Außerdem durfte der Wald nicht als Viehweide genutzt werden, da die Tiere durch das Abfressen der aufkommenden Sämlinge den natürlichen Aufwuchs verhinderten. Einzige Ausnahme waren Schweine, die während eines guten Eckernjahrs (Jahre mit ausreichendem Eichelsamen) zur Mast in den Wald getrieben werden durften. Ein gutes Eckernjahr trat etwa alle zehn Jahre ein und war für die Mastwirtschaft von großer Bedeutung.

Es herrschte bereits ein starkes Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber der Natur, und die Verantwortlichen sorgten dafür, dass der Wald nicht durch planloses Abholzen und Beweiden zerstört wurde. Eine solche Vernichtung hätte das Dorf, das auf den Wald angewiesen war, in den Ruin gestürzt. In dieser Hinsicht zeigte sich bereits eine umfassende und nachhaltige Waldwirtschaft.

Neu war, dass der Wald nun als Wirtschaftsgut betrachtet wurde. Die Sachverständigen teilten den Baumbestand in Nutzholz und Brennholz ein. Diese Einteilung ermöglichte eine genauere Übersicht über die Qualität des Waldes, was eine bessere Planung und Nutzung der Ressourcen zur Folge hatte.


Geschichte des Weinbaus

Nach der Eroberung Galliens und Germaniens durch die Römer um 50 v. Chr. bildete der Rhein die Grenze des Römischen Reiches. Hinweise auf römischen Weinbau verdichteten sich durch Funde von Weinbaugeräten wie Winzermessern, Sicheln und Weingefäßen, sowie durch frühe Nennungen von Weinbergen, die bald nach den Römern auftauchten.

Im Allgemeinen, wie Tacitus für die Germanen schreibt, wurde vergorenes Getreide, also der Urtyp des Biers, konsumiert.

In unserer Region waren es die keltischen Fürsten, die vor etwa 2.500 Jahren die ersten Weintrinker waren. In ihren reich ausgestatteten Gräbern fanden sich antike Weingefäße wie Weinamphoren, Becher, Kannen und Trinkgefäße, die mit ins Grab gelegt wurden – vermutlich zur Nutzung im Jenseits, aber auch zur Freude der Archäologen.

Mittelalter

Bereits um 1018 wurde Wein in Pfaffendorf angebaut, und seit 1019 ist der Rebenanbau in Ehrenbreitstein belegt. Es liegt nahe, dass der Weinbau zu dieser Zeit auch in Horchheim bekannt war, da die günstige Lage am Rhein ideale Bedingungen für den Rebanbau bot.

Aus den bäuerlich tätigen Kreisen dieser Zeit sind keine schriftlichen Nachrichten überliefert. Aber die auf den Adelshöfen und den klösterlichen Besitzungen arbeitenden Ackers- und Weinbergsleute sowie alle anderen Kräfte, die für die dörfliche Infrastruktur notwendig waren, um die materiellen Grundlagen für den ritterlichen Lebensstil zu sichern und für die Dienstleistungen entlang eines schiffbaren Flusses und im Forst zu sorgen, hat es ohne Zweifel gegeben, auch wenn sie im Dunkel der Überlieferung verbleiben.

Volksgetränk Wein

Im Mittelalter war Wein ein gängiges Volksgetränk, wobei wenig auf die Qualität geachtet wurde. Der Weinverbrauch war enorm. Schätzungen zufolge lag der Verbrauch bei 100 bis 150 Litern pro Kopf und Jahr, in den Weinbaugebieten stieg der Wert sogar auf bis zu 300 Liter.

Als Getränke standen vor allem Wasser, Milch und Wein zur Verfügung. Letzteren trank man meist mit Wasser verdünnt. Nur in sonnenreichen Jahren konnte der durchgegorene Most einen trinkbaren Wein liefern. Oft wurde der Geschmack durch Honig oder Gewürze verbessert. Zusätzlich stellte man alkoholische Getränke aus vergorenen Früchten wie Äpfeln, Johannisbeeren oder Stachelbeeren her.

Um den Wein genießbar zu machen, fügten die Menschen oft Honig und Gewürze wie Muskatnuss, Nelken, Pfeffer oder Zimt hinzu. Auch Kräuter oder Obst wurden von einigen Winzern beigemischt, um dem Wein eine spezielle Geschmacksrichtung und eine eigene Note zu verleihen.

Eine weitere Variante war der in der Region um Koblenz beliebte Würzwein. Dieser wurde durch eine heftige Gärung des Mosts in einem beheizten Raum hergestellt und erinnerte im Geschmack an den heutigen Glühwein.

Begüterte Klöster und Stifte

Die Kirche und die Klöster förderten den Weinbau maßgeblich und waren ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Schon im Mittelalter war der Weinbau durch die kirchlichen Institutionen verbreitet worden, da Wein für die Feier der heiligen Messe unerlässlich war und darüber hinaus das wichtigste Alltagsgetränk der Bevölkerung darstellte. Dies erklärt den Erwerb von Wingerten und die zentrale Bedeutung des Weinbaus für Horchheim.

Im Jahr 1719 hielten vierzehn Klöster, Stifte oder kirchliche Einrichtungen Besitzungen in Horchheim. Dazu gehörten unter anderem die Dominikaner aus Koblenz, das Florinsstift, die Franziskanerinnen von St. Georg im Vogelsang, die Jesuiten, das Kastorstift, die Karmeliter, die Kartäuser sowie das Kloster Oberwerth. Weitere bedeutende Einrichtungen waren die Klöster Altenberg, Marienstatt, Niederwerth und Rommersdorf.

Der Weinhandel und die geschickte Bewirtschaftung des Grundbesitzes sicherten den Klöstern eine solide Kapitalbasis, die sie für Instandhaltungen, Umbauten oder Neubauten nutzten. Damit verbunden war die Schaffung von Arbeitsplätzen für die lokale Bevölkerung.

Zur Kontrolle der Pachtverhältnisse setzten die Klöster sogenannte „Windelboten“ oder „Herbstherren“ ein. Diese prüften den Zustand der Weinberge und stellten sicher, dass die vertraglichen Vereinbarungen eingehalten wurden. Die Traubenernte durfte nur mit ihrer Zustimmung beginnen. Während ihres Aufenthalts erhielten die Boten Unterkunft und Verpflegung vom jeweiligen Pächter. Bei wiederholtem Verstoß gegen die Pachtverträge drohte der Entzug des Pachtguts.

Trotz der strengen Aufsicht genossen die Klöster hohes Ansehen in der Bevölkerung, was sich in Form von Spenden und Schenkungen widerspiegelte.

Die Verteilung der 402.650 Weinstöcke in Horchheim im Jahr 1719 stellt sich wie folgt dar:

  • Klöster: 123.485 Stöcke (30,7 %)
  • Adel: 81.765 Stöcke (20,3 %)
  • Auswärtige und sonstige Besitzer: 46.785 Stöcke (11,6 %)
  • Horchheimer: 150.615 Stöcke (37,4 %).

Den Horchheimer Hausvorständen, Handwerkern und Tagelöhnern verblieb somit ein Anteil von 37,4 Prozent der Weinstöcke, während über 60 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in fremdem Besitz waren.

Insgesamt erzielten die Wingerte in Horchheim aus den veranschlagten 402.650 Stöcken im Durchschnitt einen Ertrag von 67 Fudern zu je 900 Liter, vier Ohm zu 150 Liter Wein. Dies entspricht einem Gesamtertrag von 60.900 Litern Wein.


Adelsfamilien in Horchheim

Neben den Klöstern besaßen im 18. Jahrhundert auch zehn Adelsfamilien Land- und Weinbergsflächen in Horchheim. Diese Familien gehörten verschiedenen Adelsschichten an, darunter der Hochadel, der Trierer Lehnshof, der Beamtenadel und der herrschaftliche Ortsadel.

Zu den Hochadeligen zählten die Landgrafen von Hessen-Darmstadt und die Fürsten von Nassau, die allerdings nur geringe Flächen besaßen.

Der Trierer Lehnshof war stärker vertreten, darunter die Herren von Eltz mit 8.670 Weinstöcken und 14½ Morgen Feldern und Wiesen, der Freiherr von Eyß mit 4.480 Weinstöcken und 11 Morgen Land, die Grafen von Metternich mit 6.347 Weinstöcken und 11 Morgen Flächen, die Herren von Hunolstein mit 4.580 Weinstöcken und 8 Morgen Acker.

Dem Beamtenadel gehörten die Familien von Schoeben und von Umbscheiden an.

Der herrschaftliche Adel in Horchheim, der ursprünglich aus dem Trierer Lehnsadel stammte, umfasste die Familien von Heddesdorf und von Reiffenberg (später von Eyß). Diese Adelshäuser dominierten das Dorfgeschehen mit ihren umfangreichen Besitzungen. Allein die Familien Heddesdorf und Reiffenberg verfügten über 49.452 Weinstöcke, die in drei Klassen unterteilt waren: 25.003 Stöcke (50,6 %) in der ersten Klasse, 15.089 Stöcke (30,5 %) in der zweiten Klasse, 9.360 Stöcke (18,9 %) in der dritten Klasse.

Die Adelshöfe hatten positive wirtschaftliche Auswirkungen auf Horchheim. Durch die Nachfrage nach gewerblichen Dienstleistungen und Arbeitskräften wurden die Handwerksbetriebe gestärkt und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen.

Pächter und Winzer

Die Pächter der Weinberge mussten ein Drittel oder sogar die Hälfte der Traubenernte abgeben. Gleichzeitig waren sie für die gesamte Bewirtschaftung des Wingerts verantwortlich, darunter Arbeiten wie das Schneiden, Binden und die Pflege der Weinbergsmauern. Obwohl die Abgaben hoch waren, akzeptierten viele Pächter die Bedingungen aufgrund der guten Weinlagen oder aus anderen persönlichen Gründen.

Die behördlich festgelegten Preise und der Kelterbann erschwerten es, höhere Erlöse zu erzielen. Diese Regelungen führten zur Produktion von Massenwein, da große Mengen nötig waren, um ausreichende Einnahmen zu erzielen.

Zur Deckung des Lebensunterhalts benötigte eine Winzerfamilie etwa 4.000 bis 5.000 Weinstöcke. Von den 75 Hausvorständen in Horchheim verfügten jedoch nur vier Familien (5,3 Prozent) über diesen Bestand. Da der Weinbau allein für viele Familien nicht ausreichte, um den Lebensunterhalt zu sichern, waren zusätzliche Beschäftigungen oder ein bescheidener Lebensstil notwendig. Dennoch trug der Weinbau wesentlich zur Lebenshaltung bei, und in guten Jahren konnten Überschüsse verkauft werden.


Weinjahre im 18. Jahrhundert

In dem besonders guten Weinjahr 1697 blühten schon am 26. Mai die Reben, und die ersten Trauben konnten bereits am 25. Juli geerntet werden. Der Beginn der Traubenlese war am 17. Oktober.

1701 und 1703 fiel die Traubenernte hingegen schlecht aus. Viele Winzer blieben auf ihren Beständen sitzen, und einige versuchten, den Wein mit problematischen Mitteln zu verbessern.

Hans Jakob Erni, ein Küfer aus Esslingen, wurde 1706 hingerichtet, nachdem er die beiden Jahrgänge derart manipuliert hatte, dass einige Weintrinker nach dem Genuss starben.

Im 18. Jahrhundert wurden erstmals umfassendere Rebsortenverordnungen erlassen. Die Bischöfe von Trier, die Kurfürsten der Pfalz, die Bischöfe von Speyer sowie die Grafen von Leiningen erließen diese Verordnungen. Sorten wie Riesling, Traminer und Ruländer (nach 1711) wurden empfohlen, während Heunisch, Trollinger, Elbling und Gutedel ausgehauen werden sollten. Es entwickelte sich ein allgemeines Qualitätsbewusstsein. Die Verordnungen zielten hauptsächlich auf die Sicherung des Zehnten, die Vermeidung von Ernteausfällen durch Frost und die Bekämpfung von Schädlingen wie dem Rebstecher.

Im Jahr 1719 wurde die Zählung der Rebstöcke durch die Taxatoren neu organisiert, die nun auch eine Klassifizierung der Wingerte vornahmen. Der Weinbau wurde nach Stockzahl berechnet. Zuvor war dies anhand von Pflanzabständen geschehen, was zu Unklarheiten bei der Bestimmung von Grundstücksgröße und Ertrag geführt hatte. Ab jetzt mussten die Felder nach dem Trierer Landmaß vermessen werden.

Das Weinjahr 1719 war gut, mit einer frühen Traubenblüte im Mai und einer Weinlese ab dem 28. September. Der Wein wurde wegen seines süßen, vollen Geschmacks als „Hutzelbrühe“ bekannt und gilt als einer der kostbarsten Weine der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Das Jahr 1720, ein weiteres als „gesegnet“ bezeichnetes Jahr, war für den Weinbau vorteilhaft. Ein Fuder Wein kostete zwischen 12 und 30 Reichstalern, während Rindfleisch und Butter zu günstigen Preisen zu haben waren.

Die Zehntverordnung von 1731 betraf nun auch die früheren Weingärten, die nun für den Anbau von Feldfrüchten wie Gemüse und Rüben genutzt wurden.

Der Kurfürst von Trier verbot im Jahr 1750 die Aufwertung von Wein durch Zusatzstoffe, die sogar Todesopfer gefordert hatten, um den Wein wieder naturrein auf den Markt zu bringen.

Erst mit der Agrarreform der Französischen Revolution begann eine nachhaltige Veränderung im Weinbau. Diese Reformen führten zu einem qualitativen Wandel in der Kellerwirtschaft, der eine nachhaltige Änderung in Anbau und Verarbeitung mit sich brachte. Die Nachfrage nach Qualitätswein setzte neue Standards in der Branche.

1775 wurde der Rauch des verbrannten Schwefels als Mittel zur Weinherstellung eingeführt, und die Bedeutung der Spätlese auf dem Johannisberg im Rheingau wurde wiederentdeckt.

Johann Friedrich Deinhard gründete 1793/94 ein Einzelhandelsgeschäft in Koblenz, aus dem sich später eine bedeutende Weinhandlung und Sektkellerei entwickelte.

In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts stieg der Weinkonsum. Um die Nachfrage zu befriedigen, legten die Winzer in Horchheim zusätzliche Weingärten zwischen der Hauptstraße und dem Rhein an. Diese Lagen waren jedoch in ungünstigen Jahren frostgefährdet, was sich besonders in den schwächeren Jahren um 1800 bemerkbar machte, als Frühjahrsfröste den Rebstöcken zusetzten und der Ertrag entsprechend niedrig war.

Weinjahre im 19. Jahrhundert

Erst mit dem Ablösen der Zehntrechte und der Lockerung der engen Lesevorschriften sowie mit der Entstehung größerer Weingüter setzte das Qualitätsbewusstsein ein. Die herausragendsten Jahre dieser Entwicklung waren 1811 und 1822, in denen großartige Auslesen entstanden.

Das Jahr 1811 gilt als das „berühmteste Weinjahr des Jahrhunderts“, gefolgt von den ebenfalls ausgezeichneten Jahren 1822 und 1834.

Ab 1814 konnte die Grundsteuer aus einer Tabelle ermittelt werden, in der die Weinberge in sechs Klassen eingeteilt waren.
Im preußischen Gebiet war es nach 1816 möglich, Naturalabgaben durch Geldzahlungen abzulösen.

Während die Ernte und Weinlese 1817 außergewöhnlich ertragreich waren, war der starke Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln durch die sehr schlechte Ernte des Vorjahres bedingt.

Der bedeutendste jüdische Einwohner Horchheims im 19. Jahrhundert war der Berliner Bankier Joseph Mendelssohn, der 1818 das Anwesen des Hofrates Fritsch erwarb und auch den Hof des Kosters Altenberg hinzunahm. Die Familie hielt sich vor allem im Sommer und zur Weinlese in Horchheim auf.

Der Ortsvorsteher Beckenkamp berichtete, dass die Gemeindemitglieder, die 1805 Weinberge neu anlegten, Zinskorn-Ablösungen zahlen mussten. Diese Ablösungen wurden teilweise durch Gelder aus der Gemeindekasse vorfinanziert.

1827 besuchte der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy erstmals das Weingut seiner Familie in Horchheim und berichtete in einem Brief an seine Eltern von den schönen Erlebnissen während der Weinlese.

1831 versuchten einige Weinbergspächter, zusätzlich Gemüse oder Obst zwischen den Reben anzubauen, um den Ertrag zu steigern. Dies wurde von den herrschaftlichen Eigentümern jedoch verboten, da dies dem Boden Nährstoffe entziehen würde.

Ein tragischer Unfall ereignete sich am 18. Juni 1839, als Karl Göbel sich beim Schroten eines Stückfasses Wein das rechte Bein zerschmetterte und später seinen Verletzungen erlag.

Die Einführung der Oechsle-Waage im Jahr 1840 erleichterte die Voraussage der späteren Weinqualität. Diese Messmethode ist noch heute im Einsatz.

Die Horchheimer Champagnerfabrik und andere lokale Unternehmen wie Geschwister Holler, Anton und August Killian, Josef Puth senior und Sohn Josef junior begannen ab 1846 damit, Trauben aufzukaufen und in ihren umfangreichen Kelleranlagen zu keltern.

Ab 1850 konnten auch Pfarrzehnten und -drittel durch Geldzahlungen ersetzt werden. Die Weinberge in Horchheim waren nun größtenteils von Abgaben befreit, außer den Lagen im Lahnsteiner Gebiet.

Der Wechsel von Rohrzucker zu billigerem Rübenzucker ab 1857 ermöglichte es, eine konstante Weinqualität zu erzeugen, was den Preisschwankungen des Weins zugutekam. Die Weinpreise schwankten früher stark je nach Jahr und Qualität.

Die Witwe von Joseph Mendelssohn schenkte 1876 einen Weinberg zur Erweiterung des Friedhofs, der 1854 ursprünglich für etwa 18 Protestanten in Horchheim konzipiert worden war.

Um 1880 änderte sich das Konsumverhalten der Weintrinker, die nun leichtere, rassigere Weißweine bevorzugten. Dies führte zu verfeinerten Kellereitechniken, die allerdings auch einen erhöhten Kapitalbedarf mit sich brachten. Viele Winzer konnten diese Investitionen nicht mehr stemmen, was zu einem Rückgang des Weinbaus führte.

Der Hauptlehrer Wüst empfahl 1888 den Anbau von Frühburgunder-Reben, während für weniger gute Lagen größere Beerenarten wie die österreichischen empfohlen wurden, die gut zu Weißwein verarbeitet werden konnten.

Durch die Senkung der Landwirtschaftszölle unter Graf von Caprivi ab 1891 wurden ausländische Weine, besonders aus Italien und Frankreich, günstiger und traten in Konkurrenz zu den heimischen Weinen.

Im späten 19. Jahrhundert fanden durch steigende Löhne und die zunehmende Industrialisierung viele traditionelle Arbeitskräfte bessere Verdienstmöglichkeiten in den Fabriken. Der Weinbau begann zunehmend in den Hintergrund zu treten, da ein Vollerwerbsbetrieb nicht mehr genug Einkommen für eine Familie generieren konnte.

20. Jahrhundert

Ab 1900 konzentrierten sich die Horchheimer zunehmend auf den Anbau von Obst und Erdbeeren verschiedener Sorten. Um die Ernte effizient zu verarbeiten wurden Obstsammelstellen eingerichtet.

1920 wurde in Horchheim der letzte Weinberg der Familie Holler gerodet.

Bis zum Ende des Weinanbaus in den 1920er Jahren war der Horchheimer „Rote“ als Weinmarke der Region noch bekannt.
Das letzte Fass Rotwein aus Horchheim wurde im Kirmeszug 1924 auf einem Wagen mitgeführt und später in Original-Viertelchen zum Ausschank gegeben. Damit verlor Horchheim seine jahrhundertelange Tradition als Weinort am Mittelrhein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine massive Rationalisierung im Weinbau ein. Die gestiegenen Löhne und Materialkosten machten den Kleinwinzern das wirtschaftliche Überleben schwer. Viele Rebflächen lagen brach. Aufstrebende Winzer übernahmen diese Flächen und integrierten sie in ihre bestehenden Besitzungen.

Die Entwicklung des Weinbaus im 20. Jahrhundert brachte tiefgreifende Veränderungen in kürzester Zeit. Aus einem handarbeitsintensiven Berufszweig wurde ein technisch hochentwickeltes Arbeitsfeld. Dennoch blieb der Wein, geprägt von Witterung, Winzer, Rebsorte und Standort, stets das zentrale Produkt der Region.


Weinbau Stichwortverzeichnis

Anbautechnik

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Weinbau stetig, besonders in den ersten 50 Jahren und nach den Weltkriegen. Die größten Änderungen kamen jedoch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Die traditionellen, engen Weinberge mit niedrigen Laubwänden und wenig Abstand zwischen den Reben wichen modernen, großzügigeren Anlagen. Die neuen Anbausysteme mit 2 Meter Reihenabstand und 1,20 Meter Stockabstand ermöglichte den Einsatz von Maschinen statt Handarbeit. Zu den Neuerungen zählten mechanische Rebenschneider, Fräsen, Mulchen, und schließlich auch die Erntemaschinen.

Früher mussten Winzer den Boden von Hand befreien, um unerwünschtes Wachstum zu kontrollieren, besonders in feuchten Jahren. Mit den größeren Zeilenabständen konnten sie nun auf die Begrünung der Böden umstellen. Diese Umstellung, unterstützt durch Maschinen wie Mulcher und Fräsen, trug nicht nur zur Reduzierung der Bodenerosion bei, sondern verhinderte auch Verdichtungen durch schwere Maschinen. Zudem senkte sich der Bedarf an Dünger, da der natürliche Nährstoffkreislauf durch den grünen Bewuchs effektiv unterstützt wurde. Der Düngeraufwand konnte so auf ein Drittel des Wertes aus den 1950er Jahren gesenkt werden.

Aufwertung des Weins

Im 19. Jahrhundert wurden Weine, die als zu herb galten, oft mit ungesunden Substanzen wie Bleiglätte (Blei(II)-acetat) versetzt, um ihre Süße zu steigern. Dieser „Bleizucker“ war einfach herzustellen und wirkte als preiswerte Methode, um sauren Wein zu verfeinern. Doch der Genuss dieses mit Blei versetzten Weins war äußerst gefährlich, da er zu Bleivergiftungen und sogar zum Tod führen konnte. Auch Silberglätte und Wismut wurden verwendet, um Weine zu verbessern, wobei diese ebenfalls gesundheitsschädlich waren.

Zur Klärung oder „Schönung“ des Weins setzte man diverse Mittel ein. Eine gängige Mischung bestand aus gestoßenem Maringlas (Selenit), Alabaster, Salz und, je nach Empfehlung, auch Hefe oder Franzbranntwein. Maringlas, auch bekannt als Selenit, wurde nicht nur als Schönungsmittel, sondern auch als Fenstermaterial verwendet, da es in flachen Platten vorkam.

Branntwein

Ein erheblicher Teil des unverkäuflichen Weins wurde von den Weinbrennern Braun und Hergerath zu Branntwein verarbeitet. Dieses alkoholische Getränk hatte sich im Laufe der Zeit zu einem Laster entwickelt, dem sowohl die Kirche als auch die Obrigkeit mit restriktiven Maßnahmen begegneten. Erst der steigende Bierkonsum führte zu einem spürbaren Rückgang des Branntweinverbrauchs. Die Verarbeitung von überschüssigem Wein zu Branntwein war für die Winzer eine der wenigen legalen Methoden, um die „staubtrockene“ Flüssigkeit dennoch gewinnbringend zu verkaufen.

Drittelweinberge

Bei den Drittelweinbergen wurde die Ernte in drei Bütten aufgeteilt, bei den halbpachtigen Wingerten entsprechend in zwei Behälter. Diese Form der Verpachtung war für die Pächter nachteilig: Sie mussten nicht nur die Hälfte der Ernte abgeben, sondern auch die im Pachtvertrag festgelegten Leistungen erfüllen. Ob eine mögliche höhere Qualität den Nachteil ausglich, ließ sich nicht überprüfen. Der Beauftragte des Eigentümers entschied, welches Behältnis für die Trauben verwendet wurde, immer im Sinne des Besitzers. Erst nachdem die Ernte der Drittel- und Halbschiedsweinberge abgeschlossen war, durfte mit der Ernte der anderen Wingerten begonnen werden. Unter diesen Bedingungen ist anzunehmen, dass die Trauben nicht immer mit der nötigen Sorgfalt geerntet wurden, da Laub und unansehnliche, kranke Beeren die Erntemenge erhöhten, die zwischen Pächter und Eigentümer geteilt werden musste.

Dünger

Anfallender Naturdünger wie Mist oder Jauche war für die Weinberge und Felder unverzichtbar und daher sehr begehrt. Diese tierischen und menschlichen Hinterlassenschaften dienten als grundlegender Dünger, der für die Pflege der Weinberge notwendig war.

Zusätzlich streute man Asche auf die Felder und versuchte, mit Stein- oder Schiefermehl die Weinberge zu verbessern. Diese Maßnahmen waren jedoch nur Notlösungen, die keine nennenswerten Wachstumsschübe brachten.

Besonders wertvoll war die Jauche, die reich an Stickstoff und Kalium war (obwohl das damals noch unbekannt war). Ihre wachstumsfördernde Wirkung war jedoch unbestreitbar. Die Bauern sammelten Jauche in Gruben und brachten sie in Holzfässern auf Wagen, um sie auf den Feldern zu verteilen. Wie begehrt dieser Dünger war, zeigt sich daran, dass die Fäkalien aus öffentlichen Gebäuden, einschließlich Pfarrhäusern, öffentlich versteigert wurden.

Rebschädlinge

Ein großes Problem im Weinbau waren die Rebschädlinge. Besonders der „Rote Brenner“, ein Schadpilz, und die Grauschimmelfäule bereiteten den Winzern große Sorgen. Nachdem der „echte Mehltau“, eine Pilzkrankheit, dank der Einführung resistenter amerikanischer Reben in den Griff bekommen wurde, brachte man gleichzeitig die unbekannte Reblaus (Phylloxera vitifoliae) nach Europa, die schnell zur weiteren Bedrohung wurde.

Die Reblaus ist eine Pflanzenlaus, die im 19. Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppt wurde und bis heute als eine der schlimmsten Bedrohungen für den Weinbau gilt. Um die Plage zu bekämpfen, rodete man rigoros befallene Parzellen, wobei Neubepflanzungen ausblieben. Der Einsatz von Schwefel oder Kupfervitriol-Kalk-Lösungen zur Bekämpfung verteuerte den Wein erheblich.

Die Bekämpfung der Schädlinge entwickelte sich über die Jahre. Anfangs spritzte man Weinberge regelmäßig mit schädlichen Mitteln wie Arsen, DDT und Kupfer. Heute hingegen verfolgt man einen Rebschutz, der auf Befallsprognosen basiert und umweltfreundlichere, effektivere Mittel nutzt, die nur noch wenige Anwendungen erfordern. Mittlerweile werden auch Nützlinge wie Spinnmilben gefördert, Pheromone gegen Traubenwickler eingesetzt und resistentere Rebsorten sowie Unterlagen gegen die Reblaus verwendet, sodass in vielen Fällen auf direkte chemische Bekämpfung ganz verzichtet werden kann.

Rodung

Die Rodung eines Weinberges war eine teure und langwierige Angelegenheit. Sie führte zu einem Ernteausfall von acht Jahren. Ein gerodeter Weinberg blieb zunächst fünf Jahre „driesch“, das heißt, er lag trocken und unbebaut, um dem Boden Zeit zur Erholung zu geben. Neupflanzungen blieben für drei Jahre von Abgaben befreit, da in dieser Zeit noch kein Ertrag zu erwarten war. Neben dem Verlust an Ernte musste man neue Reben besorgen, bezahlen und pflanzen. Auch der Transport der Reben und der Kauf von Weinbergspfählen trugen erheblich zu den Kosten bei.

Traubensorten

Um 1719 wurde hauptsächlich der Elbling oder Kleinberger als weiße Traube angebaut, während der Riesling in der Region kaum vertreten war. Der Elbling war eine frühreife, ertragreiche Sorte, die jedoch wenig Bukett besaß. Der Wein hatte eine geringe Säure und war daher nicht besonders lagerfähig.

Für Rotweine kultivierte man den Schwarzen Clävner und den Schwarzen Burgunder. Letzterer wurde zunächst als Bleichart bezeichnet, weil man ihn heller als üblichen Rotwein kelterte. Bei der Herstellung ließ man die zerquetschten Beeren nur kurz in der Maische stehen, bevor man den Traubensaft abfüllte. Das Ergebnis war ein hellrötlicher Wein, der nach der Gärung eine bleiche Farbe erhielt. Der Bleichert war also kein eigener Wein, sondern eine spezielle Kelterungstechnik.

Im Laufe der Zeit gab man in Horchheim den Anbau weißer Trauben auf und konzentrierte sich nur noch auf Rotweinsorten, insbesondere den Bleichert. Dieser Name, besonders an der Ahr bekannt, bezeichnete hellroten Wein, der durch das frühzeitige Trennen von Maische und Beeren nach der Kelterung entstand. Die Rebsorte, die dafür genutzt wurde, war ein Frühburgunder.

Der Begriff „Bleichert“ (früher auch „Bleichart“) für diesen hell gekelterten Rotwein, der vor der Etablierung des Begriffs Rosé verwendet wurde, taucht bereits 1664 im Mayschoßer Schatzbuch auf. Besonders an der Ahr und am Niederrhein war der Begriff „Ahrbleichert“ verbreitet. Heute sind diese Bezeichnungen durch Weingesetze nicht mehr zulässig.

Weinmaße

Um 1719 gab es noch keine einheitlichen Weinmaße. Im Trierer Raum war das „Trierer Fuder“ verbreitet, das in Enkirch 987,663 Liter und im Oberamt Trarbach 1004,095 Liter maß. Am Rhein und an der Mosel bis Bernkastel wurde vor allem das „Kölner Fuder“ mit 873,6 Litern als Handelsmaß genutzt.

Weitere gängige Maße waren das Fuder (900 Liter), das Ohm (150 Liter) und das Viertel (6¼ Liter). Die Kommission legte für die Besteuerung des Weins den Durchschnittsertrag aus guten und schlechten Jahren fest: In der ersten Klasse wurden 9.000 Stöcke, in der zweiten 11.000 Stöcke und in der dritten 14.000 Stöcke als Grundlage für ein Fuder (900 Liter) herangezogen.

Der Begriff „Fuder“ bezieht sich auf ein Volumenmaß, das vor der Einführung des metrischen Systems weit verbreitet war, besonders im Alten Reich. Es bezeichnete das Volumen einer Fuhre oder Wagenladung, vor allem für Flüssigkeiten wie Wein, aber auch für Bier, Wasser und Massengüter wie Holz, Kohle, Sand und Salz. Etymologisch leitet sich „Fuder“ von „Faden“ ab, einem alten Längenmaß, das die Spanne zwischen den ausgestreckten Armen eines Mannes bezeichnete (ca. 1,80 m).

Weinzuckerung

In den 1980er Jahren geriet die Weinzuckerung in den Fokus, aber nicht wegen ihrer normalen Anwendung – sondern wegen eines großen Betrugs. 1985 wurde in Österreich ein Weinbetrug aufgedeckt, der bis an die Mosel reichte. Tanklaster, die Glykol – ein süßliches Frostschutzmittel – transportierten, fielen auf. Dieses wurde verwendet, um den Moselwein, der für seine herbe Note bekannt war, mit Diethylenglykol zu versetzen. Das machte ihn für norddeutsche Verbraucher süßlicher und günstiger. Doch Glykol ist hochgiftig und schädigt Leber, Nieren und Nerven. Nach dem Skandal und dem Gerichtsurteil war die Geschichte jedoch schnell vorbei.

Zur Weinzuckerung: Damals, wie auch heute noch, wurde Zucker verwendet, um den Alkoholgehalt des Weins zu steigern – eine Technik, die als Chaptalisation bekannt ist. Hierbei wird dem gärenden Traubensaft Zucker zugesetzt, um den Alkohol um ein bis zwei Prozent zu erhöhen. Das Aufzuckern kam nicht nur bei ungünstigen Wetterbedingungen zum Einsatz, sondern auch, um eine frühere Lese auszugleichen. Nahezu unreife Trauben wurden zur Vorbeugung kommender Ernteausfälle durch Schädlingsbefall oder Stare abgelesen und der Mangel an Süße durch Zucker ausgeglichen.

Der große Glykolwein-Skandal führte zu einem der strengsten Weingesetze der Welt und verschärften Kontrollen in Europa. Seitdem muss jede Flasche Wein mit einer staatlichen Banderole versehen sein, bevor sie verkauft werden darf. Der Begriff „Haustrunk“, bei dem Zucker, Wasser sowie Wein- und Zitronensäure zugegeben wurden, verschwand aus den Gesetzbüchern. Auch der beliebte Uhudler, besonders im Südburgenland als Haustrunk konsumiert, wurde bis zu seiner Legalisierung 1992 verboten.

Winzerregel

Eine alte Winzerregel besagt: „Großer Rhein, kleiner Wein – kleiner Rhein, großer Wein.“ Sie bezieht sich auf die Wetterbedingungen, die den Wein beeinflussen. Ein „großer Rhein“ bedeutet viel Regen, was oft zu einem weniger intensiven, dünneren Wein führt. Ein „kleiner Rhein“ dagegen – also viel Sonnenschein – sorgt für optimale Reifebedingungen und somit für einen kräftigeren, qualitativ hochwertigeren Wein.


Postkartengrüße


Quellen- und Literaturverzeichnis

Horchheim 1214 – 2014

Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Pfarrei

Herausgeber:
Heimatfreunde Horchheim e. V. in Verbindung mit dem Ortsring und der Pfarrei
Redaktion: Hans Josef Schmidt
ISBN: 978-3-00-045925-2

Horchheimer Alltag zu Beginn des 18. Jahrhunderts

Mitteilungen aus dem kurtrierischen Lagerbuch von 1719
mit Vergleich zur Neuzeit

Bearbeitet von Hans Lehnet
Herausgeber: Heimatfreunde Horchheim e.V., 2012
Autor: Hans Lehnet, Koblenz-Horchheim

Die Geschichte des Horchheimer Weinbaues

Eigenverlag Hans Lehnet 2024
Autor: Hans Lehnet, Koblenz-Horchheim

Texte bearbeitet von Andreas Weber

Bildnachweis: Sammlung Heimatfreunde Horchheim e.V.


Horchheimer Kirmes-Magazin


Kirmes-Magazin 2008 – Horchheim um 1800 – Umbrüche in einem berühmten Weinort – von Berthold Prößler

Der Artikel behandelt den Niedergang des Horchheimer Weinbaus infolge der Revolutionskriege, der Säkularisation und des wirtschaftlichen Wandels. Klöster und Adelsfamilien verloren ihre Besitzungen, unrentable Weinberge wurden gerodet und 1920 ging die jahrhundertealte Weinbautradition endgültig verloren.


Kirmes-Magazin 1978 – Weinbau in Horchheim – von Hans Gerd Melters

Der Artikel berichtet über die Wiederbelebung des Horchheimer Weinbaus durch Hobbywinzer in den 1970er Jahren. Er erinnert an die einstige Blütezeit des Weinortes, die 1920 mit dem Ende des kommerziellen Weinbaus endete, und beschreibt die Herstellung eines eigenen Rieslings aus einem alten Rebstock.


Kirmes-Magazin 1972 – Hoschemer Käs – von Dick Melters

Der Artikel erzählt die Geschichte des „Hoschemer Käs“, einer traditionellen Horchheimer Spezialität aus Handkäse, die früher von den Weinbauern zubereitet wurde. Der Käse wurde auf Fensterbänken getrocknet und mit Kümmel gewürzt. Anekdoten, wie die der tropfenden Käsekegel auf Schuljungen, erklären den Spitznamen „Hoschemer Käs“, den die Einwohner bis heute tragen. Abschließend wird das ursprüngliche Rezept für den Käse vorgestellt.


Kirmes-Magazin 1965 – Das Ende der Horchheimer Weinberge – von Heinrich Wolf

Die kurfürstlichen Weinberge in Horchheim wurden 1789 aufgrund schlechter Erträge auf Anordnung des Kurfürsten ausgerottet und in Ackerland umgewandelt. Die Weinberge wurden versteigert, und die neuen Pächter mussten sie umgestalten. 1800 war der Prozess noch nicht abgeschlossen.





Kintopp in Horchheim – Als die Bilder bei uns laufen lernten

Erinnerungen an Kino, Kegeln, Tanz und Gartenwirtschaft

Kirmes Magazin 1974
Seite 24 – 26

Horchheimer Lichtspiele

Foto © Lothar Stein, Koblenz-Horchheim

Gebannt starren 316 Augenpaare auf das Geschehen! Im Dunkel der Nacht schleicht sich der verwegen-edle Kara Ben Nemsi unter Lebensgefahr und in Begleitung seines sprücheklopfenden getreuen Dieners Hadschi Halef Omar an das Lager der bösen Sklavenhändler, um mit Allahs Hilfe und nach Vorschrift von Drehbuch und Regisseur eine neue Heldentat zu vollbringen. Die Spannung knistert – manchmal ist es auch Schokoladenpapier – und der tolpatschig-schlitzohrige Beschützer des großen Effendi läßt das jugendliche Publikum mit seinen komischen Auftritten immer wieder vor Vergnügen toben…
Impressionen aus dem Film „Die Sklavenkarawane“ – einer der Glanzpunkte aus 40 Jahren Kino in Horchheim. „Kirmes“ blendet in diese „cineastische Epoche“ zurück …

„Original Kintopp“

1927 stieg Franz Ries in das noch junge Filmgeschäft ein, beschaffte sich eine Stummfilmapparatur und führte zur Premiere „Sonny Boy“ vor. Bis 1930 gab es „Original-Kintopp“- Filme nur mit Untertiteln und „live“-Vertonung. Denn Hans Wüst am Harmonium und Hanni Wirtz als Geiger besorgten die musikalische Untermalung des stummen Leinwandgeschehens. So schluchzte es sich oft sozusagen dreidimensional: die flimmernde Hauptdarstellerin, deren Herz zum x-ten Male zerriß, die Geige von Wirtze Hanni und dazu die empfindsame Weiblichkeit im Parkett. Wochentags lieferte auch ein Grammophon den notwendigen Background.

„Die ersten Tonfilme liefen 1930 bei uns“, erzählt Julius Ries (47), der praktisch mit dem Kino groß wurde. „Im Winter mussten die Maschinen sich vorher warmlaufen. Trotzdem jaulte der Ton häufig ganz fürchterlich.“ Die damals zahlreichen Kinofreunde nahmen solche technischen Unvollkommenheiten in Kauf. Am Wochenende strömte man scharenweise zum Zelluloid-Vergnügen, das durch unfreiwillige Unterbrechungen infolge Filmriss nur unwesentlich getrübt wurde. Wem die Pausen zu lange dauerten, der konnte die Wartezeit im Lokal überbrücken.

Nur die älteren Horchheimer erinnern sich noch an die stimmungsvollen Tanzveranstaltungen an Kirmes und Karneval im Saalbau Ries.

„Mehrzweckhalle Ries“

Die Kombination „Kino-Gaststätte“ bewährte sich vor allem auch an Faasenacht und Kirmes. Dann verschwanden die Stühle in Bohrs Scheuer, und im Kinosaal, wo sonst die Stars aus den Bild/Tonkonserven die Szene beherrschten, schwang Horchheims Jugend das Tanzbein – bis 1955. „Für uns war das immer ein Bombengeschäft“, meint Riese Jul. Nebenbei diente das Lichtspielhaus auch als Auditorium für Chor- und Theaterveranstaltungen.

Während des Krieges gingen die Filmvorstellungen weiter („Wir hatten einen besonderen Luftschutzraum eingerichtet“), bis der Saal kurz vor Kriegsende zweckentfremdet wurde. 450 russische Fremdarbeiterinnen fanden hier für 8 Tage eine streng bewachte Notunterkunft. 1946 demontierte die Militärverwaltung die Anlage und setzte sie nacheinander in der Augusta-Kaserne, in Lahnstein, Altendiez und Bad Kreuznach zur Unterhaltung der Besatzungssoldaten ein. Als Vorführer fungierte Julius Ries. „Aus Kreuznach holten wir schließlich die Anlage auf dem LKW von Pretze Jupp zurück.“

Renaissance aus der Eiskiste

Mit einem AEG-Gerät namens „Triumphator“ („Das hatten wir in einer Eiskiste unter dem Hühnerstall vor der Beschlagnahmung gerettet“) begann Kino in Horchheim, Teil II. Trotz – oder gerade wegen – der damaligen armen Verhältnisse erfreute sich der „Illusionspalast“ besonderen Zuspruchs. Der Mangel an Heizmaterial für den Saal führte zu einem interessanten „Winter-Aufschlag“ auf die niedrigen Eintrittspreise: Die Leinwandhungrigen mussten einige Stücke Holz oder Briketts an der Kasse abliefern. Die technische Qualität des Filmmaterials machte damals einigen Kummer. „Es waren teilweise die letzten Schwarten mit Hunderten von Klebstellen“, erzählt Julius Ries, dem auch einmal Filmrollen wegen solcher Mängel in Brand gerieten.

Zensur und „Saubere Leinwand“

Gewisse Schwierigkeiten gab es durch die „Zensur“ der französischen Besatzungsstreitkräfte. Der übliche Programmvorspann „Fox tönende Wochenschau“ (eine amerikanische Produktion) war vor dem Einsatz im Büro der „Sureté“ auf dem Oberwerth vorzulegen. Alle Szenen, die dem „gloire“ der „grande nation“ irgendwie abträglich sein konnten, wurden geschnitten.

Gerüchte, denen zufolge es eine hauseigene Aktion „Saubere Leinwand“ gegeben haben soll – angeblich wurden anrüchige Szenen mit Hilfe einer Fliegenklappe ausgeblendet – tritt J. Ries entschieden entgegen. Als nachprüfbare Tatsache darf aber die „Entschärfung“ von Filmplakaten in Horchheimer Geschäften gelten. Allzu freizügige entblößte weibliche Reize bedeckte man schamhaft mit einem sittenbewahrenden Aufkleber.

Überhaupt sah man damals seitens der „Obrigkeit“ sehr auf Sitte und Ordnung. Jugendamt und Polizei kontrollierten phasenweise streng die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen. Einmal – so um 1950 – kam Schutzmann Knopp vom Ehrenbreitsteiner Revier in eine nicht jugendfreie Vorstellung. Das strenge Auge des Gesetzes erspähte einen offensichtlich nur „Möchtegern“-Erwachsenen und zitierte den Altersgrenzensünder aus dem Saal – wo sich das Publikum vor Lachen bog, da der Gesetzeshüter einen gut 30jährigen erwischt hatte.

Streng ging es auch bei sogenannten Aufklärungsfilmen zu. Auf höhere Anordnung spannte man ein Seil zur Geschlechtertrennung durch die Stuhlreihen. Rechts saßen die Jungen – links die Mädchen. Dieser Sicherheitsabstand sollte vermutlich verhindern, daß sich durch Leinwandgeschehen angeregte handgreifliche Übergriffe ereigneten …

Tränenströme und Lachstürme

Natürlich ermunterte das Halbdunkel des Kinosaals zu allen Zeiten manche Gäste zur besonders intensiven Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen …

Das Publikum ist sich wohl fast überall gleich. Auch im Lichtspielhaus Ries „schwamm“ das Parkett bei rührseligen Streifen in Tränen, während die Lachsalven bei manchen Slapstick- und anderen Komödien den Saal erschütterten. „Absolute Spitze war da die alte Frau Bingel“, berichtet J. Ries. „Die kriegte sich oft gar nicht mehr ein.“

Interessant fand er das Verhalten von Kindern bei spannenden Filmen. „Die gingen unwahrscheinlich mit und schwitzten mit ihren Helden um die Wette, so daß oft die Wände beschlagen waren.“ Wenn im Sommer besondere Affenhitze herrschte, sperrte man alle Türen auf und spritzte draußen noch Wasser zur Abkühlung – ein original „Ries-Service.“

Publikumsrenner und Pleiten

Die Bestseller in Horchheim entsprechen dem allgemeinen Publikumsgeschmack: Vor dem Krieg ließen vor allem Streifen mit den Stummfilmgrößen Charly Chaplin, Ben Turpin und Buster Keaton die Kassen klingeln, ebenso Filme mit Lil Dagover, Hans Albers und Marika Röck. In den Jahren nach dem Krieg füllten z. B. „Das Indische Grabmal“, „Tiger von Eschnapur“, „Die Brücke am Kwai“ oder auch die „Sissi“-Folgen mit Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm den Saal bis auf den letzten Platz.

„In Glanzzeiten hatten wir täglich vier Vorstellungen, so daß wir gar nicht mehr aus dem Vorführraum herauskamen.“ Aber in den 60er Jahren häuften sich die Pleiten für den Familienbetrieb, der nur einen Vorführer beschäftigte. „Wir spielten manchmal nur für 12, 13 oder 15 Gäste.“ Die Kasse stimmte nicht mehr. Als Hauptursache des Kinosterbens, dem 1966 auch das Horchheimer Theater zum Opfer fiel, betrachtet Julius Ries nicht die Konkurrenz des Pantoffelkinos, sondern die wachsende Mobilität des Publikums. „Man fährt mit dem Auto raus und hat so ganz andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.“ Hinzu kam die Misere der Verleihpraktiken. „Spitzenfilme erhielten wir immer erst viel später als die Koblenzer Kinos.“ Das System der Kontingentbestellung tat ein übriges. Unter 15 Filmen waren vielleicht 3-4 publikumswirksame Streifen, der Rest spielte kaum die Unkosten ein. So wechselte der gelernte Elektriker, der viele Reparaturen selbst durchführte, endgültig vom Vorführstand zum Schanktisch. Hier „Iäuft“ es besser …


Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Koblenz:
FA 4.21 Nr. 6 Bild 195: Horchheim. Restauration und Lichtspielhaus, Saalbau Zimmermann, Inhaber Franz Ries, Bundes-Kegelbahn, Gartenwirtschaft, Billard.


Kirmes Magazin 1974 | Kintopp in Horchheim – Als die Bilder bei uns laufen lernten

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl von Filmprospekten zu den im Kino Horchheim gezeigten Filmen vor, die wir in vier zeitliche Kategorien eingeteilt haben: Vorkriegszeit, Kriegszeit, Nachkriegszeit und spätere Jahre. Jeder Flyer enthält interessante Details zu einem bestimmten Film, darunter Inhaltsangaben, Besetzungslisten und Hintergrundinformationen.




Zeitreise durch die Horchheimer Lichtspielgeschichte

Wir freuen uns, Ihnen exklusiv eine interessante Sammlung von Filmprospekten zu den Filmen der Horchheimer Lichtspiele präsentieren zu können. Die Filmprospekte stammen aus unserem Bestand und bieten einen einzigartigen Einblick in die deutschen Filmproduktionen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Filme zeigen, wie das deutsche Kino als Mittel der Unterhaltung und Propaganda genutzt wurde. Von romantischen Komödien bis hin zu Dramen und Propagandafilmen reflektieren sie die kulturelle und politische Atmosphäre ihrer Zeit.


Vor dem Kriegsausbruch

Das Verlegenheitskind (1938)

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Franz Streicher und ist eine Komödie, die sich um die Verwicklung eines jungen Mannes in eine unerwartete Schwangerschaft dreht. Obwohl der Film vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs produziert wurde, spiegelt er dennoch die Atmosphäre der Zeit wider, in der Unterhaltungsfilme oft dazu dienten, das Publikum von den politischen Spannungen abzulenken.

Der Blaufuchs (1938)

In diesem Film, der in Ungarn spielt, sehen wir Zarah Leander in einer ihrer frühen Rollen an der Seite von Willy Birgel. Es ist eine Mischung aus Liebesgeschichte und Drama, die in einem exotischen Setting spielt. Trotz des bevorstehenden Kriegsausbruchs ist der Film eher von romantischer Natur und bietet dem Publikum eine Flucht aus der Realität.

Kautschuk (1938)

Dieser Abenteuerfilm führt uns in die „grüne Hölle“ des Dschungels und folgt einer Gruppe von Menschen, die auf der Suche nach Kautschuk sind. Mit seiner exotischen Kulisse und den Abenteuerthemen bietet der Film eine spannende Flucht aus dem Alltag der Zuschauer.

Urlaub auf Ehrenwort (1938)

Dieser Film spielt im Ersten Weltkrieg und stellt das Spannungsfeld zwischen militärischer Pflichterfüllung und persönlichem Glück dar. Er zeigt die nationalsozialistische Ideologie von Tapferkeit und Opferbereitschaft, die in den Kriegsjahren verstärkt propagiert wurde. Trotzdem bleibt der Film auch eine dramatische Geschichte über persönliche Beziehungen und Konflikte.


Kriegszeit

Hallo Janine (1939)

Dieser Revuefilm bietet dem Publikum eine Mischung aus Musik, Tanz und humorvollen Szenen. Mit seiner leichten und unterhaltsamen Atmosphäre bietet der Film eine Flucht aus den zunehmenden Spannungen vor dem Kriegsausbruch.

Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (1939)

Diese Filmbiografie folgt dem Leben des berühmten deutschen Wissenschaftlers Robert Koch und seinem Kampf gegen tödliche Krankheiten. Der Film vereint Elemente von Drama und Biografie und zeigt auch den wissenschaftlichen Fortschritt als Teil der nationalsozialistischen Erzählung von Fortschritt und Stärke.

Sommer, Sonne, Erika (1939)

Diese Komödie bietet eine leichte und humorvolle Unterhaltung, die das Publikum von den zunehmenden politischen Spannungen ablenkt. Mit seiner idyllischen Darstellung des Sommers und den komödiantischen Elementen bietet der Film eine Flucht aus der Realität.

Waldrausch (1939)

Basierend auf einem Roman von Ludwig Ganghofer, folgt dieser Film einer romantischen Geschichte im Alpenmilieu. Mit seiner malerischen Kulisse und den romantischen Elementen bietet der Film dem Publikum eine Flucht in eine heile Welt, die von den politischen Ereignissen entfernt ist.

War es der im 3. Stock? (1939)

Diese Kriminalkomödie bietet dem Publikum eine spannende und humorvolle Geschichte über einen vermeintlichen Mordfall. Mit seinen Intrigen und überraschenden Wendungen bietet der Film eine unterhaltsame Flucht aus der Realität.

Weißer Flieder (1939)

Diese romantische Geschichte dreht sich um Liebe und Intrigen in einer Kleinstadt. Mit seinen melodramatischen Elementen und romantischen Verwicklungen bietet der Film eine Flucht in eine Welt der Leidenschaft und des Dramas.

Kriminalkommissar Eyck (1940)

Dieser Kriminalfilm folgt den Ermittlungen von Kriminalkommissar Eyck und bietet dem Publikum eine spannende Detektivgeschichte. Mit seinen kriminalistischen Elementen und der Spannung bietet der Film eine unterhaltsame Flucht aus der Realität und spiegelt gleichzeitig den Zeitgeist der frühen 1940er Jahre wider.

Blutsbrüderschaft (1941)

Dieser Propagandafilm ist ein Beispiel für die nationalsozialistische Filmpolitik und dient der Verbreitung von ideologischen Botschaften. Mit seiner heroischen Darstellung von Kameradschaft und Opferbereitschaft unterstützt der Film die nationalsozialistische Agenda und propagiert die Werte des Regimes.

Der laufende Berg (1941)

Diese Geschichte über Bergbauern und ihre Traditionen bietet dem Publikum einen Einblick in das Leben auf dem Land und in den Bergen. Mit seiner idyllischen Darstellung der Natur und den menschlichen Dramen bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine romantische Verklärung des ländlichen Lebens.

Der Weg ins Freie (1941)

Dieses Film-Melodram folgt einer Liebesgeschichte zwischen einer reichen Erbin und einem Musiker und spielt vor dem Hintergrund des kulturellen Lebens im Wien der Jahrhundertwende. Mit seiner romantischen Atmosphäre und den musikalischen Elementen bietet der Film dem Publikum eine Flucht in eine vergangene Ära.


Nachkriegszeit

Die kupferne Hochzeit (1948)

Diese Filmkomödie bietet humorvolle Unterhaltung und folgt den turbulenten Ereignissen rund um eine Ehekrise. Mit seinen komödiantischen Elementen und den chaotischen Verwicklungen bietet der Film eine leichte und unterhaltsame Flucht aus der Realität.

Fregola (1948)

Diese Kriminal-, Musik- und Revuefilm bietet dem Publikum eine Mischung aus verschiedenen Genres und folgt einer Geschichte rund um Musik und Intrigen. Mit seinen vielfältigen Elementen und seiner unterhaltsamen Atmosphäre bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine kurzweilige Unterhaltung.

Tromba (1949)

Dieses Filmdrama aus dem Zirkusmilieu folgt den turbulenten Ereignissen rund um den Zirkusdirektor Tromba. Mit seinen dramatischen Elementen und den menschlichen Konflikten bietet der Film eine packende und emotionale Unterhaltung.

Wiener Mädeln (1949)

Diese Farbproduktion der Wien-Film ist eine der letzten Filme, die während des Nationalsozialismus in Österreich hergestellt wurden, aber erst nach Kriegsende veröffentlicht wurden. Mit seiner musikalischen Handlung und den romantischen Verwicklungen bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine nostalgische Verklärung des Wiener Lebens.


Spätere Jahre

Sensation in San Remo (1951)

Dieser Revuefilm bietet dem Publikum eine Mischung aus Musik, Tanz und exotischen Kulissen. Mit seinen unterhaltsamen Elementen und seiner farbenfrohen Inszenierung bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine kurzweilige Unterhaltung.

Und abends in die Scala (1958)

Dieser Musikfilm bietet dem Publikum eine Mischung aus Musik, Tanz und Glamour. Mit seinen farbenfrohen Szenen und den mitreißenden Melodien bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine nostalgische Verklärung des Showgeschäfts.

Der Vogelhändler (1962)

Diese deutsche Operettenverfilmung basiert auf Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ und bietet dem Publikum eine leichte und unterhaltsame Musikkomödie. Mit seinen eingängigen Melodien und den humorvollen Verwicklungen bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine nostalgische Verklärung der Operettenwelt.


Informationen zur Filmpolitik im Nationalsozialismus finden Sie in dem hier verlinkten Wikipedia-Artikel „Nationalsozialistische Filmpolitik“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Filmpolitik

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Weitere Links zum Thema Deutscher Film:

https://www.filmportal.de/

https://www.murnau-stiftung.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Film




Das Romanische Haus in Horchheim

Auf den Spuren des stauferzeitlichen Wohnturms in Horchheim

Der Mittelrhein ist reich an Relikten aus dem Hochmittelalter, die uns einen faszinierenden Einblick in vergangene Epochen bieten. Ein bemerkenswertes architektonisches Juwel in dieser Region ist das Romanische Haus in Koblenz-Horchheim, dessen Geschichte eng mit der stauferzeitlichen Ära verknüpft ist. Als herausragendes Beispiel dieser Epoche lädt das Romanische Haus in Horchheim dazu ein, seine Geheimnisse zu erkunden und die Spuren der stauferzeitlichen Architektur zu verfolgen.

Romanisches Haus in Horchheim, Tusche und Aquarell von Anton Nikolaus Franck 1964 Reproduktion: Lothar Stein

Der stauferzeitliche Wohnturm „an der Oberpforten“, früher Rheinstraße, heute Emser Straße 389, ist als Präsenzhof des Stiftes St. Florin zu Koblenz bekannt und weit über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus von überregionaler Bedeutung. Er wird erstmals 1408 im Zusammenhang mit dem Florinsstift erwähnt. Es ist jedoch fraglich, ob er mit dem Präsenzhof gleichgesetzt werden kann. Wer den massiven Bau errichtete, ist letztlich unbekannt.

Ein Blick in die Geschichte des repräsentativen Burghauses

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gingen Haus und Grundstück in den Besitz der Stiftsgemeinschaft über. Dies allein lässt auf einen älteren Ursprung des Gebäudes schließen. Tatsächlich lässt sich das Gebäude aufgrund seiner architektonischen Elemente in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datieren. Es stellt sich also die Frage, wem das Gebäude und das Grundstück an dieser exponierten Stelle gehörten. Diese Frage kann heute nicht mehr eindeutig beantwortet werden, wohl aber die Frage nach der Zugehörigkeit des Besitzers zu einer bestimmten sozialen Schicht und die Frage nach der Funktion der Anlage.

Das Haus wurde aus massivem Stein gebaut, in einer Höhe, die heute nicht bemerkenswert wäre, aber zur Zeit seiner Errichtung, als die meisten Menschen in Holz- und Fachwerkhütten lebten, schon. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts waren nur Klöster, Kirchen und Festungsanlagen in diesem Stil bekannt, da sie allein aus diesem Grund teuer und prestigeträchtig waren. Ein solch repräsentativer, turmartiger, massiver Steinbau mit architektonischen Elementen, der in seiner Höhe im mittelalterlichen Dorf seinesgleichen sucht, an der Stelle, wo die wichtige Nord-Süd-Verbindung durch die Dorfbefestigung abgeriegelt wird, kann nur ein Adelssitz gewesen sein, hier in Form eines Burghauses. Wenn man von Niederlahnstein, das direkt an der Lahn liegt, über unbebautes Gelände nach Horchheim reiste, das auf einer natürlichen, hochwasserfreien Niederterrasse liegt, sollte man die Wirkung des Burghauses nicht unterschätzen. Das Gebäude ist ein Ausdruck von Macht.

Holz und Geschichte – Die erstaunliche Datierung auf 1240/1241

Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1572 als Wohnhaus eines Pächters des Koblenzer Stifts St. Florin, das im Hoch- und Spätmittelalter ausgedehnten Grundbesitz in Horchheim besaß. Die dendrochronologische Analyse der Proben aus den Deckenbalken des Erd- und Obergeschosses ergab, dass das Holz bereits um 1240 geschlagen wurde. Das Haus kann somit auf 1240 oder 1241 datiert werden. Das Gebäude ist also viel älter als bisher angenommen.1

Das Geheimnis der ersten Jahrhunderte – Bewohnt von Unbekannten

Es wird vermutet, dass das Haus während seiner gesamten Geschichte als Wohnhaus genutzt wurde. Allerdings fehlen für die ersten drei Jahrhunderte die Quellen, die Auskunft über die Bewohner geben könnten. Daher ist unklar, für wen es ursprünglich gebaut wurde und wer es nutzte.2

Baukunst des 13. Jahrhunderts – Eine architektonische Reise

Ursprünglich handelte es sich um ein freistehendes zweigeschossiges Wohnhaus aus Bruchsteinmauerwerk mit einem Spitzdach über einem Gewölbekeller. Weitere Details, wie die Anzahl der Fenster, sind nicht bekannt. Es ist möglich, dass das Haus nur ein Fenster pro Stockwerk auf jeder Seite hatte. Die ursprüngliche Form der romanischen Rundbogenfenster hat sich an der Ostfassade erhalten und wurde bei den Bauuntersuchungen an der Westfassade wiederentdeckt. An der Südfassade ist sie noch zu erkennen.

Um die 70 cm dicke Außenwände garantierten ein hohes Maß an Stabilität, schränkten aber gleichzeitig die innere Nutzfläche ein. Das Haus ist leicht asymmetrisch. Die westliche Längswand, die der Emser Straße zugewandt ist, ist 9 m lang und rund einen halben Meter kürzer als die östliche Rückwand, die dem Hof zugewandt ist. Ursprünglich hatten die beiden Querseiten den typisch romanischen Treppengiebel, der in einer Höhe von etwa 9,50 m endete. Das eigentliche Haus war knapp 6 m hoch und bestand aus einem Erdgeschoss und einem Obergeschoss.

In den Stufengiebeln befand sich eine Rundbogenöffnung, die noch an der Südfassade zu sehen ist. Hinter den Stufengiebeln erhob sich ein Spitzdach, das verborgen blieb. An der Innenseite der Giebel sind noch die Anfänge der Dachbalken zu erkennen. Die ursprüngliche Dachform kann also rekonstruiert werden.

Ein auffälliges Detail des Gebäudes ist die aufwendig gestaltete Kaminanlage. Im Obergeschoss befindet sich in der Mitte eine breite Kaminlisene, die von drei schlichten Rechteckkonsolen abgefangen wird. Zu beiden Seiten der Lisene befindet sich ein Rundbogenfenster.

Über dem Erd- und dem Obergeschoss befinden sich Holzbalkendecken, die sich noch in ihrem ursprünglichen Zustand befinden. Dendrochronologische Untersuchungen der Deckenbalken in beiden Stockwerken haben das Alter des Hauses eindeutig festgestellt.

Bei der restauratorischen Untersuchung wurden an mehreren Stellen Farbreste gefunden, zum Beispiel an den Giebeln und den zugemauerten ehemaligen Fensterleibungen. Das Haus scheint vollflächig verputzt gewesen zu sein und hatte an den Fassaden eine rote Quaderung mit weißen Fugenlinien und an den Giebeln eine rote Oberfläche mit weißen Konturen.3

Das „Romanische Haus“ in Koblenz ist das einzige bekannte rheinland-pfälzische Profangebäude aus dieser Zeit mit einer solchen Außenfassadengestaltung. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder um den Besitz einer bedeutenden Persönlichkeit oder um ein Gebäude mit einem besonderen Zweck. Die ursprüngliche Nutzung des Hauses sollte jedoch weiter erforscht werden.

Wandel der Jahrhunderte – Der Umbau von 1473 und seine Spuren

Der erste datierbare Eingriff in die ursprüngliche Bausubstanz fand 1473 statt. Das Gebäude wurde erhöht, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Die romanischen Stufengiebel wurden entfernt und auf die Deckenplatten wurde zusätzliches Mauerwerk aufgesetzt. Auch die Brüstungen an den Längsseiten wurden erhöht, um dem Haus ein zweites Stockwerk zu geben. Die Gesamthöhe wurde nur geringfügig verändert und die seitlichen Brüstungen wurden nur um etwa 30 cm angehoben.

Über einem dritten Stockwerk erhebt sich seither ein gotisches Kehlbalkendach, das einen zusätzlichen Bodenraum enthält. Dieses Dach ist heute noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Die Rückseiten der Treppenhausgiebel, die einst über das Dach hinausragten, wurden zu den Innenseiten des neu geschaffenen Dachgeschosses. Dadurch blieb die einstige Putz- und Farbgestaltung der Außenfassade teilweise erhalten und konnte unter den später aufgetragenen Putzschichten deutlich nachvollzogen werden.

Auch die Abdrücke der Dachbalken des romanischen Dachstuhls sind an denselben Stellen zu erkennen. Die Treppengiebel sind im Inneren des Hauses deutlicher zu erkennen als an der Außenfassade. Die Abdeckplatten heben sich deutlich von dem umgebenden Bruchsteinmauerwerk ab. Im Inneren ist die ehemalige Bogenöffnung ebenfalls deutlich sichtbar.

Vermutlich wurden bei diesem Umbau auch die romanischen Rundbogenfenster zugunsten modernerer gotischer Rechteckfenster aufgegeben. Die runden Laibungen wurden durch zusätzliches Mauerwerk verdeckt und blieben so erhalten.

Erweiterung im 17. Jahrhundert – Neuer Wohnraum

Im Jahr 1698 wurde eine weitere bauliche Veränderung am Gebäude vorgenommen, höchstwahrscheinlich, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. An der östlichen Längsseite wurde ein Anbau errichtet, der auf jeder der drei Etagen etwa 15 Quadratmeter zusätzlichen Raum schafft. Interessanterweise ist die Geschosshöhe des Anbaus um ein halbes Stockwerk höher. Deshalb musste auf jeder der drei Etagen des Altbaus eine kleine Verbindungstreppe gebaut werden.

Veränderungen im Inneren – Spuren der Zeit in den Decken und Wänden

Damit verbunden sind weitere Veränderungen im Inneren des Gebäudes. Die romanischen Holzbalkendecken im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss erhielten Längsbalken. Die neuen Tannenbalken ruhen auf senkrechten Holzbalkenstützen. Eine dendrochronologische Untersuchung im zweiten Stockwerk hat das Alter dieser Balken eindeutig bestimmt.

Unter den romanischen Decken wurde ein Belag aus dem typischen barocken Lehm-Stroh-Gemisch aufgebracht und mit Kalkputz überzogen. Barocke Lehm-Stroh-Gemische finden sich auch auf der Innenseite der Wände, um den älteren Putz zu ergänzen.

Fenster im Wandel der Zeit – Einblicke in die architektonische Evolution

Eines der beiden Fenster an der Ostseite wurde vergrößert und als Durchgang in den neuen Anbau genutzt. Diese Öffnung wurde später wieder verkleinert. Die verschiedenen Ansätze sind freigelegt und erkennbar. Besonders interessant ist die seitliche Verschiebung dieser Mauerwerksöffnung. Die unterschiedlichen Materialien zeigen deutlich die einzelnen Phasen des Umbaus.

Eine Trennwand hinter der angebauten Treppenöffnung teilt das Haus im ersten Obergeschoss in einen Nord- und einen Südraum. Die ältere, später zugemauerte Tür ist noch deutlich sichtbar. Auch das zugemauerte Fenster auf der Nordseite ist noch sichtbar. Das Fenster an der östlichen Längsseite ist das ursprüngliche, obwohl seine Form später verändert wurde. Die romanische Fensterlaibung ist erhalten geblieben und auch von außen gut sichtbar. An der Westfassade sind die späteren mehrfachen Veränderungen an den Fenstern besonders gut sichtbar.

Die Fenstereinfassung ist aus Holzbalken gefertigt. Ursprünglich gab es eine Mittelstütze, wie der erhaltene obere Querbalken zeigt. Auf der einen Seite steht noch das alte Längsholz, auf der anderen Seite bilden maschinell gezogene Ziegel aus dem 20. Jahrhundert die Fenstereinfassung.

Verlegung des Kellereingangs

Bei der Errichtung des barocken Anbaus wurde der ursprüngliche Kellereingang verlegt. Der neue Eingang befindet sich seitdem in der südlichen Querseite und ist mit Maschinenziegeln des frühen 20. Jahrhunderts gefasst. Die barocke breitere Treppe ist noch vorhanden und befindet sich hinter der Eingangstür. Der östliche Teil des Kellers wurde durch eine eingezogene Zwischenmauer abgeteilt. Die Mauer steht teilweise auf den Treppenstufen und verkleinert dadurch den Eingang. Im Kellerinneren ist der Zweck dieser Unterteilung zu erkennen. Der neue Raum, der sich zur Rückseite befindet, diente als Luftschutzkeller.

Zweiter Anbau: Wandel vom Stall zum Wohnraum

Der zweite Anbau im Norden an der Emser Straße wurde im 19. Jahrhundert zunächst als eingeschossiges Stallgebäude mit Pultdach errichtet. Der Bodenraum unter dem Pultdach wurde als Heuboden genutzt.

Im Jahr 1926 wurden die beiden Räume im Erdgeschoss auf eine Raumhöhe von 2,70 Metern abgesenkt. Sie wurden dann durch eine Tür verbunden und als Wohnräume genutzt.

Vier Jahre später wurden das neu errichtete Dachgeschoss ausgebaut, der Anbau errichtet und zwei weitere Wohnräume im Obergeschoss geschaffen. Außerdem wurde ein neues Dach mit Stauraum angebaut. Die 1926 angebaute Holztreppe zum Obergeschoss wurde überdacht und später zu einer Innentreppe umgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Erdgeschoss zu einem Ladengeschäft umgebaut.

Überlebensgeschichte des gotischen Dachstuhls – Eine Begegnung mit Baufälligkeit und Kriegszeit

Der gotische Dachstuhl des Romanischen Hauses aus dem Jahr 1473 ist noch auf dem Gebäude vorhanden. Ursprünglich sollte er 1939 aufgrund von Baufälligkeit ersetzt werden. Die Arbeiten verzögerten sich aufgrund der Materialwirtschaft nach Kriegsbeginn. Glücklicherweise wurde die Anordnung des Bauinspektors nicht vollständig umgesetzt, aufgrund von Geldmangel und Unstimmigkeiten zwischen den beiden Eigentümern und Bewohnern. Die Dachbalken wurden nicht verändert. Lediglich die Dacheindeckung wurde erneuert und darunter eine Schicht aus Brettern angebracht, die mit Brandschutzfarbe gestrichen wurde.

Basaltlava und stauferzeitliche Architektur – Das einstige Tor des Horchheimer Wohnturms

Unmittelbar südlich des Wohnturms standen einst zwei halbrunde Torpfosten aus Basaltlava, die bis zu ihrem Abbruch nach dem zweiten Weltkrieg zu einem großen Tor gehörten. Der linke Pfosten lehnte direkt am Wohnturm an. Ähnliche Torpfosten waren auch am romanischen Wohnturm in Pfaffendorf vorhanden, wurden aber später entfernt. Dieser als „Koblenzer Tortyp“ bezeichnete Torpfostentyp war besonders steil proportioniert und wurde auch in anderen Orten wie Leutesdorf und an der Burg Andernach gefunden. Die Horchheimer Torpfosten sind älter als der Wohnturm selbst und stammen aus dem 12. Jahrhundert, was darauf hindeutet, dass sie zu einem Vorgängerbau gehörten, der mindestens ins späte 12. Jahrhundert zurückreicht.

Historischer Schatz gerettet – Wie Koblenz das verfallene Wohnhaus vor dem Untergang bewahrte

Das Romanische Haus in Horchheim ist das älteste erhaltene Wohnhaus in Koblenz. Seine historische Verbindung mit dem Stift St. Florin endete 1803 mit der Aufhebung des Stifts und dem Tod des letzten Pächters, Johannes Sauter. Der Koblenzer Rat Meurer erwarb das Anwesen 1819 und verkaufte die Ländereien sowie das Haus 1822 einzeln an Bürger aus Horchheim.

Das Romanische Wohnhaus wurde am 24. Juni 1992 förmlich unter Schutz gestellt. Das Landesamt für Denkmalpflege – Referat Bauforschung – unterzog das Gebäude 1993/1994 einer intensiven Bauuntersuchung, die ein verformungsgerechtes Aufmaß, eine Dokumentation in Text und Bild sowie eine dendrochronologische Bestimmung des originalen Dachstuhls umfasste. Mit der bauhistorischen Untersuchung wurden die wissenschaftlichen Grundlagen für eine wünschenswerte Restaurierung geschaffen.

Am 20. Dezember 1995 fand ein Ortstermin mit dem zuständigen Gebietsreferenten des Landesamtes für Denkmalpflege, dem Vertreter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Koblenz und dem Prüfstatiker der Stadt statt. Anlass waren die von den Eigentümern vorgetragenen Bedenken hinsichtlich der weiteren bautechnischen Sicherung des Giebels und des Dachstuhls.

Die Eigentümer waren aufgrund ihrer persönlichen Verhältnisse nur in der Lage, Notmaßnahmen am Haus durchzuführen, nicht aber, das Anwesen langfristig zu erhalten. Deshalb wurde das Objekt in die vom Landesamt für Denkmalpflege zusammengestellte Broschüre „Verkäufliche Kulturdenkmäler“ aufgenommen. Verschiedene private Interessenten wurden jedoch durch den schlechten baulichen Zustand abgeschreckt.

Die Denkmalfachbehörde war der Auffassung, dass eine langfristige Erhaltung des Hauses nur möglich ist, wenn es in öffentliches Eigentum überführt wird, sei es der Stadt Koblenz oder des Landes Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2001 erwarb die Stadt Koblenz das Baudenkmal nach langen Verhandlungen von seinem letzten privaten Eigentümer. Das Haus befand sich zu dieser Zeit in einem stark vernachlässigten Zustand und stand seit mehreren Jahren leer.

Tag des offenen Denkmals 2002

Am Tag des offenen Denkmals 2002 öffnete die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Haus erstmals für einen Tag und präsentierte die Ergebnisse der gerade abgeschlossenen Untersuchung der Bausubstanz.

Rettung durch Fördermittel – Sanierung dank finanzieller Unterstützung

Von 2005 bis 2013 wurden umfangreiche bauliche Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die durch den Bund, das Land Rheinland-Pfalz und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gefördert wurden. Die Außenwände wurden durch Verpressen stabilisiert und das Dach mit Schiefer neu eingedeckt. Stahlanker sorgen dafür, dass die Dachkonstruktion sicher mit den Giebelwänden verbunden ist.

Im Inneren wurden neuere Wände entfernt, um sich den mittelalterlichen Grundrissen anzunähern. Darüber hinaus wurde die barocke hölzerne Spindeltreppe instand gesetzt. Der Anbau aus dem 19. Jahrhundert, der zuletzt als Drogerie genutzt wurde, wurde abgerissen, um das Haus zu entlasten. Das barocke Gebäude auf der Rückseite, das stark von Pilz befallen war, wurde ebenfalls entfernt.

Vom Verfall zur Museumsperle – Zukunftsperspektiven für das sanierte Stadthaus in der Emser Straße

Am 12. November 2010 fand ein Treffen statt, zu dem die Ortsvereinsvorsitzende der SPD Horchheim, Gertrud Block, eingeladen hatte. Anwesend waren Vorstandsmitglieder des Ortsvereins, der Landtagsabgeordnete David Langner (MdL) sowie die Vertreter der Heimatfreunde Jochen Hof und Helmut Mandt. Herr Mohr vom städtischen Hochbauamt informierte über den Stand der Sanierungsarbeiten am Romanischen Haus in der Emser Straße. Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keine Entscheidung über die künftige Nutzung des Hauses.

Gertrud Block schlug vor, dass sich der Ortsring als Arbeitsgemeinschaft der Horchheimer Vereine damit befassen und die Wünsche der Bürger an die politischen Entscheidungsträger weiterleiten solle. Die SPD Horchheim schlug die Einrichtung eines Bürgerzentrums vor, die Heimatfreunde die Einrichtung einer Etage als Mendelssohn-Museum. Der Vorschlag war Gegenstand eines Artikels in der SPD-Stadtteilzeitung „Hoschemer Käs“ vom Januar 2011.

In Koblenz stand damals laut Oberbürgermeister Eberhard Schulte-Wissermann der Ausbau der Festung ganz oben auf der Agenda, gefolgt vom 800 Jahre alten „Romanischen Haus“, dem ältesten Gebäude der Stadt. Schulte-Wissermann versprach sich davon eine touristische Aufwertung der Stadt, auch im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2011.

Finanzierung und Nutzungsperspektiven im Fokus

Der Horchheimer Wohnturm ist ein einzigartiges Bauwerk, da er in seiner Originalsubstanz nahezu unverändert erhalten ist und die Zeiten überdauert hat.

Mit den Mitteln aus dem Investitionsprogramm „Nationale Welterbestätten“ in Höhe von insgesamt 450.000 Euro wurden verschiedene Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen, notwendige Abbrucharbeiten, Restaurierungsarbeiten und Bauforschungen durchgeführt. Weitere Mittel für den Innenausbau stehen in diesem Investitionsprogramm nicht zur Verfügung. Die Fördermittel von Bund und Land wurden unter der Voraussetzung bewilligt, dass das Gebäude später als öffentliches Museum genutzt wird. Aufgrund der ungeklärten Nutzungsfrage hat die Verwaltung keine Haushaltsmittel für den Innenausbau angemeldet.

Aus denkmalpflegerischer Sicht ist die Geschichte des Romanischen Hauses noch nicht abgeschlossen. Um das Baudenkmal langfristig zu erhalten, ist eine schonende Nutzung erforderlich. Diese zu finden, ist eine Herausforderung für die Stadt Koblenz, denn auch Putz, Böden, Decken und Dachstuhl des Hauses sind noch historisch4. Ein mittelalterliches Haus mit einem so reichen Originalbestand ist von unschätzbarem Wert. Diese Bedeutung schränkt jedoch die Nutzungsmöglichkeiten erheblich ein, da der historische Bestand umfassend erhalten werden muss.


Quellen:

Amt für Stadtentwicklung und Bauordnung
Koblenz, 12.11.2012
Stellungnahme zu Antrag/Anfrage Nr. AF/0130/2012
Betreff: Anfrage der CDU-Ratsfraktion – Romanisches Haus in Koblenz-Horchheim (Emser Str. 389)

Erich Engelke M. A.
Der Präsenzhof des Stifts St. Florin in Horchheim – eines der bedeutendsten Kulturdenkmale in Rheinland-Pfalz
Horchheimer Kirmeszeitung 2003

Erich Engelke
Das romanische Haus in Koblenz Horchheim.
Sonderveröffentlichung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Ortskuratorium Koblenz – Mittelrhein
zum Tag des offenen Denkmals 2002.

Landtag Rheinland-Pfalz
Drucksache 12/8027 vom 16.01.1996
Kleine Anfrage 4211 des Abgeordneten Fredy Schäfer (CDU) und
Antwort des Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen

Markus Meinen M.A.
Ein kleines Städtchen verträumt am Rheinesstrand
Horchheimer Kirmeszeitung 2008

SPD-Stadtteilzeitung „Hoschemer Käs“,
Januar 2011.

Stadtverwaltung Koblenz
Redaktion koblenz.de
Denkmal des Monats Februar 2022
Eines der ältesten Häuser von Koblenz

Udo Liessem
Horchheim 1214 – 2014
Die profanen Denkmäler – Ein Überblick
Eine Festschrift zur Geschichte der Katholischen Pfarrei St. Maximin und des Stadtteiles Koblenz-Horchheim aus Anlass des 800-jährigen Bestehens der Pfarrei


Bearbeitung und Zusammenstellung:
Andreas Weber, Koblenz-Horchheim

Titelbild: Romanisches Haus in Horchheim
Tusche und Aquarell von Anton Nikolaus Franck 1964
Reproduktion: Lothar Stein


Horchheimer Kirmes Magazin

Kirmes Magazin 2003 | Das älteste Wohnhaus der Stadt Koblenz
Der Präsenzhof des Stifts St. Florin in Horchheim – eines der bedeutendsten Kulturdenkmale in Rheinland-Pfalz
von Erich Engelke M. A.

Kirmes Magazin 2008 | „… ein kleines Städtchen verträumt am Rheinesstrand“
Wo einst so manche Burg bestand
von Markus Meinen M. A.

Kirmes Magazin 2010 | Ein Kleinod mittelalterlicher Baukunst in Horchheim
Aktuelles „aus erster Hand“ in Sachen Romanisches Haus in der Emser Straße von Rolf Molkenthin, Denkmalpfleger beim Amt der Stadt Koblenz für Stadtentwicklung und Bauordnung

Mehr zum Romanischen Haus und seinen Bewohnern zur Zeit des Präsenzhofes St. Florin von Manfred Gillissen