Jesuitenhof Vogteirechte

Eine Konsequenz davon war, daß die Jesuiten nunmehr in Horchheim das Recht hatten, den Vogt am Gericht zu stellen, wofür ihnen der vierte Teil der Bede (-Steuer) sowie an Wetten und Rügen (-Gerichtsstrafen) zustand.
Außerdem erhielten sie noch Geldzinsen von iährlich 16 Albus sowie 6 Sömmer Mehl und 7 Malter 2 Sömmer Haferzins aus Häusern und Grundstücken in Horchheim. Zudem gehörten noch 1 Morgen 127 Ruthen Acker und 8180 Weinstöcke, die durch den Horchheimer Hofmann mitbewirtschaftet wurden, zum adligen, steuerfreien Brandenburger Gut.
Dazu brachte die Vogtei den Jesuiten das Jagdrecht im Horchheimer Wald sowie das Recht, vier Schweine zut Eckernmast in den Wald treiben zu dürfen.
Andererseits waren sie verpflichtet, ein Ohm Wein aus ihrem Anteil an der Horchheimer Bede als Zusteuer zum Schöffenessen an das Kloster Altenberg abzuführen.
Die Jesuiten selbst setzen zu Anfang Horchheimer Bürger als Untervögte ein: Hans Eichler von Braubach (ab 1607), Johannes Mandt (1659-1683) und dessen Schwiegersohn Balthasar Kalckoffen (1683-1699).
Seit 1700 haben die Hofleute das Amt nur kurze Zeit inne.
Schließlich nehmen während des 18. Jahrhunderts namentlich bekannte Jesuitenpatres das Amt selbst wahr.
Eine eingehende Betrachtung der Vogteiverhältnisse von ihren Anfängen im frühen Mittelalter bis zum Ende des trierischen Kurstaates würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen und muß daher einer späteren Aufarbeitung der Horchheimer Geschichte vorbehalten bleiben.

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