Otto Sieg­mund Fried (13.12.1922 — 31.12.2020) — ein inter­na­tio­nal renom­mier­ter Künst­ler aus Horchheim

1922 in Koblenz gebo­ren, stamm­te Otto Fried müt­ter­li­cher­seits aus der alt­ein­ge­ses­se­nen Horch­hei­mer Fami­lie Salo­mon – sein Vater kam aus Diez. In Horch­heim betrie­ben die Eltern in der Emser Str. 365 eine Metz­ge­rei. Nach dem Besuch der Katho­li­schen Volks­schu­le wech­sel­te Otto Fried 1934 zur Mit­tel­schu­le in der Katho­li­schen Volks­schu­le St. Kas­tor in Koblenz.

Um sein Leben zu ret­ten, flüch­te­te er 1936 in die USA zu Ver­wand­ten in Portland/​Oregon. Anti­se­mi­tis­mus, Dis­kri­mie­run­gen und Ver­let­zun­gen infol­ge natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Poli­tik hat­ten ein Ver­blei­ben der Fami­lie in ihrem Hei­mat­ort unmög­lich gemacht. Der Tod des Bru­ders Ernst 1937 und die Ein­wei­sung des Vaters in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Buchen­wald tra­fen die Fami­lie schwer. Glück­li­cher­wei­se konn­ten die Eltern Ricka und Robert Fried im Janu­ar 1939 in die USA flie­hen — hier tra­fen sie dann nach drei­jäh­ri­ger Tren­nung auch ihren Sohn Otto wieder.

Nach dem Mili­tär­dienst in der Luft­waf­fe mit Ein­sät­zen in Indi­en, Bur­ma und Chi­na hat­te er als ame­ri­ka­ni­scher Welt­kriegs­ve­te­ran Anspruch auf einen Stu­di­en­platz. Sein Kunst­stu­di­um an der Uni­ver­si­ty of Ore­gon in Eugene/​Portland schloss er 1949 ab. Der anschlie­ßen­de Stu­di­en­auf­ent­halt in Paris, wo er im Ate­lier des berühm­ten Avant­gar­de­künst­lers Fer­nand Léger arbei­te­te, war für sein wei­te­res Leben und sei­ne künst­le­ri­sche Ent­wick­lung von ent­schei­den­der Bedeutung.

Nach der Rück­kehr in die USA zog Otto Fried 1952 nach New York, wo er sei­ne fran­zö­si­sche Frau Miche­li­ne Haar­dt ken­nen lern­te, die dort als Mode­jour­na­lis­tin für die Zeit­schrift „Elle“ arbei­te­te. Neben Zeich­nun­gen und Gemäl­den ent­warf er aber auch Glas- und Metall­ob­jek­te. Heu­te befin­den sich Frieds Wer­ke in Pri­vat­be­sitz sowie Kunst­samm­lun­gen gro­ßer Unter­neh­men und Muse­en, etwa im Metro­po­li­tain Muse­um of Art und Muse­um of Modern Art in New York, Rose Art Muse­um Mas­sa­chus­setts, Port­land Art Muse­um, Jor­dan Schnit­zer Muse­um Eugene/​Oregon sowie in den SU Art Gale­ries in New York Sta­te und im Cent­re Pom­pi­dou in Paris. Nach Aus­stel­lun­gen in Koblenz in den Jah­ren 1958 und 1978 wid­me­te das Lud­wig Muse­um Koblenz Otto Fried 2020 die Retro­spek­ti­ve „Hea­ven Can Wait/​Heaven Can’t Wait“.

Seit dem 16. März 2002 befin­det sich über dem Süd­por­tal der Pfarr­kir­che St. Maxi­min das von ihm gestif­te­te Ölge­mäl­de „Lee­wär­ti­ge Illu­si­on“ aus dem Jahr 1986.  Wann immer mög­lich, kam Otto Fried in sei­ne bis zum Lebens­en­de so gelieb­te rhei­ni­sche Hei­mat, um Ver­wand­te oder Freun­de – in Horch­heim Wal­ter Bode sowie Paul und Heinz-Josef Jung – zu besu­chen. Seit 2010 leb­te er dau­er­haft in Paris. Am 30.12.2020 starb er kurz nach sei­nem 98. Geburts­tag – die letz­te Ruhe­stät­te fand er auf dem Fried­hof Père Lachai­se in Paris.

Otto Fried hat den Weg zur Kunst schon in sei­ner Kind­heit begon­nen: „Als ich noch jung war, nahm mein Vater oft mei­nen Bru­der und mich mit in den Wald, wo wir die Natur ken­nen­ler­nen soll­ten. Wenn ich etwas auf­re­gend Inter­es­san­tes gefun­den hat­te – und wenn es nur eine beson­de­re Wol­ken­be­we­gung war, so such­te ich jeman­den, dem ich das mit­tei­len konn­te. Der Grund, wes­halb ich über­haupt male, ist zunächst ein­mal, dass ich mich selbst aus­drü­cke, aber auch, um jeman­dem wei­ter­zu­sa­gen: ‚Schau, was ich gese­hen habe!”’

Aus­stel­lung Lud­wig Muse­um Koblenz 2020 (LINK)

Jüdi­sche All­ge­mei­ne Otto Fried Retro­spek­ti­ve Der Him­mel kann war­ten (LINK)

Medi­en­spie­gel Aus­stel­lung Lud­wig Muse­um Koblenz 2020 (PDF)

Nach­ruf Lud­wig Muse­um Koblenz (PDF)

Horch­hei­mer Kir­mes Maga­zin 1976 — Otto Fried (PDF)

Horch­hei­mer Kir­mes Maga­zin 2002 — Otto Fried Lee­wär­ti­ge Illu­si­on (PDF)

Horch­hei­mer Kir­mes Maga­zin 2005 — Augen — Bli­cke (PDF)

Horch­hei­mer Kir­mes Maga­zin 2019 — Wider das Ver­ges­sen — Stol­per­stei­ne (PDF)