Übersicht Höfe des Adels und Klerus

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Reiffenberger Hof

In erster Linie ist der freiherrlich Reiffenbergische Hof an der Hauptstraße – heute Emserstraße -wegen seiner Größe hervorzuheben.
Er lag am Ende des Dorfes an der Niederpforte, gegenüber dem Hof der Karmeliter.
Dieses burgartige Haus kam als trierisches Lehen an die von Helfenstein und nach ihrem Aussterben durch Kauf an Georg Hans von Reiffenberg, trierischen Rat und Amtmann z1r Hartenfels.
Später erwarb Hofrat Fritsch den Hof, ließ das alte Burghaus abbrechen und baute das später als Mendelssohnstift bekannte Haus.
Der Hof war der gößte Ackerhof Horchheims und umfaßte 72 1/2 Morgen Land in Horchheim und Niederlahnstein, 18 1/2 Morgen Wiesen und 24 654 Stock mit einem Ertrag von 17 1/2 Maltern Korn und fast 2 1/2 Fudern Wein.
Außerdem war er am Ackerzehnten zum Teil und am Wiesenzehnten ganz beteiligt.

Karmeliter Hof

Diesem Hof gegenüber auf dem Gelände des alten Sportplatzes lag der kleine Hof der Koblenzer Karmeliter.
Er wurde um 1825 bei Anlage des Mendelssohnschen Gartens abgebrochen.
Der Besitz umfaßte 6 1/2 Morgen Acker und 7 950 Stock in Horchheim, 1 Morgen Acker und 2 027 Stock in Niederlahnstein mit einem Ertrag von 3 1/2 Maltern Korn und 1 Fuder Wein.

Altenberger Hof

In der Nähe lag in der Altenberger- oder Mönchsgasse (heute Reiffenbergstraße) der schon im 12. Jahrhundert im Besitz des Klosters befindliche Altenberger Hof.
17 Morgen Acker und Wiese sowie 20 312 Stock brachten einen Jahresertrag von 3 Maltern Korn, 20 Zentnern Heu und rund 2 Fudern Wein.

Kartäuser Hof

In derselben Gasse befand sich auch ein kleinerer Hof der Koblenzer Kartause.
Er umfaßte lediglich 4 Morgen Ackerland und 3 911 Stock, die 1 1/4 Malter Korn und l/3 Fuder Wein hergaben.

Rommersdorfer Hof

Der Altenbergergasse gegenüber auf der Ecke Emserstraße-Engelsweg lag der Rommersdorfer Hof, der schon im l4.Janrhundert im Besitz der Abtei war.
1753 befand sich das neu erbaute Haus des Mitherrnschultheißen Franz Hermanny neben diesem Hof, der im Jahr 1719 immerhin 36 Morgen Acker, 5 I /2 Morgen Wiese und 20 l9B Weinstökke
mit einem Ertrag von 12 3/ 4 Maltern Frucht und fast 2 Fudern Wein umfaßte.
Zum Hof gehörten noch 3 Morgen Ackerland und 1 233 Stock in Niederlahnstein.

Oberwerther Hof

Im Engelsweg, früher Breissigergasse genannt, weil hier der Horchheimer Gerichtsschöffe Baltes Breissiger seinen Hof hatte, lag der Hof des adeligen Nonnenklosters Oberwerth.
In der Nachbarschaft befand sich der Hof des Klosters Niederwerth und gegenüber 1676 der Pfarrhof.
1626 hatte das Kloster Oberwerth noch 2 Höfe in Horchheim, den erwähnten im Engelsweg und einen zweiten an der untersten Pforte bei den Altenbergern.
Der Besitz belief sich auf 6 3/ Morgen Acker und 12 858 Weinstöcke mit einem Ertrag von 2 1/2 Maltern Frucht und etwas mehr als einem Fuder Wein.

Niederwerther Hof

Ebenfalls im Engelsweg gelegen, umfaßte der Hof des Klosters Niederwerth 15 Morgen Acker in Horchheim und Niederlahnstein,
1/2 Morgen Wiese und 10 138 Stock mit einem Ertrag von 5 Maltern Frucht, 4 Zenlnern Heu und fast 5 Fudern Wein.

Pfarrhof

Diesen beiden Höfen gegenüber lag der Pfarrhof im heutigen Pfarrgarten neben dem Haus des Juden Itzig,
das dieser 1674 von dem Obristen von Reiffenberg zu Sayn gekauft hatte.
Er umfaßte in Horchheim und Niederlahnstein, zusammen mit der sogenannten Armenwiese, die dem Pastor zustand, über 15 Morgen Land, etwa 4 Morgen Wiese und 8372 Stock, die dem jeweiligen Pfarrer 4 I /2 Malter Korn, 3/ 4 Fuder Wein und etwas Heu einbrachten.

Kastorherrenhof

In der Linden-, später Kastorgasse (heute Meesstraße), lag der Präsenz- oder Kastorherrenhof,
neben einem der Heddesdorfer Höfe und 1722 neben dem Haus des Johannes Strudt.
Das Stift, das schon seit dem 14.Jahrhundert Besitz in Horchheim hatte, erwarb den Hof 1652 von dem Gerichtsschöffen Bart. Nierenberg.
Mit 22 1/2 Morgen Acker, 5 Morgen Wiese und 8697 Stock kann man ihn als mittelgoßen Hof bezeichnen, der 4 Malter Korn, 79 Zentner Heu und 3/4 Fuder Wein Ertrag brachte.

Heddesdorfer Hof

Wie erwähnt, lag einer der beiden Heddesdorfer Höfe in der Lindengasse neben dem Kastorhof, der Allodialbesitz war.
1711 verkaufte Georg von Reiffenberg diesen Hof seinem Hofmann Hayman Graß.
Er lag oben gegen den gräflich Metternich’schen Hof, der sich an der Hauptstraße befand.
Daneben besaßen die von Heddesdorf den vom Lubentiusstift in Dietkirchen lehnsrührigen Hof, den sie von den Vögten von Hunolstein als Erben der von Helfenstein gekauft hatten.
Es ist das heutige Haus Emserstraße 372.
Neben einem Teil am Zehnten umfaßte der beträchtliche Heddesdorfer Besitz 1719 noch 23 1/2 Morgen Acker sowie 11 1/2 Morgen Wiese und 24798 Weinstöcke in Horchheim und 1 1 Morgen Acker sowie 4 084 Stock in Niederlahnstein.
Der Ertrag errechnete sich auf insgesamt 22 1/2 MaIter Korn, 66 Zentner Heu und fast 3 I /2 Fuder Wein.

Metternicher Hof

Der gräflich Metternich’sche Hof lag 1657 und noch 1685 in der Hauptstraße neben dem Haus des Anton Saur, 1720 neben Johannes Saur und seinem Schwager Mattheiß Körwer, mitten im Dorf am obersten Brunnen.
Er bestand aus zwei getrennten Häusern und Hofanlagen.
Der erste Hof wurde 1628 von den von Nassau von den Erben des Horchheimer Vogtes Johannes Eichler erkauft und kam über die von Nassau an die von Metternich.
Der Hof bestand in 8 1/4 Morgen Feld, 3 Morgen Wiesen und 5079 Stock, die einen Reinertrag von 2 3/4 Maltern Korn, 19 Zentnern Heu und 1/3 Fuder Wein erbrachten.

Umbscheidener Hof

Ebenfalls in der heutigen Emserstraße, neben dem von Dietkirchen lehnsrührigen Heddesdorfer Hof, befand sich der Hof der Umbscheiden von Ehrencron, erkauft von Hofrat Umbscheiden von den vom Stein zu Nassau.
Der Besitz umfaßte in Horchheim und Niederlahnstein 8 1/2 Morgen Acker,  etwas über 2 Morgen Wiese und 5 638 Weinstöcke, die 5 Malter Korn und 2/3 Fuder Wein trugen.

Oranischer Zehnthof

Der Hof der Fürsten zu Nassau-Dietz, auch Oranischer Zehnthof oder nur Zehnthof genannt, befand sich in der Emserstraße, heute Haus Nr. 359. Neben dem Hof lag das Haus des Paulus Heyer, dem als Besitzer Werner Heyer (1639) und Johannes Goebel (1681) folgten.
Der Hof hatte nur unbedeutenden Grundbesitz, war aber am Zehnten beteiligt.

Hof derer von Print

Der Stammsitz der Print von Horchheim gen. von der Broel am Ende der Collgasse umfaßte 1719 lediglich noch 1 3/4 Morgen Land, die um das Anwesen lagen, und gehörte zu dieser Zeit einem Kammerdirektor von Scheben.

St. Florins-Hof

Im oberen Teil des Dorfes lag der Hof des Stifts St. Florin, heute Emserstraße 389, an der ehemaligen Oberpforte der Ortsbefestigung.
1652 befand sich neben dem Hof das Haus des Hans Wilhelm Hartmann von Niederlahnstein, das dieser von Daniel Ludwig von Heddesdorf, Mithochgerichtsherren zu Horchheim, gekauft hatte.
Der Hof umfaßte 18 3/4 Morgen Acker, 6 1/2 Morgen Wiese und 12559 Weinstöcke in Horchheim und erbrachte 5 Malter Frucht, 40 I /2 Zentner Heu und 1 1/ 4 Fuder Wein sowie in Niederlahnstein 1 1/2 Malter Korn und 1/5 Fuder Wein.

Dominikaner-Hof

In einer am oberen Ende des Dorfes zum Rhein führenden Gasse, der Beckers- oder Pallantzgasse, benannt nach dem Koblenzer Arzt Dr. Palland, der hier 1624 einen Hof besaß, lag der Hof des Koblenzer Dominikanerklosters.
Der Hof, zwischen den Häusern des Carl Waldorff und der Erben des Johannes Faust gelegen, umfaßte 1720 immerhin 11 3/4 Morgen Acker, 3 Morgen Wiese und 7774 Stock in beiden Marken und ergab 5 1/2 Malter Korn, 20 Zentner Heu und 1 Fuder Wein.

Jesuiten-Hof

Dem Hof der Dominikaner gegenüber befand sich das Hofhaus der Koblenzer Jesuiten.
Dieser Hof umfaßte in Horchheim 5 Morgen Ackerland, 3 Morgen Wiese und 6911 Stock sowie in Niederlahnstein,
als Erbe der von Brandenburg, 1 3/4 Morgen Ackerland und 8180 Stock.
Der Ertrag in beiden Gemarkungen belief sich auf 3 1/2 Malter Frucht, 9 Zentner Heu und 3 Fuder Wein.

Eltzer Hof

Der Hof derer von Eltz lag 1581 in derselben Gasse.
Nach Aussterben der Koblenzer Adelsfamilie von dem Burgtorn erbten die von EItz deren Besitz.
Der Hof hatte 1719 in Horchheim und Niederlahnstein etwa 15 Morgen Land, etwas Wiese und 9 798 Weinstöcke,
die insgesamt 4 1 /2 Malter und 1 Fuder Wein hergaben.

Diersteiner Hof

Dieser Hof, nicht weit davon in der Diersteiner Gasse gelegen, hatte seinen Namen von dem Kloster Dierstein, das schon im Mittelalter in dieser Gasse einen Hof sein eigen nannte.
In dieser Gasse waren noch zwei Adelshöfe gelegen. Während der Hof des Landgrafen von Hessen 1719 geringen A11odialbesitz
aufwies und nur geringen Ertrag brachte, aber am Horchheim am Zehnt beteiligt war, ertrug der Hof der Vögte von Hunolstein
mit seinen 8 1/4 Morgen Acker und 4580 Stöcken noch 2 Maller Korn und etwa 1/2 Fuder Wein.

Marienstätter Hof

Der Hof des Klosters Marienstatt lag 1720 in der Bornsgasse.
Er bestand in 13 Morgen Feld in beiden Gemarkungen, 1/2 Morgen Wiese und 9697 Stöcken, die 7 1/2 Malter Frucht ,3 Zentner Heu und 3/ 4 Fuder Wein erbrachten.

Weitere Höfe

Kleinere Güter des Klerus, aber ohne eigene Hofanläge, sind die 3 1/2 Morgen Ackerland und 978 Weinstöcke des Koblenzet Klosters St. Martin (Görgenkloster), die zwar in Horchheim lagen, aber zum Hof in Niederlahnstein gehörten, sowie die kurfürstlichen Drittelwingerte von 7 359 Stock, die 3/4 Fuder Wein in die kurfürstliche Kellerei brachten.
Außerdem war Kurtrier am Akkerzehnten und zur Hälfte am Weinzehnten beteiligt.
Darüber hinaus besaßen die Pastorei und die Almosie zu St. Kastor 41/2 Morgen Acker und Wiesen.
Schließlich seien noch die Horchheimer Kirche und das Glockenamt sowie der Vikar Vester zu St. Kastor erwähnt,
die lediglich unbedeutenden Besitz hatten.
Daneben ist noch Streubesitz der adeligen Familien von Botzheim und von Anethan 1719 nachweisbar,
der aber wegen der Geringfügigkeit kaum erwähnenswert ist.
Etwas bedeutender dagegen sind die 11 1/2 Morgen Acker, 2 Morgen Wiese und 4480 Stock der Vallendarer Familie von Eyss,
die später in Horchheim ansässig wird und das stattliche Haus in der Emserstraße erbaut.
Der Besitz ist schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts existent, warf aber wenig Ertrag ab.
Abschließend ist zu sagen, daß Adel und Klerus in kurtrierischer Zeit in Horchheim in bezug auf Eigentums- und Vermögensverhältnisse eine dominierende Rolle gespielt haben, die in anderen Dörfern und Gemeinden unseres Koblenzer Raumes nicht so stark zum Tragen kam.

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