Eltzer Hof – Horchheimer Hofleute

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Von Eltzer Hofleuten ist uns wenig bekannt, da außer den Verlehnungenvon 1474 und 1507 keine weiteren existieren.
Als früheste Hofleute kommen Mitglieder der Familie Swicker vor, deren Nachfahren noch heute als Schweickert in Horchheim vorkommen.
Diese Familie ist wohl die älteste noch blühende des Orts.
Sie stellte zwei kurtrierische Schultheißen, wohl Vater und Sohn:
Friedrich Schweickert, Schultheiß von 1557 bis 1561, und Hans Schweickert den Alten, Schultheiß von 1578 bis 1601.
Außer dem sind uns die Gerichtsschöffen Heinlz Swicker – unser Eltzer Hofmann, Schöffe von 1457 bis 1471 – sowie Hans Schweickert Schöffe 1546 – 1573,
Friedrich Schweickert – Schöffe 1609-1615 – und Hans Schweickert der Junge – Schöffe 1602-1636 – bekannt.
Nach dem 3Oiährigen Krieg taucht Stoffel Köht als Hofmann auf.
1628 war er Horchheimer Bürger geworden und im selben Jahr der Sebastianusbruderschaft beigetreten.
Im Bruderschaftsbuch wird eingetragen: “Stoffel Keuht von Eimelroth, uxor (=Frau) Anna, das ganze Geschlecht und die zweyte (Frau) Catharina”.
Er kauft am 27. Juni 1649 von Juncker Anton Neuer von Montabaur das im Krieg zerstörte Neuersche Hofhaus an der Ecke Emser Straße/Collgasse (heute Haus Bohn/Bode) und erbaut auf diesem Grundstück ein neues Haus.
Ihm folgen als Hofleute Thones Saur, der 1692 das Haus Emser Straße 365 (heute Familie Hauschild) neu erbaut, und Hans Gerhard Kamp: beide werden 1682 und 1684 als Hofleute genannt.
Hans Gerhard Kamp, geboren 1639 als Sohn des Jesuitenhofmanns Simon Kamp, stirbt am 29. Oktober 1704. Sein Grabstein in weißem Lahnmarmor ist heute noch in der südlichen Mauer bei der Kirche zu sehen.

Neben seiner Tätigkeit als Eltzer Hofmann war Kamp auch 1688 von Steinscher Hofmann bzw. wittgensteinscher Vogt und Kellner zu Saynsowie Send- und Gerichtsschöffe zu Horchheim.
Als nächster Hofmann begegnet uns 1702 Simon Saur, 1667 geboren als Sohn des o.a. Anton Saur.
Saur ist von 1687 bis zu seinem Tod am 15. Mai 1703 auch Jesuitenhofmann und zugleich ab 1700 deren Gerichtsvogt in Horchheim.
Nach Saurs Tod erhält sein Schwager, der Schmied Johann Anton Goebel, den Hof.
Er war seit dem 27 .November 1695 mit Anna Margareta Arnoldi – Tochter des ehemaligen Lehrers, Gerichtsschreibers (1679-1684) und mitherrschaftlichen Schultheißen (1684-1723) Servatius Arnoldi – verheiratet.
Von 1703 bis 1723 wird Goebel als Eltzer Hofmann bezeichnet. Goebel kauft am 18. Januar 1717 das elterliche Haus samt Hof, Schmiede und Garten, gegenüber dem obersten Brunnen und mitten im Dorf gelegen, fur 355 Reichstaler von seinen Geschwistern, muß es aber schon 1730 an Johannes Ehemannt wieder veräußern.

Dieses Haus hatte sein Vater – der Schmied, Send- und Gerichtsschöffe Peter Goebel vom trierischen Kellner im Bau (Ehrenbreitstein) gekauft und von 1678 bis zu seinem Tod am 31. Juli 1715 besessen.
Es handelt sich um das frühere Haus Emser Straße 363, an dessen Stelle ein Neubau errichtet wurde, in dem heute die Post untergebracht ist.

Kommen wir zum Schluß noch kurz auf einige – damals “alltägliche” Streitigkeiten wegen der Besitztechte in der Gemarkung zu sprechen.
So klagen am 1. Juli 1682 die Hofleute Saur und Kamp vor dem Ortsgericht, daß der trierische Schultheiß Johannes Göbel 1/2 Viertel Feld “im Beitzenberg”, das zu ihrem Hof gehört, in unrechtmäßigem Besitz halte.
Die Klage wird am 7 .Juli 1683 wiederholt.
Am 4. JuIi 1684 klagt der Eltzsche Hofmann Hans Gerhard Kamp, daß die Erben Mant seit 20 Jahren kein Drittel aus ihrem Weingarten “in der Gruben” gezahlt hätten.
Im Gegenzug klagt am 5. Juli 1702 der Florinshofmann gegen den Marschall-EItzschen Hofmann Simon Saur, er habe Gras, das er “zu Wittau” gemäht, eigenmächtig weggenommen.
Nach Hans Thönes Goebel fehlen uns weitere Angaben über EItzsche Hofleute, obwohl der Hof , zumindest seit dem Zukauf des von Hontheimschen Gutes (“Villa Markana”) im Jahr 1747,
zu den größten und somit als Pachtobjekt zu den einträglichsten und begehrtesten gehörte.
Der Verkauf des schönen Gutes an Ritter von Coll im Jahr 1770 machte der über 400jährigen Besitzgeschichte der Familien Burgtor-Eltz in Horchheim ein Ende.

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