Fortifikationsplan von 1880

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Diese für die Großfestung Koblenz um 1880 angefertigte Karte wurde im Maßstab 1 : 5000 angelegt und hinsichtlich des Gebäudebestandes bis etwa 1900 fortgeführt. Sie gibt uns sehr umfassend und präzise das Verkehrswegenetz und die Bebauung zu dieser Zeit wieder.

Außerdem enthält sie eine große Anzahl von Detailinformationen, die uns ein genaues Bild von Horchheim zur damaligen Zeit vermitteln.

Horchheim 1880, Ausschnitt aus dem Fortifikationsplan der Großfestung Koblenz 1_5000, Stadtarchiv Koblenz, Bestand K 246

Horchheim 1880, Ausschnitt aus dem Fortifikationsplan der Großfestung Koblenz 1_5000, Stadtarchiv Koblenz, Bestand K 246

Hierzu seien folgende Beispiele genannt:

  • Die Eisenbahnlinien – ohne den Horchheimer Eisenbahntunnel, der erst 1901/02 gebaut wurde.
  • Zwischen Gas-Anstalt (EVM-Grundstück) und der Grenze zu Pfaffendorf verläuft die Chaussee (Emser Straße) noch schienengleich über die Eisenbahn.
  • Die heutigen (etwas nördlich davon gelegene) Straßenunterführung wurde erst mit der Anlage der Straßenbahn kurz nach 1900 gebaut.
  • Der westliche Teil des Pechlerweges, heute Bächelstraße, ist noch als Graben bezeichnet und entsprechend dargestellt.
  • Sehr deutlich dargestellt ist der ”Viehweg” als Hohlweg, durch den der Dornsbach floß. Diese ”Hohl” wurde von den Horchheimern auch ”Nachtigallenwäldchen” genannt.
  • Die Grenze zwischen Horchheim und Niederlahnstein ist in der Karte dargestellt als Grenze der Regierungsbezirke Coblenz/Wiesbaden. Von 1815 bis 1866 war dies die Grenze zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Nassau. Die an diese Zeit erinnernde nassauische Grenzsäule (besser: Hoheitssäule) ist in der Karte ebenfalls vermerkt.
  • Deutlich erkennbar ist auch der Pfaffendorfer Graben, der teilweise die Grenze Horchheim / Pfaffendorf bildet.
  • Obwohl der Weinbau um 1900 bereits stark ruckläufig war, zeigt uns die Karte noch erhebliche Weinbergflächen von Niederlahnstein bis nach Pfaffendorf, die zum Teil noch bis zum Rhein reichten . Bei der Anlage des Grund- und Extraktenbuches im Jahre 1720 wurden für Horchheim ca. 400 000 Weinstöcke gezählt. 1920 wurde der letzte Weinberg ausgehauen.
  • Dargestellt sind ferner die Wendelinus-Kapelle, die Kapellchen (Heiligenhäuschen) in der Alten Heerstraße und Bächelstraße, Heiligenbilder Im Haukertsweg (Gemarkung Niederlahnstein) und am Niederfelderweg (Gemarkung Pfaffendorf), ein Pavillon auf dem Preuspel, eine Mooshütte unterhalb der heutigen Villa von Doemming, Betriebswerke der Bahn (BW) = Stellwerke und Schrankenwärterhäuschen, Kiesgruben (Ksgr.) und Steinbriiche (Stbr.).
  • Schließlich sind die Geländeformen durch die auf Normal Null (NN) bezogenen Höhenlinien und einzelne Geländehöhen dargestellt.

Diese Karte bietet im Vergleich mit der heute als amtlicher Karte geführten Deutschen Grundkarte 1 : 5000 ein hervorragendes Bild der baulichen Expansion unseres Siedlungsraumes in den letzten 100 Jahren.

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