Eltzer Hof

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Texte und Bilder der folgenden Seiten sind aus einem Artikel von Manfred Gillessen in der Horchheimer Kirmeszeitung 1994 entnommen.

An der Stätte des rückwärtigen Teils des heutigen Hauses Emser Straße 388 Ecke Grafenstraße, das baulich dem ausgehenden 18. Jahrhundert zuzuordnen ist, stand vor 400 Jahren der Hof der Herren von Eltz.

Die von dem Burgtor

Schon um die Mitte des 14. Jahrhunderts hatte die Familie von dem Burgtor, eines der vier alten Adelsgeschlechter der Stadt Koblenz, Besitz in Horchheim.
Dies wissen wir aus einer Urkunde vom 25. Februar 1361 : Henne Hont und seine Frau Heile von Horchheim leihen von dem Knappen Juncker Simon von dem Burgtor und seiner Frau Paze 2l Mark, 8 Schilling und 3 Heller gegen einen Zins von 1 Goldgulden und versetzen ihnen dafür einen Weingarten zu Horchheim.
Die Urkunde ist besiegelt von den Schöffen Hentze Wilde und Friedrich von Rheineck.

Derselbe Simon von dem Burgtor, der nach dem Tod seiner ersten Frau Paze die Hille von Ders, Tochter des Koblenzer Schultheißen Johann von Ders und Witwe des Wäpplings Werner Sack von Dieblich, heiratet, kauft fünf Jahre später – am 14. Dezember 1366 – von Peter, dem Sohn des Horchheimer Schultheißen Hermann, und seiner Frau Grete einen Weingarten in “Ingebitze” für 100 Mark.

Am 25. August 1399 tauscht Conrad Swaiff von Horchheim an den Wäpling Simon von dem Burgtor, Sohn des vorigen Simon, eine auf dem Hof “Zu dem Burgtor” in Koblenz ruhende Rente von 1 Mark in eine Rente von demselben Betrag aus einem Wingert in der Horchheimer Mark. Schon vorher, am 2. Mai 1384, haben sich die Kinder erster und zweiter Ehe des verstorbenen alten Simon von dem Burgtor, beide mit Namen Simon, und die zweite Frau Hille wegen der Vogtei zu Kärlich, dem Hof auf dem Graben zu Horchheim – genannt “Ems” – und den Weingärten gen. “Igenbitze” zu Horchheim und “Rynhelde” zu Pfaffendorf geeinigt. Die Güter zu Horchheim erhält der ältere Sohn Simon aus der Ehe mit Paze.

Dieser verkauft am 30. Juni 1414 der Präsenz St. Kastor 1 Mark brabantisch, die ihm von den Gütern, die die Kastorherren von dem Wäppling Heinrich von Lay und seiner Frau – wahrscheinlich einer Print von Horchheim – 1388 gekauft hatten, als Erbrente zustand, für 13 schwere gute Gulden. Von ihm und seiner Frau Lisa, Tochter des Johann von Koblenz gen. von Hammerstein, geht dieser Horchheimer Besitz an den gleichnamigen Sohn Simon, den Wäppling Simon von dem Burgtor, und dessen Frau Johanna, Tochter des Peter von EItz gen. Ur die ihn wiederum an ihren Sohn Reinhard von dem Burgtor und dessen Frau Florchen von Gerolstein vererben.

Liebfrauenkirche Koblenz Epitaphien derer von Burgtor

Liebfrauenkirche Koblenz Epitaphien derer von Burgtor

Diesem Reinhard von dem Burgtor verpfänden Werner Schale und seine Frau Stine, Enoffs Heintzen Sohn und seine Frau Imelle sowie Clais Ulner und Maria, alle Eheleute zu Horchheim, ihre Güter zu Horchheim und Niederlahnstein gegen einen Zins von 1 Gulden jährlich, da sie Reinhard einen versessenen Zins, den dieser ihnen erlassen hatte, schuldeten. Nach Reinhards Tod heiratet seine Witwe den kurftirstlichen Rat, Küchenmeister und Vertrauten des Kurfursten, Caspar von Mielen gen. von Dieblich, der als Vormund seiner Stiefkinder am 12. Juli 1474 dem Hentz Swicker und seiner Frau Trine Haus, Hof und Garten in der Obergasse zu Horchheim nebst 2 Weingärten gegen 2 Gulden Pachtzins überläßt.
Reinhard von dem Burgtor hatte zwei Kinder: Elisabeth, die den Syffart von Schwalbach heiratet, und den gleichnamigen Sohn Reinhard, der sich am 2. Juni 1495 mit Jutta Blanckart von Ahnnreiler vermählt.
Letzterer erhält als Erbe den Horchheimer Hof, den er am 8. Mai 1507 an Johann Swicker, Sohn des vorigen Pächters Hentz Swicker, und dessen Frau Agnes in Erbpacht vergibt.
Reinhard stirbt am 28. Dezember 1517. Seine Frau Jutta, die nach seinem Tod den Ratsgenossen zu Koblenz, Johann Hoffmann von Mayen, geheiratet hatte, stirbt am 19. Juni 1553.

Reinhold und Jutta sowie ihr am 19. Juni 1547 gestorbener Sohn Otto Joachim sind in der Vorhalle der Liebftauenkirche in Koblenz begraben, wo noch heute ihre schönen Epitaphien an der südlichen Wand stehen.

Die von Eltz

Die Hofleute

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