„O Horchheim, mein Horchheim“ – Heimatfreunde und Sänger des Männerchors nehmen Horchheimer Heimatlied auf

Ein besonderes Projekt zur Bewahrung Horchheimer Kulturgeschichte konnte am 20. Juli 2026 verwirklicht werden: Die Heimatfreunde Horchheim haben gemeinsam mit Sängern des Männerchores 1883/1912 Koblenz-Horchheim das traditionsreiche Heimatlied „Oh Horchheim, mein Horchheim“ aufgenommen. Als Aufnahmeort diente die Taufkapelle der Pfarrkirche St. Maximin, deren besondere Akustik den passenden Rahmen für dieses Vorhaben bot. Die musikalische Leitung übernahm der Horchheimer Organist und Chorleiter Hans-Peter Wüst.

Die Initiative zu diesem Projekt ging von den Heimatfreunden Horchheim aus. Das Lied war bereits seit längerer Zeit mit seinem Text auf der Internetseite des Vereins dokumentiert, eine Tonaufnahme existierte jedoch bislang nicht. Auch Nachforschungen beim Männerchor und im Umfeld früherer Chorgemeinschaften, unter anderem beim ehemaligen Doppelquartett, führten zu keiner vorhandenen Aufnahme. So entstand die Idee, das Horchheim-Lied gemeinsam neu einzusingen und damit dauerhaft für kommende Generationen zu bewahren.

Zu Beginn der Aufnahmesitzung begrüßte der Vorsitzende des Männerchors, Hans Josef Schmidt, die Sänger sowie den Vorsitzenden der Heimatfreunde Andreas Weber, der die technische Umsetzung der Aufnahme übernahm. Er erinnerte daran, dass das Lied vielen Horchheimern seit Jahrzehnten bekannt sei und früher vor allem in geselliger Runde gesungen wurde. Eine offizielle Aufnahme habe es jedoch nie gegeben. Gerade deshalb sei es eine schöne Gelegenheit, das Lied nun gemeinsam mit den Heimatfreunden aufzunehmen.

Im Anschluss gab Hans-Peter Wüst interessante Einblicke in die Geschichte des Liedes und seiner musikalischen Bearbeitung. Bereits im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 800-jährigen Jubiläum der Pfarrei St. Maximin im Jahr 2014 sei er mehrfach auf das Horchheim-Lied angesprochen worden. Viele hätten gefragt, wo das Lied geblieben sei und ob man es nicht wieder aktivieren könne. Nachdem es bei der Jubiläumsfeier nochmals erklungen war, machte er sich auf die Suche nach dem ursprünglichen Notenmaterial und wurde schließlich im Nachlass seines Vaters fündig.

Dabei konnte Hans-Peter Wüst zugleich mit einer häufig geäußerten Annahme aufräumen. Sein Vater Hans Wüst (1909–1963) war nicht der Komponist des Liedes, sondern dessen Arrangeur. Auf dem erhaltenen Deckblatt der Noten ist Karl Wörsdörfer (1919–1994) ausdrücklich als Verfasser von Text und Melodie genannt. Außerdem bezeichnete Wörsdörfer das Stück als „Walzer-Lied“ – eine Bezeichnung, die auch auf die ursprüngliche Verwendung des Liedes hinweist.

Hans-Peter Wüst vermutet, dass das Lied im Zusammenhang mit der Fastnacht entstanden ist. Aus seiner Kindheit erinnerte er sich an den damaligen Kirchenchor, bei dem zu dieser Musik sogar Walzer getanzt wurde. Ursprünglich sei das Stück daher weniger als klassisches Heimatlied gedacht gewesen, sondern vielmehr als Schunkellied, ähnlich den bekannten Mainzer Fastnachtsliedern.

Besonders eindrucksvoll schilderte Hans-Peter Wüst die musikalische Laufbahn seines Vaters. Hans Wüst war in Horchheim und darüber hinaus als Musiker und Arrangeur bekannt. Bereits in jungen Jahren widmete er sich intensiv der Unterhaltungsmusik und spielte unter anderem im Tanzcafé Allmang in Niederlahnstein mit einer kleinen Kapelle. Damals gehörten Klavier, Geige, Bass und weitere Instrumente zur Besetzung. Durch diese Tätigkeit war er vielen Menschen in Horchheim bekannt.

Darüber hinaus war Hans Wüst als Musiker für das damalige Horchheimer Kino tätig. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden dort noch Stummfilme gezeigt, die musikalisch begleitet werden mussten. Häufig erhielt er kurzfristig den Auftrag, eine passende Begleitmusik für die jeweiligen Filme zusammenzustellen. Gemeinsam mit zwei oder drei weiteren Musikern entwickelte und arrangierte er die musikalische Untermalung. Diese Arbeit sei zwar mit erheblichem Aufwand verbunden gewesen, habe ihm aber auch viel Freude bereitet und wertvolle musikalische Erfahrungen vermittelt.

Beim erneuten Studium der Noten fiel Hans-Peter Wüst außerdem auf, dass das vollständige Arrangement handschriftlich von seinem Vater stammt. Die Bearbeitung sei keineswegs einfach gehalten, sondern enthalte anspruchsvolle Harmonien. Daran zeige sich, dass hier ein Musiker gearbeitet habe, der nicht nur praktische Erfahrung besaß, sondern auch über fundierte Kenntnisse in Harmonielehre und musikalischem Satz verfügte.

Vor der eigentlichen Aufnahme spielte Hans-Peter Wüst zunächst ein kurzes Klaviervorspiel, um den Sängern Tempo, Charakter und musikalische Gestaltung des Liedes näherzubringen. Anschließend wurde die Melodie zunächst gemeinsam eingesummt, bevor die Aufnahme erfolgte. Mit einem Augenzwinkern verwies er dabei auch auf die ungewöhnlich hohe Lage des Liedes. Bereits im Vorfeld hatte Martin Jung in einer E-Mail darauf hingewiesen: „Vorsicht, das Lied ist verdammt hoch.“ Hans-Peter Wüst vermutete, dass diese Tonlage durchaus mit der früheren Aufführungspraxis zusammenhängen könnte – wenn das Lied nach geselligen Stunden mit Wein oder Bier und großer Begeisterung gesungen wurde.

Unter der musikalischen Leitung von Hans-Peter Wüst entstand schließlich eine Aufnahme, die ein wichtiges Stück Horchheimer Musikgeschichte dokumentiert. Die gemeinsame Arbeit von Heimatfreunden Horchheim und Sängern des Männerchors 1883/1912 Koblenz-Horchheim bewahrt das traditionsreiche Heimatlied vor dem Vergessen und macht es erstmals in einer Tonaufnahme dauerhaft zugänglich.

Die Aufnahme des Horchheimer Heimatliedes steht ab sofort auf dem Profil der Heimatfreunde Horchheim auf der Streamingplattform HearThis.at zur Verfügung. Direkt zum Lied gelangen Sie hier: „O Horchheim, mein Horchheim“.

Das Horchheimer Heimatlied – Geschichte und Hintergründe

Weitere Informationen zur Entstehung des Liedes, zu seinen Urhebern sowie der vollständige Liedtext und die Originalnoten stehen in den folgenden Beiträgen zur Verfügung.





Kintopp in Horchheim – Als die Bilder bei uns laufen lernten

Erinnerungen an Kino, Kegeln, Tanz und Gartenwirtschaft

Kirmes Magazin 1974
Seite 24 – 26

Horchheimer Lichtspiele

Foto © Lothar Stein, Koblenz-Horchheim

Gebannt starren 316 Augenpaare auf das Geschehen! Im Dunkel der Nacht schleicht sich der verwegen-edle Kara Ben Nemsi unter Lebensgefahr und in Begleitung seines sprücheklopfenden getreuen Dieners Hadschi Halef Omar an das Lager der bösen Sklavenhändler, um mit Allahs Hilfe und nach Vorschrift von Drehbuch und Regisseur eine neue Heldentat zu vollbringen. Die Spannung knistert – manchmal ist es auch Schokoladenpapier – und der tolpatschig-schlitzohrige Beschützer des großen Effendi läßt das jugendliche Publikum mit seinen komischen Auftritten immer wieder vor Vergnügen toben…
Impressionen aus dem Film „Die Sklavenkarawane“ – einer der Glanzpunkte aus 40 Jahren Kino in Horchheim. „Kirmes“ blendet in diese „cineastische Epoche“ zurück …

„Original Kintopp“

1927 stieg Franz Ries in das noch junge Filmgeschäft ein, beschaffte sich eine Stummfilmapparatur und führte zur Premiere „Sonny Boy“ vor. Bis 1930 gab es „Original-Kintopp“- Filme nur mit Untertiteln und „live“-Vertonung. Denn Hans Wüst am Harmonium und Hanni Wirtz als Geiger besorgten die musikalische Untermalung des stummen Leinwandgeschehens. So schluchzte es sich oft sozusagen dreidimensional: die flimmernde Hauptdarstellerin, deren Herz zum x-ten Male zerriß, die Geige von Wirtze Hanni und dazu die empfindsame Weiblichkeit im Parkett. Wochentags lieferte auch ein Grammophon den notwendigen Background.

„Die ersten Tonfilme liefen 1930 bei uns“, erzählt Julius Ries (47), der praktisch mit dem Kino groß wurde. „Im Winter mussten die Maschinen sich vorher warmlaufen. Trotzdem jaulte der Ton häufig ganz fürchterlich.“ Die damals zahlreichen Kinofreunde nahmen solche technischen Unvollkommenheiten in Kauf. Am Wochenende strömte man scharenweise zum Zelluloid-Vergnügen, das durch unfreiwillige Unterbrechungen infolge Filmriss nur unwesentlich getrübt wurde. Wem die Pausen zu lange dauerten, der konnte die Wartezeit im Lokal überbrücken.

Nur die älteren Horchheimer erinnern sich noch an die stimmungsvollen Tanzveranstaltungen an Kirmes und Karneval im Saalbau Ries.

„Mehrzweckhalle Ries“

Die Kombination „Kino-Gaststätte“ bewährte sich vor allem auch an Faasenacht und Kirmes. Dann verschwanden die Stühle in Bohrs Scheuer, und im Kinosaal, wo sonst die Stars aus den Bild/Tonkonserven die Szene beherrschten, schwang Horchheims Jugend das Tanzbein – bis 1955. „Für uns war das immer ein Bombengeschäft“, meint Riese Jul. Nebenbei diente das Lichtspielhaus auch als Auditorium für Chor- und Theaterveranstaltungen.

Während des Krieges gingen die Filmvorstellungen weiter („Wir hatten einen besonderen Luftschutzraum eingerichtet“), bis der Saal kurz vor Kriegsende zweckentfremdet wurde. 450 russische Fremdarbeiterinnen fanden hier für 8 Tage eine streng bewachte Notunterkunft. 1946 demontierte die Militärverwaltung die Anlage und setzte sie nacheinander in der Augusta-Kaserne, in Lahnstein, Altendiez und Bad Kreuznach zur Unterhaltung der Besatzungssoldaten ein. Als Vorführer fungierte Julius Ries. „Aus Kreuznach holten wir schließlich die Anlage auf dem LKW von Pretze Jupp zurück.“

Renaissance aus der Eiskiste

Mit einem AEG-Gerät namens „Triumphator“ („Das hatten wir in einer Eiskiste unter dem Hühnerstall vor der Beschlagnahmung gerettet“) begann Kino in Horchheim, Teil II. Trotz – oder gerade wegen – der damaligen armen Verhältnisse erfreute sich der „Illusionspalast“ besonderen Zuspruchs. Der Mangel an Heizmaterial für den Saal führte zu einem interessanten „Winter-Aufschlag“ auf die niedrigen Eintrittspreise: Die Leinwandhungrigen mussten einige Stücke Holz oder Briketts an der Kasse abliefern. Die technische Qualität des Filmmaterials machte damals einigen Kummer. „Es waren teilweise die letzten Schwarten mit Hunderten von Klebstellen“, erzählt Julius Ries, dem auch einmal Filmrollen wegen solcher Mängel in Brand gerieten.

Zensur und „Saubere Leinwand“

Gewisse Schwierigkeiten gab es durch die „Zensur“ der französischen Besatzungsstreitkräfte. Der übliche Programmvorspann „Fox tönende Wochenschau“ (eine amerikanische Produktion) war vor dem Einsatz im Büro der „Sureté“ auf dem Oberwerth vorzulegen. Alle Szenen, die dem „gloire“ der „grande nation“ irgendwie abträglich sein konnten, wurden geschnitten.

Gerüchte, denen zufolge es eine hauseigene Aktion „Saubere Leinwand“ gegeben haben soll – angeblich wurden anrüchige Szenen mit Hilfe einer Fliegenklappe ausgeblendet – tritt J. Ries entschieden entgegen. Als nachprüfbare Tatsache darf aber die „Entschärfung“ von Filmplakaten in Horchheimer Geschäften gelten. Allzu freizügige entblößte weibliche Reize bedeckte man schamhaft mit einem sittenbewahrenden Aufkleber.

Überhaupt sah man damals seitens der „Obrigkeit“ sehr auf Sitte und Ordnung. Jugendamt und Polizei kontrollierten phasenweise streng die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen. Einmal – so um 1950 – kam Schutzmann Knopp vom Ehrenbreitsteiner Revier in eine nicht jugendfreie Vorstellung. Das strenge Auge des Gesetzes erspähte einen offensichtlich nur „Möchtegern“-Erwachsenen und zitierte den Altersgrenzensünder aus dem Saal – wo sich das Publikum vor Lachen bog, da der Gesetzeshüter einen gut 30jährigen erwischt hatte.

Streng ging es auch bei sogenannten Aufklärungsfilmen zu. Auf höhere Anordnung spannte man ein Seil zur Geschlechtertrennung durch die Stuhlreihen. Rechts saßen die Jungen – links die Mädchen. Dieser Sicherheitsabstand sollte vermutlich verhindern, daß sich durch Leinwandgeschehen angeregte handgreifliche Übergriffe ereigneten …

Tränenströme und Lachstürme

Natürlich ermunterte das Halbdunkel des Kinosaals zu allen Zeiten manche Gäste zur besonders intensiven Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen …

Das Publikum ist sich wohl fast überall gleich. Auch im Lichtspielhaus Ries „schwamm“ das Parkett bei rührseligen Streifen in Tränen, während die Lachsalven bei manchen Slapstick- und anderen Komödien den Saal erschütterten. „Absolute Spitze war da die alte Frau Bingel“, berichtet J. Ries. „Die kriegte sich oft gar nicht mehr ein.“

Interessant fand er das Verhalten von Kindern bei spannenden Filmen. „Die gingen unwahrscheinlich mit und schwitzten mit ihren Helden um die Wette, so daß oft die Wände beschlagen waren.“ Wenn im Sommer besondere Affenhitze herrschte, sperrte man alle Türen auf und spritzte draußen noch Wasser zur Abkühlung – ein original „Ries-Service.“

Publikumsrenner und Pleiten

Die Bestseller in Horchheim entsprechen dem allgemeinen Publikumsgeschmack: Vor dem Krieg ließen vor allem Streifen mit den Stummfilmgrößen Charly Chaplin, Ben Turpin und Buster Keaton die Kassen klingeln, ebenso Filme mit Lil Dagover, Hans Albers und Marika Röck. In den Jahren nach dem Krieg füllten z. B. „Das Indische Grabmal“, „Tiger von Eschnapur“, „Die Brücke am Kwai“ oder auch die „Sissi“-Folgen mit Romy Schneider und Karl-Heinz Böhm den Saal bis auf den letzten Platz.

„In Glanzzeiten hatten wir täglich vier Vorstellungen, so daß wir gar nicht mehr aus dem Vorführraum herauskamen.“ Aber in den 60er Jahren häuften sich die Pleiten für den Familienbetrieb, der nur einen Vorführer beschäftigte. „Wir spielten manchmal nur für 12, 13 oder 15 Gäste.“ Die Kasse stimmte nicht mehr. Als Hauptursache des Kinosterbens, dem 1966 auch das Horchheimer Theater zum Opfer fiel, betrachtet Julius Ries nicht die Konkurrenz des Pantoffelkinos, sondern die wachsende Mobilität des Publikums. „Man fährt mit dem Auto raus und hat so ganz andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.“ Hinzu kam die Misere der Verleihpraktiken. „Spitzenfilme erhielten wir immer erst viel später als die Koblenzer Kinos.“ Das System der Kontingentbestellung tat ein übriges. Unter 15 Filmen waren vielleicht 3-4 publikumswirksame Streifen, der Rest spielte kaum die Unkosten ein. So wechselte der gelernte Elektriker, der viele Reparaturen selbst durchführte, endgültig vom Vorführstand zum Schanktisch. Hier „Iäuft“ es besser …


Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Koblenz:
FA 4.21 Nr. 6 Bild 195: Horchheim. Restauration und Lichtspielhaus, Saalbau Zimmermann, Inhaber Franz Ries, Bundes-Kegelbahn, Gartenwirtschaft, Billard.


Kirmes Magazin 1974 | Kintopp in Horchheim – Als die Bilder bei uns laufen lernten

Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Auswahl von Filmprospekten zu den im Kino Horchheim gezeigten Filmen vor, die wir in vier zeitliche Kategorien eingeteilt haben: Vorkriegszeit, Kriegszeit, Nachkriegszeit und spätere Jahre. Jeder Flyer enthält interessante Details zu einem bestimmten Film, darunter Inhaltsangaben, Besetzungslisten und Hintergrundinformationen.




Zeitreise durch die Horchheimer Lichtspielgeschichte

Wir freuen uns, Ihnen exklusiv eine interessante Sammlung von Filmprospekten zu den Filmen der Horchheimer Lichtspiele präsentieren zu können. Die Filmprospekte stammen aus unserem Bestand und bieten einen einzigartigen Einblick in die deutschen Filmproduktionen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Filme zeigen, wie das deutsche Kino als Mittel der Unterhaltung und Propaganda genutzt wurde. Von romantischen Komödien bis hin zu Dramen und Propagandafilmen reflektieren sie die kulturelle und politische Atmosphäre ihrer Zeit.


Vor dem Kriegsausbruch

Das Verlegenheitskind (1938)

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Franz Streicher und ist eine Komödie, die sich um die Verwicklung eines jungen Mannes in eine unerwartete Schwangerschaft dreht. Obwohl der Film vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs produziert wurde, spiegelt er dennoch die Atmosphäre der Zeit wider, in der Unterhaltungsfilme oft dazu dienten, das Publikum von den politischen Spannungen abzulenken.

Der Blaufuchs (1938)

In diesem Film, der in Ungarn spielt, sehen wir Zarah Leander in einer ihrer frühen Rollen an der Seite von Willy Birgel. Es ist eine Mischung aus Liebesgeschichte und Drama, die in einem exotischen Setting spielt. Trotz des bevorstehenden Kriegsausbruchs ist der Film eher von romantischer Natur und bietet dem Publikum eine Flucht aus der Realität.

Kautschuk (1938)

Dieser Abenteuerfilm führt uns in die „grüne Hölle“ des Dschungels und folgt einer Gruppe von Menschen, die auf der Suche nach Kautschuk sind. Mit seiner exotischen Kulisse und den Abenteuerthemen bietet der Film eine spannende Flucht aus dem Alltag der Zuschauer.

Urlaub auf Ehrenwort (1938)

Dieser Film spielt im Ersten Weltkrieg und stellt das Spannungsfeld zwischen militärischer Pflichterfüllung und persönlichem Glück dar. Er zeigt die nationalsozialistische Ideologie von Tapferkeit und Opferbereitschaft, die in den Kriegsjahren verstärkt propagiert wurde. Trotzdem bleibt der Film auch eine dramatische Geschichte über persönliche Beziehungen und Konflikte.


Kriegszeit

Hallo Janine (1939)

Dieser Revuefilm bietet dem Publikum eine Mischung aus Musik, Tanz und humorvollen Szenen. Mit seiner leichten und unterhaltsamen Atmosphäre bietet der Film eine Flucht aus den zunehmenden Spannungen vor dem Kriegsausbruch.

Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (1939)

Diese Filmbiografie folgt dem Leben des berühmten deutschen Wissenschaftlers Robert Koch und seinem Kampf gegen tödliche Krankheiten. Der Film vereint Elemente von Drama und Biografie und zeigt auch den wissenschaftlichen Fortschritt als Teil der nationalsozialistischen Erzählung von Fortschritt und Stärke.

Sommer, Sonne, Erika (1939)

Diese Komödie bietet eine leichte und humorvolle Unterhaltung, die das Publikum von den zunehmenden politischen Spannungen ablenkt. Mit seiner idyllischen Darstellung des Sommers und den komödiantischen Elementen bietet der Film eine Flucht aus der Realität.

Waldrausch (1939)

Basierend auf einem Roman von Ludwig Ganghofer, folgt dieser Film einer romantischen Geschichte im Alpenmilieu. Mit seiner malerischen Kulisse und den romantischen Elementen bietet der Film dem Publikum eine Flucht in eine heile Welt, die von den politischen Ereignissen entfernt ist.

War es der im 3. Stock? (1939)

Diese Kriminalkomödie bietet dem Publikum eine spannende und humorvolle Geschichte über einen vermeintlichen Mordfall. Mit seinen Intrigen und überraschenden Wendungen bietet der Film eine unterhaltsame Flucht aus der Realität.

Weißer Flieder (1939)

Diese romantische Geschichte dreht sich um Liebe und Intrigen in einer Kleinstadt. Mit seinen melodramatischen Elementen und romantischen Verwicklungen bietet der Film eine Flucht in eine Welt der Leidenschaft und des Dramas.

Kriminalkommissar Eyck (1940)

Dieser Kriminalfilm folgt den Ermittlungen von Kriminalkommissar Eyck und bietet dem Publikum eine spannende Detektivgeschichte. Mit seinen kriminalistischen Elementen und der Spannung bietet der Film eine unterhaltsame Flucht aus der Realität und spiegelt gleichzeitig den Zeitgeist der frühen 1940er Jahre wider.

Blutsbrüderschaft (1941)

Dieser Propagandafilm ist ein Beispiel für die nationalsozialistische Filmpolitik und dient der Verbreitung von ideologischen Botschaften. Mit seiner heroischen Darstellung von Kameradschaft und Opferbereitschaft unterstützt der Film die nationalsozialistische Agenda und propagiert die Werte des Regimes.

Der laufende Berg (1941)

Diese Geschichte über Bergbauern und ihre Traditionen bietet dem Publikum einen Einblick in das Leben auf dem Land und in den Bergen. Mit seiner idyllischen Darstellung der Natur und den menschlichen Dramen bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine romantische Verklärung des ländlichen Lebens.

Der Weg ins Freie (1941)

Dieses Film-Melodram folgt einer Liebesgeschichte zwischen einer reichen Erbin und einem Musiker und spielt vor dem Hintergrund des kulturellen Lebens im Wien der Jahrhundertwende. Mit seiner romantischen Atmosphäre und den musikalischen Elementen bietet der Film dem Publikum eine Flucht in eine vergangene Ära.


Nachkriegszeit

Die kupferne Hochzeit (1948)

Diese Filmkomödie bietet humorvolle Unterhaltung und folgt den turbulenten Ereignissen rund um eine Ehekrise. Mit seinen komödiantischen Elementen und den chaotischen Verwicklungen bietet der Film eine leichte und unterhaltsame Flucht aus der Realität.

Fregola (1948)

Diese Kriminal-, Musik- und Revuefilm bietet dem Publikum eine Mischung aus verschiedenen Genres und folgt einer Geschichte rund um Musik und Intrigen. Mit seinen vielfältigen Elementen und seiner unterhaltsamen Atmosphäre bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine kurzweilige Unterhaltung.

Tromba (1949)

Dieses Filmdrama aus dem Zirkusmilieu folgt den turbulenten Ereignissen rund um den Zirkusdirektor Tromba. Mit seinen dramatischen Elementen und den menschlichen Konflikten bietet der Film eine packende und emotionale Unterhaltung.

Wiener Mädeln (1949)

Diese Farbproduktion der Wien-Film ist eine der letzten Filme, die während des Nationalsozialismus in Österreich hergestellt wurden, aber erst nach Kriegsende veröffentlicht wurden. Mit seiner musikalischen Handlung und den romantischen Verwicklungen bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine nostalgische Verklärung des Wiener Lebens.


Spätere Jahre

Sensation in San Remo (1951)

Dieser Revuefilm bietet dem Publikum eine Mischung aus Musik, Tanz und exotischen Kulissen. Mit seinen unterhaltsamen Elementen und seiner farbenfrohen Inszenierung bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine kurzweilige Unterhaltung.

Und abends in die Scala (1958)

Dieser Musikfilm bietet dem Publikum eine Mischung aus Musik, Tanz und Glamour. Mit seinen farbenfrohen Szenen und den mitreißenden Melodien bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine nostalgische Verklärung des Showgeschäfts.

Der Vogelhändler (1962)

Diese deutsche Operettenverfilmung basiert auf Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ und bietet dem Publikum eine leichte und unterhaltsame Musikkomödie. Mit seinen eingängigen Melodien und den humorvollen Verwicklungen bietet der Film eine Flucht aus der Realität und eine nostalgische Verklärung der Operettenwelt.


Informationen zur Filmpolitik im Nationalsozialismus finden Sie in dem hier verlinkten Wikipedia-Artikel „Nationalsozialistische Filmpolitik“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Filmpolitik

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Weitere Links zum Thema Deutscher Film:

https://www.filmportal.de/

https://www.murnau-stiftung.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Film




Unser Heimatlied „O Horchheim, mein Horchheim!“

Von Hans Josef Schmidt
Festschrift 1214 – 2014
Seite 298 – 300

Der Text und die Melodie unseres „Nationalliedes“ stammen aus der Feder von Karl („Wurscht“) Wörsdörfer, das harmonische Gerüst bzw. die Vertonung für Klavier von Hans Wüst, dem Organisten und Dirigenten des Horchheimer Kirchenchores.


O Horchheim, mein Horchheim!

Wo einst die Sonne schien auf edle Reben,
Schräg vis-à-vis von Stolzenfels,
Wo über’m Waldrand hoch die Sperber schweben,
Und lustig singt die Lerche über’m Feld,
Da liegt im Tale, den Römern schon bekannt,
Ein kleines Städtchen, verträumt am Rheinesstrand.

Refrain:
O Horchheim, o Horchheim,
So murmeln leis die Wellen;
In dir gibt’s schöne Mädchen
Und lustige Gesellen!

Und abends dann oft im Mondenschein
Gibt man sich im Park ein Stelldichein.
O Horchheim, o Horchheim,
Sollt ich mal fern dir sein,
Zieht mich die Sehnsucht wieder
Zu dir am schönen Rhein!

Es herrscht der Frohsinn schon seit alten Zeiten
In jedem Haus in jeder Gass’.
Ja, man versteht es, Feste zu bereiten,
Und kehrt erst heim, wenn leer das letzte Fass!
Drum Wand’rer kommst du mal an des Rheines Strand,
Dann setz dich nieder und lausch am Uferrand:

Refrain:
O Horchheim, o Horchheim, …

Werd’ ich dereinst zum Himmel abgerufen,
Dann trete ich zu Petrus hin:
Ach, lass’ als Engel mich sitzen auf den Stufen
Am Rhein, am Rhein, wo ich geboren bin ‒
Lausch’ in den Park ich, wo man sich Liebe schwört;
Singt mir die Nixe, die einst mich hat betört:

Refrain:
O Horchheim, o Horchheim, …

Text und Melodie: Karl Wörsdörfer, Klaviersatz: Hans Wüst


Karl Wörsdörfer als Oberst Itzeblitz
Karl Wörsdörfer als Oberst Itzeblitz

Karl Wörsdörfer

geboren am 21. August 1919 in der Südlichen Vorstadt, kam 1948 mit seiner Familie nach Horchheim. Hier fasste er schnell Fuß und wurde zu einer wertvollen Bereicherung der Vereinswelt. Männerchor, Carnevalsverein (HCV) und Kirmesgesellschaft boten ihm ein breites Podium. Seine Paraderolle war „Oberst Itzeplitz“, ein Gütezeichen in der Koblenzer Faasenacht.
1950 schenkte er den Horchheimern ihr Heimatlied „O Horchheim“, dessen Text zum ersten Mal in der Kirmes-Zeitung 1952 gedruckt wurde.

Über die Entstehung des Liedes sagte er:

„Im Herbst 1950 machte ich einen Feierabend-Spaziergang mit meinem damals dreijährigen Sohn Klaus durch den Park am Rhein, auch ‚Allee‘ genannt. Beim Anblick der herrlichen, hohen Bäume, der Schiffe auf dem Rhein, der Liebespärchen und des über der Brüstung lehnenden Rentnerklubs überkam mich eine friedliche Stimmung, die mich auf dem Heimweg zur Mendelssohnstraße begleitete. Zu Hause setzte ich mich hin und versuchte, diese Stimmung in ein paar Verse umzusetzen.“

Nach einigen Versuchen hatte „Wurscht“ eine Walzermelodie hinzugefügt, denn wenn man am und vom Rhein singt, konnte es ja auch nur ein Schunkellied sein. Die Melodie, primitiv auf einem selbst gebastelten Notenblatt festgehalten, wurde dann vom Horchheimer Organisten Hans Wüst mit viel Freude „musikalisch hingetrimmt“. Bei der Karnevalssitzung des Männerchores am 11. November 1950 erfolgte im Gesellenhaus die Uraufführung.

Die Nachfrage war so groß, dass das Lied mit Unterstützung durch Hans Wagner auf Postkarten gedruckt werden konnte, die sogar bis nach Amerika verschickt wurden, aber schon bald vergriffen waren.

„Wurscht“ Wörsdörfer starb am 12. Juni 1994 im Alter von 74 Jahren.

Hans Wüst

am 11. September 1909 in Duisburg-Großenbaum geboren, absolvierte nach der Schulzeit zunächst eine Klavierbauer-Lehre bei der berühmten Firma Mand in Koblenz. Er stammte aus einer Familie, in der die Musik immer eine große Rolle gespielt hat. Sein Großvater Heinrich Wüst (1832-1916) kam 1857 als Lehrer, Küster und Organist nach Horchheim. Auch der Vater Josef (1878-1945) fungierte eine Zeitlang als Organist an St. Maximin. So kam es nicht von ungefähr, dass Hans Wüst schon im Alter von 15 Jahren (1924) als Organist an St. Maximin tätig war.

Hans Wüst

Seine ersten musikalischen Gehversuche ging er allerdings als Autodidakt an. Die entscheidende musikalische Fortbildung erhielt er am Konservatorium in Koblenz. Sein Mentor war Adolf Heinemann, Organist an St. Florin und damals schon ein in Koblenz bekannter Orgelkünstler. Ihm eiferte Hans Wüst nach und machte sich ebenfalls schon bald im Koblenzer Raum einen Namen, wobei ihm nicht zuletzt auch das 1½-jährige Studium an der Rheinischen Musikschule in Köln ab 1930 zu Gute kam. Mit Bravour legte er ein vorgezogenes Examen bei seinen Lehrmeistern Prof. Wilhelm Maler (Musiktheorie) und P. Baumgartner (Klavierunterricht) ab.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Hans Wüst 1945 die Leitung des Horchheimer Kirchenchores. Drei Messen hat er geschrieben: die Ostermesse „Christ ist erstanden“ 1940, die Weihnachtsmesse mit Melodieanfängen bekannter Weihnachtslieder 1945/46 und die Marienmesse „Salve Regina“ 1952. Daneben hat er noch mehrere Liedsätze und Motetten komponiert und halt eben auch die Harmonie zum Horchheimer Nationallied nach Text und Melodie von Karl Wörsdörfer geschrieben. Seit 1955 war Wüst auch Musiklehrer am Johannes-Gymnasium Lahnstein.

Er verstarb leider viel zu früh am 18. Januar 1963.


Die Originalnoten von 1950

Original-Noten "Oh Horchheim, mein Horchheim!"



Notenblatt: „O Horchheim, mein Horchheim“ (PDF)